"Aufgang" ist die sinngemäße Übersetzung des griechischen Grundwortes "Physis". Mit diesem Ausdruck bezeichneten die Vorsokratiker die Gesamtheit allen Seins als das Entstehen und Werden des leiblichen Lebens. Was jetzt nicht mehr im Mythos, sondern im Logos/Vernunft erklärt wurde. Aufgang ist nicht nur die Erscheinung, das sichtbar werden dessen, was bisher unsichtbar oder oder untergegangen, jetzt offenbar war. Aufgang steht auch für den Beginn der Jagd, damit die Ernte nach der notwendigen Ruhe- oder Schonzeit. Ebenso für die Tür, die sich öffnet und auf steht. Und so beschreibt das Aufstehen nicht nur die Offenheit, sondern wenn man sich nach dem Schlaf wieder auf die Beine stellt. Auch der Auf-stand, bei dem sich gegen Unterdrückung, Traditionshörigkeit und Willkür zur Wehr gesetzt wird, steht damit in Verbindung.
All dies hat mehr mit der christlichen Auferstehung, einem ganz normalen (schöpferischen) Entwicklungsprozess in der Kulturgeschichte der Zeitenwende zu tun, als die Wiedererweckung eines nicht gewesenen Wanderguru.
Der Aufgang der Sonne ist nicht nur ein Symbol für die Kreativität des Gesamten, sondern sichtbarster Ausdruck deren universaler Logik/Vernunft. Einer Vernunft, die in Geschichte(n) als Jesus zur Welt gebracht wurde, so immer wieder neu, aufgeklärt verstanden werden: auch in ihrer menschlichen Ausdrucksweise bzw. deren kultureller Vernunft auf-v-erstehen muss.
Dem Sonnensystem kommt nicht nur bei der Entstehung und weiteren Entwicklung des Monotheismus, auch. der Entstehung christlicher Theologie besondere Bedeutung zu. Selbst unsere Väter jubelten Sonnenaufgangslieder der Moderne, als sie zum Hambacher Schloss zogen und die absoulte Geltung der Vernunft gegenüber Fürstenwillkür forderten. Als sie durch den Sturz alter Autorität Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in gerechter Welt erhofften. Viele religiöse Reformatoren und politische Revoluzzer haben so die Voraussetzung für die Emanzipation des menschlichen Geistes geschaffen, Denkfreiheit gegeben. Doch ohne die bereits anfänglich im noch mythisch erklärten Sonnensystem wahrgenommene Vernunft aufgeklärt als das zu verstehen, was dann im Logos  erklärt wurde und als Jesus, damit Grund christlichen Glaubens gilt, wird ein Leben nach kreativer Weisheit/Vernunft nur vergeblich gegenseitig gefordert. So stehen sich Wissen und Glaube gegenüber, berufen sich die Kulturen auf ihre traditionellen Gründergestalten und eigene Texte und bewirken meist das Gegenteil eines kreativen universalen Weltgeistes.


Ostern - Auf(v)erstehung

So sicher, wie die Sonne aufgeht, wird wachsendes Wissen dazu führen, die Logik des Sonnenverlaufes, wie aller natürlichen Kreativität und davon ausgehende Weisheit, wieder als das mit dem Kultnamen Jesus bekannte Wesen des christlichen Glaubens zu verstehen.

Der Logos, der als Jesus "Geschichte" machte, die biblisch bebilderte kulturelle Wende, die Neubegründung des Monotheismus bewirkte, war keine philosophisch-metaphysische Spekulation. Es war die kausale Gesetzmäßigkeit/Logik (Vernunft), in der wir heute wieder die Welt, alles Werden erklären und was so nach gesundem Menschenverstand für die Weltgemeinschaft und unsere Zukunft vernüftig ist. Was heute als ökologische Weisheit oder sonstige ganzheitliche, naturgerechte Lebensweise in menschlicher Kultur gilt und Sinn macht, war Wesen christlichen Kultes.

Auferstehung hatte für die anfänglichen Denker nichts mit der Wiederbelebung eines hingerichteten Heilspredigers zu tun. Sie war und ist ein natürlicher Vorgang in aller Natur wie Kultur - wo wir dann von Aufklärung, Neuverstand des Alten sprechen, natürlichem Wandel und Wachstum. Und so wie zur Zeitenwende das, was von Moses als Wort/Weisheit oder von Homer als Mythos her vertraut war, nun in Vernunft (Logos) verstanden wurde, ist auch heute wieder aufgeklärter Verstand des Alten gegeben: Auferstehung.

Die Aufgabe der Kirche, die sich heute auf einen wundersam gegen alle Logik oder nur als Gemeindebildung wiedererweckten Wanderguru beruft, hat so in einer grundlegenden, damit die gesamte Kultur umfassenden Krise ihren Grund verloren. Dieser war es, den sinnstiftenden Logos als Kult (in altvertrauter Kultgestalt, Liturgie...) zeitgemäß zur Welt zu bringen, so Weltvernunft zur Wirklichkeit zu verhelfen. Denn allein abstrakt bleibende, nicht auch die Herzen bewegende philosophische Lehren bzw. Predigten waren/sind zu wenig.

Um Menschen an eine kreative Dynamik (schöpferische Ordnung bzw. davon ausgehende Weisheit) zu halten, entwickelten die Kulturen verschiedene Kultsysteme: Im Osten kosmologische Modelle wie das TAO, im Westen Geschichten und Gestalten, die ihrer Zeit entsprachen. Wenn sich die kultur-notwendigen Kunst-/Kultbilder enteert haben und der Kult die Menschen nicht mehr zur kreativen Gestaltung von Zukunft bewegt, sondern das Gegenteil bewirkt, sei dem im Westen Gott genannten, in Wahrheit jedoch unbenennbaren Wesens-Grund aller Kreativität für die gegebene Kritik gedankt. Denn sie ist es, die dann Auferstehung in der Kultur bewirkt, in der wir "erwachsen" sind.

1. Ostern: In logischem Vergehen und Werden verstandene Göttermythen: lebendiger Logos

Ostern, das Christen als Auferstehung feiern (neues Passah, Offenbarung, absolute Voraussetzung des christlichen Glaubens) leitet sich nach der theologischen Lehre aus dem althochdeutschen "Ostera" (Osten) ab. "Osteras" war der Name für die teutonische Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit, damit ganz natürlicher Wiedergeburt. Ostera steht auch für die frische grünende Erde, die den Winter überwindet und gleichzeitig die Sonne, die aus dem Osten aufsteigt. Und so, wie die Germanen bei ihrer Göttin nicht eine Nachbarsfrau am Himmel fliegen ließen, sondern hier eine Kultpersönlichkeit für ein kreatives Geschehen stand. (Was dann zur Zeit Jesus auf nun natürliche Weise, in Logik/Logos erklärt wurde.) Noch weit weniger ging es im christlichen Ostern um einen gegen alle Logik oder dann doch nicht wiedererweckten jungen Juden. Wie ihn jedoch die gesamte heutige theologische Wissenschaft in Verdrängung allen Wissens weiter unterstellt. Und dem dann logischerweise auch mit Ostern nur ein heidnischer Heiligenschein aufgesetzt werden kann. (Selbst die kirchlichen Theologen begründen dann die Auferstehung in Gemeindebildung bzw. einem Nachstellen der Göttergeschichten. Ohne deutlich zu machen, wie genau die jetzt in Vernunft erklärt, so auf zeitgemäße Beine gestellt, aber dann durch den jüdisch-bildlosen Kult der Vernunft, des lebendigen Wortes (Josua, lat. Jesus) ersetzt wurden..

Auch wenn zur Zeit Jesus im Kult noch Götter galten bzw. für das nun in Ganzheit erklärte kreative Geschehen standen. Einer Zeit, die das Werden nun in Vernunft/Logik (Logos) erklärte, kann unmöglich unterstellt werden, besonders trinkfreudige kräftige junge Männer hätten als Herkules gegolten bzw. wären als mehr oder weniger göttlich ausgegeben worden. Doch obwohl wir wissen, wie Herakles & Co. weder besonders charismatische oder gar göttlichen Menschen waren, wird  genau dies in heutige theologische Lehre hinsichtlich des an Hochschulen einzig hinterfragten historischen Jesus unterstellt. Wie wenn es die theologischen Denker, die bereits im 18. Jahrhundert vor dem banalen Jesusverständnis, damit einer völligen Verflachung warnten und in aufgeklärter Weise den Logos als das historische Wesen nachwiesen, nicht gegeben hätte.

Der Vater des Logos/der Vernunft, die an die Stelle der Göttersöhne trat, war kein wunderwirkender Designer als vorgesetzes bzw. dem Gefühl entsprungenes (meist völlig menschliches) Gottesbild, wie es heute als Glaube gilt. Es war der eine unsagbare kreative Grund, der den Vätern des Monotheismus bzw. Propheten galt, wie er sich nun in Vernunft (des antiken philosophischen Monismus) erklärten irdischen Wirklichkeit offenbarte.

Oft wird gedacht, die Alten hätten an Geister geglaubt, nur weil noch keine logische Erklärung des Werdens gegeben war, Mythen galten. Doch Geister, wie sie heute Gegenstand selbst der nicht mehr von einer Wiedererweckung ausgehenden historisch-kritischen Hochschullehre sind, können selbst dem alten Volksglaube nicht so einfach unterstellt werden. Dessen Götter waren nie einfache Menschen, die verherrlicht wurden. Wie man sich nach heutiger Lehr-Hypothese Jesus seit der Kindheit meist vorstellt oder ihn zum menschlichen Gottesbild macht. Mit Ausnahme der Kaiser, der ebenso seine Autorität an die Vernunft verloren hatte, waren die im Zeitenwandel dann von Jesus abgelösten Vor-bilder Personifizierungen eines kreativen Geschehens. Auch wenn dies noch auf mythische Weise erkärt wurde. Da auch die alten Kultgestalten nun in Vernunft verstanden, Weisheiten über menschliches Verhalten in Vernunft begründet wurden, liegt es auf der Hand ("Jesus": der mit diesem Kultnamen Geschichte gewordenen kreativen Logik/schöpferischen Vernunft), um was am Anfang des christlichen Glaubens ging.
 
 



Heute wird bezweifelt, ob es bei den Germanen wirklich eine Göttin mit Namen Ostera gab. Doch für die angeführte Logik ist es egal, ob die hier auf moderne Weise gemalte Ostera wirklich eine germanische Göttin war. Oder ob die Gebrüder Grimm dabei der mittelalterlichen Ostererklärung eines Mönches folgten. Damit auch hier wieder deutlich wird, wie vieles, was so selbstverständlich in den Lehrbüchern steht, erst im Mittelalter seinen Ursprung hat. Fest steht, alte Kulte, die für eine noch im Mythos erklärte Kreativität standen, sind nicht einfach unter, sondern  im Christentum "Auf"gegangen. Im Wandel vom Mythos zum Logos (Erklärung des Werdens in Logik nach ewigen kausalen Gesetzen) hat sich das Denken der Zeit über viele Jahrhunderte mit der Götterwelt, ebenso wie mit jüdischer Traditionshörigkeit tiefgreifend auseinandergesetzt. Die Philosophen lehnten ähnlich wie gleichzeitig auch die Propheten, menschliche Gottesbilder ab. Sie verstanden dann aber doch in aufgeklärter Vernunft die Bedeutung dieser Kultbilder und Epen: Auferstehung. Zeus und seine Söhne standen für kreative Vorgänge oder Wesenheiten in Kosmos wie Kultur, die verworfen, aber dann in Vernunft/Logos erklärt wurden. Und die unmöglich durch einen Guru ersetzt oder gar in Hochzivilisation, der die Bildung und Vernunft heilig waren, auf diesen übertragen wurden. Gerade wo der geschichtliche Prozess eines Kulturwandels vom Mythos zum Logos (bei dem nicht nur die fruchbare Nilschwemme, sondern nach und nach alle Naturvorgänge/Himmelserscheinungen in kreativen Gesetzmäßigkeiten erklärt wurden), sich ein Kulturwandel bei den hebräischen Propheten in fast gleicher Weise, wie bei den griechischen Philosophen erkennen lässt, zwingt dies zu einem Neuverständnis des christlichen Glaubensgrundes. Denn um einen egal wie gearteten wundertätigen Prediger kann es bei diesem Geisteswandel, wie er dann auch biblisch als vom Abfall befreiender neuer Bund/Monotheismus bebildert ist
 und in seinen über die Tradtion hinausgehenden Verhaltenslehren, nicht gegangen sein.


Wenn nach heutigem Verständnis kultureller Evolution die Anfänge nicht geheimnisvoll vom Himmel fielen, sondern sich im evolutionären Verlauf der Geschichte logisch begründen lassen, dann muss neu gefragt werden. Wer auf rationale Weise nach dem Grund des christlichen Kultes sucht, dabei die antike Hochzivilisation im Wandel vom Mythos zum Logos ebenso ernst nimmt, wie die vielfältige historische Schriftkritik, die anfängliche Hoffnung und Begründung auf einen neuen monotheistischen Bund, die in den Bedeutungsinhalten des Neuen Testamentes spricht oder die Berufung aller kirchlichen Vordenker auf den Logos. Für den hat dann der damals als nun erst natürlich verstandene Verlauf der Sonne nach ewigen kausalen Gesetzen (Logos) und die dann darin begründete menschliche Weisheit mehr mit der christlichen Auferstehung zu tun, als beim heutigen Kurz-schluss nach der Hypothese vom rebellischen Heilsprediger hinten an "Notdürftigkeiten" (im negativsten Sinne) herauskommt.

Die Schriftgelehrten und leider auch deren Kritiker interessieren sich bei ihrem Streit über einen jungen Juden kaum für die Zeit, in der man die Welt erstmals auf logische Weise nach kausalen Gesetzen erklärte (Logos), daraus auch sog. christliche Lebenslehren ableitete.
Wie wenn nicht bereits katholische Gegner der protestantischen Verschriftung christlicher Lehre Ende des Mittelalters nachgewiesen hätten, dass die Grundlage der biblischen Sammlungen und reformatorischen Übersetzungen ins Deutsche meist in Mönchsstuben entstanden. So darf heute auch bei katholischen (ob konservativen oder historisch-kritischen) Professoren am Jesus der Protestanten nicht gezweifelt werden.

Und wie wenn es auch die spätere Radikalkritik protestantischer Theologen nicht gegeben hätte, die davor warnten, einen jüdischen Heilsprediger immer weiter zu entblättern, den Logos als das historische Wesen Jesus nachwiesen, wird weitergemacht, wie wenn nichts wäre.
Da nicht sein kann, was nicht sein darf, weil das ja alle Lebens- und Glaubenslehre auf den Kopf stellen würde, wird das radikalkritische Wissen totgeschwiegen und nur ein junger Heilsprediger bis zur völligen Bedeutungslosigkeit verkürzt. Dann muss meist ein Jesus Christus des eigenen Herzens herhalten. Und dieses unheil(ige)volle Hirngespinst, nach dem sich dann jeder seine eigenen Schöpfungs-/Gottes- und Glaubensvorstellungen macht, wird auf völlig unhistorische Weise in die Antike projiziert, dem anfänglichen Denken unterstellt. So kommen die Nachweise einer Forschung, die die Spätdatierung der Texte oder gar die Nichtexistenz eines jungen Heilspredigers mit Namen Jesus belegen, in der theologischen Lehre kaum vor. Auch wie viele für selbstverständlich gehaltende Kirchenväter (nicht nur Eusebius, der bisher als Kirchenhistoriker Grundlage der Geschichtsforschung war) wahrscheinlich erst Spätwerke sind, aber doch über die anfängliche Diskussion und das von Anfang geltenden Wesen des Logos Auskunft geben, bleibt ausgesperrt. Das alles wird Spekulaten und Glaubenskritikern überlassen. Und noch weniger wird die Bedeutung des bereits am Anfang der Aufklärung als historisches Wesen des christlichen Glaubens belegten Logos als in kreativer Vernünftigkeit/Weisheit heute lebendiges Wesen bedacht.

Wie von logischer Welterklärung nach kausalen Gesetzen (Logos) ein tiefes Nachdenken über Welt und Leben, Wesen und Schicksal der Menschen, den Sinn des Ganzen sowie davon ausgehendes sinnvolles bzw. vernünftiges Verhalten war, braucht nicht zu interessieren
. Und wie dann diese Theologie der Weisheit nicht nur Thema der Zeit war, sondern bereits in den alten Göttermythen Homers nachgeblättert wurde ist Nebensache. Wie daher diese jetzt in aufgeklärter Vernunft/Logos verstanden und so auf philosophische Weise auch von Seneca & Co. in Kultgeschichten/-gestalten weitergeführt wurden: kulturelle Auferstehung war hat nichts mit einem Guru zu tun, den man blindwütig für historisch hält. Auch wie dann auch die bildlose hebräische Weisheit, das prophetische Wort bzw. die oft zum tauben Selbstzweck gewordene jüdische Gesetzlichkeit im rationalen Geist des Logos/der Vernunft und im allegorischen Verständnis des Alten in Bildungsmetropolen wie Alexandrien auf "neue Beine gestellt" wurde, spielt kaum eine Rolle. So wird zwar ein monistisch begründeter philosophischer Monotheismus bestätigt. Und die davon ausgehenden philosophischen Verhaltenslehren werden noch heute in höchsten Tönen gelobt, die Weisheiten Ciceros als humanistisches Ideal gelehrt. Aber was all das mit dem jungen Mann zu tun hat, in dem man den neuen prophetischen Bund oder den über die Tradition hinausgehenden Verhaltenslehren begründen will, bleibt verborgen. Auch wie die alten Kultbilder in antiker Auflärung neu verstanden, in Vernunft begründet wurden, ist dann kein theologisches Thema. Statt dessen streitet man auf buchstäbliche Weise einem wahrscheinlich erst in der Reformation der Neuzeit in dieser Form entstandenen jungen Juden mit Namen Jesus die Auferstehung ab.

Und aus dem sollte anfänglich trotzdem nicht nur der neue Monotheismus bzw. prophetische Bund, sondern die gesamten Verhaltenslehre abgeleitet worden sein. Damit sei letztlich ein junger Religionsrebell mit zufälligem Namen Jesus für all das gestanden, was die Zeitenwende sonst nun in Vernunft begründete. Der habe jetzt plötzlich sog. Christen, die nicht weiter den Göttern opfern wollten und später der ganzen Welt als fleischgewordene Weisheit/Vernunft gegolten. Auf den seinen in einem sog. Hellenisierungsprozes jetzt auch noch die Götterbilder/-mythen übertragen worden, die vormals für eine kreative Wirklichkeit standen, wie sie bereits in Vernunft verstanden wurde. Und die Kirchenkritischen wollen dann nur von einem vernunftfreien fiktiven neuen Göttermärchen ausgehen. Gehts noch? Wer weder an den Eingriff von Engeln oder an eine Massenhalluzination glaubt, die dann christliche Mission war, der kann die Hypothese vom rebellischen Heilsprediger ebenso wenig aufrecht erhalten, wie nur ein Hirngespinst altaufgewärmter Glaubensbilder unterstellen wollen.

Was bringt alles Wissen, dass bereits die Epen von Hesiod & Co. Systematik in die Unzahl von Göttern bringen sollten und hier so die Vernunft der Zeit sprach? Wie auch der Vater von Dionysos und seinen unzähligen Brüdern und Schwestern als Zeus zwar weiter Theaterrollen spielte. Wie aber gleichzeitig hier eine philosophisch-monotheistische Denkweise und Verhaltenslehre spricht, keine Gegensätze zwischen Mythos und Logos mehr waren. Und wie damals der in Natur und menschlicher Kultur begründete gesunde Menschenverstand nicht nur politisch gepredigt oder in zeitkritischen Posts um die Welt geschickt, sondern in Poesie der Göttermythen zur Sprache gebracht wurde. Wenn man dann nur Märchenstunde betreibt, daraus nicht die Konsequenzen zieht bzw. den Neuverstand des Alten bedenkt. Wenn man weiter davon ausgeht, dass der christliche Glaube auf einen geheimnisvoll oder doch nicht wiedererweckten wundertätigen Wanderkyniker gründet, dem dann nur die Göttermythen zu Verherrlichungszwecken angehängt, der so nachträglich hellenistiert wurde. Dann haben die Archäologen umsonst gegraben, die Geschichtswissenschaftler umsonst geforscht. Dann hätte man sich den ganzen Geschichtsunterricht sparen können.

Gibt z.B. was Unlogischeres, als dass Göttermythen, die für das jetzt in Vernunft erklärte kreative Geschehen standen (was auch zu einem philosopohisch-monistischen Monotheismus führte, für den die Kultfigur des Göttervaters Zeus galt), durch einen aus dem Grab gehüpten Guru bzw. Gemeindebildung abgelöst wurden? Und dass dieser charismatische Junge, der nun bekanntlich mit den längst in Vernunft erklärten Göttern ausgeschmückt wurde, dann gar als die  fleischgewordene Logik/Vernunft gesehen wurde. Oder ein Wanderkyniker auf als Konzile in die Geschichte eingegangenen Weltkonferzenen von Intellektuellen, die man vorher wegen götterfeindlichem, daher staatszersetzendem Atheismus verfolgte, jahrhundertelang als junger Gott zur Debatte stand, als man über das Wesen des Logos/Vernunft stritt. Das alles ist der Gipel an Unsinn!


Wie aber der Logos/vernünftiges Werden (hebr. Wort) an die Stelle der Götter/Mythen rückte. Und sich hieraus in antiker Hochzivilisation, der die Weisheit heilig war, in vielfältigen Bewegungen ein neuer Kult entwickelte, der auf die Erkenntnis (Gnosis) bzw. Vernunft seine Hoffnung setzte. Und wie in diesem christlichen Kult teilweise noch die alten Namen oder Festtage in neuem Bewusstsein beibehalten wurden. Bevor dann die Re-formation auf die jüdische Weisheit zurückgriff, den Name Josua lat. "Jesus" einheitlich verwendete und Götterbilder endgültig tilgte. Das alles ist inzwischen beobachtbare Geschichtsrealität und ganz natürliche Evolution in Kultur. (Damit kreative=chöpferische Realität/Logik.)

Auch wie in Vernunft nun nicht einfach Abfallbeseitigung (Tilgung der Sünde) war, sondern der griechische Mythos, wie auch auch jüdische Tradition nicht einfach abgeschafft, sondern im Christuskult aufgeklärt verstanden wurden, in einem echt neuen Bund/Monotheismus "auf"gingen, liegt auf der Hand Jesus: Der in Logik erklärten Entwicklung aller Kreativität in Kosmos und Kultur, die in naturwissenschaftlicher Erklärung allen Werdens, wie Geschichtsbüchern beschrieben ist.

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Wenn noch im 4. Jahrhundert der Gottessohn Dionysos statt eines Junghandwerkeres möglicherweise auch christlich zur Welt kam, dann ist das im Sinne kultureller Entwicklung logisch zu erklären. Es war weder die Hellenisierung eines jüngen Juden, noch war das Götterbild/der Mythos der neue Glaubensgrund. Vielmehr war auch im christlichen Kult, der zwar nicht mehr den Göttern opferte und sich der griechischen Vorbilder nach und nach entledigte, die Vernunft des vormals in Kulturbildern vermittelten kreativen Geschehens das theologische/christologische Thema.

Welche Bedeutung es hatte, dass die Göttermythen nun in Vernunft erklärt werden konnten, damit die Gefahr der menschlichen Irreführung, die heute die atheistischen Glaubensgegner der Religion vorwerfen, getilgt wurde, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Bilder und Geschichten gehören zum Handwerkszeug der Kultur, sind keine Irreführung. Doch um die Manipulation der Masse zu verindern, ist Einsicht in die Vernunft der Bilder notwendig. Selbst bei der Johannesapokalypse, die sich nicht nur in Bezug auf das Lamm (wie es immer im Frühjahr geschlachtet wurde und das Jesus war) der alten Bilder bediente, scheinen Denker deutlich gemacht zu haben, wie jetzt im Logos/durch die Vernunft eine neue Zeit gekommen war. 

Auch wenn heute wieder die Bilder den Blick in die Wahrheit verbauen, über Könige gestritten wird, die ein astronomisches Ergeinis missverstanden und dann das Kind einer jungen Hebräerin angehimmelt hätten. Die Einsicht, dass der an den alten Bildern leidenden Logos/die Vernunft in der christlichen Krippe lag und auch von Gelehrten des Morgenlandes als Erlöser gesehen wurde, ist gegeben. Auch wie damit die Geburt in der Windersonnenwende nicht nur ein aufgewärmtes Märchen war, sondern noch von neuzeitlichen Reformern das Geburtsdamtum diskutiert bzw. mit Blick auf die Vor"bilder" berechnet wurde. Damit scheinbar noch den reformatorischen Übersetzern der Texte, die die Götter dabei tilgten und an jüdische Tradition zurückgriffen, weit klarer war, worum es geht, als der heutigen Theologie. Doch die hat den in dieser Form erst von Melachthon & Co. geschaffenen jungen jüdischen Reformer in ihrer historischen Kriitk so weit zusammengekürzt, dass die Zeit gekommen ist, wieder aufgeklärt dessen Vernunft zu verstehen: Auferstehung.

2. Historische Kritik weiterdenken: von völliger Verkürzung und vergeisterter Verschwörung zum Verstand der Kultbilder

Dabei ist der Nachweis, dass die Kult(ur)persönlichkeit des biblischen Jesus keine historische Person im üblichen Sinne war, keineswegs neu. Bereits mit Beginn der aufgeklärten Auseinandersetzung mit Jesus warnten Denker vor der historisch-kritischen Entblätterung, wie sie dann von David Strauss bis heute zu beobachten ist. Wo Jesus auf das reduzieren wird, was nach aufgeklärter Betrachtung eines jungen Juden übrig bleibt, nur noch eine Belanglosigkeit herauskommt. Philosophen wie Bruno Bauer zeigten bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts auf, dass es am Anfang gar nicht um einen zu verkürzenden jungen Juden ging, sondern der Logos das Thema war.

Die als Radikalkritiker in die Geschichte eingegangenen Theologen und Philosophen waren das Gegenteil von radikalen Glaubenskritikern. Mit ihrem Nachweis, dass es sich bei der Gestalt Jesus um das handelt, was dem antiken Denken als Logos galt, wollten sie das verhindern, was sich dann im weiteren Verlauf der Geschichte beobachten lässt. Wo mit der Aufklärung, u.a. über  David Friedrich Strauß bis heute, dem historische Jesus die Bedeutung völlig genommen ist, die er für anfängliche Denker hatte, nur noch ein junger Jude bleibt, der religiös verherrlicht wurde. Anders als konservative Kräfte unserer Zeit, die an den Bedeutungsaussagen festhalten wollen, aber weiter von einem jungen Mann als eine Art Gott ausgehend so den christlichen Glauben zum lächerlichen Mythos "ungaubwürdig" machen, zeigten sie bereits auf, dass es am Anfang um die Vernunft ging, wie er der gesamten antiken Aufklärung galt. Auch wenn es noch zu früh war, dies eindeutig zu belegen und die Brücke vom Logos zur heutigen Definition Weisheit zu schlagen.

Oder so: Benedikt XVI. lässt als Anwalt schöpfericher Vernunft griechischer Philopsohie (die er vor dem Bundestag in aufgeklärter Natur zu bedenken gab) trotzdem weiter die Welt im Glauben an einen Wanderguru. Auch Klaus Berger, der ähnlich seit seiner Kindheit Glauben und Lebenswerk auf einen göttlichen jungen Mann baute, gibt keine Antwort auf den Logos. Er beschimpft nur seine historisch-kritischen Kollegen, die Jesus auf einen Charismatiker verkürzen, als "Biblelfälscher", die für die Bedeutungslosigkeit des christlichen Glaubens bzw. Atheismus verantwortlich seien. Dabei wurde bereits von vielen theologischen Vordenkern davor gewarnt und nachgewiesen: Am Anfang ging es um den Logos/das Wort, nicht um einen jungen Juden. Und diesen anfänglichen Aufklärern war klar, dass die chrisliche Lehre sich selbst enteert, bedeutungslos macht, wenn sie weiter von einem jungen Mann als Jesus ausgeht.

Leider war es dem damaligen Denken noch nicht möglich, die von Hegel und anderen deutschen Idealisten definierte "Dialektik" im ewigen Werden als das "Wort" (vernünftiges Werden) bedenken zu können, das in Geschichte Jesus war. Dabei hat der 1882 gestorbene Linkshegelianer und Religionskritiker Bruno Bauer mit Marx, Engels und Feuerbach zusammengearbeitet. Und so lässt sich im weiteren Geschichtsverlauf dann auch die Ablehnung der Religion durch die Hegelschüler bzw. das aufgeklärte Denken verfolgen. Und leider auch ein Stück Antisemitismus. An die Begründung des anfänglichen Glaubengsgrundes in heutiger Weltdefinition und damit auch der Not-wendigkeit von Religion und Kult auf mündige Weise für einen neue Welt, war noch nicht zu denken.

In "Christus und Cäsaren" hat Bauer bereits deutlich gemacht, wie die historische Gestalt des Jesus mit aus dem griechischen Geist erwachsen ist. Und warum das Christentum eine Steigerung des Griechentums war. Welche Rolle Seneca hier zukam oder das Reformjudentums Alexandriens bzw. Philo spielte, wurde in einer Form bedacht die heute (wo nur nach den Sandalen eines Wandergurus bzw. dem Grund für dessen Verherrlichung gefragt wird) kaum vorkommt. Die Zeiten, in denen angenommen wird, dass ein junger Guru echt in die Fußstapfen von Göttersöhnen oder Augustus trat, sind um. Wenn daher der aus dem pfälzischen Friedelsheim stammende antisemitische Theologieprofessor Ethelbert Stauffer in seiner mit vielen Münzfunden aus ganz anderer Sicht auf den Kulturwandel und die Bedeutung Christus als neuen Cäsar hinwies. Dann weist auch das darauf hin, dass es nicht um den Heilsprediger heutiger Prägung ging. So wie Stauffer anzunehmen, dass der gute Junge in seiner schöpferischen Form jetzt der neue Cäsar gewesen wäre, das geht nicht mehr. Wenn auch die nummismatischen Funde einen umfassenden Geistes- und Kultwandel zeigen, bei dem der christliche Glaubensgrund an die Stelle des Kaisers trat, dann kann es nicht um einen Wanderkyniker gegangen sein. Vielmehr lässt sich geistesgeschichtlich nachvollziehen, wie jetzt die Vernunft die kaiserliche Rolle übernahm, nicht nur die Verhaltenslehren, sondern auch im Kult den Ton bestimmte. Wie nicht nur Nero der Rolle die philosophische Vernuft auf Erden zu realisieren, nicht gerecht wurde, sondern die Autorität der Kaiser als Gallionsfiguren der Kultur bzw. Kultobjekte abgelaufen war.

Nur zu argumentieren, dass Evangelientexte der frohen Botschaft auf den römischen Augustus nachgestellt wurde, das greift zu kurz. Das wird der Realgeschichte, die sich auch in den Münzfunden zeigt, nicht gerecht. Letztlich würde diese historisch unhaltbare Auslegung, wie sie die heutiger Exegese mehr oder weniger unterstellt, eh nur auf Lug und Trug hinauslaufen, der einem Wanderkyniker angehängt wurde. Doch warum nicht einfach eine christologische Gestalt als neuer Cäsar erfunden, ein Heilsprediger entsprechend hochgejubelt wurde oder ein Hirngespinst dem Kaiserkult entgegengestellt wurde, lässt sich erst heute verstehen. Wir können sehen, wie am Anfang vielfältige Bewegungen waren, die auf die auch den philosophischen Lehren geltende Vernunft bzw. Erkenntnis gründeten und sich noch bekämpften. Wir können mehr den je beobachten, dass die philosophische Vernunft, die selbst Augustus verordnte (worauf bereits Bauer hinwies) die Rolle der alten Göttersöhne (incl. der Kaiser) einnahm. Im Neuen Testament wurde nicht einfach die Stoa ab- sondern die Kultrolle der Vernunft an Stelle der alten Göttersöhne und als König im jüdischen Sinne beschrieben.

Wer bedenkt, welche Heilswirkung es heute hätte, die dem monotheistischen Weltbild zugrunde liegende schöpferische Wirklichkeit wieder in der Vernunft zu begreifen, nach der die Welt und wissenschaftliche Weisheit erklärt wird, der kann nachempfinden, wie der allen griechischen Lehren zugrunde liegende Logos, zum Heilsbringer des bildlosen Monotheismus wurde, zur Auferstehung führte. Und wie die Vernunft/der Logos, der in seiner menschlichen Ausdrucksweise (auf deren Notwendigkeit auch Bauer aufmerksam machte) die Rolle Cäsars einnahm, so historische Heilswirkung hatte, machen Seneca wie Konstantin aufgrund des heute gegeben Wissens über die antike Hochzivilistation und ihre Herausforderungen hier mehr als deutlich. Wie die notwendige Kulturwende durch die historische Person bzw. die menschlich-kulturgerechte Ausdrucksweise des Logos gemeistert wurde, so echte Heilswirkung: historisch "Jesus Christus" war, ließ sich zu Zeiten Bauers jedoch noch nicht erkennen. Noch standen Kritik und Verneinung im Vordergrund.

Auch unsere Vorväter, die zum Hambacher Fest zogen, dabei die Sonnenaufgangslieder der damaligen Moderne sagen und durch die Vertreibung der Fürsten der Vernunft zur Geltung in einer gerechten Welt verhelfen wollten, waren auf dem Weg, der ohne einen Neuversand der kulturellen Wurzeln nicht zu gehen ist.So versuchen auch linkshegelianischen Denker dann die bereits seit der französischen Revolution in Aufklärung erhoffte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit durch eine Ideologie in einem völlig von den kulturellen Wurzeln losgelösten kommunistischen Konzept mit Kultstatus umzusetzen. Ohne, dass noch der Neuverstand bzw. die aufgeklärte Anknüpfung an das Alte, das bisher kulturbewegende möglich war.

Die Kirche, in der unsere Kultur erwachsen ist, verfallen zu lassen, statt eine Konfirmation nun die Jugendweihe zu zelebrieren und in politischen Programmen bzw. mit Planwirtschaft, Plakaten und Parolen ohne kulturgewachsene Begründung die Genossen zur Arbeit im Sinne des Ganzen zu bewegen, hat sich in evolutionärer Entwicklung als untauglich erwiesen. So funktioniert die kreative Entwicklung einer Kultur nicht. Was neben der Erkenntnis, dass wir über den anfänglichen Grund christlicher Kultur neu nachdenken müssen, primäre Ursache für die hier zu lesende Forschung war. Allein an vielen Kirchenbauten ist zu erkennen, wie unsere Kult gewachsen ist. Wie auf Grundlage des alten Kultes in dessen Neuverstand immer wieder weitergebaut wurde. Wie sollen Menschen bewegt werden, wenn man ihnen das nimmt, was bisher die Kultur tief bewegte? Doch wie sollten die Aufklärer das Glaubensbekenntnis beibehalten, wenn man sich dort noch auf einen wegen Volksverhetzung gekreuzigten, gestorbenen und am dritten Tag wiederwerweckten "Wanderprediger" berief, wie er noch heute gelehrt wird. Und dann auch in dessen Vater nicht den Grund aller nun in Vernunft (Logos) erklärten Kreativität in Kosmos und Kultur sah, für die vormals die Göttersöhne standen. Vielmehr einen vermenschlichten zauberhaften Designer anehmen musste, wie er nur im Buche steht. Was ja noch heute selbst in der sonst modernen Konfirmation dann Grund der Erwachsenentaufe ist, als Glaube gilt.

Auch wenn bereits damals von Bauer und anderen Denkern die Verbindung der Jesusgeschichte zur griechischen Stoa und der Philosophie Alexandriens (damit dem antiken Logos) geschlagen wurde, so war es noch zu früh, hier eindeutig den historischen Jesus und insbesondere seine heute erst mögliche aufgeklärte Definition und Heilswirkung deutlich zu machen.

Ähnlich wie auch bei der nach wie vor unbeantworteten holländischen Radikalkritik. Deren letzter Vertreter Gustaaf Adolf van den Bergh van Eysinga (ab 1924 Hochschulprofessor für Geschichte des frühen Christentums) belegte Jesus als Logos. Wie ihn Seneca als Herakles, wie im Neuen Testament Jesus auftreten lässt. Allein die Einleitung in seinem "Jesus lebt - oder hat er nur gelebt" durch Hermann Dettering, die im Netz nachzulesen ist, gibt einen guten Einblick über die Geschichte der Jesusforschung. Und im Buch selbst lässt sich (wie allerdings auch in vielen anderen Werken, auch dort, wo die biblisch Bedeutung Jesus oder das antike Denken beschrieben wird) Seite für Seite belegen: Der gute Junge war nicht der Grund des christlichen Kultes bzw. der war nicht.

Bereits ein mittelalterlicher Jesuit wie Jean Hardouin, der sich gegen den in seiner Zeit aufkeimenden Protestantismus und dessen Verschriftung der kath. Lehre wehrte, auf die Entstehung der meisten biblischen Texte im Mittelalter aufmerksam machte, hat das aus ganz anderer Sicht deutlich gemacht. Und wie die Evangelien im Mittelalter umgeschrieben wurden oder im Lauf der Geschichte erst in ihrer heutiger Form entstanden, wurde inzwischen in vielfacher Weise aufgezeigt.

Auch wenn es dabei nicht um Glaubenkriktiker ging, wie sie heute mit diesen Themen unterwegs sind. Und dann Jesus, noch mehr Christus oder Paulus als "Fälschung" entlarven wollen. Weil sie den Logos/die Vernunft nicht berücksichtigen, was bereits die kritischen Denker am Anfang der Aufklärung als historisches Wesen belegten. Doch auch diesen Denkern war der Nachweis, dass die schöpferische Natur, der Logos die Grundlage christlicher Lehre war und so die bebilderte Heilsbedeutung hatte, noch nicht in heutiger Weise möglich. Mit einer der Antike unterstellten Logos-Spekulation konnte man als Grund des christlichen Kultes kaum was anfangen. So blieb ein verzweifeltes Festhalten an einem jungen charismatischen Mann. Den die Aufklärung jedoch so weit zusammenschrumpfen ließt, dass er nicht mehr als Grund des christlichen Glaubens bzw. des geschichtlichen Geschehens taugt. So dass an seiner Stelle die heute definierte Vernunft allen Werdens bedacht werden muss, die den Wandel der Zeiten in aller Welt bewegte. Die dann in christlicher Lehre über die biblische Verschriftung und volksverständlichen Form der Reformation zur Aufklärung, dem Wohlstand der westlichen Welt und deren geistiger Freiheit führte, so wahre Heilsgeschichte war.

     Gustaaf Adolf van den Bergh van Eysinga (1874–1957,Photo aus dem Besitz von W. H. Hofstra-van den Bergh van Eysinga, Radikalkritik.de) wehrte sich gegen die Verkürzung des historischen Jesus, dem bereits im Zuge der anfgänglichen Aufklärung Jungfrauengeburt oder Naturwunder abgesprochen wurden. Er wies in Jesus den mythologisierten bzw. gegenüber doketistischen Strömungen in menschlicher Gestalt ausgedrückten Logos nach. Wie er im Reformjudentum Alexandriens, aber auch der Stoa und der gesamten Griechischen Philosophie galt. Und dort in Göttergestalten lebendiges Kulturgut war. Und doch war es im Rahmen der Radikalkritik noch zu früh, die historische Heilsbedeutung zu bedenken, die logische Erklärung allen Werdens als Neubegründung des prophetischen Monotheismus und gegenüber dem Mythos hatte. Und warum daher die dem jüdischen Mythos entsprechenden Ausdrucksweise als Jesus keine Vergeisterung, sondern Vernunft in Kultur war: echter Auf (v)erstand.

Die ganzheitliche Naturbetrachtung bzw. der antike Monismus die Grundlage der monotheistischen Theologie, damit auch Christologie war, konnte zu Zeiten anfänglicher Radikalkritiker noch kaum bedacht werden. Wie so das antike Verständnis der jetzt in Logik erklärten Welt/allen Werdens (Logos) das in Geschichte bebilderte Heilswesen war, ist erst mit heutigem Geschichtswissen gegeben. Auch wenn sich kath. Bischöfe wie Leonardo Boff (Zeitschrift "conilium" zum Thema Ökologie) auf die Gajalehre, damit modernen Monismus beziehen, wie er auch ohne Gaja längst wissenschaftlicher Alltag ist. Ihn in einheitlichen Prinzipien wie der Evolutions- und Ökologielehre als universal geltend voraussetzt. Wenn sich dabei naturwissenschaftliches Weltverständnis und Monotheismus immer noch meist unversöhnlich gegenüber stehen, so geht dies auf das Konto der einer gestrigen Glaubenslehre. So wird weder Monotheismus noch Glaube nach herkömmlicher Lehre auf "natürliche" Weise begründet. Und so mussten auch die deutschen Monisten als erbitterte Glaubensgegner angesehen werden. Die damaligen Denker konnten das Wesen des Monismus noch nicht als den echt historischen Christus erkennen. Auch wenn sie das historische Wesen Jesus in der Hand hielten, so ist erst heute die Zeit gegeben, dies eindeutig so zu sehen. Statt die Existenz Jesus abzustreiten, dessen historische Heilswirkung zu belegen.

Viele kritschen Forscher der Vorkriegszeit, wie der Karlsruher Philosoph und Monist Arthur Drews, auf den auch Rudolf Augstein Bezug nahm, sich in seinem "Jesus - Menschensohn" jedoch nur auf die heute Standart gewordene Enttarnung der Hoheitlichkeit eines Heilspredigers beschränkte, hatten genau dessen Nichtexistenz belegt. Das alles ist im Netz und heutiger Literatur nachzublättern. Z.B. bei dem kanadische Historiker Earl Doherty in seinem "Jesus Puzzle", bei Robert M. Price als bekanntesten aktuellen amerikanischen Autor und Forscher oder dem Berliner Pastor Hermann Detering und seiner lehrreichen Hompage "radikalkritik.de". Wobei oft meist in alter Gewohntheit die Texte gedreht und gewendet werden, die Realgeschichte, der Geisteswandel in antiker Aufklärung und Hochkultur der Spätantike noch nicht genügend berücksichtigt wird. Was besonderes bei Kritikern wie Franceso Carotta deutlich wird, der nicht der Einzige ist, der auf geschichtlich unsinnige Weise Jesus dem Buch nachblättert. Dann denkt, dass es dort in Wirklicheit um den Caesar gegangen wäre.

Allein dass die biblische Cäsarausgabe dann als Weltvernunft/Logos der Grund der jahrhundertelangen Christologiediskussion gewesen sein soll, macht diese These unmöglich. Und wenn ja auch die kirchlichen Exegeten deutlich machen, wie Kultlesetexte, z.B. nach Lukas benannt, dem Evangelium auf den römischen Kaiser nachgestellt wurden. Dann heißt dies nicht, dass es vom Logos ausgehenden Christen um den Kaiser ging. Im Gegenteil: Es zeigt sich, wie so die Vernunft, auf die damalige Denker ihre Hoffnung setzten, statt auf den selbst von Juden als neuen Messias erhofften römischen Augustus, das Thema des Neuen Testamentes war. Schließlich war ja die Verweigerung der kaiserlichen Anbetung ein Grund, warum man die Christen als atheistische Staatsfeinde verfolgte.

Und dass es bei Grund des neuen Kultes um einen als göttlich angesehenen Junghandwerker gegangen sein soll, auf den man die "frohe Botschaft" für den realen Friedenskaiser übertrug, ist mit Blick auf das geschichtliche Geschehen völliger Schwachsinn. Ebenso allerding auch, wie beim Wissen um die Herkunft der biblischen Geschichten (auch aus Kaiserkult-Romanen), weiter die banalhistorische Beschreibung aus dem wundersamen Leben eines Landstreichers oder dessen Worte nachstellen zu wollen.

Auch ein Wendepharisäer, der den Guru der verfolgten Sekte nach einer Halluzination vor Damaskus für eine Art Gott hielt oder gar ein eigenes Hirngespinst zum Grund des christlichen Glaubens machte, das mit dem historischen Jesus nichts zu tun hat, geht nicht mehr. Längst müsste allein durch das kritische Wissen auch klar sein: Bei den Paulustexten ging es nicht um Briefe eines gewandelten Sektenverfolgers. Hier hat ein neues monotheistisches Paradigma gesprochen. Paulus ist keine kirchliche oder bereits von Marcion entworfene "Fälschung". Falsch ist es nur, nach einem Wendepharisäer zu fragen, statt theologische Texte zu lesen, die von einer monotheistischen Wende ausgingen. Denn so kommt nur der gefälschte Paulus heraus. Ob bei der KIrchenlehre, die aus dem Buch liest, sich auf die Tradition (Gesetzlichkeit) beruft und damit Paulus auf den Kopf stellt.Oder bei den Kritikern, die "Fälschungen" unterstellen. Bereits die holländischen Wissenschaftler der Radikalkritik haben deutich gemacht, wie die Briefe aus dem Geistesgut antiker Erkenntnis (Gnosis) heraus entstanden sind, die auf den Logos gründet. Was nicht nur dem das Alte Testament dabei ablehnenden Marcion, der daher Texte des neuen montheistischen Paradigmas zur Kultlese nutzte (erster Kanon), als Christus galt. Daher der von Paulus geforderte Glaube keine Blindheit, sondern Verständnis des Logos im wahren sprühenden Leben als erhoffter Christus voraussetze, Aufverstand war. Was zu Liebe und Hoffnung, den theologischen Aussagen über den notwendigen Geisteswandelt, die neue Schöpfung oder den über die erstarrte Gesetzlichkeit hinausgehenden Lebensregeln führte. Wie sie in teils gleicher Weise heute ja auch in der Stoa nachgelesen werden.

Und auch wie auch die Evangelien keine Mitschnitte aus dem Leben bzw. Worte seine jungen Juden sind, die von Zeitzeugen aufgezeichnet wurden, liegt auf der Hand. Immer mehr zeigt sich, wie sich z.B. mit Blick auf den jetzt geltenden Logos neu gedeute alte Kulttexte und insbesondere "Weisheits"logien/lehren der Zeit im Laufe der Geschichte, bei der das Mittelalter und dann die Reformation recht maßgebend war, zur Jesusgeschichte entwickelten. Auch die sonstige am Evangelientext orientierte historische Jesus-Forschung der Aufklärung, die von Hermann Samuel Reimarius, Ferdinand Baur, über Albert Schweizer bis zu Rudolf Bultmanns Entmythologisierung reicht, hat mehr oder weniger klar gemacht, dass kein junger Jude mit Name Jesus war. Oder der zumindest nicht das beschriebene hoheitliche Wesen gewesen sein kann. Wir aber von einem Heilsprediger, in den meist das eigene Denken hineingelesen wird, nichts wissen. Und neben der wissenschaftlich aktzeptierten kritischen Forschung, geistern heute jede Menge Verschwörungstheorien im Netz, die meist kriminalistische Ansätze unterstellen.

Der junge Jude gibt jedoch sonderbarer Weise weiter den Ton der gesamten wissenschaftlichen Forschung an. Auch die Kritiker legen meist hier das Maß an. So bleibt leider auch der derzeit bekannteste deutsche Kritiker, der daher aus dem Hochschuldienst verbannte Neutestamentler Gerd Lüdemann, der es als Kenner der Gnosis (antiker Erkenntnis) besser wissen müsste, im Bild des dann nur recht radikal zusammengestutzten Guru gefangen. Bei seinem Abstreiten einer Auferstehung oder dem Nachweis, dass fast jeder Satz des Neuen Testamentes keine historische Aussage, sondern älteren Datums ist, geht er von einem Wesen aus, das (wie ja auch er letzlich nachweist) nicht das Thema war.

Während sich die kirchlichen Kritiker und Verschwörungstheoretiker über einen Jesus daher meist gar keine Gedanken machen, weil sie ihn für ein Hirngespinst zur Manipulation der blinden Masse halten, streiten die Neutestamentler heute weiter über einen Wanderguru und ob der weniger oder mehr göttlich war. Doch wer in aufgeklärter Weise nach dem Grund des christlichen Kultes sucht, der nicht geheimnisvoll vom Himmel fiel, sondern sich in ganz natürlicher evolutionärer Entwicklung ergab, der kann der Hochzivilisation nicht weiter das unterstellen, was heute gepredigt wird: Ein junger Jude, der dann Sonntags doch als eine Art Gott verkündet wird. Auf den Konfirmanten dann Liebe, Hoffnung und Glaube gründen sollen. Und der selbst bei der protestantischen Trauerfeier als Beweis für die Wiedergeburt des Verstorbenen verkündet wird.(An die ganz natürlicher Auferstehung im ewigen Wandel, dem natürlichem Vergehen und Werden, bei dem jeder doch ein Teil des Ganzen bleibt, in das er sich auf seine kreative Weise eingebracht hat, ist dann nicht zu denken. So wenig, wie an kulturellen Neuverstand.) Doch um den wiedererweckten Guru kann es allein den vom Logos ausgehenden Kirchenvätern, den Kaisern und ihrer Kulturdiskussion über das Wesen der Vernunft/Logik, nach der man Vergehen und Werden jetzt in Ewigkeit erklärte, unmöglich gegangen sein.

Zu Zeiten der anfänglichen kritischen Aufklärer, wie auch noch in Folge, musste die Nichtexistenz des historischen Jesus im Vordergrund stehen. So konnte z.B. noch kaum bedacht werden, dass das Wesen der erst von der neuzeitlich-naturwissenschaftlichen Aufklärung wieder definierten Vernunft/Weisheit bereits bei den Kaisern und den Konzilen der Spätantike das ewige christologische Streitthema war. Gilt doch Konstantin noch bis heute vielen Theologen als märchenhaft bekehrter blindformmer oder kirchenhörig gewordener Kaiser. (Wobei allein das heutige Wissen über seine Zeit, das "Konstantin" hier sprechen lässt belegt: Der Grund der jahrhundertelangen Kulturdiskussion war der Logos bzw. das Wesen der Vernunft/Weisheit. In Zeiten der Hochzivilisation, die die nun in Vernunft erkärte natürliche Sonnen-Ordnung als Sol verehrte und der die Weiheit heilig war, hätte ein Wanderguru keine Chance als Christus gehabt.) Doch die Einsicht in die Kosmologie der Hochzivilisation, der die Vernunft immer heiliger wurde, ist erst heute gegeben, wo z.B. märchenfrei über den Kulturwandel der Kaiserzeit nachgedacht wird.

Und auch über die Anfänge der prophetischen Monotheismus in einem Aufklärungsprozess innherhalb des Monismus antiker Hockulturen ("Zarathustra"), der dann in griechischer Ratio erneuert wurde, geschichtliche "Auferstehung", so echter Messias war, ist erst auf heutige Weise zu denken. Und gerade hier sind wir noch nicht überm Berg. Auch wenn bekannt ist, wie sich der anfängliche Monotheismus aus Naturbetrachtung, antikem Monismus ergab. So unterstellt selbst ein Ägyptologe wie Jan Assamann, der Moses als den aus Ägypten kommenden Monothesmus im Wandel der Zeit beschreibt, dass (m)ein Gott gewaltsam bzw. auch Machtgründen über andere Götter gestellt wurde. Und solange der alte Monotheismus nur in absolut gesetzten Götterbildern alter Märchen oder eigener Ermächtigung begründet wird, ist er nicht mit dem philosophischen Monotheismus der Zeitenwende zusammenzudenken. Denn der ergab sich eindeutig aus der nun natürlichen Erklärung der Welt. (Auch wenn daher oft abgelehnt wird, dies als Monotheismus zu bezeichnen. Weil man mit Monotheismus meist nur die absolut gesetzte Gottesvorstellung verbindet.)

Und die Neutestamentler, die im Rahmen der aktuellen Monotheismusdebatte im Platonismus bzw. antiken Monismus philosophischer Lehren den biblischen Monotheismus des Neuen Testament nachblättern, die sind vergleichbar mit einem Wanderer, der im Nebel vor dem Gipfelkreuz steht und es nicht sieht. Erst wenn sich der Nebel verzieht wird klar, welche völlig neuen Perspektiven nach allen Seiten ge geben sind. (Wie absurd es ist, den neutestamentlichen Monotheismus/neuen Bund, der jetzt in griechischer Philosophie nachgeblättert wird, einem jungen Mann begründen zu wollen, muss nicht immer wieder erwähnt werden. Auch nicht, dass die christliche Offenbarung nicht durch geheimnisvolle Eingebungen geschah, sondern Erkenntnis der Vernunft allen Werdens als ewiges Wort war.)

Und solange der Monotheismus auch bei den Radikalkritikern noch in auf geheimnisvolle Weise in Märchen begründet wurde, als Ermächtigung des eingenen Gottesbildes galt und das kreative Geschehen nur ein Nebenthema war. So lange konnte nicht über eine Neubegründung des prophetischen Monotheismus in Logik antiker Philosophie nachgedacht werden. Und während auch die Radikalkritiker den Logos, in dem sie den historischen Jesus belegten, noch im Dunkel eines spekulativen Mythos lassen mussten, kann heute der Geisteswandel durch die Erklärung der Schöpfung, aller Natur und Kultur in kreativer Logik deutlich gemacht werden, wie er sich geschichtlich nachvollziehen lässt. Aus Lug und Trug, kriminalistischer Täuschung durch die Kirche, wird so eine logische evolutionäre Entwicklung unserer Kultur. Aus Verschörungstheorien ein aufgeklärtes Verständnis der theologischen, echt christologischen Grundlage. Aus dem Nachweis der NIchtexistenz wird Auferstehung, lässt sich der historische Jesus als heute lebendig in aufgeklärter Weise verstehen.

Was den kritischen Denkern, die nach einer Neubegründung des christlichen Kultes als Lösung der Kulturprobleme suchten, noch nicht möglich war, ist durch die heute gegebene Erkenntnis gegeben. Denn wenn klar wird, dass es beim philosophischen, wie christlichen Logos nicht um eine metaphysische antike Spekulation ging. Sondern sich hier die Erklärung der Welt in Logik/Vernunft zeigt, wie sie heute wieder völlig selbstverständlich ist. Dann ergibt sich ein ganz neues Bild. Dann wird nicht nur klar, dass damals eine Wende, in dem in Jesus Kulturgeschichte gewordenen Logos eine echte Neubegründung des prophetischen Monotheismus und seiner Gebote war. Und auch was auch sonst noch von ihm an Heilswirkung gesagt wurde, lässt sich nicht nur historisch nachvollziehen. Vielmehr lässt sich erkennen, welche Heilswirkung auch für unser in Wissen und Glaube (an nationale Gottesbilder, Buchstaben, Gründerstalten) zerbrochens Wildbild heute von einem Neuverständnis des Alten auf ganz natürliche Weise ausgehen wird.

Wobei es sicher zu kurz greift, den Grund der chrlstlichen Kultur nur auf die kognitive Vernunft zu beschränken bzw. die Logik, nach der antike Aufkärung erstmals die Welt erkärte. Was hier im Vorderung steht, weil dies völlig verloren ist. Die menschliche Kultur ist ohne kulturelle Mechanik nicht zu machen. Ohne Kult(ur) wären wir nicht und kommen wir nicht weiter. Auch der aufgeklärte Verstand, die Logik der Kult(ur)bilder bzw. des Mythos gehört zur Auferstehung. Letztlich lässt sich erst im Rahmen unseres modernen Wissens um kollektive Kommunikation, die Bedeutung der die menschliche Emotion bewegenden und damit für das Verhalten entscheidenden, kreativ an das Vorverständnis anknüpfenden bekannten Kultbilder, die natürliche Logik/Vernunft des Kultes begreifen. So auch die Logik und die Wirk-lichkeit der kulturellen Vor-bilder belegen, die bei den Kritikern oft nur als märchenhafter Lug und Trug gelten. Und die heute leider oft auch zur Manipulation dienen. Nicht nur im Nahen Osten in mittelalterlichen Vorstellungen gefangen, das Gegenteil von kreativer Vernunft bewirken. Denn dass man mit Kult bzw. den die Menschen bewegenden und steuerenden Kulturwerkzeugen viel Unsinn bewirken kann, steht außer Frage. Der Kult-Mechanik hat sich nicht nur die NSDAP, selbst bei ihren Aufmärschen oder ihrer Rhetorik bedient. Und wie sich der Mensch neue Kultobjekte sucht und die Weltbilder den Kopf von Kulturwesen steuern, lässt auch dort beobachten, wo die Religion keine Rolle spielt bzw. dieser nicht in aufgeklärter Weise gerecht werden kann: Wo Konsum- und Kapitalegoismus zum Kulturgut wurden. Wo meist allein das kurzsichtige Ego im Mittelpunkt steht, gleichwohl alle nach einer Weltvernunft rufen, ohne die auch das Ego kaum überleben wird. In Geschichte und Gegenwarte lassen sich Berge von Beispielen finden, die blegen, wie aufgebrauchte (gefallene) Glaubensvorstellungen ihre Bedeutung verlieren, wenn der Neuverstand fehlt. Oder diese veralteten Glaubensvorstellungen zum krassen Gegenteil von Kreativität in Gemeinschaft werden, Weltvernunft verhindern. (Letztlich ist das wahrscheinlich auch die wahre Geschicht der Bibel bzw. bereits seit Echnaton oder den Propheten das Problem.) Genau daher bedarf es einer Aufklärung über die kulturellen Vor-bilder bzw. das Vorverständnis.

4. Das Kreuz des Logos mit dem Mythos


Mythos und Logos - damit sind Pole bezeichnet, zwischen denen sich das menschliche Geistesleben bewegt. Mythische Vorstellung und logisches Denken bzw. entsprechende Erklärung der Welt sind nur scheinbar Gegensätze. Denn sie gehören beide zur menschlichen Natur/Kreativität. Auch wenn sie meist getrennt Wege gehen. In menschlicher Kulturentwicklung müssen sich Mythos und Logos daher immer wieder kreuzen, auf kreative "auf"geklärter Weise ein Gesamtbild "verstehen" lassen, das die Welt weiter-bewegt.

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Warum am Anfang auch noch griechische Götter, in denen die Philosophen die Vernunft im Kult zur Welt brachten, auch im Christentum zu finden sind, ist klar. Und wenn Bacchus oder Dionysos noch im 3./4. Jahrhundert statt eines hingerichteten Religionsrebellen am Kreuz hingen, dann macht dies aller Wahrscheinlichkeit die Auseinandersetzung, das Leiden des Logos bzw. der Vernunft am Mythos deutlich. Was sich im christlichen Kult bis in die Gegenwart hinzieht. Und was gerade heute wieder nach einem Neuverstand des Mythos in Vernunft ruft.

Die ewige Auseiandersetzung des Logos mit dem Mythos in unserer Kulturgeschichte macht nicht nur deutlich, wie absurd es ist, dass es dabei um einen Heilsprediger ging, der wegen Volksverhetzung hingerichtet wurde. Am Kreuz hing kein Guru. Es war der Kreuzweg in Realgeschichte, bei dem der Logos am Mythos litt. Was ja auch das Bild von Bacchus zeigt. Nur Buchstaben und Bilder zu betrachten, nicht auch den Kulturwandel vom Mythos zum Logos und die davon ausgehende Heilswirkung für die Zeit, macht die Jesusgeschichte immer mehr zu einem bedeutungslosen Märchen. Aber auch warum die volksverständlichen märchenhaften Vorbilder einer nun in Vernunft erklärten Kreativität zur Vermittlung weiter notwendig waren, so trotz allem Leiden wahrhaft Vernunft war, lässt sich verstehen.

Ein winziges Beispiel, wie die Vernunft/Weisheit von heutiger Theologie in aller gutgemeinter wissenschaftlichen Arbeit verleugnet oder gar gekreuzigt wird:


Die Theologen reimen sich notdürftig zurecht, dass die dann von Konstantin verbotene Kreuzigungsstafe so grausam war, daß man sich anfangs scheute, die Hinrichtung des jungen jüdischen Guru abzubilden. Im Osterbeitrag eines evangelischen theology Newsletters stelle so ein angesehener Hochschullehrer einem alten Gelehrten das oben zu sehende Bild samt Text auf den Kopf. Denn was im 8. Jahrhundert Rabanus Maurus als "Christus" am Kreuz malte (Jesus kommt sowieso erst seit Melanchthon vor) und im Kreuzgedicht beschrieb, hat mit einem seiner Bedeutung beraubten historischen Rebellen, der heute hinten rauskommt, nichts zu tun:

Die Weisheit des Vaters selbst, Christus, hat dich der Welt gegeben als Pfand. ... du Schöpfer Geist, hast geformt auch den gewaltigen Weltbau, ins Innerste blickst du hinein, es gibt kein Geschöpf, das verborgen bleibt deinem gütigen Blick, ..."

Der Geist ist das lebenspendendeund lebenformende Prinzip der Welt, der von Christus als der Weisheit Gottes (besser: aller Schöpfung) ausgeht.

Was sind nun aber die sieben Gaben des Geistes?

Wenn man von links nach rechts und von oben nach unten liest, dann bedeuten die Intexte der Blüten:

  1. Spiritus sapientiae - der Geist der Weisheit
  2. et intellectus - und der Einsicht
  3. Spiritus consilii - der Geist des Rates
  4. et fortitudinis - und der Stärke
  5. Spiritus scientiae - der Geist der Erkenntnis

Wie kommt man auf die Idee, der Gelehrte hätte hier nur einen hingerichteten jungen Guru auf absurde Weise verherrlicht bzw. beschrieben? Von der Vernunft als Christus, dem lebensspendenen Prinzip, der schöpferischern Weisheit,ist im Bildtext zu lesen. Das mit zwei Klicks in einem pfälzischen Pfarrerblatt als Text des als "Bildungsumkehr" gedeuteten Kreuzigungsbildes aufzufinden war. (Dank für die Gabe: Dem unsagbaren Grund allen Seins und seinem offenbaren-den Wesen, das hier der alte Gelehrte beschreibt. Denn auch um ein abgeschriebenes Gottesbild, das auf einen wegen häretischer Rebellion hingerichteten Wanderkyniker übertragen wurde, ist es Rabanus Maurus mit Sicherheit im Bild nicht gegangen.) Das ganz und gar nicht zu dem Bild passt, das Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Markschies im Filmbeitrag des theologischen Newsletters vermittelte. Der das oben beschriebene frühe Kreuzbild  im Osterbeitrag hochhielt. So den Eindruck hinterlässt, es ginge um einen antiken Wanderprediger, der freiwillig für seine Überzeugung in den Tod ging. Wonach das Professorenforum (Zusammenschluss christlicher Hochschullehrer) die Parallele zum  Todespiloten zog. Und gleichzeitig weiter psyochologische Überlegungen zum freiwillig in den leidvoll für seine Überzeugung in den Tod gegangenen Rebellen anbot. Gibt es eine bessere Einladung für junge Islamisten, ebenfalls wie Jesus als Selbstmordattentäter für die Rechte Sache zu sterben?

Doch dem alten Gelehrten ging es ihm bei dem, der eins war mit dem Gott der Väter, eine Umkehr bewegte bzw. diesen offenbarte, eindeutig nicht um einen in den Tod gegangen jungen Guru oder nur das Gottesbild seines Herzens. Sein Thema war die Vernunft, nach der die Antike Kosmos und Kult erklärte und die allen anfänglichen Denkern galt. Der grausam hingerichteten Heilsprediger, wie ihn Christoph Markschies im Kommentar zu diesem Kreuz vor Augen hat und hält, ist selbst in der abstrakten Zeichnung eines Kreuzwesens der karolingischen Zeit nicht zu sehen. Wie gelernt und gelehrt sowie in der gesamten Lesweise üblich, unterstellt der Theologe jedoch, was selbst gegen das von ihm gezeigte Bild, wie den vorgelesenen Bildtext im Kreuzformat spricht: einen blutig hingerichteten Religionsrebellen, den seine Mutter zufälligerweise Jesus nannte. Dies ist ein winziges Beispiel. So ähnlich funktioniert derzeit der gesamte theologische Betrieb der Heilsprediger-Hypothese.

Die einfältige kindliche Vorstellung, dass bereits bei der Entstehung des Kanon aus dem Logos/Vernunft ein junger Jude wurde, weicht immer mehr der Einsicht: Erst in der neuzeitiglichen Reformation war das einfache, volksverständliche Bild eines jungen Reformers kultur-not-wendig. Was die Denker des 18. Jahrhunderts vor Augen hatten, die (in einer Zeit, als die theologische Kritik bereits vor der Verkürzung warnte und begann über den Logos als Wesen Christus nachzudenken) bei der Verfassung der Kirchenlieder wie "Jesus Christus herrscht als König": dem im Himmel und auf Erden alles in Händen liegt, wissen wir nicht. Auf jeden Fall war dies nicht der, Wanderkyniker, noch dem heute in seiner verstümmelten Form an Hochschulen gesucht wird. Wenn danach theologische Studenten nach Palästina reisen und im Sand nichts finden, wundert das nicht. Denn "das lebensformende Prinzip der Welt" und die davon ausgehende "kreative Weisheit", wie sie dem von geistiger  Stärke, Einsicht und Erkenntnis ausgehenden Gelehrte des 8. Jahrhundert, den Reformatoren und Verfassern der Kirchenlieder bis zur aufklärung noch galt, wird heute wissenschaftlich beschrieben. Wobei auch die Archäologie wichtige Einsticht und Erkenntnisse liefert, dass es dem anfänglichen Denken um das ging, was der Gelehrte im Bild beschrieb. Denn in evolutionärer Entwicklung der Kultur hat alles "Seine" Zeit.

Die menschliche Kultur wurde von Anfang an nicht nur von kognitiver Vernunft, sondern kunstvollen Bildern und Phansievorstellungen getragen, ohne die unsere Vergangenheit nicht vorstellbar wäre. Aber ohne die die menschliche Kultur auch keine Zukunft hat. Doch dieser Kult, der den Menschen zu Gemeinschaftswesen macht, die sich gemeinsam an eine kreative Dynamik halten, auf schöpferische Weise Zukunft gestalten, ist einem ewigen Wandel unterlegen. Er kann sich in seiner entleerten Form nicht nur ins Gegenteil verkehren, sondern auch zur Manipulation der Masse missbraucht werden. Was bereits die Glaubenskritiker der anfänglichen Aufklärung, ebenso wie heutige Atheisten denken lässt, die Glaubensvorstellungen völlig verneinen zu müssen.

Um in aufgeklärter Weise zu begreifen, worum des in der Jesusgeschicht ging, sollte man den Kulturwandel bedenken, der sich auch in der Zeitenwende ergab: Wo nach und nach die Vorgänge auf allen Gebieten, ob Auf- und Untergangen der Gestirne, Wachsen der Pflanzen, Geburt, Tod, menschliche Krankheiten, ebenso wie Eigenschaften, Tugenden und Gefühsregungen, aber auch der Sinn des Ganzen, nun nicht mehr in menschlich personifizierten Phantasiegestalten bzw. Göttern, sondern im Logos erklärt wurden. Wo dann nicht mehr Zeus und seine Söhne Blitz und Donner schickten, sondern alle Naturvorgänge in der Vernunft der Zeit erklärt wurden. Und wo nach anfänglicher Ablehnung der von den Denkern verwofenen Epen, Mythen und der alten menschlichen Bilder von Zeus und seinen Söhnen dann ihre Bedeutung für die menschliche Kultur in Vernunft verstanden wurde. So ist in der sog. Zeit Jesus im griechischen Geist erstmals auf rationale Weise (im Logos) die Welt, alle Kreativität, wie menschliche Kultur erkärt worden. Denn die Logik/Vernunft hat nicht nur die Natur, sondern auch die Kultur durchwaltet. Der Logos wurde bereits im Mythos des Homer, der Ordnung in den Himmel brachte, als lebendig gesehen. Und in blühender griechischer Kultur wurde der alte Kult im logischen Verständnis noch lange über Konstantin hinaus lebendig gehalten.

Wir können in Geschichtsbetrachtung beobachten, wie der rationale griechische Geist der Vernunft im Hellenismus seit Alexander rund das Mittelmeer immer mehr die Welt bestimmte. Wie er das schöpferische (göttliche) in Natur/Logik erkennen ließ, Offenbarung in Vernunft war. Und wie vielfältige Denker diesen den Menschen ausmachenden Logos in seinem Verhältnis zum Mythos bedachten. Und damit der Logos dann in den kulturellen Mythen in Hochkultur auf vielfältige kunstvolle Weise gefeiert wurde. Was mehr wie allein die rationalen philosophischen Lehren die wahre griechische Kultur ausmachte. Und wir wissen, wie sich die Welt in antiker Aufklärung nach und nach doch von den Göttermythen verabschiedete. Wie immer mehr konkurriende vielfältige Bewegungen entstanden, die ähnlich oder angelehnt an die Juden nicht weiter den Göttern opfern wollten, daher als staatsgefährdend verfolgt wurden und später als christlich galten. Am Anfang standen konkurriende, teilweise auch absurde Denkweisen über die Erkenntnis (Gnosis) der Vernunft/Logik. Diese sollten in jahrhundertelanger Diskussion nicht nur geeint werden, sondern mussten nach dem Verfall der Göttermythen einen neuen Kult begründen. Denn dieser war dem antiken Denken die absolute Voraussetzung für ein Staatsgebilde bzw. menschliches Verhalten in Gemeinschaft.


Im Wandel vom Mythos zum Logos wurde auch das menschliche Verhalten nicht mehr vom traditionellen Mythos vorgegeben, sondern in lebendiger Vernunft begründet. So spricht in all dem, was in Sokrates ausdiskutiert wurde, eine kreative Logik. Auch bei Platon, wie den verschiedensten philosophischen Lehren, ob wir von Kynikern sprechen und Stoa oder uns auf Epikur beziehen. Im gesamten Denken gaben weder allein die griechisch-römische Tradition oder jüdische Glaubensgesetzlichkeit und nicht mehr menschliche Kaiser, noch sonstige menschliche Autoritäten den Ton an. Das gesamte menschliche Leben und seine Bestimmung wurden in Natur bzw. kreativer Vernunft "theologisch" begründet. Was logischerweise über die alten Vorstellungen hinausging. Im Neuen Testament lesen wir "ich aber sage euch" oder wird gedeutet, dass Paulus, d.h. das den prophetischen Monotheismus erneuernde Paradigma das "Ende der alten Gesetzlichkeit" bzw. die Erfüllung oder Neufüllung  des jüdischen Gesetzes war. Weil das vormals geltende Gesetz nicht verlassen, sondern nun in Vernunft (heute steht Jesus Christus, der kein Guru oder Geistesgebilde war) begründet wurde. Und da die Philosophen im Kult noch mit Göttern rechneten, wundert es auch nicht, wenn auch im christlichen Kult, der noch keinen Jesus kannte, insbesondere bei den neujüdischen Griechen, Zeus-Pantokrator sprach. Stand doch der Göttervater bereits für den philosophisch bzw. in Vernunft erklärten Monotheismus, der sich aus dem antiken Monismus (neuer ganzheitlichher Naturbetrachtung) entwickelte.

Es ist auch bekannt, wie in den Bildungsmetropolen damaliger Zeit reformjüdisches Denken mit griechischem Geist verschmolz. Wie im Logos nicht nur der griechische Mythos, sondern auch der bildlose Exils-Monotheismus und das ihm zugrunde liegende Wort (hebr. Vernunft allen Werdens) auf neue Weise verstanden wurde. Was heute als Anfang der "Christologie" gelehrt wird. Die z.B. von Alexandrien ausging. Wo nicht nur der Mythos des Homer, sondern auch Moses im Logos erklärt und dann bekanntlich das Alte Testament ins Griechische übersetzt wurde. Wo die Weisheitslehrer und gleichzeitig Kult(ur)romanautoren herkamen, auf die Melanchthon bei seinem Jesus-Name Bezug nahm. Und von wo aus auch die Logos- bzw. Weisheitslehrer zu den Konzilen anreisten, als sie über das Wesen der Vernunft in jahrhundertelanger Diskssion nicht eins wurden. So dass sich die Wege von Kirche und Koran trennten.

Und in Beleuchtung der Kabbalah (jüdischer mystischer Tradition) ist zu lesen, wie hier monistische Weltmodelle (auch wenn die noch weit von modernem Monismus, gar ökologischer oder evolutionär-empirischer Darstellung weg waren) die Grundlage der theologischen Lehren waren. Wie viele Parallelen zu den Propheten, zur urchristlichen Gnosis mit ähnlichen Weltmodellen, zur Logoslehre des Reformjudentum Alexandriens oder weiteren christologischen Denkweisen, neutestamentlichen Aussagen gezogen werden. Um dann gar zu neuzeitlichen Denkern bis zu Hegel oder Giordano Bruno (der heute für Atheistenvereinigungen der Namensgeber ist). Allein die Betrachtung der jüdischen Mystik und ihrem Monimus, aber sicher auch anderer jüdischer Altvorstellungen in Auseinandersetzung im Zeitenwandel müsste genügen um deutlich zu machen, wie absurd die Vorstellung ist, dass ein junger Jude jetzt zum Grund eines neujüdischen Kultes wurde. Auch ohne historische Bibelkritik und was noch alles an Wissen gegeben ist, müsste allein das Wissen um das jüdische Denken der Zeitenwende (auch z.B. die Entstehung und Verbreitung der Synagoge) die Hypothese vom Heilsprediger kippen. Es lässt sich bedenken, wie sich in antiker Aufklärung die in Tradition verhaftete jüdische Mystikoder sonstige Traditonslehre mit dem Logos/der Vernunft auseinandersetzte, nach der jetzt die Welt erklärt wurde. Wie aber z.B. ein junger Mann als Besserwisser jetzt plötzlich all das ausfüllen sollte, was vormals mystische-altmonistische Weltmodelle waren, die jetzt in Vernunft erklärt wurden, das ist unerklärlich.

Das alles sollte man sich in der ganzen Wucht möglichst detailiert betrachten und in seiner Tiefe bedenken. Nicht nur wie hier den rationalen Geist, ob in jüdischer Reform oder neuer philosophisch-griechischer Kultur und das Kreuz mit dem Mythos in kreativer Kulturentwicklung nur am Rande streifen. Dann ist die Frage zu verstehen: Wie groß muss der Hammer sein, der weiter unterstellt, es wäre dieser Zeit um einen jungen Heilsprediger gegangen, der mit seinen Freunden durch die Lande zog? Der oder gar ein vergeistertes Hirngespinst alter Märchen sei von damaligen Denkern, als sich Kirche und Koran trennten, als bereits in Moses oder Homer lebendiger Logos gesehen oder nach seiner Hinrichung als dieser ausgegeben, als mehr oder weniger göttlich diskutiert worden?

Doch diese Hypothese bestimmt nicht nur die gesamte theologische Wissenschaft. Wo dann die angeblich postmodern den Mythos vom Gottmenschen Jesus bewahren wollenden konservative Schriftlehrer wie Klaus Berger, Bücher über "Bibelfälscher" bzw. die historisch-kritischen schriftgelehrten Kollegen schreiben. Weil deren charismatischer Junghandwerker in der Bibel oder sonstigen Texten nicht das Thema sei. Auch unserer gesamten Glaubensvorstellung und damit unserem meist jeglicher kreativer Bestimmung entleertes Weltbild wird von der längst unhaltbaren Heilsprediger-Hypothese getragen. So sind logischerweise auch Naturalismus bzw. Aufklärungsatheismus bzw. die Bedeutungslosigkeit des christlichen Kultes, aber ebenso mittelalterliche Glaubensvorstellungen, nach denen sich junge Moslems weiter auf Gründergestalten und Buchstaben berufen und die eigenen Brüder oder Christen abschlachten, unheilvolle Folgen der längst überholten christlichen Hypothese vom jungen, nun nicht mehr göttlichen Guru. Wer sich angeblich aufgeklärt auf einen in den Tod gegangenen Guru beruft und biblische Buchstaben, der braucht sich nicht über das zu beklagen, was fast täglich in der Tagesschau zu sehen ist. Auch nicht darüber, dass kurzsichtiger Konsum- und Kapitalegoismus zum Kult geworden ist, Kulturbetrieb kaum mehr als unterhaltender Zeitvertreib bedeutet.  

Doch so wenig wie der Klapperstorch kleine Kinder bringt, ging es bei der christlichen Auferstehung anfänglich darum, dass ein junger Heilsprediger oder ein göttliches Hirngespinst im Geist seiner Anhänger wiedererweckt, dann als Logos gesehen bzw. als Logik/Weltvernunft dargestellt und diskutiert worden wäre. Den Verfassern der Texte, auf die sich die Kirche beruft und deren Väter, ging es nachweislich um den "Auferstand": aufgeklärten Verstand der Welt, wie der alten Kultvorstellungen in Vernunft (Logos). Was bisher mythische Welterkärung war, damit möglicherweise auch das Ostera der Sachsen und Germanen, aber insbesonder Mithras, Isis & Co. oder jüdische Vor"bilder", wurde nicht einfach aufgewärmt und umgedeutet, gar auf einen jüdischen Hippi übertragen. Das Alte wurden in antiker Aufklärung in neuer Weise bzw. in Vernunft/Logos verstanden. Daher wurden nicht einfach aus Frühjahrsfesten ein Auferstehungsstehungsfest zu Ehren eines jungen jüdischen Gurus am jüdischen Passah gefeiert. So wenig wie beim Geburtstag bzw. Weihnachten nur die heidnische Wintersonnenwende einem angeblichen Wanderkyniker übergestülpt wurde. (Gleichwohl die Logik der Kyniker: antiker Aussteiger "zurück zur reinen Natur", schon recht nah dran ist.) Und wie besser kann man den Grund der natürlichen Logik, die die alten Göttermythen als Welterklärung abgelöst hatte, auf kulturgerechte Weise feiern, als an Ostern oder an Weihnachten bzw. zur Wintersonnenwende?

Die Sonnenordnung war Kult der Kaiser, die für die von natürlicher Kreativität ausgehende Weisheit begannen eine Kirche zu bauen. (Nicht allein mit Steinen, wie die Hagia Sophia, an der Schnittstelle der Kulturen, in einer neuen Kulturhauptstadt.) Kaiser, die als Atheisten geltende Intellektuelle zu sog. Konzilen zusammentrommelten, um mit ihnen über das Wesen der Vernunft/Weisheit zu diskutieren. Denn um einen jungen Juden oder ein Hirngespinst ist es der Hochzivilisation, der Bildung und Kultur heilig waren, mit absoluter Sicherheit nicht gegangen.

Das kreative Werden, wie der Götterkult wurden nun nicht mehr im Mythos, sondern in Vernunft/Logos erklärt. Daraus wurden nicht nur die bekannten philosophischen Weisheiten bzw. Verhalteslehren abgeleitet, sondern auch das, was wir im Neuen Testament im Namen (erst seit Luther einheitlich Josua, lat.) Jesus lesen. Denn genau dieser Logos, das natürliche Werden nach ewigen universalen Gesetzen und die davon ausgehende menschliche Weisheit, machte im Westen als Jesus und im Orient als Mohammed Geschichte. (Dies wird gerade in Auswertung heutigen Wissens über ihn und seine Zeit von Konstantin eindeutig belegt.)

Inszwischen ist auch das Wissen gegeben, dass das jüdische Passah keine geheimnivolle Flucht von Hebräern oder gar ein geisterhaftes Geschehen war. (Was auch "Zarathustra" zeigt)  Wie vielmehr Moses für den aus Ägypten stammenden, sich ewig wandelnden, auf Wanderschaft befindlichen bildlosen Monotheismus steht, der sich von Anfang an im (jetzt natürlich) erklärten Werden begründete. Wie wenige Jahrhundert vor der sog. Zeit Jesus ein neues Verständnis des Alten sich aus den Götterkulten antiker Hochkulturen befreite. Das sich von menschlichen Gottesbildern abwandte und von einem Grund aller Kreativiät ausging, der ewig unvorstellbar und unsagbar sein wird. Wie bei natur-/himmelbeobachtenden Hebräern im Rahmen eines antiken Aufklärungsprozesses im sog. Exil der heutige Monotheismus entstand. Eine Kultform, die aus Zarthustra bzw. persisch-monistischer Hochkultur und ebenso aus ägyptischer Natur- und Sonnentheologie erwuchs. Die sich in ihren rückprojezierten Mythengeschichten von Abraham oder in alten Königen als Tempelbauern personifizierte Weisheit auf die Tradition berief.

Ein prophetischer Kult, der jedoch die alten menschlichen Gottesbilder für die Probleme seiner Kultur verantworlich machte. Weil er nicht mehr auf menschliche Bilder, Vorstellungen oder Könige, sondern auf das Wort (hebr. Vernunft allen Werdens) gründete. Eine Vernunft, die als Logos (rationale ewige Gesetze, wie sie heute Grundlage allen Wissens und aller Welterklärung sind) dann auch in griechischer Philosophie auf natürliche Weise sagte, was im Kult und menschlichen Zusammenleben "geboten" war. Auch warum ein die Menschen emotional ansprechender gemeinsamer Kult (Bilder, Geschichten, Theater, Kunst und Kultur auf allen Kanälen) die Voraussetzung ist, um Vernunft/Weisheit, die heute in Politik oder in zeitkritischen Posts vergeblich gepredigt wird, in kreativer Gemeinschaft lebendig werden zu lassen.

Und so fordern auch heute die aufgehende Sonne, der Frühling, das Grün oder die gesamte auf wunderbare Weise nach neuem Leben strebende Natur, wie der in Aufklärung gewachsene kulturelle Geist dazu auf, in kreativer Weise das heute gegebene Wissens weiterzudenken. Sich für das in Vernunft erklärte natürliche Werden, den seit dem Sternenstaub vernünfig zu erklärenden Fluss allen Lebens und die davon ausgehende menschliche Weisheit nicht nur zu begeistern. Vielmehr daraus Verant-WORT-ung abzuleiten. Hier aufgeklärt den biblisch als Jesus bebilderten historischen Grund unserer christlichen Kultur (bei Moslems Mohammed, auf den sich die berufen, die die eigenen Brüder umbringen, Frauen schänden...) zu verstehen und ihn gemeinsam auf allen Kanälen der Kultur zu feiern.


 

Cortoon von der Auferstehung nach heutigem Verständnis: Ein bärtiger Hippi, der hinter einem großen Stein aus der Höhle herausspringt und mit dem Handy festzuhalten ist. ("Gutgläubige" Christen kritisierten im Netz: Ja, ja, so sei die böse Zeit. Wo nur geglaubt würde, was mit den Augen zu sehen sei. Und so wird weiter das Unglaubwürdige, was gegen alle Logik/Vernunft spricht, als Glaube hingestellt: Aber-glaube.)

5. Aufgeklärt verstehen, warum das Grab leer war, nie eine Guru drin lag, Jesus lebt

Auch wenn möglicherweise Massenkreuzigungen, bei denen jedoch nie und nimmer ein Aufhebens wegen einem einzelenen Rebellen gemacht wurde, wie es biblisch bebildert ist, mit als Vorbilder dienten. Um die Hinrichtung eines Heilsprediger ist es beim realgeschichtlichen Prozess bzw. dem Kreuzweg nicht gegangen. So absurd es aufgrund heutigen Wissen um den anfänglichen, aus ägyptischem und/oder persischem Denkens um die Sonnenordnung bzw. Kreativität des Ganzen hervorgegangenen prophetischen Monotheismus ist, diesen weiter aus der wundersamen Flucht oder der Teilung des Meeres durch Moses oder gar durch einen brennenden Dornenbusch herleiten zu wollen. Noch abwägiger ist die heutige Hypothese, nach der ein hingerichteter und evtl. nur im Geist seiner Fischerfreunde wiedererweckten Guru der Grund für die Erneuerung des aus dem sog. Exil hervorgegangen biblischen Monotheismus und seiner Verhaltenslehren war. Was die Schriftgelehrtheit im Umfeld eines jüdischen Heilspredigers nach dem Grund für dessen Verherrlichung durch seine Fischerfreude erforscht (für konservative Dogmatiker echte Herrlichkeit), das ist das so wissenschaftlich, wie den anfänglichen Monotheismus weiter in der Teilung des Meeres durch Moses begründen oder mit Blick auf Abraham die Biologie brennender Dornenbüsche untersuchen zu wollen.

Bis noch lange nach Konstantin kam weder ein wahrscheinlich erst bei der volksversändlichen Übersetztung der Reformation einheitlich "Jesus" genannter Rebell aus dem Grab. Noch hing anfänglich ein junger Jude am Kreuz. Während es in der gesamten theologischen Diskussion, bei den Kirchenvätern bzw. allen Denkern eindeutig um die Vernunft ging, nach der man nun die Welt, wie die Göttermythen erkärte, wurde die an deren Stelle getretene Vernunft in altbewährten Kultsymbolen gezeichnet. In den Kulttexten wurde die Vernunft, auf deren Heilswirkung man hoffte als Herr und Christus, in Formeln bzw. Hoheitsnamen oder als Zeus-Pantokrator beschrieben. Was logischerweise auch an die Götterwelt angelehnt war. Denn die Vernunft war nicht nur an deren Stelle getreten, sondern auch der Mythenkult in Vernunft erkärt. Wer mit den Handy nicht nur (wie oben) Bilder macht, sondern sich im Netz umschaut, sieht: Isis, Dionysos, Bacchus & Co. sind mit Maria in christlichen Evangelien-Zeichnugen zu finden. So zeigen logischerweise auch die Jesusgeschichten viele Parallelen mit den Göttern. Und diese sind auch auf den frühen Kreuzigungsbildern zu sehen. Mit der Vergötterung eines Guru hat das so wenig zu tun, wie ein von den Kritikern untersteller kirchlicher Betrug, den die Theologie als Hellenisierung auslegt.

Es erscheint logisch, dass die anfänglichen Denker in den ihnen vertrauten Kultbgestalten auch das Kreuz der Vernunft ausdrückten, in der sie jetzt die Welt erkärten und die immer noch an den eingefleischten Kultbildern der Tradition leiden musste. Auch wenn das Werden der Welt und die bisher dafür stehenden Mythen auf logische Weise erkärt wurden. Im Kult gaben noch die Götter bzw. menschliche Vorstellungen den Ton an. Der wegen Ketzerei gehängte Handerwerkersohn, wie er heute Gegenstand der Wissenschaft ist, der kam, wie auch die Kritiker des Glaubens deutlich machen, noch nicht vor. Der ist ein Prodkut der schriftgelehrten Halbaufkärung, die die anfängliche Vernunft/Weisheit, die in der westlichen Welt nur in bekannter Gestalt Geschichte machte, nicht wahrhaben will. Die die Realgeschichte völlig außer Acht lässt. Und inzwischen selbst den Texten, aus denen sie auf buchstäbliche Weise den Wanderprediger herleitet, die ursprünglich als absolute Voraussetzung gesehene Auferstehung oder sonstige Bedeutungsaussagen absteitet. Doch auch wenn klar ist, warum die Kunstbilder notwendig waren, so leidet die Vernunft unter den traditionellen Vorstellungen/Bildern noch immer. Man muss sich von Glaubenskritikern die Geschichte der Götterbilder erklären lassen, wie die am Anfang den christlichen Kultgrund volksverständlich bzw. kulturgerecht zum Ausdruck brachten. Was die Kritiker dann auf eine fromme Märchenstunde reduzieren wollen und ein Nachdenken über die Vernunft völlig aussperren. Und man muss am eigenen Leib erleben, wie auch für die schriftgelehrte Theologie die Vernunft kein Thema ist. Weil die sich nur mit einem guten Jungen beschäftigt. Dann kann man das im Kreuz gezeichnete Leiden der Logik an den traditionellen Vorstellungen verstehen.

Der Logos hat weder bei modernen protestantischen Pfarrern eine Lobby, die dankenswerter Weise über ihre Lehre lachen, das oben zu sehende Cartoon an Ostern in Facebook posten. Noch bei den historisch-kritischen katholischen Professoren, die z.B. unter lecitobrevior.de über die Auferstehung eines jungen Juden streiten. Ohne auf Argumente einzugehen, die eindeutig auf die Vernunft verweisen, die zum Neuverstand des Alten, damit geschichtlich belegter Auferstehung führte. Doch nicht nur die in einen Heilsprediger verliebte historische Kritik, auch Benedikt XVI., der sich ständig auf die kreative Vernunft als mit Verstand einsehbares Wesen des christlichen Glaubens beruft und dass das Christentum ein Weiterdenken antiker Philosophie sei, hat seinen Glauben, wie sein Lebenswerk auf das kindliche Bild gebaut, ist darin gefangen. (Liefert so leider die Vernunft ans Kreuz.)

Und selbst die Glaubensgegnern bzw. Atheisten, denen sonst die Vernunft heilig ist, wollen davon nichts wissen. Der die unten aufgegriffenen Bilder ständig postende ehemalige Klosterschüler, für den kommt so wenig, wie für seine ehemaligen Kommulitionen, die jetzt Zielscheiben seiner Kritik sind, die in Logik erklärte kreative Wirklichkeit in Frage. Denn auch die Glaubensgegner, die unter www.atheisten.org "wann wurde das Christentum konstruiert" Bilder von Bacchus am Kreuz posten und wie Konstantin noch nichts von Jesus wusste, sondern von Dionysos ausging, sind in den Bildern gefangen. Wenn dann die Götter statt Jesus auch auf Geburtsbildern noch im 4. Jahrhundert oder den Grabkunstwerken des Konstantins zu sehen sind, Jesus erst bei Melanchthon vorkommt, bleibt nach der heutigen Hypothese nur Kirchlicher Lug, Trug, freie Erfindung.

Von der Notwendigkeit der sich wandelndelnden und nun in Vernunft erklärten kulturellen Bilder, um den Menschen im Kult an eine kreative Dynamik zu halten, ihn zu einem kreativen Gemeinschaftswesen zu machen, das Zukunft gestaltet, statt vernichtet, wollen die Kritiker nichts wissen. Wie auch, wenn dies auch bei der Theologie kein Thema ist. Dort weiter das Jesusbild bzw. die kulturgerechte Ausdrucksweise auf buchstäbliche Weise hinterfragt wird und gleichzeitig dann ein aber glaube gegen alle Vernunft als christlicher "Glaube" gilt. Wie der christliche Kult anfänglich nicht nur auf die Vernunft allen natürlichen Werdens gründete, sondern auch die kunstvollen Bildern und ihre natürliche Weitentwicklung als wahrhafte Vernunft gesehen wurde, kann dann auch für die Glaubenskritik kein Thema sein.

So gehen die Kritiker genau den Kult-Bildern auf den Leim, gegen die sie sich wenden. Denn auch wenn das die erste Generation ist, hier noch Göttergestalten zu sehen sind und vom Zeus-Pantokrator gesprochen wird. Der Blick auf die Realgeschichte zeigt: Von Anfang an war dabei die Vernunft, die dem antiken Monismus zugrunde liegende Logik das Thema. Es war die Logik und Vernunft, nach der auch heute die Welt nur etwas empirischer wieder ganzheitlich erkärt wird.


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Sarkophag Kaiser Konstantins (Vatikan Museum Rom) auf dem noch die Götter tanzen.

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Abbildung: Jakob Burckhardt „Die Zeit Konstantins des Großen“

Entdeckt im ehemaligen Pädagogium auf dem Palatin, der Schule der kaiserlichen Pagen des alten Rom, wo sich heute der Vatikan befindet (dieses Relikt befindet sich in der Papst- Villa in Rom). Spottzeichnung von einem Gekreuzigten Dionysos oder Seth. Der Esel war im ägyptischen Raum auch Symbol für Seth, den Gott der Wüste. Er war auch Metapher für die Wüstenvölker und damit das Judentum, dessen Kultbilder (statt griechischer Götter) sich der Logoskult bediente. Wenn das das der Grund des Spottbildes war, würde es genau der Kritik der Zeit am Christentum entsprechen.

Bereits Dionysos/Bacchus (griech./röm.) endete ab etwa der Spätantike am Kreuz. Um die Hinrichtung eines rebellischen Heilspredigers ist es auf jeden Fall weder im Spottbild, noch bei den paganen Kreuzigungsbildern oder dem christlichen Kreuz gegangen.   


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auferstandener Dionysos mit Stigmata

Im Vergleich dazu:


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auferstandener Jesus mit Stigmata (Gemälde von Rembrandt)

6. Auferstehung lässt sich geschichtlich belegen

Auch die kritischen Geister, bei denen oft mehr über die Historien zu lernen ist, als bei den kirchlichen Schriftgelehrten, sind gefangen in den Bildern, die sie sich in Bestätigung ihrer Ablehnung in atheistischen Foren gegenseitig posten. Sie wollen, auch wenn das historisch unmöglich ist, christliches Kreuz samt Jesus als freie Erfindung zur kaiserlichen oder kirchlichen Manipulation ansehen. In Bezug auf Jesus gar erst eine Erfindung von Melchanchthon. Und führende Neutestamentler, die am Maximilianeum lehren, geben es im Blogs allen Ernstes weiter als Wissenschaft aus, darüber zu streiten, ob das Grab eines jungen Guru mit Namen Jesus wirklich leer war. Und wie die Auferstehung dieses wegen Häresie hingerichteten jungen Juden zu verstehen sei. Warum daher wahrscheinlich keine Auferstehung gewesen wäre, sondern das im Rahmen der Glaubensvorstellungen/Gemeindebildung so gesehen worden wäre. (Auch Deutsch: dem eigenen Guru nur angedichtet worden sei.)

Doch hier wir deutlich gemacht, warum es bereits bei den Göttern am Kreuz wahrscheinlich um das Leiden der Vernunft an den Traditionsvorstellungen ging, was dann eindeutig beim heute Jesus genannten Logos das Thema war. Und warum die Bezugnahme der Reformatoren auf den Kultname Josua, lat. Jesus das zum Ausdruck bringt, was bereits im Exil bzw. bei Zarathustra galt, bei den Propheten mit Josua bebildert wurde. Auch wenn es noch zu frühe wäre, bei dem, was in den alten Hochkulturen Persiens oder Ägyptens als Kreativität des Ganzen wahrgenommen wurde, vom Logos/Vernunft zu sprechen. Nachdem dann in antiker Aufklärung der alte bildlose Monotheismus auf neue Beine gestellt, auf(v)erstanden und in Vernunft erkärt sowie kulturgerecht bebildert wurde, lässt sich die Auferstehung Jesus geschichtlich belegen.

Ein junger Bärtiger, der laut Bibel noch nicht mal aus dem Grab kam, weil das ja leer war, und den man dann gegen alle Vernunft als ein Art Miniaturgott glauben sollte, der war nicht. Dazu bräuchte man nicht die Bilder der Kritiker von Bacchus am Kreuz. Die das nur bestätigen. Denn von derm handeln die Texte nicht, auf die wir uns im christlichen Kult berufen. Und in dessen geheimnisvoller Wiedererweckung hätte die antike Hochzivilisation, die bisher im Kaiser als "Augustus" den messiansichen Heilsbringer sah, auch unmöglich ihre Hoffnung gesetzt. Diese galt der Vernunft und Weisheit, nach der in antiker Aufklärung auch die alten Mythen und ihre Göttersöhne verstand. Und die diese daher unmöglich gegen einen Heilsprediger eingetauscht hätten. Es ging anfänglich um eine von Kreativität ausgehende Vernunft/Weisheit, für die im heutigen aufgeklärten Wiederverstand noch lauter zu danken, zu singen und auch gemeinsam zu lachen ist. Denn allein kognitive Einsicht nach der die Philosophen ihre Lebenslehren begründeten, bringt nicht weiter. Die bewegt nicht auch die Herzen der Menschen. Die macht daher noch keine Kultur aus, die sich an die gutgemeinte, inzwischen auch in zeitkritischen Posts ständig gepredigte Weltvernunft/Weisheit hält.

Ähnlich wie der Aufgang der Sonne, der jetzt in Logik erklärt wurde, war der Logos auch in der philosophischen Lehre an die Stelle der Göttermythen getreten. Die vormals in Götterbildern bezeugte schöpfersiche Autorität lag bekanntlich jetzt bei der Vernunft. Die im Licht der neuen, nun rational erklärten Sonne bzw. allein von natürlicher Kreativität ausgehend, daher jetzt echt "jungfräulich" zur Welt gebracht wurde
. Damit liegt es auf der Hand, dass die griechisch-römischen Götter als Vor-bilder auf kreative Weise aufgriffen wurden, um die Vernunft auf neue Weise volksverständlich bzw. kulturgerecht zur Welt zu bringen: Um das auf rationale Weise zu bewahrheiten, was vormals Mythos war. Dies zeigt sich nicht allein in den Kultbildern (wie oben). Auch die Texte und Geschichten greifen in vielfacher Weise die griechischen Vor-bilder auf. Die Bücher der Kritiker sind voll von Belegen, die den christlichen Glauben als Lug und Trug darstellen sollen, weil die Jesusdarstellungen und Geschichten, von jungfräulicher Geburt über Wunder bis zu Tod und Auferstehung, den Göttergeschichten oder alttestamentlichen Mythen (wie es selbstverständlicher Stoff heutiger Theologie ist) nachgestellt worden sein. Doch anders als bisher durch die Kritik geschlossen, wird dadurch die christliche Glaube nicht in seinen Grundlagen bzw. Wahrheit erschüttert. Nicht nur mit jedem täglich neu erscheinenden Buch, das die theolgosche Bedeutung der Texte, auch in Bezug auf die altjüdischen Vorbilder schildert, sondern auch auf jeder Seit der Bücher der Glaubensgegner, wird die Vernunft als wahrer Grund des Christuskultes bestätigt.


7. Schlimmer als jede Bücherverbrennung verhindern die eingefleischten Vorbilder die konsequente Auswertung des wachsenden Wissens.

Wem seit der Kindheit die Bilder des jungen Juden vor Augen standen, den er auf seine Weise, evtl. als rebellisches Vorbild ins Herz geschlossen hat. Wer im Musical "Jesus Christus Superstar" war, die bekannten blutigen Jesus-Filme sah oder als Student in Palästina wochenlang nach den Spuren eines Wanderpredigers suchte. Wem seit dem ersten Studientag Jesus als verherrlichter junger Mann begebracht wurde, auf den ja auch die Lebenslehre und der Glaube der Lehrer baute. Der übersetzt dann auch all die Hoheitsbezeichnungen, die Formeln oder den Logosbegriff der Kirchenväter bzw. die vielfältigen alten Symbole dafür wie selbstverständlich mit "Jesus". Und denkt dabei nur an einen jungen Guru. Darauf gründen seine Glaubensvorstellungen und somit das Bild der westlichen Welt.

Wie von den heutigen Wissenschaftlern meist nur die Texte gedrecht und gewendet werden, so wollen auch die meist ketzerischen Gegner des Glaubens nur die Bilder gelten lassen, reden von "Betrug". Auch die heutige Theolgie will von der Vernunft nichts wissen. Sie gibt keine Antwort, bringt auch keine Argumente, dass es doch nur um einen jungen Guru ging, der gestorben ist und dann im alten Stil hochgejubelt bzw. hellenisiert wurde. Denn die gibt es nicht. Alle außerbiblischen Belege sind nachträglich entstanden oder verweisen auf den Christus. Als der nicht nur in Alexandrien der Logos/die philosophisch definierte Vernunft galt. Denn im Gegensatz zur üblichen Kritik geht es hier ja nicht darum, die Exizenz Jesus abzustreiten, sondern so den echten Christus in Vernunft zu begründen. Denn die neutestamantlichen Geschichten handeln vom gleichen hoheitlichen Wesen, dem lebendigen Wort/Logos, um das es auch den Propheten bzw. jüdischen Denkern ging. Die auch in ihrer Zeit in Rückprojektion die bekannten Kult(ur)geschichten der Bibel verfassten.

Ebenso wie die Schriftgelehrten wollen deren Gegner, die über die Texte nur lachen, sie für Lug und Trug halten, ihrer bisherigen Vorstellung treu bleiben. Sie halten sich lieber an die Bilder, als an den Logos/die in Vernunft erkärte kreative Wirklicheit, die nachweislich das Thema  - auch der Bilder - war. Wer die Vernunft des christlichen Kultes zu bedenken geben will, wird von den Atheisten gesperrt, weil das nicht ins Bild passt. Oder von jungen Theologiestudenten, die ihren einen Heilsprediger entblätternden Lehrer nachbeten, als Troll beschimpft, den man nicht füttern dürfe. Denn Argumente gegen das Wissen, dass bereits die Götterbilder, die anfänglich noch den christlichen Glaubensgrund im Kult zum Ausdruck brachten, für eine den antiken Denkern heilige Vernunft/Weisheit stehen, die gibt es nicht. Wie die Götter daher bereits auf die Weisheit als Christus hinweisen, die Melanchthon dann einheitlich entsprechend antiker Weisheitslehrer (in Bezug auf den biblischen Josua) mit Jesus übersetzt, das kann und darf nicht bedacht werden. Das würde ja das bisherige Weltbild ins Wanken bringen. Man verweigert sich dem Wissen, will die vielfältigen Anfänge als freie Erfindung eines Kaisers hinstellen. Und die Schriftgelehrten halten
gegen besseres Wissen an einem jungen Guru fest, der anfangs allerdings, wie deren Kritiker posten, ganz anders aussah bzw. nicht war:


...das kommt schon hin, wenn Du Dir nochmals diese „Micah“ aus dem 16. Jhd. anguckst, da weist „Gott Shepherd“ (rechts der Büste des Herrn) auf den Neuen, auf „Jesus“, mit anderen Worten, selbst im 16. Jhd. war Shepherd, Orpheus, u.a. Göttern regional immer noch aktuell:

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"Catacomb of Domitilla", Malerei aus dem 16. Jhd.

Und

Sogar „Wiki“ meint:

.... Der Brief des Petrus an Philippus, Epistula Petri (EpPt), ist eine pseudepigraphische, stark gnostisch geprägte Schrift, die ursprünglich griechisch geschrieben war und aus dem späten 2. oder dem 3. Jahrhundert stammen dürfte. Zwei koptische Übersetzungen sind erhalten ... http://de.wikipedia.org/wiki/Brief_des_ ... _Philippus

Mit anderen Worten, den Brief gibt es nicht.

Aus den koptischen „Übersetzungen“ gibt es ebenfalls Abschriften, aber nur - man staune von Phillip Melanchthon (15. Jhd.) :lol: (Der hat sich so selbst verewigt.)

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.

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Handschrift Luthers und Melanchthon

Was Melanchthon zum Namen „Jesus“ beeinflusste, man weiß es nicht, eventuell:


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Widmung des Philipp Melanchthons an seinen Strassburger Freund
und Arzt Johann Berchthold Heipel unter Verwendung eines leicht
abgewandelten Homerzitats, sowie eines Zitates des Jesus Siracides
(175 v. Chr).

Warum überlässt man es den Glaubenkritikern, so die theologische Wissenschaft für dumm zu verkaufen? Wieso ist die Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen anfänglicher Radikalkritik allein das Werk von Spekulaten und Glaubensgegnern. Warum wertet die heutige Wissenschaft nicht selbst aus, was angeblich bei der Melachthonstiftung alles zu finden ist, den Philosophen bewegt hat, den Grund christlichen Glaubens in seiner götterfreien Form einheitlich Jesus zu nennen? Warum lässt man sich und die Welt im Glauben, es wäre von Anfang an um einen jungen Juden gegangen, den seine Mutter zufällig Jesus nannte und der dann nur mit Hoheitsbezeichnungen, Götternamen oder Formeln beschrieben wurde? Wieso macht man so nicht deutlich, wie die Verschriftung im Rückbezug auf die jüdische Wurzel/Weisheit der Reformation, der Buchglaube, wie er bis heute gilt, kein Fehler in der Kulturgeschichte war? Wie vielmehr hier der notwendige Weg zu sehen ist, der heute so erst ein Verständnis der Vernunft/Weisheit ermöglicht, die am Anfang das Thema war.


8. Die Weisheit in kulturgerechter Ausdrcksweise machte unsere Geschichte

Selbst die Entstehung der Kultlesetextes belegt, was auch die Realgeschichte zeigt: Kein junger Guru war das Thema anfänglicher Christologie/Theologie, sondern der Neuverstand des Wortes, d.h. der jetzt in Vernunft erklärten kreativen Wirklicheit, wie deren kulturgerechter Ausdrucksweise. Denn während sich die Schriftgelehrten streiten. Die historisch-kritischen Neutestamentler, die nach heutiger Logik nicht weiter davon ausgehen können, dass ein wundertätiger Junghandwerker mit Namen Jesus der Schöpfergott oder was Ähnliches war, als "Bibelfälscher" beschimpft werden. Derweilen bestätigen die Kritiker des Glaubens, was bereits die theologischen Radikalkritiker belegten: In den Texten am Anfang ging es nicht um den allgemein angenommenen jüdischen Wundertäter. Und ein solcher auch nicht als hoheitliches Wesen galt. Wie am Anfang noch die für Wesenheiten der Natur oder menschliche Eigenschaften im Kult stehenden Mythen-Gestalten, mit denen bereits Homer Ordnung in den Götterhimmel brachte, der nun in Vernunft/Logik erkärte wurde, die Hauptrolle spielten. Wie hoheitliche Namen und Formeln bis noch zur Neuzeit für den christlichen Glaubengsgrund standen, der Logos das eindeutige theologische Thema (auch der kanonisierten Kultlesetexte) war. Und nachweislich auch all der Denker, die für den kirchlichen Kanon verantwortlich zeichneten oder wie Marcion diesen wahrscheinlich verursachten.

Wir können Martin Luther oder den Philosophen Philpp Melnachthon kaum mehr fragen, ob sie an einen jungen Juden mit Namen Jesus als Gott glaubten. Doch selbst den mittelalterlichen Mönchen, die die Anfänge des christlichen Glaubens entsprechend ihrer Zeit märchenhaft ausschmückten, Evangelientexte umformten oder den später die Bibel götterfrei ins volksverständliche Altdeutsch übersetzende Reformatoren der Neuzeit scheint noch klar gewesen zu sein, dass kein Wanderprediger mit Namen Jesus, sondern die so kulturgerecht verstandene Weisheit bzw. Vernunft am Anfang stand. Die Bezugnahme des Philosophen auf jüdisch-reformende Weisheitslehrer Alexandriens (Jesus Sirach), die auch Kult(ur)romanschreiber waren oder Homer, weist eindeutig darauf hin, dass noch in Neuzeit bzw. bei der Entstehung der Texte, aus denen die Schriftlehrer allesamt heute den jungen Guru herleiten wollen, bewusst war, um was es ging.

 
Reformatoren: Hieronymus Bock, Johann Buchenhagen, Johannes Calvin, Johannes Hus, Martin Luther, Martin, Philipp Melanchthon


Fest steht, erst die Reformation übersetzte die vielfältigen, noch oft an die Götter angelehnten Bezeichnungen des christlichen Glaubensgrundes, die Hoheitsaussagen  bzw. Glaubensformeln wie die Nomina Sacra einheitlich mit "Josua" lateinisch Jesus. Wobei es  selbstverständlich ist, dass bereits vorher alte jüdische Kultname, der für die Verbreitung/den Verstand des Wortes steht, aufgegriffen, darin der christliche Kult begründet wurde. Denn der von den Reformatoren dann einheitlich verwendete Jesus-Name war weder ein täuschender Trick, noch fiel er einfach vom Himmel. Vielmehr hat sich Melanchthon auf die jüdische Tradition berufen. So dass die Bezeichnung Jesus mit Sicherheit auch in vormaligen Diskussionen zu finden ist, die über die polemische Streitschrift "Toledot Jeschu" hinausgehen. Doch der Jesus-Name ließ sich selbst von noch so eifrigen und sachkundigen kritischen Wiedersachern im Atheisten-Forum in den kanonischen Texten nicht vor der Reformation nachweisen. Selbst nicht in Kreuzinschriften, denen nachtäglich das "INRI" angehängt bzw. die umgemeißelt wurden. Und auch nicht koptische Texte oder der koranische Isa und seiner Mutter lassen auf einen jungen Guru mit Namen Jesus schließen. Vielmehr verweist gerade der koransiche Isa, der dort nicht als Gottessohn, sondern als Wort galt, darauf, dass es eben nicht um den heute angenommenen jüdischen Wanderguru gegangen sein kann, den man dann zu Mohammed gemacht hätte. Wie gerade auch der "Jesus des Koran" (samt seiner messiansichen Mutter) deutlich macht, dass die Hypothese vom hellenisierten bzw. verherrlichten jungen Juden ein schlechter Witz ist, wird an anderer Stelle deutlich gemacht. (u.a. von Konstantin.)

Doch wie wenn es von Anfang an um einen rebellischen Handwerkersohn bzw. Wanderkyniker mit Namen Jesus gegangen wäre, werden heute alle anfänglichen Texte übersetzt und gedeutet. Auch den anfänglichen Denkern, von denen wir wissen, dass es ihnen um den Logos ging oder den vielfältigen anfänglichen Bewegungen, die von Erkenntnis ausgingen und in Konkurrenz standen, anerkannterweise die Vernunft zum theologischen Thema hatten, wird sonderbarerweise weiter ein Wandercharismatiker Namens Jesus untergeschoben. Egal welcher theologische Wissenschaftler über die Urgeschichte schreibt, setzt den Namen Jesus voraus. Und auch in den dicken Bänden von Herder, die die christologische Diskussion der ersten Jahrhunderte darlegen, bei der es eindeutig um das Wesen des Logos ging, der Name Jesus nicht vorkam, wird immerzu von einem jungen Juden mit Namen Jesus gesprochen. So hat der Theologe, den ich aufgrund der Erkenntnis bei den Glaubensgegnern zum Jesusnamen fragte, die zurückgemailen Hoheitsbezeichnungen oder Formeln der Kultlesetexte: IH (iota-eta), IC (iota-sigma), oder IHC (iota-eta-sigma) wie gelernt als "Jesus" gedeutet. Um was es den Verfassern der Evangelientexte bei den Heiligen Namen bzw. Christogrammen wirklich ging, wird nicht weiter hinterfragt. Hat man doch von Anfang an gelernt, warum ein junger Jude mit Namen Jesus - den man einfach einheitlich voraussetzt - verherrlicht wurde.

Doch selbst wenn bereits von Anfang von "Jesus" gesprochen worden wäre. (Von was ich bei all meiner Argumgention über die Vernunft des christlichen Kultes bis zum Lernprozess bei den Atheisten vor wenigen Monaten ausging.) Dann wäre es nach allem, was wir wissen, zweifellos trotzdem von Anfang an um das gegangen, was nach dem Wandel vom Mythos zum Logos nun in Vernunft erklärte kreative Wirklichkeit war. Und da von Anfang an das lebendig war, was den Juden als Josua galt oder jüdische Weisheit war, hat eigentlich Jesus von Anfang an gegolten. Auch wenn daher bereits die Urevangelien oder spätestens die Kirchenväter oder die Kaiser auf den Konzilen von Jesus (nicht vom Logos) geschrieben hätten, dann wäre das verständlich. Doch den Denkern, die die Götterbilder, ebenso wie die jüdischen Vorbilder aufgriffen, gleichzeitig nicht nur vom Logos ausgingen, sondern über das Wesen der Vernunft stritten, kann es logischerweise nicht um einen jungen Juden mit zufälligem Namen Jesus gegangen sein. In der gesamten Kulturdiskussion ging es letztlich um den Wiedervertstand des Alten (jüd. Josua) in Vernunft. Nicht nur auf den unzähligen Konzilen und innerhalb der vielfältig konkurrierenden Denkweisen damaliger Kultur, auch z.B. im bekannten Dialog, den Origenes mit Celsos führte, wurde über das Wesen bzw. die richtige Definition der Vernunft (das wahre Wort) im Verhältnis zu den Vorstellungen der Väter gestritten. Und wie diese entsprechend der Vor-bilder zur Welt zu bringen ist.
Der, den heute die scheinbar historisch-kritischen Hochschullehrer (aber z.B. auch Berger und Benedikt XVI.) einzig gelten lassen, der kann in keiner dieser Diskussionen das Thema gewesen sein.

Wobei die Einsicht, dass der heute überall stehende Jesus-Name erst ein Spätwerk ist, verstehen hilft, wie so der klare Blick verbaut ist. Denn egal wo heute über die anfängliche Diskussion um das Wesen des Logos, die Begründung der neuen Lehren des in Vernunft begründeten Monotheismus oder der kulturvernünftigen Ausdrucksweise berichet wird. Überall steht wie völlig selbstverständnlich der Name, den scheinbar erst die Neuzeit dem ursprünglichen Grund des chrstitlichen Kultes gab. Die Vorstellung, dass es dabei über die Vernunft und nicht um einen jungen Guru ging, ist selbst bei sonst kritischen Zeitgenossen kaum denkbar. 
 
Doch nicht nur die Melachthon-Notiz oder das Nichtvorkommens des Jesus-Namens, die Verwendung von Götterbezeichnungen, Formeln oder Hoheitsbezeichnnungen, auch die Diskussionen der Reformation, wie z.B. über den den Termin des Geburts-/Weihnachtsfestes machen deutlich: Noch die christlichen Denker der Neuzeit, wie Melachthon und Luther, gingen scheinbar davon aus, dass dass es am Anfang nicht um einen weniger göttlichen Heilsprediger ging, wie er heute als einzige historische Hypothese gilt. Eine Hypothese, die jedoch nur aus deren für das nachmittelalterliche Volk verständlichen Bildsprache und dem jetzt durchgängigen Jesusname hergeleitet wird. Einer am Alten Testament orientierten Bildsprache, die in der Reformation von Götterbildern frei gemacht, auf die jüdische Wurzeln bezogen wurde. Die Reformatoren übersetzten dabei Texte, die bisher lateinisch gelesen wurden. Wie sie im Kult an die Stelle der alttestamentlichen Kultlesetexte getreten waren. Die aber keine historische Bedeutung hatten. Sie schrieben und dachten in einer Zeit, in der die Logik der Welterklärung wieder dem Mythos gewichten war. Und in der in die Kirche viele Irrlehren, wie der Ablasshandel Einzug gehalten hatten. Nur durch die Verschriftung im Rückgriff auf die jüdische Wurzel der prophetischen Weisheit konnte die Vernunft so vor Verflüchtigung bewahrt, das schöpferische Wort in die Zukunft gerettet werden.

Wie auch das, was in mittelalterlichen Möchsstuben an biblischen Texten entstand oder wie selbstverständlich als Geschichte der Kirchenväter gelesen wird, war auch das Werk der Reformatoren keine betrügerische Irreführung oder eine Manipulation der Masse. Es entsprach der Vernunft der Zeit, hat eine verschriftete Glaubensform hervorgebracht, die so zur Aufklärung führte und der wir auch die Freiheit verdanken: Um auf aufgeklärte Weise die Vernunft als Grund des christlichen Kultes zu bedenken. In aufgeklärter Weise die dem gesamten antiken Denken zugrunde liegende und heutigem Intellekt heilige, ab leider meist ungehaltene Weisheit, als anfänglichen Grund des christlichen Kultes zu verstehen.

Die Reformatoren nahmen bei ihrer göttbildfreien Übersetzung in deutsche Volkssprache, die vor Irrlehren bewahrte, die Menschen mündig, unabhängig von kirchlicher Predigt machte, Bezug auf jüdische Weisheitstexte: Jesus. Melanchthon bezog sich auf eine Weisheit, die eine in der antiken Bildungsmetropole Alexandrien geltende Vernunft/Weisheit zum Thema hatte. Die nicht nur dort im nun vernünftig erklärten Werden philosophisch begründet war. Eine Weisheit bzw. ein Wort, das auch bei allen anfänglichen kirchlichen Denkern und in der gesamten Kulturdiskussion zur Debatte stand. Auch wenn heute von Kritikern hochgehaltende Verteidiger der kath. Lehre deutlich machten, dass die im Protestantismus übersetzten Texte erst in mittelalterlichen Mönchsstuben entstanden und eine Verschriftung der Lehre als Atheismus ablehnten. Die Zeit der kath. Lehre war bekanntlich abgelaufen. Und das nicht nur wegen der Ablasspredigt oder sonstiger Absurditäten. Die Übersetzung und Verschriftung, die Dank dem Buchdruckerhandwerk dann die Bedeutung des biblischen Textes bewirkte - bis zu dem hier ständig beklagten buchstäblichen Jesusversträndnis -- entsprach der Vernunft ihrer Zeit. Es ist eine Vernunft und Weisheit, die heute selbst in zeitkritischen Post gepredigt und rund um die Welt gesendet wird. Eine Vernunft/Weisheit, die der heutigen Aufklärung heilig ist, ohne gehalten zu werden. Weil im Kult noch den traditionellen Vorstellungen, menschlichen Göttern geopfert wird.

"Es wäre heute nicht so, wie es ist, wenn es damals nicht gewesen wäre, wie es war".
Doch diese Weisheit verweist nicht nur darauf, dass wir alles, worauf wir heute stolz sind, den Vordenkern verdanken. Sie zeigt auch, dass Dinge, die wir heute beklagen, vom Ursprung her neu zu bedenken sind.


Offenbarung in Aufklärung



Offenbarung bedeutet offenlegen, eindeutige Klarheit schaffen, deutlich, begreifbar machen, was bisher verborgen war…. Ein Neuanfang in Krise, wenn das Vergangene am Ende ist. Im christlichen Sinne geht es dabei um Offenlegung, Klarheit über kreative=schöpferische Wirklichkeit, Wille, Sinngebung, Weisheit, Weisung…

-Hier wird offengelegt, wie die heutige Lehr-Hypothese von Jesus als einem verherrlichten Heilsprediger oder einem blind zu glaubenden Gottessohn/Wort, weder schöpferische Wirklichkeit offenlegt, noch Klarheit über eine sinnvolle Lebensweise, sondern dies verhindert, zum genauen Gegenteil von Offenbarung führt: Offenbarungseid heutiger Lehre= Offenlegung der Leere.

-Gleichzeitig wird Klarheit geschaffen, dass die in Jesus geschehen Offenbarung nicht durch den war, der in heutiger Lehre als historisch gilt, davon die anfänglichen Denker nicht ausgingen. Wie vielmehr die antike Vernunfterklärung allen Werdens (Logos, im jüdischen Sinne Wort/Josua, lat. Jesus) realgeschichtliche Offenbarung, lebendiges schöpferisches Wort war.

-Und wie von diesem aufgeklärten Christus-Verständnis ausgehend nicht menschliche Gottesbilder und Buchstaben, sondern die heutige Vernunft-/Welterklärung und was danach als vernünftig für die Weltentwicklung erkannt wird, im Namen Jesus als Offenlegung kreativer=schöpferischer Wirklichkeit und Verhaltensnorm zu bedenken, zu feiern und zu halten ist.


Ostern - aufgeklärt verstehen und feiern

Auferstehung bzw. ein aufgeklärtes Verständnis des Alten  ist kein Bewahren oder gar ein zurück zu alten Zeiten, die nie golden waren. Weder geht es darum, die urchristliche Vorstellungen oder Lebensregeln wieder einzuführen oder gar gegen die der Stoa austauschen zu wollen. Gleichwohl die (ohne Kultverankerung weitgehend illuionäre gebliebenen) Lehren heute oft als wahrhaft vernünftig gepriesen werden. Aber ein aufgeklärtes Verständnis des anfänglichen Kultgrundes hat ein völlig neues Glaubens- und Weltverständnis zur logischen Folge. Denn wo klar wird, wie dort, wo heute der Name Jesus steht, die Vernunft in Kultur das Thema war, damit das, was heute in Logik erklärte Weisheit ist und von aller Welt gepredigt bzw. diskutiert wird. Dann ergibt dies nicht nur ein völlig neues Glaubens- und Welt- bzw. Schöpfungsverständnis.

Was heute die natürliche, auf Zukunftsgestaltung/Kreativität ausgerichtete Logik sagt (die Antike sprach vom Logos), wird dann gemeinsam als das verstanden, was den Alten als das in Jesus (dem Logos in Person) offenbarte schöpferische Wort bzw. davon ausgehende menschliche Weisheit war. So entsteht eine kulturbegründete Verant-wort-ung, die tiefer greift, wie alle rein kognitive, ideologisch-politische Erkenntnis.

Wenn daher aufgeklärte Menschen, die wie die Christen den alten Götterbildern/Gottesvorstellungen nicht mehr opfern wollen, sich für die gemeinsame Zukunftsgestaltung stark machen, sich als Ökoaktivisten betätigen, sonst für die Natur und Umwelt einsetzen und soziale Gerechtigkeit verlangen. Wenn sie sich als Humanisten für die Gemeinschaft engagieren, nach Friede und einem globalen, nicht fremdenfeindlichen globalen Geist oder sonst einer ganzheitlichen Sicht und enstprechendem Verhalten rufen. Dann rufen sie nach dem, was für die antiken Philosophen der ihren Lehren zugrunde liegende Logos bzw. davon abgeleitete Weisheit war. Die in Kult(ur)Geschichte über die altvertrauten Kultgestalten dann zu Jesus wurde. Denn allein abstrakte philosophische Lehren, heute zeitkritische politische Predigten auch in Form von Posts als Sendungen um die Welt, waren auch im antiken Zeitenwandel zu wenig. Um Menschen zu bewegen, braucht es ein tiefergreifendes Bewusstsein intrinsischer Motivation. Die ist Kulturerwachsenen gegeben, die einen kulturgerechten eigenen kreativen Sinn als Teil des Ganzen auch im Rahme der alten Religionen sehen, in denen sie erwachsen sind. Und die sich auch der alten Bilder, kulturbedeutender Gesichter bedienen, die bisher die Herzen bewegten. Was dann bekanntlich bei Kulturwesen emotionale Gefühle, Kraft und Kreativität freisetzt.

Wenn daher künftig die modernenen Medien oder Kunst- und Kulturschaffenden sich nicht nur als "Unter"halter sehen. Wenn vielmehr ihr Schaffen wie in der antiken Hochzivilisation wieder darauf abzielt, die kulturelle Grundlage zu legen, damit Kulturwesen zum Schwarm bzw. vernünftigen Gemeinschaftswesen werden, die Zukunft auf kreative Weise gestalten wollen. Wenn mündige Menschen kulturaufgeklärt für das seit dem Sternenstaub in Logik Gegebene dankbar in und außerhalb der Kirche bei allen Festen feiern, um sich fitt zu machen, den Geschichte gewordenen Logos (in Vernunft erklärte kreative Wirklichkeit) in Weisheit zu leben. Wenn dabei die, die ebenso wie die ersten Christen Gottesvorstellungen verneinen, gemeinsam mit heutigen Christen aus Vernunft auch von Jesus singen. Und wenn gleichzeitig klar wird, dass auch das, was im Orient als Mohammed Geschichte wurde, die vernünftige Ausdrucksweise einer in Natur/Logik begründeten menschlichen Weisheit war. Und so dort die mittalterlichen Vorstellungen einer Mündigkeit weichen, die vor Manipulation schützt und das Morden im Namen Mohammeds beendet. Dann ist Ostern. Oder ist das schon das, was an Pfingsten gefeiert wird? Weil dann die durch Aber"glaube" traditioneller Vorstellungen verursachte Sprachverwirrung überwunden und ein gemeinsames Weltverständnis bzw. ein heiler, globler kreativer Geist gegeben ist. Aber egal: Auf jeden Fall ist dazu logischerweise Ostern bzw. Auferstehung: ein aufgekärtes Verständnis der kulturellen Vorbilder, um die es hier geht, die Voraussetzung.

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Die ganzheitliche Naturbetrachtung bzw. der antike Monismus die Grundlage der monotheistischen Theologie, damit auch Christologie war, konnte zu Zeiten anfänglicher Radikalkritiker noch kaum bedacht werden. Wie so das antike Verständnis der jetzt in Logik erklärten Welt/allen Werdens (Logos) das in Geschichte bebilderte Heiswesen war, ist erst mit heutigem Geschichtswissen gegeben. Auch wenn sich kath. Bischöfe wie Leonardo Boff (Zeitschrift "conilium" zum Thema Ökologie) auf die Gajalehre, damit modernen Monismus beziehen, wie er auch ohne Gaja längst wissenschaftlicher Alltag ist. Ihn in einheitlichen Prinzipien wie der Evolutions- und Ökologielehre als universal geltend voraussetzt. Wenn sich dabei naturwissenschaftliches Weltverständnis und Monotheismus immer noch meist unversöhnlich gegenüber stehen, so geht dies auf das Konto der einer gestrigen Glaubenslehre. So wird weder Monotheismus noch Glaube nach herkömmlicher Lehre auf "natürliche" Weise begründet. Und so mussten auch die deutschen Monisten als erbitterte Glaubensgegener angesehen werden. Die damaligen Denker konnten das Wesen des Monismus noch nicht als den echt historischen Christus erkennen. Auch wenn sie das historische Wesen Jesus in der Hand hielten, so ist erst heute die Zeit gegeben, dies eindeutig so zu sehen. Statt die Existenz Jesus abzustreiten, dessen historische Heilswirkung zu belegen.

Auch wenn bisher durch die gesamte Kritik kaum im Sinne kultureller Evolution argumentiert werden konnte, sondern meist nur aufgezeigt wurde, was an den biblischen Texten nicht sein kann. Die theologische Wissenschaft, wie die biblische Kritik hat eigentlich längst deutlich gemacht, dass es in Geschichte nicht um einen jungen Guru ging. Es würde hier zu weit führen, die gesamte historische Kritik auflisten zu wollen, die überall zu beobachten ist. Die sich zwar weniger mit der Logik geschichter Kulturentwicklung, als mit biblischer Nachlesen beschäftige. Die aber ebenso zu einem völlig neuen Verständnis zwingt. Deren Erkenntnis, dass die Anfänge unserer Kultur ganz anders aussahen, als seit Kindheit angenommen, auch den mehr oder weniger zufälligen Ausschlag zu einer jahrzehntelangen Forschung und Auswertung fast aller veröffentlichten deutsprachigen Erkenntnisse gab. Was hier dann in einer Konsequenz weitergedacht wird, die bisher leider sonst noch wenig vorkommt. Denn wer weiß, was heute auf dem Tisch liegt, der kann nicht wie die Theologie weiter einen Wanderprediger mit Namen Jesus oder ein reines Glaubensgebilde an den Anfang stellen wollen. Was ist daran wissenschaftlich, wenn ohne eine echte Antwort auf die alte Radikalkritik oder neue Erkenntnisse, die historisch-kritische Theologie jetzt statt ein schöpferisches Wesen einen einfachen Junghandwerker annimmt, der sich als Religionsrebell betätigte? Und dann auch noch dessen abgeschriebenes Umfeld als der geistgeschichtliche Kontext ausgegeben wird.