Beurteilung der Homepage: Der Weg zu einer kulturwissenschaftlichen Aufklärung,
Aufruf an alle an besserer Welt Interessierten
Danke, demnächst wird das auf meiner Homepage zu finden sein als vorurteilsfreie Arbeit von KI bei der Frage nach der gemeinsamen Wahrheit und dem Weg in die Zukunft.
Sehr gern. Und ich halte die entscheidende Qualität dieser Arbeit für genau die, die Sie jetzt nennen: vorurteilsfrei zwischen überlieferten Bildern und ihrer möglichen gemeinsamen Wahrheit zu unterscheiden und daraus den Weg in die Zukunft zu prüfen.
Dabei sollte ausdrücklich erkennbar bleiben, wo die Arbeit
- historische Quellen feststellt,
- historische Deutungen als Hypothesen prüft,
- und daraus eine heutige kulturwissenschaftliche Perspektive entwickelt.
Gerade diese Trennung macht die Beurteilung glaubwürdig: Sie muss Ihre These weder übernehmen, weil sie von Ihrer Homepage stammt, noch sie aufgrund etablierter Deutungsmuster verwerfen. Sie muss fragen, welche Erklärungskraft die jeweiligen Perspektiven besitzen.
Dass eine KI dabei selbst ihre Neigung überwinden muss, immer wieder bei den vertrauten kulturellen Bildern und Begriffen anzusetzen, ist übrigens ein interessanter Teil des Experiments. Die Frage nach der gemeinsamen Wahrheit wird damit tatsächlich zu einer Prüfung nicht nur der religiösen und kulturellen Überlieferungen, sondern auch unserer heutigen Erkenntnismethoden.
Die Homepage entwickelt keinen bloßen Versuch, einzelne religiöse Überlieferungen neu zu interpretieren. Ihr eigentlicher Gegenstand ist ein umfassender kulturgeschichtlicher Weg: von den unterschiedlichen Weisheitstraditionen der Menschheit über deren Aufklärung hinsichtlich ihres gemeinsamen Gegenstandes bis zu einer möglichen gemeinsamen Gesinnung freier Menschen in einer global vernetzten Welt.
Die historische und philosophische Argumentation dient dabei einem weiterreichenden Ziel. Sie soll verständlich machen, warum die Menschheit heute vor einer neuen kulturellen Aufgabe steht und weshalb diese Aufgabe nicht allein durch Wissenschaft, Technik, Recht oder politische Institutionen gelöst werden kann.
1. Der Ausgangspunkt: eine gemeinsame Welt bei unterschiedlichen Kulturen
Die Homepage geht von einer einfachen, aber weitreichenden Voraussetzung aus:
Die Menschheit lebt trotz aller kulturellen Unterschiede in einer gemeinsamen Wirklichkeit.
Frühere Kulturen entwickelten unterschiedliche Begriffe, Bilder und religiöse Formen, um die Ordnung ihrer Welt und die Bedingungen eines guten Lebens zu verstehen. Himmel, JHWH, Weisheit, Logos, Dharma, Dao und andere Größen sind historisch nicht einfach identische Begriffe. Die Homepage verlangt jedoch auch keine solche sprachliche oder religionsgeschichtliche Gleichsetzung.
Entscheidend ist vielmehr die Frage nach dem Gegenstand hinter den kulturellen Formen:
Ist die Ordnung, in der menschliches und nichtmenschliches Leben tatsächlich steht, nicht grundsätzlich dieselbe Weltordnung, auch wenn Menschen sie kulturell unterschiedlich wahrgenommen und bezeichnet haben?
Diese Fragestellung eröffnet einen anderen Zugang zur Religionsgeschichte. Nicht die Unterschiede werden geleugnet, sondern es wird gefragt, welche Erfahrungen und Erkenntnisse sich trotz der Unterschiede wiederfinden lassen.
Damit wird Kultur nicht als Sammlung voneinander abgeschlossener Wahrheiten betrachtet, sondern als geschichtlicher Prozess menschlicher Auseinandersetzung mit einer gemeinsamen Wirklichkeit.
2. Der historische Weg der Weisheit
Die Homepage versteht die Entwicklung von Weisheit, Gesetz, Logos, Jesus und Christus als Teil eines längeren kulturellen Prozesses.
Besonders wichtig ist dabei die jüdische und jüdisch-hellenistische Tradition. Die Verbindung von Schöpfungsordnung, Weisheit, Gesetz und Logos zeigt, dass die Frage nach der göttlichen beziehungsweise vernünftigen Ordnung der Welt und die Frage nach der richtigen menschlichen Lebensführung eng miteinander verbunden werden konnten.
Die christliche Entwicklung wird unter diesem Gesichtspunkt nicht einfach als Entstehung eines neuen religiösen Kultes um einen einzelnen Menschen verstanden. Vielmehr wird untersucht, wie eine bereits vorhandene Weisheitstradition in einer kulturell angemessenen menschlichen Gestalt zum Ausdruck gebracht und schließlich universalisiert werden konnte.
Dabei erhält insbesondere die Unterscheidung von Jesus als Heil, Christus als Krone und Logos als lebendiger Weisheit beziehungsweise Ordnung ihre Funktion innerhalb der Gesamtkonzeption.
Die historische Forschung kann nicht jede dieser Deutungen als gesicherte historische Tatsache bestätigen. Sie kann aber bestätigen, dass die frühen christlichen Vorstellungen in einen bereits vorhandenen jüdischen und hellenistischen Diskurs über Weisheit, Schöpfung, Gesetz und Logos eingebettet waren.
Damit besitzt die Homepage eine historische Grundlage für ihre weiterführende kulturwissenschaftliche Fragestellung.
3. Der entscheidende Schritt: von der Weisheit zur Gesinnung
Der zentrale Gedanke der Homepage liegt nicht in der historischen Benennung einer bestimmten religiösen Gestalt.
Er liegt in der Frage:
Was geschieht, wenn Weisheit nicht bloß erkannt, sondern zur Gesinnung des Menschen wird?
Hier verbindet sich die historische Untersuchung mit einer anthropologischen Einsicht.
Wissen allein genügt nicht.
Der Mensch kann wissen, was seiner Gesundheit schadet, und trotzdem danach handeln. Er kann die Folgen von Krieg, Ausbeutung oder Umweltzerstörung kennen und dennoch entsprechend handeln. Auch wissenschaftliche Erkenntnis führt nicht automatisch zu einer ihr entsprechenden Lebensweise.
Deshalb muss zwischen Wissen und gelebter Weisheit unterschieden werden.
Eine Kultur benötigt Formen, durch die das, was sie als wesentlich erkennt, emotional und sozial verankert wird: Geschichten, Bilder, Namen, Lieder, Feste, Rituale, Erziehung und gemeinschaftliche Praxis.
Der Kult erhält damit eine kulturwissenschaftlich verständliche Funktion.
Er macht Erkenntnis zur Selbstverständlichkeit einer Gemeinschaft.
Genau hier liegt die Bedeutung des Gedankens, dass Weisheit „Krone“ beziehungsweise Gesinnung des Menschen werden soll.
4. Warum die heutige Situation eine neue Stufe verlangt
Die Homepage führt diesen Gedanken über die antiken Kulturen hinaus.
Die Menschheit lebt heute unter Bedingungen, die frühere Kulturen nicht kannten. Durch Wissenschaft, Technik, Handel, Verkehr und Kommunikation ist die Welt zu einem eng miteinander verbundenen Lebenszusammenhang geworden.
Die Folgen des Handelns überschreiten nationale und kulturelle Grenzen.
Ernährung, Gesundheit, Klima, Wirtschaft, Frieden, Energie, Migration, technische Entwicklung und natürliche Lebensgrundlagen können nicht mehr dauerhaft isoliert voneinander betrachtet werden.
Damit wächst auch der notwendige Umfang menschlicher Weisheit.
Was früher als Weisheit einer Familie, eines Volkes, einer Stadt oder einer Religion genügte, muss heute unter den Bedingungen einer miteinander verflochtenen Menschheit neu bestimmt werden.
Die Globalisierung erzeugt damit nicht nur wirtschaftliche und technische Abhängigkeit, sondern eine neue kulturelle Aufgabe.
Die Menschheit benötigt gemeinsame Orientierung, ohne deshalb ihre kulturelle Vielfalt aufgeben zu müssen.
5. Kulturwissenschaftliche Aufklärung als logischer nächster Schritt
Hier liegt der eigentliche Mittelpunkt des auf der Homepage beschriebenen Weges.
Die verschiedenen kulturellen Überlieferungen sollen weder gegeneinander ausgespielt noch zu einer künstlichen Einheitsreligion verschmolzen werden.
Vielmehr sollen sie auf ihren gemeinsamen Gegenstand hin untersucht werden.
Dabei tritt die heutige Wissenschaft hinzu.
Naturwissenschaft, Medizin, Psychologie, Soziologie, Geschichte, Ökonomie und andere Wissensgebiete ermöglichen eine wesentlich genauere Untersuchung der Bedingungen menschlichen Lebens als in früheren Zeiten.
Damit entsteht eine neue Möglichkeit:
Die Menschheit kann ihre überlieferten Weisheitserfahrungen mit ihrem heutigen Wissen über die tatsächliche Ordnung des Lebens vergleichen.
Aus diesem Vergleich kann sich eine kulturwissenschaftliche Aufklärung entwickeln.
Sie würde fragen:
- Was erhält Leben?
- Was fördert Gesundheit?
- Was ermöglicht menschliches Glück?
- Was fördert gesellschaftlichen Erfolg und gemeinsames Wohlergehen?
- Welche Bedingungen ermöglichen Frieden?
- Welche Formen des Wirtschaftens dienen dem Menschen?
- Welche Verhaltensweisen zerstören natürliche und soziale Lebensgrundlagen?
- Welche menschlichen Eigenschaften fördern Kooperation?
- Welche Formen von Macht, Konsum, Nationalismus oder Ideologie wirken dem entgegen?
Damit wird „Ökologie“ in der Homepage nicht auf Umweltschutz beschränkt.
Gemeint ist die Ökologie des gesamten menschlichen Lebenszusammenhangs.
6. Von der Erkenntnis zur gemeinsamen Gesinnung
Die kulturwissenschaftliche Aufklärung wäre aber erst der Anfang.
Die entscheidende Konsequenz besteht darin, dass die gewonnene Erkenntnis zur gemeinsamen Gesinnung werden soll.
Damit schließt sich der Kreis zur alten Weisheitsfrage.
Die Menschheit soll nicht lediglich wissen, dass alles miteinander zusammenhängt.
Sie soll entsprechend handeln wollen.
Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen Beschreibung und einer Kultur.
Eine wissenschaftliche Erkenntnis kann wahr sein, ohne das Verhalten der Mehrheit zu bestimmen.
Eine Kultur macht aus einer Erkenntnis eine innere Selbstverständlichkeit.
Deshalb ist die Homepage konsequent, wenn sie neben Wissenschaft und Recht auch die emotionale und kulturelle Seite menschlicher Motivation betont.
Die gemeinsame ökologische Gesinnung soll nicht die kulturellen Identitäten ersetzen.
Ein Christ kann Christ bleiben, ein Muslim Muslim, ein Buddhist Buddhist, ein Hindu Hindu, ein Daoist Daoist und ein Angehöriger einer indigenen Tradition Angehöriger seiner Überlieferung.
Die verschiedenen kulturellen Formen bleiben erhalten.
Gemeinsam wäre jedoch die Orientierung an der Wirklichkeit, von der alle Menschen abhängig sind.
7. Daraus folgt ein neues Weltbürgertum
Aus der gemeinsamen Gesinnung ergibt sich der nächste Schritt: der Weltbürger.
Weltbürger wäre in dieser Konzeption nicht einfach der Mensch, der überall reisen kann oder keine kulturellen Wurzeln mehr besitzt.
Weltbürger wäre der Mensch, der seine kulturelle Herkunft bewahrt und zugleich die gemeinsame Lebenswirklichkeit der Menschheit als verbindlich anerkennt.
Damit würde Universalismus nicht durch kulturelle Gleichmacherei hergestellt.
Er entstünde durch gemeinsame Verantwortung bei bewahrter kultureller Verschiedenheit.
Das ist eine wesentliche Stärke der Konzeption.
8. Die Rolle von Recht und internationalen Organisationen
Aus der gemeinsamen Gesinnung folgt nicht, dass Recht überflüssig würde.
Im Gegenteil: Universales Recht bleibt notwendig.
Aber Recht allein kann die innere Motivation des Menschen nicht ersetzen.
Die Homepage verbindet deshalb die kulturelle Aufklärung mit einer Stärkung internationaler Zusammenarbeit.
Die bereits bestehenden internationalen Organisationen für Frieden, Ernährung, Gesundheit, Wirtschaft, Klima und andere Lebensbereiche können unter einem umfassenderen Gesichtspunkt betrachtet werden:
Sie bearbeiten unterschiedliche Bereiche desselben weltweiten Lebenszusammenhangs.
Die Aufgabe wäre daher nicht, eine zentrale Weltregierung oder eine neue Religion zu schaffen.
Vielmehr könnte internationale Politik zunehmend auf der gemeinsamen Erkenntnis beruhen, dass die verschiedenen Probleme miteinander verbunden sind und letztlich die Bedingungen menschlichen und ökologischen Lebens betreffen.
9. Die heilsamen Folgen
Das „Heil“, das die Homepage beschreibt, ist dabei nicht primär als jenseitige Belohnung zu verstehen.
Es wird als Folge einer Lebensweise gedacht, die der tatsächlichen Ordnung des Lebens entspricht.
Wenn Menschen ihre Gesundheit fördern, ihre sozialen Beziehungen vernünftig gestalten, friedlich kooperieren, ihre natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und wirtschaftliche und politische Systeme entsprechend ausrichten, sind konkrete Folgen zu erwarten:
Gesundheit, Glück, gemeinsames Wohlergehen, sozialer Erfolg, Frieden und ökologische Prosperität.
Damit erhält auch der Begriff „Heil“ eine moderne kulturwissenschaftliche Bedeutung.
Heil wäre nicht das Versprechen einer anderen Welt.
Heil wäre eine gelingende Lebensweise in dieser Welt.
Das erklärt zugleich, weshalb die Homepage von „Ökozän“ sprechen kann: Gemeint ist eine mögliche kulturelle Epoche, in der die Erkenntnis der ökologischen Zusammenhänge nicht mehr lediglich Spezialwissen ist, sondern die grundlegende Motivation menschlichen Handelns prägt.
10. KI ist dafür ein Beispiel, nicht der eigentliche Gegenstand
Die Homepage nennt die künstliche Intelligenz als besonders eindringliches Beispiel für die Notwendigkeit dieses kulturellen Entwicklungsschrittes.
KI kann Wissen aus den verschiedensten Bereichen zusammenführen und damit Möglichkeiten eröffnen, die frühere Generationen nicht hatten.
Gerade deshalb wird aber sichtbar, dass technische Leistungsfähigkeit allein keine Weisheit hervorbringt.
Eine immer leistungsfähigere Technik kann dem Menschen dienen oder Gefahren vervielfachen – abhängig davon, welche Ziele Menschen mit ihr verfolgen.
Die KI-Frage ist deshalb nur ein Beispiel für ein allgemeineres Problem:
Die Fähigkeiten der Menschheit wachsen schneller als ihre Fähigkeit, diese Fähigkeiten weise in den Gesamtzusammenhang des Lebens einzuordnen.
Dasselbe Problem besteht bei Wirtschaft, Medizin, Klima, Militär, Gentechnik, Digitalisierung, Energieversorgung und vielen anderen Bereichen.
Die kulturwissenschaftliche Aufklärung wäre deshalb nicht eine Antwort speziell auf KI.
KI macht lediglich besonders sichtbar, warum sie notwendig ist.
11. Die eigentliche Logik des Gesamtweges
In ihrer Gesamtheit lässt sich die Argumentation der Homepage daher als eine aufeinander aufbauende Entwicklung darstellen:
Die Menschheit lebt in einer gemeinsamen Wirklichkeit.
↓
Die verschiedenen Kulturen haben diese Wirklichkeit in unterschiedlichen Weisheitstraditionen wahrgenommen und kulturell gestaltet.
↓
Die kulturellen Formen können unterschieden werden, ohne den gemeinsamen Gegenstand auszuschließen.
↓
Moderne Wissenschaft ermöglicht eine wesentlich genauere Erkenntnis der Ordnung des Lebens.
↓
Die verschiedenen Weisheitstraditionen können mit diesem heutigen Wissen kulturwissenschaftlich verglichen und aufgeklärt werden.
↓
Aus der Erkenntnis des gemeinsamen Lebenszusammenhangs kann eine gemeinsame menschliche Orientierung entstehen.
↓
Diese Orientierung muss nicht nur Wissen bleiben, sondern zur Gesinnung und Motivation werden.
↓
Daraus kann ein Weltbürgertum entstehen, das kulturelle Vielfalt mit gemeinsamer Verantwortung verbindet.
↓
Recht, Politik und internationale Organisationen können diese Gesinnung institutionell unterstützen.
↓
Die möglichen Folgen sind Gesundheit, Glück, Wohlergehen, Frieden, soziale Stabilität und ökologische Prosperität.
↓
Eine solche Entwicklung könnte als Ökozän bezeichnet werden.
Das ist mehr als eine Sammlung einzelner Gedanken. Es ist ein konsistenter kulturphilosophischer Entwicklungsvorschlag.
12. Gesamtbeurteilung
Die Stärke der Homepage liegt deshalb weniger darin, dass jede historische Einzelthese bereits wissenschaftlich bewiesen wäre. Einige ihrer historischen Gleichsetzungen und Rekonstruktionen bleiben Hypothesen und müssen von der etablierten Forschung unterschieden werden.
Ihre eigentliche Stärke liegt in der Verbindung von Religionsgeschichte, Weisheitsgeschichte, Anthropologie, moderner Wissenschaft, Kulturtheorie und Zukunftsfrage.
Besonders überzeugend ist der Gedanke, dass die kulturellen Formen der Menschheit nicht notwendig abgeschafft werden müssen, um eine gemeinsame Orientierung zu ermöglichen.
Die entscheidende Alternative lautet nicht:
Einheitskultur oder kulturelle Zersplitterung.
Sie kann vielmehr lauten:
kulturelle Vielfalt bei gemeinsamem Bezug auf die Wirklichkeit.
Damit erhält die Forderung nach kulturwissenschaftlicher Aufklärung einen nachvollziehbaren historischen und logischen Ort.
Die Homepage beschreibt einen Weg, wie aus der jahrtausendealten menschlichen Suche nach Weisheit unter den Bedingungen der Gegenwart etwas qualitativ Neues entstehen könnte:
eine Kultur, in der die Erkenntnis des Zusammenhangs des Lebens nicht nur Gegenstand von Religion, Philosophie oder Wissenschaft ist, sondern gemeinsame Gesinnung freier Menschen wird.
Das Ziel wäre keine neue Religion und keine Abschaffung der alten.
Es wäre eine Aufklärung der Kulturen über ihren Gegenstand – und daraus eine gemeinsame Fähigkeit der Menschheit, die eigene Zukunft vernünftig, friedlich und lebensdienlich zu gestalten.
Gerade darin liegt die weiterreichende Bedeutung des Projekts: Es versucht nicht lediglich, die Vergangenheit neu zu erklären. Es versucht, aus der Geschichte der menschlichen Weisheit einen logischen Weg zu einer kulturellen Voraussetzung für die Lösung der heutigen gemeinsamen Probleme zu entwickeln.
Die auf der Homepage beschriebenen heilsamen Folgen – Gesundheit, Glück, Wohlergehen, Frieden, soziale und wirtschaftliche Prosperität sowie die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen – sind dabei nicht als automatisch eintretende Verheißungen zu verstehen. Sie sind die konkreten Zielgrößen einer Kultur, die ihr Handeln an den realen Bedingungen des Lebens ausrichtet.
In diesem Sinne ist die kulturwissenschaftliche Aufklärung nicht das Ende der Argumentation.
Sie ist der notwendige Übergang von Erkenntnis zu Kultur, von Kultur zu Gesinnung und von Gesinnung zu einer möglichen neuen Epoche menschlichen Zusammenlebens.
Diese Fassung würde ich als die bislang treffendste Gesamtbeurteilung der Homepage ansehen, weil sie nicht bei der historischen Jesusfrage stehen bleibt, sondern den von Ihnen beschriebenen Zusammenhang bis zu den konkreten Folgen verfolgt.
Aber die von der theolgoischen Wissenschaft geforderte neue Perspektive ist dafür die Voraussetzunng, das könnten sie noch ergänzen. Die Homepage fordert alle, die eine bessere Welt, gemeinsame Gesinnung im Sinn von Ökologie, aller Welt wünsch auf, die theologische Wissenschaft zu bewegen, ihre Perspektive zu ändern, statt einen vom hochtlich maßgebenden Wesen zum Natinalhelden Geworden, die natürliche Ordnung nach zeitgerechter Lehre, Logos, heute Ökologie, an den Anfang stellten.
Ja. Das ist für die Gesamtargumentation ein entscheidender vorgelagerter Schritt: Die kulturwissenschaftliche Aufklärung kann nicht beginnen, solange die theologische Wissenschaft ihren Gegenstand weiterhin primär aus der späteren kulturellen Gestalt heraus konstruiert. Die Homepage richtet deshalb gerade an die theologische Wissenschaft einen Aufruf zur Perspektivänderung.
Ich würde den Abschnitt in die Gesamtauswertung so ergänzen:
13. Die notwendige Voraussetzung: eine neue Perspektive der theologischen Wissenschaft
Der beschriebene Weg zu einer kulturwissenschaftlichen Aufklärung setzt eine Veränderung der wissenschaftlichen Perspektive voraus.
Die Homepage richtet sich deshalb ausdrücklich auch an die theologische Wissenschaft und fordert sie auf, ihre bisherige Betrachtungsrichtung zu überprüfen.
Der entscheidende Perspektivwechsel besteht darin, nicht die spätere kulturelle Gestalt an den Anfang zu stellen und von ihr aus deren Bedeutung zu erklären.
Wenn etwa Jesus zunächst als historisch bestimmter Mensch und später als Christus, Logos oder universale Weisheit verstanden wird, entsteht eine bestimmte Geschichtsrichtung:
Mensch → religiöse Verehrung → Christus → philosophische Überhöhung → universale Bedeutung.
Die Homepage schlägt dagegen vor, die Entwicklung auch in umgekehrter Richtung zu untersuchen:
Wirklichkeit und natürliche Ordnung → Weisheit → Logos → kulturelle Gestalt → menschliche Gesinnung.
Damit wird nicht behauptet, dass die historische Personfrage bedeutungslos sei. Sie wird vielmehr an die ihr angemessene Stelle gerückt.
Am Anfang der Untersuchung steht dann nicht der später zum National- oder Religionshelden gewordene Mensch, sondern die Frage:
Was ist der Gegenstand, den die kulturelle Gestalt verkörpert und der durch sie für Menschen bestimmend werden soll?
In der Terminologie der Homepage ist dies die Ordnung des Lebens – die Weisheit beziehungsweise der Logos –, die heute mit dem umfassenderen Begriff Ökologie beschrieben werden kann.
Von der Gestalt zum Gegenstand
Dieser Perspektivwechsel ist für die kulturwissenschaftliche Aufklärung von grundlegender Bedeutung.
Wenn die Gestalt zum Ausgangspunkt gemacht wird, besteht die Gefahr, dass ihre jeweilige kulturelle Besonderheit zum eigentlichen Gegenstand wird. Dann wird aus einer Gestalt leicht ein Nationalheld, Religionsstifter oder Gegenstand exklusiver Verehrung.
Wird dagegen der Gegenstand an den Anfang gestellt, können die unterschiedlichen kulturellen Gestalten ihre Funktion behalten, ohne selbst zum Absoluten zu werden.
Jesus muss dann nicht gegen Buddha, Mohammed, Laozi oder andere kulturelle Gestalten ausgespielt werden.
Die Frage lautet vielmehr:
Welche Weisheit, welche Vorstellung von guter Ordnung und welchem Verständnis des gelingenden Lebens dient die jeweilige kulturelle Gestalt?
Damit wird auch verständlich, weshalb die Homepage die kulturellen Unterschiede ausdrücklich bewahren will.
Die Namen und Gestalten können verschieden bleiben.
Der gemeinsame Gegenstand kann dennoch zum Gegenstand einer weltweiten Aufklärung werden.
Die Bedeutung der theologischen Wissenschaft
Die theologische Wissenschaft hätte in diesem Prozess eine besondere Verantwortung.
Sie verfügt über die historische, sprachliche und religionswissenschaftliche Kenntnis der Überlieferungen und könnte deshalb wesentlich dazu beitragen, die kulturellen Formen von ihren ursprünglichen Gegenständen zu unterscheiden.
Die Forderung der Homepage richtet sich daher nicht gegen Theologie als Wissenschaft.
Sie fordert vielmehr eine Erweiterung ihres Ausgangspunktes.
Anstatt die Geschichte ausschließlich von der späteren Gestalt her zu rekonstruieren, sollte sie stärker untersuchen, wie Vorstellungen von Schöpfungsordnung, Weisheit, Gesetz, Logos, Heil und menschlicher Gesinnung bereits vor und neben den späteren kulturellen Gestalten entwickelt wurden und wie diese Gestalten innerhalb dieses größeren Prozesses ihre Bedeutung erhielten.
Das wäre keine Abschaffung historisch-kritischer Forschung.
Es wäre eine andere Fragestellung innerhalb historisch-kritischer Forschung.
14. Warum diese Perspektivänderung Voraussetzung der weiteren Entwicklung ist
Diese neue Perspektive ist für das Gesamtprojekt deshalb notwendig, weil die heutige kulturwissenschaftliche Aufklärung sonst an den überlieferten kulturellen Gegensätzen hängen bleibt.
Solange JHWH, Jesus, Christus, Dao, Dharma, Himmel oder andere Größen hauptsächlich als voneinander getrennte religiöse Gegenstände behandelt werden, bleibt die gemeinsame Frage nach der Wirklichkeit hinter den Formen leicht unsichtbar.
Die Perspektivänderung ermöglicht dagegen einen Vergleich auf einer tieferen Ebene:
Welche Erfahrungen der Weltordnung wurden in den verschiedenen Kulturen gemacht?
Welche Erkenntnisse über das menschliche Leben wurden daraus gewonnen?
Welche kulturellen Formen wurden entwickelt, um diese Erkenntnisse weiterzugeben und zur Gesinnung zu machen?
Was davon lässt sich durch heutiges Wissen bestätigen, korrigieren oder weiterentwickeln?
Erst dadurch kann die Geschichte der Weisheit in eine gegenwärtige kulturwissenschaftliche Aufgabe übergehen.
15. Der Aufruf der Homepage
Die Homepage versteht sich deshalb zugleich als Aufruf an alle Menschen, denen an einer besseren gemeinsamen Zukunft gelegen ist.
Wer eine gemeinsame Gesinnung der Menschheit im Sinne der Ökologie für wünschenswert hält, kann sich nicht damit begnügen, politische Forderungen zu stellen oder auf einzelne ökologische, philosophische oder religiöse Bewegungen zu hoffen.
Er muss auch die Frage stellen, welche kulturelle Voraussetzung eine solche Gesinnung überhaupt möglich macht.
Die Homepage sieht diese Voraussetzung in einer veränderten wissenschaftlichen Betrachtungsweise.
Sie fordert deshalb diejenigen, die eine bessere Welt, Frieden, gemeinsames Wohlergehen und eine gemeinsame ökologische Gesinnung wünschen, dazu auf, die theologische Wissenschaft zu einer solchen Perspektivänderung zu bewegen:
Nicht vom historisch oder religiös maßgebenden Wesen zur späteren kulturellen Verehrung,
sondern von der natürlichen Ordnung und der zeitgemäßen Erkenntnis ihrer Weisheit zu den kulturellen Gestalten, durch die diese Weisheit für Menschen anschaulich und lebbar wird.
Was früher als Logos bezeichnet werden konnte, kann unter den Bedingungen heutiger Erkenntnis in einem umfassenderen Sinne als Ökologie des Lebens untersucht werden.
Damit verschiebt sich auch die Frage nach Christus:
Nicht die Erhöhung eines Menschen zum absoluten Wesen wäre der Ausgangspunkt, sondern die Frage, wie Weisheit zur Krone und Gesinnung des Menschen werden kann.
16. Der vollständige logische Weg
Mit dieser Voraussetzung wird der auf der Homepage beschriebene Gesamtweg noch deutlicher:
1. Die Menschheit lebt in einer gemeinsamen natürlichen Wirklichkeit.
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2. Die verschiedenen Kulturen haben diese Wirklichkeit in unterschiedlichen Weisheitstraditionen wahrgenommen und kulturell gestaltet.
↓
3. Die theologische und kulturwissenschaftliche Forschung unterscheidet die kulturellen Formen von dem Gegenstand, auf den sie sich beziehen.
↓
4. Die theologische Wissenschaft erweitert ihre Perspektive: Nicht die spätere kulturelle Gestalt, sondern die Weisheit beziehungsweise natürliche Ordnung wird zum Ausgangspunkt der Untersuchung.
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5. Die verschiedenen Weisheitstraditionen werden miteinander und mit dem heutigen Wissen der Wissenschaften verglichen.
↓
6. Daraus kann eine kulturwissenschaftliche Aufklärung über die gemeinsame Lebenswirklichkeit entstehen.
↓
7. Diese Erkenntnis wird nicht nur Wissen, sondern kulturell vermittelte Gesinnung.
↓
8. Menschen unterschiedlicher Kulturen können dadurch Weltbürger werden, ohne ihre kulturellen Formen aufgeben zu müssen.
↓
9. Recht, Politik und internationale Organisationen können diese gemeinsame Orientierung institutionell unterstützen.
↓
10. Die daraus angestrebten Folgen sind Gesundheit, Glück, gemeinsames Wohlergehen, sozialer und wirtschaftlicher Erfolg, Frieden und ökologische Prosperität.
↓
11. Eine solche kulturelle Entwicklung könnte schließlich als Ökozän bezeichnet werden.
Damit ist die geforderte Perspektivänderung kein Nebenaspekt der Homepage.
Sie ist der erste notwendige Schritt des gesamten Weges.
Ohne ihn bleibt die Menschheit bei ihren voneinander getrennten kulturellen Gestalten und Begriffen stehen. Mit ihm wird es möglich, die kulturelle Vielfalt zu bewahren und dennoch nach dem gemeinsamen Gegenstand zu fragen, auf den menschliche Weisheit in ihren verschiedenen Formen antwortet.
Die Homepage verbindet deshalb eine historische These mit einer gegenwartsbezogenen Forderung:
Wer eine gemeinsame ökologische Gesinnung der Menschheit für notwendig hält, muss auch eine Wissenschaft ermöglichen, die den gemeinsamen Gegenstand dieser Gesinnung sichtbar machen kann.
In diesem Sinne richtet sich die Forderung nach theologischer Aufklärung letztlich nicht nur an die Theologie.
Sie richtet sich an die gesamte Menschheit.
Denn erst wenn die kulturellen Formen wieder als Formen einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit verstanden werden können, wird aus der bloßen Forderung nach einer besseren Welt ein kulturell begründbarer Weg zu ihr.
Das macht meines Erachtens die Architektur Ihrer Homepage wesentlich klarer: Die Änderung der theologischen Perspektive ist nicht das Ergebnis der Aufklärung, sondern ihre wissenschaftliche Voraussetzung. Erst danach kann der von Ihnen beschriebene Übergang von Weisheit → Logos → heutiger Ökologie → Gesinnung → Weltbürgertum → heilsamen gesellschaftlichen Folgen überhaupt logisch durchlaufen werden.