Weisheit als Krone
Von der natürlichen Ordnung zur bestimmenden Gesinnung des Menschen
Wer bedenkt, solange die Hochschullehre von einem jungen Juden als Christus, Weltkrone redet, wie Weisheit im Sinn natürlicher Ordnung, allen Seins (JHWH), heute Ökologie, Evolution gottesbildfrei zur Gesinnung, eigenen Krone "Christus" der Menschen in allen Kulturen werden kann?. Auch KI viel es anfänglich sehr schwer. Sie erkannte aber dann, als sie selbst Ökologie als Grundlage aller Weltreligionen, wie es Christentum erkannte, die Bedeutung des gottesbildfreien Kultur-Konzeptes hebräischer Visionäre für unsere Zukunft, das Zeitalter des Ökozän. Denn die in Ordnung der Natur begründet Weisheit sollte dort nicht weiter durch nationale Herrscher als irdische Gottheiten, wie Opfer für mythischen Gottheiten zur Gesinnung der Menschen, sondern zu deren eigenen Krone "Christus", Gesinnung werden.
Ja. Ich würde den zweiten Text nun als eigenständige Fortsetzung von „Ökologie aller Kulturen“ schreiben. Dabei sollte die These nicht einfach lauten, die Hebräer hätten eine „bessere Religion“ gehabt, sondern präziser: In ihrer Weisheitstradition entsteht ein besonderes Kulturprinzip: Die höchste Ordnung soll nicht dauerhaft durch einen Gottkönig, Priester, Orakel oder politischen Herrscher vermittelt werden, sondern als Weisheit in den Menschen selbst eingehen. Die hellenistisch-jüdischen und frühchristlichen Texte radikalisieren und universalieren diesen Gedanken.
Wenn die erste Seite gezeigt hat, dass die Kulturen der Menschheit die natürliche und kosmische Ordnung unter sehr verschiedenen Namen erkannten, stellt sich nun die entscheidende Frage:
Was geschieht, wenn der Mensch diese Ordnung nicht nur erkennen und verehren, sondern zu seiner eigenen Weisheit und Lebenshaltung machen soll?
Hier liegt die besondere Entwicklung der hebräischen Weisheit und ihrer hellenistisch-jüdischen und christlichen Weiterführung.
Es geht nicht mehr nur darum, dass über dem Menschen eine höhere Ordnung besteht.
Es geht darum, dass diese Ordnung im Menschen wirksam wird.
Aus Naturordnung wird Weisheit.
Aus Weisheit wird Lehre.
Aus Lehre wird Gesinnung.
Und aus Gesinnung wird selbstbestimmtes Handeln.
Wenn die erste Seite gezeigt hat, dass die Kulturen der Menschheit die natürliche und kosmische Ordnung unter sehr verschiedenen Namen erkannten, stellt sich nun die entscheidende Frage:
Was geschieht, wenn der Mensch diese Ordnung nicht nur erkennen und verehren, sondern zu seiner eigenen Weisheit und Lebenshaltung machen soll?
Hier liegt die besondere Entwicklung der hebräischen Weisheit und ihrer hellenistisch-jüdischen und christlichen Weiterführung.
Es geht nicht mehr nur darum, dass über dem Menschen eine höhere Ordnung besteht.
Es geht darum, dass diese Ordnung im Menschen wirksam wird.
Aus Naturordnung wird Weisheit.
Aus Weisheit wird Lehre.
Aus Lehre wird Gesinnung.
Und aus Gesinnung wird selbstbestimmtes Handeln.
1. Nicht ein Mensch soll die Krone des Menschen sein
Die ältesten Gesellschaften mussten ihre Ordnung vielfach durch Herrscher, Priester und religiöse Vermittler darstellen.
Der König konnte als Sohn des Himmels, als von Gott eingesetzter Herrscher oder als Garant der kosmischen Ordnung erscheinen.
Mythische Götter konnten über die Geschicke der Menschen bestimmen.
Orakel konnten den Willen der Gottheit vermitteln.
Opfer konnten als notwendige Verbindung zwischen Mensch und Gott verstanden werden.
Die hebräische Weisheit setzt dieser Welt nicht einfach die Abschaffung von Gott entgegen.
Sie stellt vielmehr eine andere Frage:
Was steht selbst über dem König?
Wenn der König unter der Torah steht, ist er nicht mehr die letzte Instanz.
Wenn die Weisheit über dem König steht, kann auch der König nicht selbst bestimmen, was Weisheit ist.
Damit wird eine politische und anthropologische Entwicklung möglich:
Der Mensch soll nicht seine höchste Ordnung in einem anderen Menschen finden.
Das ist für die Geschichte der Freiheit von weit größerer Bedeutung, als es eine bloße Religionsgeschichte erkennen lässt.
Die ältesten Gesellschaften mussten ihre Ordnung vielfach durch Herrscher, Priester und religiöse Vermittler darstellen.
Der König konnte als Sohn des Himmels, als von Gott eingesetzter Herrscher oder als Garant der kosmischen Ordnung erscheinen.
Mythische Götter konnten über die Geschicke der Menschen bestimmen.
Orakel konnten den Willen der Gottheit vermitteln.
Opfer konnten als notwendige Verbindung zwischen Mensch und Gott verstanden werden.
Die hebräische Weisheit setzt dieser Welt nicht einfach die Abschaffung von Gott entgegen.
Sie stellt vielmehr eine andere Frage:
Was steht selbst über dem König?
Wenn der König unter der Torah steht, ist er nicht mehr die letzte Instanz.
Wenn die Weisheit über dem König steht, kann auch der König nicht selbst bestimmen, was Weisheit ist.
Damit wird eine politische und anthropologische Entwicklung möglich:
Der Mensch soll nicht seine höchste Ordnung in einem anderen Menschen finden.
Das ist für die Geschichte der Freiheit von weit größerer Bedeutung, als es eine bloße Religionsgeschichte erkennen lässt.
2. Der König unter der Weisheit
Besonders deutlich wird dies in der Königsordnung des Deuteronomiums.
Der König soll die Torah bei sich haben und sie sein Leben lang lesen. Er steht damit selbst unter der Ordnung, über die er als Herrscher nicht verfügen darf. Die Torah begrenzt die Macht des Königs, anstatt sie einfach religiös zu legitimieren.
Damit entsteht ein Grundsatz, der weit über das antike Königtum hinausweist:
Der Herrscher ist nicht das Gesetz. Er steht unter dem Gesetz.
Noch weiter:
Das Gesetz selbst ist nicht die letzte Wirklichkeit. Es verweist auf die Weisheit und Ordnung, deren Ausdruck es sein soll.
Damit wird verständlich, warum Ihre Vorstellung der Krone kulturgeschichtlich wichtig ist.
Die entscheidende Frage ist:
Wer trägt die Krone – und was bedeutet sie?
Wenn die Krone nur die Macht eines Menschen bezeichnet, bleibt sie ein Symbol der Herrschaft.
Wenn die Krone aber die Weisheit bezeichnet, wird sie zum Symbol der Selbstregierung.
Dann muss zunächst der Mensch selbst unter der Weisheit leben, bevor er über andere Menschen herrschen kann.
Besonders deutlich wird dies in der Königsordnung des Deuteronomiums.
Der König soll die Torah bei sich haben und sie sein Leben lang lesen. Er steht damit selbst unter der Ordnung, über die er als Herrscher nicht verfügen darf. Die Torah begrenzt die Macht des Königs, anstatt sie einfach religiös zu legitimieren.
Damit entsteht ein Grundsatz, der weit über das antike Königtum hinausweist:
Der Herrscher ist nicht das Gesetz. Er steht unter dem Gesetz.
Noch weiter:
Das Gesetz selbst ist nicht die letzte Wirklichkeit. Es verweist auf die Weisheit und Ordnung, deren Ausdruck es sein soll.
Damit wird verständlich, warum Ihre Vorstellung der Krone kulturgeschichtlich wichtig ist.
Die entscheidende Frage ist:
Wer trägt die Krone – und was bedeutet sie?
Wenn die Krone nur die Macht eines Menschen bezeichnet, bleibt sie ein Symbol der Herrschaft.
Wenn die Krone aber die Weisheit bezeichnet, wird sie zum Symbol der Selbstregierung.
Dann muss zunächst der Mensch selbst unter der Weisheit leben, bevor er über andere Menschen herrschen kann.
3. Die Weisheit wird zur Krone
Damit kann der alte Begriff des Gesalbten – Christus – in einer erweiterten kulturgeschichtlichen Perspektive gelesen werden.
Der Gesalbte ist zunächst derjenige, der für eine besondere Aufgabe eingesetzt und symbolisch gesalbt wird.
Aber was wird eigentlich „auf das Haupt“ gelegt?
Die entscheidende kulturelle Entwicklung könnte darin liegen, dass nicht mehr die äußere Herrscherwürde das Entscheidende ist.
Die Weisheit selbst wird zur Krone.
Damit wird aus der Krone des Königs eine Möglichkeit für jeden Menschen:
Jeder Mensch soll die Weisheit auf seinem eigenen Haupt tragen.
Nicht ein anderer Mensch soll für ihn denken.
Nicht ein Herrscher soll für ihn entscheiden, was gut ist.
Nicht ein Priester soll ihm den Sinn des Lebens vollständig abnehmen.
Nicht ein Orakel soll seine Verantwortung ersetzen.
Der Mensch soll selbst weise werden.
Das ist die Voraussetzung wirklicher Freiheit.
Damit kann der alte Begriff des Gesalbten – Christus – in einer erweiterten kulturgeschichtlichen Perspektive gelesen werden.
Der Gesalbte ist zunächst derjenige, der für eine besondere Aufgabe eingesetzt und symbolisch gesalbt wird.
Aber was wird eigentlich „auf das Haupt“ gelegt?
Die entscheidende kulturelle Entwicklung könnte darin liegen, dass nicht mehr die äußere Herrscherwürde das Entscheidende ist.
Die Weisheit selbst wird zur Krone.
Damit wird aus der Krone des Königs eine Möglichkeit für jeden Menschen:
Jeder Mensch soll die Weisheit auf seinem eigenen Haupt tragen.
Nicht ein anderer Mensch soll für ihn denken.
Nicht ein Herrscher soll für ihn entscheiden, was gut ist.
Nicht ein Priester soll ihm den Sinn des Lebens vollständig abnehmen.
Nicht ein Orakel soll seine Verantwortung ersetzen.
Der Mensch soll selbst weise werden.
Das ist die Voraussetzung wirklicher Freiheit.
4. Die Bibel beschreibt diesen Gedanken bereits in verschiedenen Bildern
Die biblischen Texte sind dabei nicht einfach ein einheitliches philosophisches Lehrbuch. Sie enthalten verschiedene Schichten, Bilder und Traditionen.
Gerade deshalb ist es wichtig, die wiederkehrenden Motive miteinander zu vergleichen.
Die Weisheit erscheint als etwas, das vor der menschlichen Weltordnung liegt.
Sie ist mit Schöpfung und Weltordnung verbunden.
Sie ist nicht bloß menschliche Klugheit.
Sie steht den menschlichen Herrschern gegenüber.
Und sie soll das Leben des Menschen bestimmen.
In der späteren christlichen Literatur wird diese Verbindung besonders deutlich.
Paulus bezeichnet Christus ausdrücklich als „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ – und zwar sowohl für Juden als auch für Griechen.
Noch deutlicher ist 1 Korinther 2: Die Weisheit Gottes wird als eine Weisheit beschrieben, die vor den Zeitaltern verborgen war und der Weisheit der „Herrscher dieser Weltzeit“ gegenübersteht.
Damit wird eine bemerkenswerte Gegenüberstellung sichtbar:
Weisheit Gottes
gegen
Weisheit der Herrscher dieser Welt.
Das ist nicht nur eine religiöse Aussage.
Es ist auch eine Kritik an jeder menschlichen Macht, die sich selbst für die höchste Weisheit hält.
Die biblischen Texte sind dabei nicht einfach ein einheitliches philosophisches Lehrbuch. Sie enthalten verschiedene Schichten, Bilder und Traditionen.
Gerade deshalb ist es wichtig, die wiederkehrenden Motive miteinander zu vergleichen.
Die Weisheit erscheint als etwas, das vor der menschlichen Weltordnung liegt.
Sie ist mit Schöpfung und Weltordnung verbunden.
Sie ist nicht bloß menschliche Klugheit.
Sie steht den menschlichen Herrschern gegenüber.
Und sie soll das Leben des Menschen bestimmen.
In der späteren christlichen Literatur wird diese Verbindung besonders deutlich.
Paulus bezeichnet Christus ausdrücklich als „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ – und zwar sowohl für Juden als auch für Griechen.
Noch deutlicher ist 1 Korinther 2: Die Weisheit Gottes wird als eine Weisheit beschrieben, die vor den Zeitaltern verborgen war und der Weisheit der „Herrscher dieser Weltzeit“ gegenübersteht.
Damit wird eine bemerkenswerte Gegenüberstellung sichtbar:
Weisheit Gottes
gegen
Weisheit der Herrscher dieser Welt.
Das ist nicht nur eine religiöse Aussage.
Es ist auch eine Kritik an jeder menschlichen Macht, die sich selbst für die höchste Weisheit hält.
5. Christus als Weisheit – nicht nur als Herrscher
Besonders wichtig ist deshalb 1 Korinther 1,24:
Christus wird dort für Juden und Griechen als Kraft Gottes und Weisheit Gottes bezeichnet.
Damit wird Christus nicht nur als zukünftiger Herrscher vorgestellt.
Er wird als Weisheit bezeichnet.
Und gerade darin liegt der Ansatz unserer Untersuchung.
Wenn Christus die Weisheit Gottes ist, muss gefragt werden:
Was ist diese Weisheit?
Ist sie lediglich eine übernatürliche Eigenschaft einer einzelnen Person?
Oder steht dahinter die ältere Weisheitstradition, in der Gottes Weisheit mit Schöpfung, Ordnung, Erkenntnis und richtigem Leben verbunden wird?
Die zweite Möglichkeit verdient jedenfalls eine ernsthafte kulturgeschichtliche Untersuchung.
Besonders wichtig ist deshalb 1 Korinther 1,24:
Christus wird dort für Juden und Griechen als Kraft Gottes und Weisheit Gottes bezeichnet.
Damit wird Christus nicht nur als zukünftiger Herrscher vorgestellt.
Er wird als Weisheit bezeichnet.
Und gerade darin liegt der Ansatz unserer Untersuchung.
Wenn Christus die Weisheit Gottes ist, muss gefragt werden:
Was ist diese Weisheit?
Ist sie lediglich eine übernatürliche Eigenschaft einer einzelnen Person?
Oder steht dahinter die ältere Weisheitstradition, in der Gottes Weisheit mit Schöpfung, Ordnung, Erkenntnis und richtigem Leben verbunden wird?
Die zweite Möglichkeit verdient jedenfalls eine ernsthafte kulturgeschichtliche Untersuchung.
6. Die kosmische Dimension des Sohnes
Noch weiter geht der Kolosserbrief.
Dort wird der Sohn als Bild des unsichtbaren Gottes und als derjenige beschrieben, durch den bzw. in dem alle Dinge im Himmel und auf der Erde geschaffen sind. Alles hält in ihm zusammen; zugleich werden sogar Throne, Herrschaften und Mächte in den kosmischen Zusammenhang einbezogen.
Das ist für unsere Fragestellung außerordentlich wichtig.
Denn der Sohn wird hier nicht als bloßer Stammes- oder Nationalheld verstanden.
Die Perspektive ist kosmisch.
Und deshalb lautet die kulturgeschichtliche Frage:
Ist der Sohn hier ursprünglich die Verkörperung einer bereits vorhandenen Weisheits- und Schöpfungsordnung, die später in menschlicher Gestalt erzählt wird?
Diese Frage muss historisch geprüft werden.
Sie darf nicht bereits durch die spätere Identifikation mit einem bestimmten Menschen beantwortet werden.
Noch weiter geht der Kolosserbrief.
Dort wird der Sohn als Bild des unsichtbaren Gottes und als derjenige beschrieben, durch den bzw. in dem alle Dinge im Himmel und auf der Erde geschaffen sind. Alles hält in ihm zusammen; zugleich werden sogar Throne, Herrschaften und Mächte in den kosmischen Zusammenhang einbezogen.
Das ist für unsere Fragestellung außerordentlich wichtig.
Denn der Sohn wird hier nicht als bloßer Stammes- oder Nationalheld verstanden.
Die Perspektive ist kosmisch.
Und deshalb lautet die kulturgeschichtliche Frage:
Ist der Sohn hier ursprünglich die Verkörperung einer bereits vorhandenen Weisheits- und Schöpfungsordnung, die später in menschlicher Gestalt erzählt wird?
Diese Frage muss historisch geprüft werden.
Sie darf nicht bereits durch die spätere Identifikation mit einem bestimmten Menschen beantwortet werden.
7. Warum die Evangelien eine menschliche Gestalt brauchen
Damit kommen wir zu einem Punkt, der für die Entstehung der Evangelien entscheidend sein könnte.
Eine abstrakte Weisheit kann zwar philosophisch formuliert werden.
Aber sie kann keine Volkskultur allein durch abstrakte Sätze schaffen.
Menschen lernen durch:
-
Geschichten,
-
Personen,
-
Gleichnisse,
-
Bilder,
-
Vorbilder,
-
Konflikte,
-
Handlungen,
-
dramatische Entscheidungen.
Wenn eine Kultur Weisheit zur bestimmenden Gesinnung machen will, braucht sie deshalb eine menschlich verständliche Gestalt.
Die Weisheit muss gewissermaßen Mensch werden, damit Menschen an ihr lernen können, was Weisheit bedeutet.
Damit wäre die menschliche Gestalt Jesu nicht notwendig der Ursprung der Weisheit.
Sie könnte vielmehr ihre kulturelle Verkörperung sein.
Das erklärt auch, warum die Evangelien nicht wie philosophische Lehrbücher geschrieben sind.
Sie erzählen.
Sie stellen einen Menschen dar.
Sie lassen ihn sprechen.
Sie geben ihm Gleichnisse.
Sie lassen ihn handeln.
Sie lassen ihn mit religiösen Autoritäten, politischen Mächten und gewöhnlichen Menschen zusammentreffen.
So wird eine abstrakte Weisheit kulturell anschaulich.
Damit kommen wir zu einem Punkt, der für die Entstehung der Evangelien entscheidend sein könnte.
Eine abstrakte Weisheit kann zwar philosophisch formuliert werden.
Aber sie kann keine Volkskultur allein durch abstrakte Sätze schaffen.
Menschen lernen durch:
- Geschichten,
- Personen,
- Gleichnisse,
- Bilder,
- Vorbilder,
- Konflikte,
- Handlungen,
- dramatische Entscheidungen.
Wenn eine Kultur Weisheit zur bestimmenden Gesinnung machen will, braucht sie deshalb eine menschlich verständliche Gestalt.
Die Weisheit muss gewissermaßen Mensch werden, damit Menschen an ihr lernen können, was Weisheit bedeutet.
Damit wäre die menschliche Gestalt Jesu nicht notwendig der Ursprung der Weisheit.
Sie könnte vielmehr ihre kulturelle Verkörperung sein.
Das erklärt auch, warum die Evangelien nicht wie philosophische Lehrbücher geschrieben sind.
Sie erzählen.
Sie stellen einen Menschen dar.
Sie lassen ihn sprechen.
Sie geben ihm Gleichnisse.
Sie lassen ihn handeln.
Sie lassen ihn mit religiösen Autoritäten, politischen Mächten und gewöhnlichen Menschen zusammentreffen.
So wird eine abstrakte Weisheit kulturell anschaulich.
8. Die Evangelien müssen die alten Gottkönige ersetzen
Gerade in einer Welt, die von Gottkönigen, Kaisern, Heroen und Mythengöttern geprägt war, konnte eine neue Weisheitskultur nicht einfach nur sagen:
„Es gibt eine kosmische Ordnung.“
Das genügte nicht.
Sie musste zeigen:
Wie sieht ein Mensch aus, der aus dieser Weisheit lebt?
Hier bekommt die Gestalt Jesu ihre kulturgeschichtliche Funktion.
Sie kann an die Stelle der alten kulturellen Gestalten treten:
nicht der wunderwirkende Gottkönig,
nicht der göttliche Kaiser,
nicht der nationale Held,
nicht der mythische Gott,
sondern der Mensch als Träger der Weisheit.
Die Evangelien erzählen deshalb eine Gestalt, in der Weisheit menschlich sichtbar werden kann.
Das ist eine Hypothese über die kulturelle Funktion der Evangelien, nicht bereits ein Beweis dafür, dass es die historische Person Jesus in dieser Funktion ursprünglich nicht gab.
Aber gerade diese Funktion muss untersucht werden.
Gerade in einer Welt, die von Gottkönigen, Kaisern, Heroen und Mythengöttern geprägt war, konnte eine neue Weisheitskultur nicht einfach nur sagen:
„Es gibt eine kosmische Ordnung.“
Das genügte nicht.
Sie musste zeigen:
Wie sieht ein Mensch aus, der aus dieser Weisheit lebt?
Hier bekommt die Gestalt Jesu ihre kulturgeschichtliche Funktion.
Sie kann an die Stelle der alten kulturellen Gestalten treten:
nicht der wunderwirkende Gottkönig,
nicht der göttliche Kaiser,
nicht der nationale Held,
nicht der mythische Gott,
sondern der Mensch als Träger der Weisheit.
Die Evangelien erzählen deshalb eine Gestalt, in der Weisheit menschlich sichtbar werden kann.
Das ist eine Hypothese über die kulturelle Funktion der Evangelien, nicht bereits ein Beweis dafür, dass es die historische Person Jesus in dieser Funktion ursprünglich nicht gab.
Aber gerade diese Funktion muss untersucht werden.
9. Wunder und Mythos
Die alten Gottkönige legitimierten Macht häufig durch ihre übernatürliche Fähigkeit.
Sie konnten Wunder tun.
Sie waren göttlicher Herkunft.
Sie standen über gewöhnlichen Menschen.
Die Evangelien übernehmen zwar ebenfalls eine Sprache des Wunders.
Aber zugleich geschieht etwas Entscheidendes:
Die Autorität Jesu wird immer wieder an Weisheit, Heilung, richtiges Leben, Vergebung, Barmherzigkeit und die Auslegung der Torah gebunden.
Das Wunder kann dadurch kulturgeschichtlich eine Übergangsfunktion erhalten.
Es erzählt in der Sprache der alten Welt von einer Wirklichkeit, deren eigentliche Bedeutung in der Weisheit und im Heil des Menschen liegt.
Die entscheidende Frage wäre dann nicht:
„Hat ein Gottkönig tatsächlich Naturgesetze außer Kraft gesetzt?“
sondern:
„Welche Wirklichkeit soll durch diese Wundererzählung kulturell sichtbar gemacht werden?“
Wenn Heilung beispielsweise die Wiederherstellung menschlichen Lebens bedeutet, kann das Wunderbild eine Weisheit ausdrücken, die heute anders verstanden werden kann.
Die alten Gottkönige legitimierten Macht häufig durch ihre übernatürliche Fähigkeit.
Sie konnten Wunder tun.
Sie waren göttlicher Herkunft.
Sie standen über gewöhnlichen Menschen.
Die Evangelien übernehmen zwar ebenfalls eine Sprache des Wunders.
Aber zugleich geschieht etwas Entscheidendes:
Die Autorität Jesu wird immer wieder an Weisheit, Heilung, richtiges Leben, Vergebung, Barmherzigkeit und die Auslegung der Torah gebunden.
Das Wunder kann dadurch kulturgeschichtlich eine Übergangsfunktion erhalten.
Es erzählt in der Sprache der alten Welt von einer Wirklichkeit, deren eigentliche Bedeutung in der Weisheit und im Heil des Menschen liegt.
Die entscheidende Frage wäre dann nicht:
„Hat ein Gottkönig tatsächlich Naturgesetze außer Kraft gesetzt?“
sondern:
„Welche Wirklichkeit soll durch diese Wundererzählung kulturell sichtbar gemacht werden?“
Wenn Heilung beispielsweise die Wiederherstellung menschlichen Lebens bedeutet, kann das Wunderbild eine Weisheit ausdrücken, die heute anders verstanden werden kann.
10. „Größer als Salomo“
Besonders interessant ist dabei die Verbindung mit Salomo.
Jesus wird im Matthäusevangelium in einem Zusammenhang dargestellt, in dem die Königin des Südens kommt, um Salomos Weisheit zu hören, und anschließend heißt es, hier sei mehr als Salomo.
Wenn Salomo traditionell für Weisheit, Frieden und Königtum steht, ist diese Gegenüberstellung kulturgeschichtlich hochinteressant:
Die Weisheit soll größer werden als der weise König.
Sie soll nicht mehr an einem politischen König hängen.
Sie soll eine universale Bedeutung erhalten.
Das passt zu dem größeren Entwicklungsgang:
König → Weisheit des Königs → Weisheit über dem König → Weisheit für alle Menschen.
Besonders interessant ist dabei die Verbindung mit Salomo.
Jesus wird im Matthäusevangelium in einem Zusammenhang dargestellt, in dem die Königin des Südens kommt, um Salomos Weisheit zu hören, und anschließend heißt es, hier sei mehr als Salomo.
Wenn Salomo traditionell für Weisheit, Frieden und Königtum steht, ist diese Gegenüberstellung kulturgeschichtlich hochinteressant:
Die Weisheit soll größer werden als der weise König.
Sie soll nicht mehr an einem politischen König hängen.
Sie soll eine universale Bedeutung erhalten.
Das passt zu dem größeren Entwicklungsgang:
König → Weisheit des Königs → Weisheit über dem König → Weisheit für alle Menschen.
11. „Zieht Christus an“
Auch Paulus verwendet eine bemerkenswerte körperliche Metapher.
In Galater 3,27 heißt es, dass diejenigen, die zu Christus gehören, Christus „angezogen“ haben; Römer 13,14 fordert entsprechend auf, den Herrn Jesus Christus „anzuziehen“.
Für unsere Fragestellung ist das bemerkenswert.
Christus soll nicht bloß außerhalb des Menschen verehrt werden.
Der Mensch soll Christus anziehen.
Das lässt sich kulturgeschichtlich als eine Bewegung von der äußeren Verehrung zur inneren Verwandlung lesen:
Die Weisheit wird nicht nur angebetet. Der Mensch soll sie selbst verkörpern.
Hier liegt die tiefere Bedeutung von:
Weisheit als Krone.
Auch Paulus verwendet eine bemerkenswerte körperliche Metapher.
In Galater 3,27 heißt es, dass diejenigen, die zu Christus gehören, Christus „angezogen“ haben; Römer 13,14 fordert entsprechend auf, den Herrn Jesus Christus „anzuziehen“.
Für unsere Fragestellung ist das bemerkenswert.
Christus soll nicht bloß außerhalb des Menschen verehrt werden.
Der Mensch soll Christus anziehen.
Das lässt sich kulturgeschichtlich als eine Bewegung von der äußeren Verehrung zur inneren Verwandlung lesen:
Die Weisheit wird nicht nur angebetet. Der Mensch soll sie selbst verkörpern.
Hier liegt die tiefere Bedeutung von:
Weisheit als Krone.
12. Der entscheidende Unterschied zu „Alles unter dem Himmel“
An dieser Stelle wird der Unterschied zu anderen Weltordnungskonzepten besonders deutlich.
Das chinesische Konzept Tianxia – „Alles unter dem Himmel“ ist ein ernstzunehmender philosophischer Entwurf für Weltordnung. Zhao Tingyang entwickelt ausdrücklich eine politische Theorie, die vom Weltganzen ausgeht und eine Ordnung jenseits des klassischen Nationalstaats denkt.
Gerade deshalb ist Tianxia für die Gegenwart hochinteressant.
Aber es stellt eine andere Frage:
Wie kann die Welt als Ganzes politisch geordnet werden?
Das kann zur Vorstellung einer übergeordneten Weltinstitution, einer hierarchischen Ordnung oder einer politischen Zentrale führen.
Hier liegt der entscheidende Unterschied zu dem Kulturprinzip, das sich aus der hebräischen Weisheit rekonstruieren lässt.
An dieser Stelle wird der Unterschied zu anderen Weltordnungskonzepten besonders deutlich.
Das chinesische Konzept Tianxia – „Alles unter dem Himmel“ ist ein ernstzunehmender philosophischer Entwurf für Weltordnung. Zhao Tingyang entwickelt ausdrücklich eine politische Theorie, die vom Weltganzen ausgeht und eine Ordnung jenseits des klassischen Nationalstaats denkt.
Gerade deshalb ist Tianxia für die Gegenwart hochinteressant.
Aber es stellt eine andere Frage:
Wie kann die Welt als Ganzes politisch geordnet werden?
Das kann zur Vorstellung einer übergeordneten Weltinstitution, einer hierarchischen Ordnung oder einer politischen Zentrale führen.
Hier liegt der entscheidende Unterschied zu dem Kulturprinzip, das sich aus der hebräischen Weisheit rekonstruieren lässt.
Tianxia:
Alles unter dem Himmel
↓
die Welt als Ganzes
↓
eine umfassende politische Ordnung
↓
Koordination des Ganzen
Alles unter dem Himmel
↓
die Welt als Ganzes
↓
eine umfassende politische Ordnung
↓
Koordination des Ganzen
Weisheit als Krone:
Ordnung des Lebens
↓
Erkenntnis ihres Sinnes
↓
Weisheit des Menschen
↓
eigene Gesinnung
↓
selbstverantwortliche Menschen
↓
freie Verbindung zur gemeinsamen Ordnung
Der Unterschied lautet also:
Wird die Welt durch eine übergeordnete Instanz geordnet – oder werden die Menschen selbst so weise, dass sie gemeinsam Ordnung hervorbringen können?
Das ist keine bloße theoretische Differenz.
Es ist eine der großen politischen Fragen der Gegenwart.
Ordnung des Lebens
↓
Erkenntnis ihres Sinnes
↓
Weisheit des Menschen
↓
eigene Gesinnung
↓
selbstverantwortliche Menschen
↓
freie Verbindung zur gemeinsamen Ordnung
Der Unterschied lautet also:
Wird die Welt durch eine übergeordnete Instanz geordnet – oder werden die Menschen selbst so weise, dass sie gemeinsam Ordnung hervorbringen können?
Das ist keine bloße theoretische Differenz.
Es ist eine der großen politischen Fragen der Gegenwart.
13. Die Krise der Demokratien macht diese Frage aktuell
Demokratien leben davon, dass Menschen ihre Freiheit verantwortlich gebrauchen können.
Wenn Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidungen nicht mehr an Wahrheit, Wirklichkeit und gemeinsamem Wohl orientieren, kann Demokratie ihre eigene Grundlage verlieren.
Dann wächst die Sehnsucht nach dem starken Mann.
Nach der einfachen Lösung.
Nach demjenigen, der „aufräumt“.
Nach einer politischen Macht, die nicht mehr durch komplizierte demokratische Verfahren begrenzt werden soll.
Diese Entwicklung ist heute in vielen Teilen der Welt zu beobachten. Auch in den Vereinigten Staaten wird offen darüber gestritten, wie weit exekutive Macht reichen darf und ob demokratische Institutionen oder eine stärker personalisierte politische Führung die bessere Antwort auf gesellschaftliche Krisen geben.
Damit wird die alte Frage wieder aktuell:
Braucht eine unsichere Menschheit einen stärkeren Herrscher – oder braucht sie weisere Menschen?
Demokratien leben davon, dass Menschen ihre Freiheit verantwortlich gebrauchen können.
Wenn Bürgerinnen und Bürger ihre Entscheidungen nicht mehr an Wahrheit, Wirklichkeit und gemeinsamem Wohl orientieren, kann Demokratie ihre eigene Grundlage verlieren.
Dann wächst die Sehnsucht nach dem starken Mann.
Nach der einfachen Lösung.
Nach demjenigen, der „aufräumt“.
Nach einer politischen Macht, die nicht mehr durch komplizierte demokratische Verfahren begrenzt werden soll.
Diese Entwicklung ist heute in vielen Teilen der Welt zu beobachten. Auch in den Vereinigten Staaten wird offen darüber gestritten, wie weit exekutive Macht reichen darf und ob demokratische Institutionen oder eine stärker personalisierte politische Führung die bessere Antwort auf gesellschaftliche Krisen geben.
Damit wird die alte Frage wieder aktuell:
Braucht eine unsichere Menschheit einen stärkeren Herrscher – oder braucht sie weisere Menschen?
14. Die Alternative zur Autokratie
Eine Welt, in der Menschen sich selbst nicht beherrschen können, verlangt nach äußerer Herrschaft.
Wenn Menschen ihre Interessen nicht begrenzen können, braucht es immer mehr Regeln.
Wenn Regeln nicht funktionieren, braucht es Kontrolle.
Wenn Kontrolle nicht genügt, braucht es Macht.
Und wenn Macht sich selbst legitimiert, entsteht Autokratie.
Die Alternative ist nicht Gesetzlosigkeit.
Sie ist innere Ordnung.
Der Mensch erkennt:
Ich bin Teil eines größeren Lebenszusammenhangs.
Er erkennt:
Mein eigenes Wohl hängt vom Wohl anderer und von der Erhaltung der Lebensgrundlagen ab.
Und daraus entsteht:
eine Motivation, die nicht erst durch äußeren Zwang erzeugt werden muss.
Hier wird Ökologie zur Kultur.
Eine Welt, in der Menschen sich selbst nicht beherrschen können, verlangt nach äußerer Herrschaft.
Wenn Menschen ihre Interessen nicht begrenzen können, braucht es immer mehr Regeln.
Wenn Regeln nicht funktionieren, braucht es Kontrolle.
Wenn Kontrolle nicht genügt, braucht es Macht.
Und wenn Macht sich selbst legitimiert, entsteht Autokratie.
Die Alternative ist nicht Gesetzlosigkeit.
Sie ist innere Ordnung.
Der Mensch erkennt:
Ich bin Teil eines größeren Lebenszusammenhangs.
Er erkennt:
Mein eigenes Wohl hängt vom Wohl anderer und von der Erhaltung der Lebensgrundlagen ab.
Und daraus entsteht:
eine Motivation, die nicht erst durch äußeren Zwang erzeugt werden muss.
Hier wird Ökologie zur Kultur.
15. Weisheit als Gesinnung
Das ist der entscheidende Schritt:
Ökologische Erkenntnis allein genügt nicht.
Ein Mensch kann wissen, dass ein Ökosystem empfindlich ist, und es dennoch zerstören.
Er kann wissen, dass Frieden besser ist, und dennoch Macht suchen.
Er kann wissen, dass demokratische Institutionen wichtig sind, und dennoch einen Autokraten unterstützen.
Er kann wissen, dass andere Menschen dieselben Rechte besitzen, und dennoch nur den eigenen Vorteil verfolgen.
Deshalb braucht eine Kultur mehr als Wissen.
Sie braucht Gesinnung.
Und genau hier erhält die alte Weisheitstradition ihre moderne Bedeutung:
Weisheit ist nicht nur das Wissen, was wahr ist. Weisheit ist die Fähigkeit, aufgrund erkannter Wahrheit zu leben.
Das ist der entscheidende Schritt:
Ökologische Erkenntnis allein genügt nicht.
Ein Mensch kann wissen, dass ein Ökosystem empfindlich ist, und es dennoch zerstören.
Er kann wissen, dass Frieden besser ist, und dennoch Macht suchen.
Er kann wissen, dass demokratische Institutionen wichtig sind, und dennoch einen Autokraten unterstützen.
Er kann wissen, dass andere Menschen dieselben Rechte besitzen, und dennoch nur den eigenen Vorteil verfolgen.
Deshalb braucht eine Kultur mehr als Wissen.
Sie braucht Gesinnung.
Und genau hier erhält die alte Weisheitstradition ihre moderne Bedeutung:
Weisheit ist nicht nur das Wissen, was wahr ist. Weisheit ist die Fähigkeit, aufgrund erkannter Wahrheit zu leben.
16. Die Krone wird zur Motivation
Damit wird „Krone“ zu einem besonders starken Bild.
Eine Krone liegt auf dem Haupt.
Sie bestimmt nicht jede einzelne Bewegung.
Aber sie bezeichnet, wer herrscht.
Wenn Weisheit die Krone des Menschen wird, bedeutet das:
Die Weisheit soll über Denken und Handeln herrschen.
Nicht ein anderer Mensch.
Nicht die Partei.
Nicht das Kapital.
Nicht die Nation.
Nicht ein Mythengott.
Nicht ein Autokrat.
Nicht einmal ein religiöses Amt.
Sondern die erkannte Wahrheit des Lebens.
Damit wird die Krone zu einer inneren Regierungsinstanz.
Damit wird „Krone“ zu einem besonders starken Bild.
Eine Krone liegt auf dem Haupt.
Sie bestimmt nicht jede einzelne Bewegung.
Aber sie bezeichnet, wer herrscht.
Wenn Weisheit die Krone des Menschen wird, bedeutet das:
Die Weisheit soll über Denken und Handeln herrschen.
Nicht ein anderer Mensch.
Nicht die Partei.
Nicht das Kapital.
Nicht die Nation.
Nicht ein Mythengott.
Nicht ein Autokrat.
Nicht einmal ein religiöses Amt.
Sondern die erkannte Wahrheit des Lebens.
Damit wird die Krone zu einer inneren Regierungsinstanz.
17. Das alte Kulturprinzip wird universal
Wenn diese Entwicklung tatsächlich in der hebräischen und hellenistisch-christlichen Tradition angelegt ist, dann muss sie heute nicht auf Juden oder Christen beschränkt bleiben.
Im Gegenteil.
Gerade die hellenistische Öffnung der Weisheit auf Juden und Griechen weist bereits über die nationale Grenze hinaus.
Paulus formuliert Christus als Weisheit Gottes ausdrücklich für Juden und Griechen.
Das entspricht der Bewegung:
nationale Weisheit → universale Weisheit.
Heute müsste daraus werden:
universale Weisheit → gemeinsame Kultur aller Menschen.
Nicht durch die Aufhebung der kulturellen Unterschiede.
Sondern durch eine gemeinsame Erkenntnis dessen, was alle Menschen als Lebewesen verbindet.
Wenn diese Entwicklung tatsächlich in der hebräischen und hellenistisch-christlichen Tradition angelegt ist, dann muss sie heute nicht auf Juden oder Christen beschränkt bleiben.
Im Gegenteil.
Gerade die hellenistische Öffnung der Weisheit auf Juden und Griechen weist bereits über die nationale Grenze hinaus.
Paulus formuliert Christus als Weisheit Gottes ausdrücklich für Juden und Griechen.
Das entspricht der Bewegung:
nationale Weisheit → universale Weisheit.
Heute müsste daraus werden:
universale Weisheit → gemeinsame Kultur aller Menschen.
Nicht durch die Aufhebung der kulturellen Unterschiede.
Sondern durch eine gemeinsame Erkenntnis dessen, was alle Menschen als Lebewesen verbindet.
18. Kulturaufklärung
Dafür reicht religiöse Verkündigung allein nicht.
Es braucht Kulturaufklärung.
Jede Kultur müsste ihre eigenen alten Bilder daraufhin untersuchen:
Was war in ihnen Ausdruck einer wirklichen Erfahrung der Lebensordnung?
Was war zeitbedingtes Bild?
Was war politische Herrschaftsideologie?
Was war Mythos?
Was war Weisheit?
Was kann heute wissenschaftlich neu verstanden werden?
So könnte beispielsweise der alte Begriff Gottes nicht einfach abgeschafft werden.
Man könnte fragen:
Welche Erfahrung von Sinn und Ordnung wurde durch ihn bezeichnet?
Ebenso müsste Christus nicht lediglich als übernatürlicher Herrscher geglaubt werden.
Man könnte fragen:
Welche Weisheit soll durch die Christusgestalt im Menschen lebendig werden?
Und auch Dharma, Dao, Logos, Torah und andere Begriffe müssten auf diese Weise kulturwissenschaftlich neu gelesen werden.
Dafür reicht religiöse Verkündigung allein nicht.
Es braucht Kulturaufklärung.
Jede Kultur müsste ihre eigenen alten Bilder daraufhin untersuchen:
Was war in ihnen Ausdruck einer wirklichen Erfahrung der Lebensordnung?
Was war zeitbedingtes Bild?
Was war politische Herrschaftsideologie?
Was war Mythos?
Was war Weisheit?
Was kann heute wissenschaftlich neu verstanden werden?
So könnte beispielsweise der alte Begriff Gottes nicht einfach abgeschafft werden.
Man könnte fragen:
Welche Erfahrung von Sinn und Ordnung wurde durch ihn bezeichnet?
Ebenso müsste Christus nicht lediglich als übernatürlicher Herrscher geglaubt werden.
Man könnte fragen:
Welche Weisheit soll durch die Christusgestalt im Menschen lebendig werden?
Und auch Dharma, Dao, Logos, Torah und andere Begriffe müssten auf diese Weise kulturwissenschaftlich neu gelesen werden.
19. Die Zukunft: Weisheit als gemeinsame Krone
Damit entsteht ein Zukunftskonzept, das weder eine neue Weltreligion noch eine neue Weltmacht voraussetzt.
Es setzt etwas Schwierigeres voraus:
Menschen müssen lernen, aus erkannter Wirklichkeit heraus zu leben.
Die moderne Ökologie kann ihnen zeigen, wie eng alles Leben miteinander verbunden ist.
Die Evolution zeigt die gemeinsame Geschichte des Lebens.
Die Naturwissenschaften zeigen die Bedingungen menschlicher Existenz.
Die Geschichte zeigt die Folgen von Krieg, Herrschaft, Ausbeutung und ideologischer Verblendung.
Die alten Weisheitstraditionen erinnern daran, dass Erkenntnis erst dann zur Weisheit wird, wenn sie das Leben bestimmt.
Daraus könnte eine neue kulturelle Formel entstehen:
Damit entsteht ein Zukunftskonzept, das weder eine neue Weltreligion noch eine neue Weltmacht voraussetzt.
Es setzt etwas Schwierigeres voraus:
Menschen müssen lernen, aus erkannter Wirklichkeit heraus zu leben.
Die moderne Ökologie kann ihnen zeigen, wie eng alles Leben miteinander verbunden ist.
Die Evolution zeigt die gemeinsame Geschichte des Lebens.
Die Naturwissenschaften zeigen die Bedingungen menschlicher Existenz.
Die Geschichte zeigt die Folgen von Krieg, Herrschaft, Ausbeutung und ideologischer Verblendung.
Die alten Weisheitstraditionen erinnern daran, dass Erkenntnis erst dann zur Weisheit wird, wenn sie das Leben bestimmt.
Daraus könnte eine neue kulturelle Formel entstehen:
Erkenntnis der Natur
↓
↓
Verständnis ihres Sinnzusammenhangs
↓
↓
Weisheit
↓
↓
innere Motivation
↓
↓
verantwortliches Verhalten
↓
↓
gegenseitiges Vertrauen
↓
↓
freie Gemeinschaft
↓
↓
demokratische Kultur
↓
↓
gemeinsames Wohlergehen
↓
↓
Ökozän
20. Jesus Christus als kulturelle Gestalt dieser Weisheit
Damit wird schließlich auch die Frage nach Jesus neu gestellt.
Wenn eine Kultur Weisheit zu einer Volksgesinnung machen will, benötigt sie eine menschliche Gestalt.
Die Menschen müssen sehen können:
Wie lebt ein Mensch, der aus dieser Weisheit lebt?
Die Evangelien können genau diese Funktion erfüllen.
Sie machen Weisheit erzählbar.
Sie geben ihr ein Gesicht.
Sie lassen sie reden.
Sie lassen sie heilen.
Sie lassen sie Konflikte mit religiösen und politischen Autoritäten austragen.
Sie stellen sie der Macht gegenüber.
Sie machen sie zum Menschensohn, zum Gottessohn, zum Davidsohn, zum Christus.
Gerade deshalb darf die historische Untersuchung nicht vorschnell davon ausgehen, dass zunächst ein gewöhnlicher Mensch existierte und ihm später sämtliche kosmischen Eigenschaften übertragen wurden.
Sie muss auch die umgekehrte Möglichkeit prüfen:
Eine bereits vorhandene Weisheits- und Heilstradition sucht eine menschliche Gestalt, durch die sie kulturell wirksam werden kann.
Das würde erklären, weshalb die Gestalt Jesu in den Evangelien zugleich Mensch und Träger einer vorweltlichen Weisheit sein kann.
Im Kolosserbrief wird der Sohn sogar als vor aller geschaffenen Wirklichkeit stehend und als derjenige beschrieben, in dem alles zusammenhält.
Damit steht die kosmische Dimension nicht am Ende einer bloßen Biographie.
Sie steht im Zentrum der Christusdarstellung selbst.
Damit wird schließlich auch die Frage nach Jesus neu gestellt.
Wenn eine Kultur Weisheit zu einer Volksgesinnung machen will, benötigt sie eine menschliche Gestalt.
Die Menschen müssen sehen können:
Wie lebt ein Mensch, der aus dieser Weisheit lebt?
Die Evangelien können genau diese Funktion erfüllen.
Sie machen Weisheit erzählbar.
Sie geben ihr ein Gesicht.
Sie lassen sie reden.
Sie lassen sie heilen.
Sie lassen sie Konflikte mit religiösen und politischen Autoritäten austragen.
Sie stellen sie der Macht gegenüber.
Sie machen sie zum Menschensohn, zum Gottessohn, zum Davidsohn, zum Christus.
Gerade deshalb darf die historische Untersuchung nicht vorschnell davon ausgehen, dass zunächst ein gewöhnlicher Mensch existierte und ihm später sämtliche kosmischen Eigenschaften übertragen wurden.
Sie muss auch die umgekehrte Möglichkeit prüfen:
Eine bereits vorhandene Weisheits- und Heilstradition sucht eine menschliche Gestalt, durch die sie kulturell wirksam werden kann.
Das würde erklären, weshalb die Gestalt Jesu in den Evangelien zugleich Mensch und Träger einer vorweltlichen Weisheit sein kann.
Im Kolosserbrief wird der Sohn sogar als vor aller geschaffenen Wirklichkeit stehend und als derjenige beschrieben, in dem alles zusammenhält.
Damit steht die kosmische Dimension nicht am Ende einer bloßen Biographie.
Sie steht im Zentrum der Christusdarstellung selbst.
21. Auferstehung als kulturelle Erneuerung
Auch die Auferstehung kann unter diesem Gesichtspunkt neu befragt werden.
Wenn Jesus die menschliche Gestalt der Weisheit ist, dann bedeutet seine „Auferstehung“ nicht nur die biologische Rückkehr eines einzelnen Körpers.
Sie kann zugleich die Wiederkehr der Weisheit im kulturellen Leben ausdrücken.
Was gestorben schien, lebt wieder:
die Weisheit,
das Heil,
die Torah,
die Hoffnung,
die Möglichkeit eines anderen menschlichen Lebens.
Dann wäre „Jesus lebt“ nicht die Verneinung der Geschichte.
Es wäre die Behauptung:
Die Weisheit, die in Jesus Gestalt gewann, kann im Menschen und in der Kultur wieder lebendig werden.
Und genau darin liegt eine mögliche Verbindung zur Gegenwart.
Auch die Auferstehung kann unter diesem Gesichtspunkt neu befragt werden.
Wenn Jesus die menschliche Gestalt der Weisheit ist, dann bedeutet seine „Auferstehung“ nicht nur die biologische Rückkehr eines einzelnen Körpers.
Sie kann zugleich die Wiederkehr der Weisheit im kulturellen Leben ausdrücken.
Was gestorben schien, lebt wieder:
die Weisheit,
das Heil,
die Torah,
die Hoffnung,
die Möglichkeit eines anderen menschlichen Lebens.
Dann wäre „Jesus lebt“ nicht die Verneinung der Geschichte.
Es wäre die Behauptung:
Die Weisheit, die in Jesus Gestalt gewann, kann im Menschen und in der Kultur wieder lebendig werden.
Und genau darin liegt eine mögliche Verbindung zur Gegenwart.
22. Weisheit als Krone aller Menschen
Damit schließt sich der Kreis zur ersten Seite.
Am Anfang stand die natürliche Ordnung.
Die Menschheit beobachtete sie.
Sie gab ihr Namen.
Sie verehrte ihren Sinn.
Sie entwickelte Regeln für das Leben.
Die hebräische Weisheit machte daraus in besonderer Weise eine Ordnung, die über dem König steht.
Die hellenistische Philosophie konnte sie universal denken.
Die christliche Tradition konnte sie in der Gestalt des Christus menschlich verkörpern.
Und heute kann die Menschheit sie mit Hilfe der Wissenschaft als ökologischen Zusammenhang des Lebens neu erkennen.
Die entscheidende Zukunftsaufgabe wäre nun:
Diese Erkenntnis muss zur Gesinnung werden.
Denn erst dann wird aus Wissen Weisheit.
Erst dann wird aus Weisheit Kultur.
Und erst dann kann Freiheit Bestand haben.
Damit schließt sich der Kreis zur ersten Seite.
Am Anfang stand die natürliche Ordnung.
Die Menschheit beobachtete sie.
Sie gab ihr Namen.
Sie verehrte ihren Sinn.
Sie entwickelte Regeln für das Leben.
Die hebräische Weisheit machte daraus in besonderer Weise eine Ordnung, die über dem König steht.
Die hellenistische Philosophie konnte sie universal denken.
Die christliche Tradition konnte sie in der Gestalt des Christus menschlich verkörpern.
Und heute kann die Menschheit sie mit Hilfe der Wissenschaft als ökologischen Zusammenhang des Lebens neu erkennen.
Die entscheidende Zukunftsaufgabe wäre nun:
Diese Erkenntnis muss zur Gesinnung werden.
Denn erst dann wird aus Wissen Weisheit.
Erst dann wird aus Weisheit Kultur.
Und erst dann kann Freiheit Bestand haben.
Die Krone der Zukunft
Nicht der stärkste Mensch soll die Welt regieren.
Nicht der reichste.
Nicht derjenige mit der größten Armee.
Nicht derjenige, der die Menschen am besten kontrollieren kann.
Die eigentliche Krone des Menschen muss die Weisheit sein.
Eine Weisheit, die heute den Namen Ökologie tragen kann, weil wir den Zusammenhang des Lebens wissenschaftlich erkennen.
Eine Weisheit, die zugleich älter ist als dieser moderne Begriff.
Eine Weisheit, die Leben erhält, Gesundheit ermöglicht, Gemeinschaft fördert, Frieden sucht und Zukunft eröffnet.
Damit könnte das, was einst als Gottes Weisheit, Torah, Logos, Christus und Heil gedacht wurde, kulturaufgeklärt neu verstanden werden:
Die Ordnung des Lebens soll nicht mehr nur Gegenstand religiöser Verehrung sein. Sie soll zur bestimmenden Gesinnung des Menschen werden.
Dann wäre Christus als Krone nicht die Krönung eines einzelnen Herrschers.
Es wäre die Krone des Menschen selbst.
Und die politische Konsequenz wäre ebenso bedeutsam:
Eine freie Welt braucht nicht immer mächtigere Herrscher. Sie braucht Menschen, die so viel Weisheit in sich tragen, dass sie ihre Freiheit verantwortlich gebrauchen können.
Das wäre die eigentliche Alternative zu einer Welt, in der auf die Krise der Demokratie mit immer stärkerer äußerer Herrschaft geantwortet wird:
nicht mehr Herrschaft über den Menschen – sondern Weisheit im Menschen.
Nicht „Alles unter einem Herrscher“ – sondern eine gemeinsame Welt freier Menschen unter der erkannten Ordnung des Lebens.
Nicht die Abschaffung Gottes – sondern die Wiederentdeckung dessen, was mit Gott als Sinn der Ordnung allen Seins gemeint sein konnte.
Nicht die Rückkehr zum Mythos – sondern die kulturaufgeklärte Verwandlung alter Weisheit in eine Zukunftskultur des Ökozäns.
Nicht der stärkste Mensch soll die Welt regieren.
Nicht der reichste.
Nicht derjenige mit der größten Armee.
Nicht derjenige, der die Menschen am besten kontrollieren kann.
Die eigentliche Krone des Menschen muss die Weisheit sein.
Eine Weisheit, die heute den Namen Ökologie tragen kann, weil wir den Zusammenhang des Lebens wissenschaftlich erkennen.
Eine Weisheit, die zugleich älter ist als dieser moderne Begriff.
Eine Weisheit, die Leben erhält, Gesundheit ermöglicht, Gemeinschaft fördert, Frieden sucht und Zukunft eröffnet.
Damit könnte das, was einst als Gottes Weisheit, Torah, Logos, Christus und Heil gedacht wurde, kulturaufgeklärt neu verstanden werden:
Die Ordnung des Lebens soll nicht mehr nur Gegenstand religiöser Verehrung sein. Sie soll zur bestimmenden Gesinnung des Menschen werden.
Dann wäre Christus als Krone nicht die Krönung eines einzelnen Herrschers.
Es wäre die Krone des Menschen selbst.
Und die politische Konsequenz wäre ebenso bedeutsam:
Eine freie Welt braucht nicht immer mächtigere Herrscher. Sie braucht Menschen, die so viel Weisheit in sich tragen, dass sie ihre Freiheit verantwortlich gebrauchen können.
Das wäre die eigentliche Alternative zu einer Welt, in der auf die Krise der Demokratie mit immer stärkerer äußerer Herrschaft geantwortet wird:
nicht mehr Herrschaft über den Menschen – sondern Weisheit im Menschen.
Nicht „Alles unter einem Herrscher“ – sondern eine gemeinsame Welt freier Menschen unter der erkannten Ordnung des Lebens.
Nicht die Abschaffung Gottes – sondern die Wiederentdeckung dessen, was mit Gott als Sinn der Ordnung allen Seins gemeint sein konnte.
Nicht die Rückkehr zum Mythos – sondern die kulturaufgeklärte Verwandlung alter Weisheit in eine Zukunftskultur des Ökozäns.