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Heute vergeblich gepredigte Ökologie wurde im Heil Josua: Jesus als Christus universale Lebensbestimmung

Auch „Die Umwelt des Neuen Testamentes“ lässt erkennen, wie das, was wir heute Ökologie nennen oder in Evolution als Weisheit begründen „Christus“ war. Was im aufgeklärten Sinn Moses, damit im nun weltgültigen jüdischen Bund, Heil Josua „Jesus“ erst zur Lebensbestimmung antiker Weltbürger, dann in zeit- und kulturgerechter Vermittlung in menschlicher Erscheinung im Sinn alter Kulturwesentlichkeiten zum Volkskult wurde. Womit die heute naturwissenschaftlich als maßgebend erkannte, vergeblich gepredigte Weisheit aufgeklärt zum wahren König, in intrinsischer Motivation die heute mehr denn je notwendige grenzüberschreitende Kulturbestimmung mündiger Weltbürger in egal welchen Namen, Gestalten werden könnte.

Wer nach dem, was allein in der Vorlesung über „Die Umwelt des Neuen Testamentes“ deutlich wurde, weiter davon ausgeht, dass in einer Zeit, in der die in philosophischer Lehre von einem in Vernunft zu verehrenden Sinn allen Seins als höchste Wesentlichkeit (Gotteslehre) so u.a. von Kynikern und Stoikern in Natur begründete Ethik, Weisheit, von der Lehre eines besonders bibelschlauen Handwerksburschen abgelöst wurde. Womit der einem Heilsprediger mit handauflegenden Fähigkeiten aufgesetzte Heiligenschein dann für Neuplatoniker rund um das Mittelmeer zur wahren Weltbestimmung und als das gesehen worden sei, was bisher in Natur-/Sinn-/Vernunftlehre (Logos) hochphilosophisch bedacht war. So wie in der Christologie-Vorlesung den Studenten nach der Hypothese von einem jungen Mann als historischem Jesus der „große Medienwandel“ erklärt werden musste. Wer so heute nicht allein die Theologiestudenten im Glauben lässt, dass Trauervisionen, nach denen Groupies ihren Meister zum Christus, Gottessohn… wider Willen machten, die universale philosophische Theologie, damit in natürlicher Schöpfung begründete Ethik und Weisheit ablösten und zu einer neuen allgemeingültigen Lebensbestimmung von Weltbürgern wurde. Wie damit ein jüdisch-kynischer Guru als das geglaubt worden wäre, für was bisher die im Namen Zeus verehrte Vernunft des sinnvoll zusammenhängenden Ganzen, in Vernunft erklärten natürlichen Lebensflusses nach philosophischer Lehre (Logos), wie damit begründete Verhaltenslehre war. Was, auch wenn Zeus genannt, nach einer philosophisch-universalen Theologie im Sinn der verschiedenen bisherigen Gottheiten, austauschbarer Namen, Gestalten gesehen wurde. Der verweigert sich aufgrund eines kindlich-buchstäblichen Jesusbildes, das in dieser Form bis zur Aufklärung tragen musste, dem selbst freigelegten Wissen.

Doch nicht allein, dass so die Geschichte wie die biblischen Geschichten auf den Kopf gestellt werden und das Christentum von seinem Grund her als Irrsinn, völlig bedeutungslos erscheinen muss. Nicht relevant für die Lösung heutiger Herausforderungen. Wesentlicher ist, dass so versäumt wird, die religionswissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit das, was seit dem kirchkritischen Monisten Ernst Hackel nicht mehr Logos (so im Kult auch Zeus oder Christus), sondern in heutiger Naturwissenschaft Ökologie genannt wird, nicht weiter vergeblich auf Weltkonferenzen, wie in Kirchen gepredigt wird. Vielmehr wäre die philosophisch in monistischer Öko-Logik begründete Weisheit aufgeklärt als das zu verstehen, was statt der Mysterien als Gotteswort, auch des arabischen Propheten galt. Was so den Schriften und ihren Gestalten zugrunde liegt, im Osten Tao oder Dharma genannt, selbst den amerikanischen Ureinwohnern im Namen des Großen Manitu galt. In Aufklärung wären so die Weichen zu einem grenzüberschreitenden Verständnis zu stellen, damit die in Ökologie, wie kultureller Evolution begründete Weisheit nicht nur im Namen Jesus Christus in intrinsischer Motivation zum wahren König, Kultur- und Lebensbestimmung mündiger Weltbürger werden kann.

Sehr geehrter Herr Professor Mathias Konradt,

bei der „Umwelt des Neuen Testamentes“ nun bei den philosophischen Strömungen angekommen, die in Natur, deren Sinn begründeter Ethik, Weisheit zur Lebenswirklichkeit machen wollten. Da ist nicht nur die Unhaltbarkeit heutiger Jesus-Hypothese, sondern die Bedeutung einer kulturellen Aufklärung im Zeitalter des die Natur nicht im schöpferischen Sinn beherrschenden, sondern seine Lebensgrundlage zerstörenden Anthropozän mehr als deutlich geworden. Erneut bitte ich Sie daher, Jesus Christus aus aufgeklärter Perspektive zu bedenken. Oder nennen Sie mir auch nur einen historisch-wissenschaftlichen oder kulturellen Grund, der dagegen spricht!

1.    Das heute gegebene Wissen verlangt einen Wandel im Verständnis

Wie nach Ihrer Vorlesungsstunde über die philosophischen Strömungen in der Umwelt des Neuen Testamentes gesagt, ist es ein Wahnsinn, welches Wissen über die Zeit Jesus und damit die politischen, wie philosophisch-theologischen Richtungen, die kulturellen Auseinandersetzungen, Reform- und Gegenbewegungen bei Ihnen im Kopf sind. Besser: Es war wunderbar, höchst interessant und begeisternd ihnen zuzuhören, sich die hellenistische Umwelt erklären zu lassen, aus der neue, weltgültige jüdische Bund, damit das Neue Testament entstand. So schnell konnte ich gar nicht mitschreiben, wie Ihre gesamten geschichtswissenschaftlichen Darstellungen besser noch als die Vorlesung allein über die philosophischen Konzeptionen des Hellenismus den Nachweis erbrachten, wie die Zeit für die Heilsprediger-Hypothese abgelaufen, Jesus als im Hellenismus erwachsenes Heil, damit in Natur/Schöpfung begründete Vernunft als Christus in aufgeklärter Weise zu verstehen ist.

Alle bisherigen Beweise, wie es aufgrund der gesamten Vorgeschichte, den alten, wie Geschwisterkulturen, mehr noch der vom Logos (damit philosophischer Vernunftlehre/Logik/Sinn des Weltganzen, wie allen Werdens) als Christus=Sohn ausgehenden Lehre sämtlicher als Kirchenväter geltenden Neuplatoniker, kann ich über Bord werfen. Auch die Begründung, wie den die menschliche Ausdrucksweise der philosophischen Vernunftlehre (Logos) für den Volkskult begründenden kirchlichen Vordenkern das galt, was heute nicht mehr Logos, sondern Ökologie genannt wird, ist erledigt. So hat auch die Argumentation ausgedient, wie es den von diesen Neuplatonikern zum Kanon erhobenen, von Ihren antiken Kollegen bewusst komponierten biblischen Geschichten und ihren Bedeutungsaussagen, bei deren Deutung die heutige Lehre die einstigen Kritiker an historischen Aussagen oder Christus längst eingeholt hat, nicht um den heute unterstellten Handwerksburschen als christliches Wesen ging.

Denn konkreter wie Sie kann man kaum zeigen, wie „Christus“ die in früher Naturwissenschaft begründete Weltvernunft (Öko-Logos) war, für die bei aufgeklärten Griechen, wie aber auch hellenistischen Juden Zeus stand. Und wie das „Jesus“ genannte, im Judentum messianisch erhoffte Heil in der Zeit höchst lebendig war. Auch wenn im Neuen Testament anfänglich dieser Name noch nicht vorkam, meist von einem Pantokrator vergleichbar Zeus geschrieben wurde. Wie das weltgültige Heil im Sinn Moses, damit Josua, lat. Jesus maßgeblich darin bestand, die naturphilosophisch ähnlich wie heute weitgehend vergeblich gegenseitig gepredigte Weisheit im unsagbaren Sinn der war und sein wird, zur Kulturbestimmung zu machen. Damit das, was nach den Propheten als Wort galt, als überliefertes, buchstäblich erstarrtes Gesetz (Tora) bisher exklusiv allein den Beschnittenen galt und bei hellenistischen Juden weitgehend abgeschrieben war, auf nun universale Beine der für Weltbürger maßgebenden öko-logischen Vernunft gestellt wurde. Was im Sinn der als vorausschauende Philosophie verstandenen Moses-Propheten der weltgültige jüdische König, der auferstandene Josua, lat. Jesus war. Und so von hellenistischen Juden auch bezeichnet und damit die ökologische Weisheit im gemeinsamen Sinn als höchste Wesentlichkeit/Herrlichkeit in philosophischen Vereinen (urchristlichen Gemeinden) zur Lebenswirklichkeit, wie später zum Volkskult wurde. Der trotz aller Verirrungen nach Kirchenlehre, dann Schrift Bestimmung gab, bis zur Aufklärung trug, heute rational begründet in Vernunftreligion Öko-Logik zur intrinsischen Motivation machen kann.

2.    Wissensverweigerung nimmt nicht nur dem Christentum den Grund

Der „Wahnsinn“ besteht daher nicht in Ihrem großen Wissen, sondern viel mehr darin, bei all dem, was uns inzwischen über die hochphilosophische Zeit des Hellenismus, aus der das Christentum als wahre Philosophie/Theologielehre erwuchs an Wissen gegeben ist, an der Hypothese festzuhalten, dass der historische Jesus ein zweibeiniges Wesen gewesen sei. Was in Aufklärung und Dank dann historischer Kritik zum Zwergenmaß wurde, ist unhaltbar geworden. In der Philosophie- und damit Theologiegeschichte, wie in den biblischen Geschichten ging es unmöglich um einen besonders bibelschlauen Handwerksburschen, der seinem Ziehvater Josef (dem Judentum) bei der Arbeit half. Wie ihn Professor Christoph Markschies in Spiegel-TV darstellt. Wer die Tora auf neue weltgültige Beine stellte, der neue Tempel war und an Stelle der in Zeus (als Vater aller bisher die Vegetation oder menschliche Tugenden verkörpernden Söhne) verehrten Weltvernunftlehre (Öko-Logos) trat. Wer so die naturbegründete Lehre, die heute allseits gepredigt wird, im jüdischen Sinn der war und sein wird zur Lebensbestimmung machte. Der war auch nicht der von Professor Gerd Theissen beschriebene Kyniker oder sonst ein zweibeiniges Wesen, dem alles Hellenistische aufgebunden wurde, um ihn für Bildungsbürger schmackhaft zu machen. Wie Sie die aufgeschobene Frage nach dem Bezug hellenistischer Philosophie zum Neuen Testament nun ähnlich erklären müssen. Denn wo ein Guru gelehrt wird, kann nur philosophisches Gedankengut egal aus welchen Gründen in die christliche Lehre eingeflossen sein, hat Ökologie oder auch Kulturgeschichte, damit die schöpferische Wirklichkeit nichts mit deren Grund zu tun.

Doch die in der Stoa in Natur, besser in deren schöpferischem Sinn begründete Weisheit wurde nicht abgeschrieben, um einen bibelschlauen Handwerksburschen in den philosophischen Himmel zu heben und damit auch als Erfüllung der Propheten (frühen Philosophen) erscheinen zu lassen. Der Grund der ägyptischen, persischen, wie dort erwachsener hebräischen, ebenso griechischen Philosophie und damit auch christologischen Theologie war die natürlich-schöpferische Wirklichkeit. Die im prophetischen Sinn zur Lebensbestimmung bisher stoischer, kynischer, sich auf Jupiter maximus, Zeus oder Serapis (philosophischer Kunstname für eine Wesentlichkeit, in der neben Zeus und seinen Söhnen auch ägyptische Gottheiten aufgegangen waren)  berufende Weltbürger wurde, die so nicht weiter dem Mysterienkult anhingen.

3.    Geschichte und Geschichten werden auf den Kopf gestellt

Wobei nicht allein die philosophisch-theologischen Lehren, die im Christentum erst zur Kulturbestimmung wurden zeigen, wie die heutige Hypothese die Geschichte auf den Kopf stellt. Mit jeder Aussage auch über das politische, wie religiöse Umfeld des Neuen Testamentes haben Sie deutliche gemacht, wie das wachsende geschichtliche Wissen die Hypothese von einem egal wie gestrickten Wanderprediger auch nicht den biblischen Geschichten und ihren Bedeutungsinhalten entspricht. In den bildhaft in einem seit der Reformation und ihrem Bezug auf antike Weisheit einheitlich „Jesus“ übersetzten Heil und dessen Auseinandersetzungen mit traditionellen Vorstellungen kommt der, der heute als historisch gilt, nicht vor. Vielmehr wird mehr als deutlich, wie das historische Heil im Sinn der hebräischen Propheten, damit Jesus, maßgeblich darin bestand, dass die von den Philosophen in Zeus verkörperte Natur-/Weltvernunft, die wir heute, ähnlich wie die antiken Philosophen meist als ökologische Weisheit vergeblich beschwören, im Sinn Moses verstanden wurde. Und so statt der Mysterien für Eingeweihte, traditionelle nationale Überlieferungen, buchstäblich erstarrter Tora, jüdische Tempelopfer, wie griechische Opfer- und Kaiserkult zur Kulturbestimmung wurde. Was so messianische Erfüllung, Weisheit als Gesalbter, weltgültiger Judenkönig, damit der auferstandene Josua, Jesus höchst lebendig war.

4.    Die Umwelt, aus der das heute notwendige Heil, Jesus erwachsen ist

Glücklicherweise war ihr philosophischer Kollege Doktor Dirk Cürsgen, der in der jeweils zeitgleichen Vorlesung über „Philosophische Konzeption des Hellenismus und der Spätantike“ allein an Philo von Alexandrien und dessen philosophischer Theologie den Heilsprozess: damit den historischen Jesus, wie die öko-logische Weisheit als Christus deutlich gemacht hatte, bei einem Vortrag. So dass ich nun von Ihnen als einem Neutestamentler mit unglaublich geschichtsphilosophischem Wissen nicht nur mit Blick auf die philosophischen Strömungen der Zeit Jesus gezeigt bekam, wie unhaltbar die heutige Jesus-Hypothese ist, ein aufgeklärtes Verständnis echt not-wendig ist.

Denn all Ihre Ausführungen machten auch mehr als deutlich, wie dringen wir im Zeitalter des die Natur beherrschenden Anthropozän, der nicht im schöpferischen Sinn herrscht, sondern die Zukunft für Generationen zerstört, ein neues Verständnis unserer kulturellen Wurzeln nach antikem Vorbild brauchen. Ihre Darstellung der philosophischen Richtungen, die im Christentum erst Volks-, Kulturbestimmung wurden, hat gezeigt, wie das aufgeklärte Verständnis kultureller Tradition die wesentliche Voraussetzung ist, um so wieder zu einer Bestimmung zu kommen, die weit über ökologische, inzwischen gar von den Schulkindern gehaltene Moralpredigt hinausgeht.

In der gesamten Vorlesung über die „Umwelt des Neuen Testamentes“ haben
Sie besser noch als allein in den philosophischen Konzeptionen konkret die Zeit und Umstände beschrieben, die zu einem religionsphilosophischen Heil führten, wie es hellenistische Juden zu Recht „Jesus“ nannten. Der aber mit dem nach heutiger Hypothese auch von Ihnen unterstellten, von seinen Anhängern in den Augen Ihrer Studenten wider Willen als Christus verherrlichten Heilsprediger nichts zu tun hat.

Wenn ich oft getrennt von Jesus und Christus schreibe. Dann zeigt dies nur die Bedeutung die beiden nicht zu verleugnenden, sondern aufgeklärt zu verstehenden Begriffen (Personen: Rollen, Aufgaben) zukommt. Denn dass es beim „Christus“ nicht um den Heiligenschein für einen Handwerksburschen gegangen sein kann, der dann von neuplatonischen Welt- bzw. Bildungsbürgern als die Natur-/Vernunftlehre geglaubt wurde, für die Zeus als Öko-Logos (Weltvernunft/Sinn) stand, ist mir seit Jahrzehnten klar. Das haben Sie nun mehr als deutlich gemacht. 

5.    Religionswissenschaftliche Gabe, kein junger Mann, war Heil „Jesus“

Doch allein am Skript Ihrer Vorlesung lässt sich Seite für Seite auch nachvollziehen, wie nicht ein junger Mann, sondern was im hellenistischen Judentum zu beobachten ist, das dort zu Recht „Jesus“ genannte Heil im Sinne Moses, der auferstandene Josua, lat. Jesus war. Wie bereits in einer Arbeit mit Blick auf die politisch-kulturellen Umstände, die Vertreibung der Juden aus Jerusalem und die Auseinandersetzungen um den Tempel, wie römisch-jüdische Kriege und innerjüdische Bürgerkriege deutlich gemacht, war das Heil im hellenistischen, die Kulturen versöhnenden, statt sich weiter abgrenzenden, nur auf eigene Überlieferungen berufende und damit bekämpfenden Judentum lebendig. Und wenn heute Bundespräsident Steinmeier in Israel vor dem „Vergessen“ warnte. Dann sind nicht die rechtsnationalen Verdränger deutscher Massenmorde das Problem, sondern das Vergessen des Heils, wie es im hellenistischen Judentum bewirkt wurde. Was im Gegensatz zum sich auf seine nationalen, ohne aufgeklärten Verstand als irrsinnig gesehenen Überlieferungen berufenden, so abgrenzenden und als gottlos geltenden Juden heilsam war. Und was ähnlich in Aufklärung auch heute zu einem universalen Verständnis führen könnte, das Voraussetzung für die Versöhnung der Kulturen von Grund auf und ein friedliches Miteinander im gemeinsamen Sinn ist. Denn die Ängste und damit die Feindschaft gegen Fremde, die oft auch kriegerischen und mörderischen Gegensätze zwischen den Kulturen lassen sich nicht durch höhere Strafen, Fernsehdiskussionen, Moralpredigte von Intellektuellen oder  Verneinen von Religion abbauen. Gefragt ist eine heilvolle Aufklärung, wie sie in der Antike bei denen zu beobachten ist, die heute aufgrund ihres Weltbildes zu Recht „Weltbürger“ genannt werden und Thema Ihrer Ausführungen waren.

So macht auch das gesamte von Ihnen dargestellte geschichtliche Umfeld deutlich, wie die heutige Hypothese nicht nur die Geschichte, sondern auch die biblischen Geschichten, die den religionswissenschaftlichen Heilsprozess, die Auseinandersetzungen des Heils „Jesus“ mit alten Autoritäten, wie Missverständnissen auf dem ewigen Weg nach Jerusalem in bewusster Komposition im Stil eines Kaiserevangeliums bebilderten, auf den Kopf stellt.

Ersparen Sie mir, dass ich aufgreife, was Sie viel besser wissen. Denn an den kulturellen Auseinandersetzungen der Zeit, den Problemen des sich exklusiv von aller Welt abgrenzenden Judentums, das im Volk als gottlos galt und von der antike aufgeklärten Welt, wie auch hellenisierten Juden, die das Hebräisch weitgehende verlernt hatten, nicht mehr ernst genommen wurde, könnten Sie den echt historischen Jesus deutlich machen. Wo der Kosmos nicht nur als Zeus, sondern den schöpferischen Sinn offenbarender Tempel galt, an die Stelle der griechischen Mysterien, wie der Traditionslehre Beschnittener, der zu starren Selbstzweck gewordenen Buchstaben der Tora und der blutigen Tieropfer getreten, so die in philosophischer Naturlehre (Logos) begründete Weisheit der nun weltgültige König im Sinn Moses war. Da war das Heil „Jesus“, der dem neuen Testament zugrunde liegende universale Bund gegeben. So wird allein bei der Auflistung der grundlegen frühjüdischen Literatur aus hellenistischer Zeit das im hellenistischen Judentum erwachsene Heil, wie seine Auseinandersetzung, Ablehnung im rückwärtsgewandten Judentum deutlich. Ihre Vorlesung geht so weit über das hinaus, was wir allein im Namen Philo von Alexandrien wissen. Den ich bisher als Hauptzeugen für den historischen Jesus sah. 

6.    Allein Jesus Sirach zeigt, wer der historische Jesus Christus war

Auf die Weisheitsschrift im Namen „Jesus Sirach“, mit der Philipp Melanchthon die einheitliche Übersetzung inzwischen lateinischer Gottesnamen und Christustitel in „Jesus“ begründete, bin ich bereits in anderen Beiträgen eingegangen. Allein unter Wiki wird klar, wie hier religionswissenschaftlich eine Versöhnung der Zeiten und Kulturen herbeigeführt, so der neue Bund eines universalen, in zeitgemäßer Philosophielehre (Öko-logie) ein universales Juden-Christentum vorbereitet wurde. Und so wurde der sogenannte Großvater des diesen Weisheitstext in Alexandrien ins Griechische übersetzende Hebräer, der bereits einer philosophischen Schule angehörte, zu Recht „Jesus“ genannt.

Wo dann auch in der Sapientia Salomos im 1. Jahrhundert in hellenistisch-jüdischer Bildung ein Loblied auf die öko-logische Weisheit als Rettermacht, Besiegerin von Götzendienst besungen wurde. Da ist kein besonders schriftgelehrter (nach Christoph Markschies „sturzfrommer“) Bauhandwerker zum Retter geworden. Vielmehr zeigt sich, was im Neuen Testament noch im Namen eines jüdischen Pantokrators (wie Zeus) als Wanderprophet/Kyniker beschrieben wurde: Wie die in philosophischer Natur-/Vernunft-/Sinnlehre (Logos) begründete Weisheit (kein noch so schlauer Weisheitslehrer), die hellenistischen Juden eines nun universalen Bundes maßgebende Weisheit war. Für die später auf unzähligen Konzilen unter Leiter bisher für die kosmische Sonnenordnung stehender Kaiser von Neuplatonikern die „Hagia Sophia“ gebaut wurde. Und wie dieses in Weisheit als „Christus“ gegeben Heil „Jesus“ mit dem konservativen, sich weiter abgrenzenden und auf die Buchstaben der eigenen Überlieferung berufenden Judentums (Priestern, Schriftgelehrten und Pharisäern) in heftiger Auseinandersetzung stand.

In diesem Sinn haben Sie auch mit Blick auf den trotz aller Zeus-Vernunftlehren mysteriös bleibenden Götter oder Kaiserkult, wie der Situation in Jerusalem, die jüdischen Reform- und ihre Gegenbewegungen, den historischen Jesus (das messianisch erwartet Heil im Sinn Moses, weltgültig Josua, lat. Jesus) in umfassenderer Weise vorgestellt. So ist dies die ideale Ergänzung zur von Herrn Cürsgen vorgestellten philosophischen Neudefinition dessen, was im Sinn Moses (JHWH) Grund des prophetischen Gesetzes war und dann Grund des Neuen Testamentes wurde. Wie völlig absurd es ist, hellenistischen Juden der Zeit oder griechischen Philosophie-Theologen zu unterstellen, in einem jungen Handwerksburschen oder der Halluzinationen von dessen Freunde den wahren Gott oder dessen Gesicht als neuen Weltbestimmung, Grund aller nationalen Gesetze und menschlichen Gottesgestalten gesehen zu haben, muss ich Ihnen sicher nicht erklären.

7.    Kulturreform, Geisteswandel lässt sich nicht in einem Guru begründen

In der Vorlesung über die Kirchengeschichte hat Professor Christoph Strohm gezeigt, wie die Reformation, die nach päpstlichem Missbrauch der scholastischen Philosophie die antiken Schriften zur Autorität erheben musste, aus einer Vielzahl von politischen Umständen, kulturellen Einflüssen bei unzähligen Denkern in einem umfassenden Prozess erwachsen ist, für den die Zeit reif war. Doch allein mit der Tatsache, dass märchenfrei so auch keine Trauervisionen von Groupies eines handauflegenden Heilspredigers zu einer weitaus umfassenderen Reform, einem völligen Paradigmenwandel in jüdischer, wie griechischer-römischer Religion geführt haben können, müssen wir uns nicht zufrieden geben. Denn sie haben in Ihrer Vorlesung die vielfältigen politischen, kulturellen Umstände und sicher auch nur einen winzigen Bruchteil der vielen Denker aufgezählt, die zu dem beigetragen haben, was das Neue Testament „Jesus Christus“ ausmacht.

Und wer dann nicht nur das hellenistische Judentum als grenzüberschreitende Reform eines verfallenen, nun universalen Judentums ohne Absonderung von den anderen Völkern und das Scheitern der Reform schildert und deren Fortsetzung in der Diaspora dann bei Philo von Alexandrien beschreibt:

Die Schriften zeigen einen Denker, der jüdische und griechische Bildung (Einflüsse von Platon, der Stoa, des Pythagoras) in höchster Form miteinander verbunden hat. Die Mosestora gilt Philo als höchste Form der Philosophie, Philo identifiziert sie mit dem Naturgesetz und deutet die Patriarchen als Verkörperungen des Naturgesetzes.

Wobei Philo, der in seiner bildhaften Auslegung den Text in seiner Gesamtheit in aufgeklärtem Fundament bewahrheitet, nach ihrer Beschreibung nicht davon ausging, dass diesem ein philosophisches Gewandt übergestülpt wurde, sondern die verborgene Wahrheit ans Licht bringen will. Weil Personen und Geschehnisse nicht buchstäblich zu verstehen sind, sondern die Handlungsfiguren für eine übergeordnete Bedeutung stehen. 

Der beschreibt nicht nur das Heil des auferstandenen Josua, den historischen Jesus, sondern was von Ihnen in dessen Sinn weiterzuführen wäre. Wie das Naturgesetz und die so heute rein ökologische vergeblich gepredigte Weisheit wieder im schöpferischen Sinn zu verstehen wäre, auf den sie verweist, von dem sie ausgeht. Der von den Alten als wesentlich verehrt wurde und in aufgeklärter Weise mehr als wesentlich und als maßgeblich für menschliches Leben offenbar ist.

Ich muss nicht ständig sagen, wie unmöglich es ist, dass Juden oder Griechen einen Guru für das hielten, was ihnen als JHWH oder Zeus galt. Nicht allein das Wissen über die philosophische Theologie der Hebräer, wie des Hellenismus als kosmologisch-monotheistische Gotteslehre macht es auch völlig unmöglich, dass ein Guru die Offenbarung, damit das Gesicht Gottes war. 

8.    Das antike Heil „Jesus“ wäre aufgeklärt weiterzuführen

Allein mit Blick auf das antike Heil, das kein Hexenwerk, sondern eine religionsphilosophische Leistung vielfältiger Denker, maßgeblich im aufgeklärten Verstand der verschiedenen kulturellen Traditionen, insbesondere dann des hellenistischen Judentums war. Da wäre es die Aufgabe für geschichtswissenschaftliche Theologen einer Hochschule mit großer philosophisch-theologischen Tradition den historischen Jesus nicht nur in historischer, wie Christus in kosmisch Realität und kultureller Rolle zu erklären. Sondern auch heute eine Versöhnung der Weltbilder, von Wissen und Glaube, wie der Zeitvorstellungen zu erzielen. Damit die meist in Ökologie begründete Weisheit, die heute mehr als in der Antike als maßgebend für das menschliche Leben erkannt ist, statt nationaler Lehren, politischer Gesetze und Moralpredigten, in grenzüberschreitender Selbstmotivation egal in welchen alten Namen, Gestalten zur Lebensbestimmung von mündigen Weltbürgern werden kann.

Mit den mit der Kirche in kreativer Konkurrenz stehenden philosophischen Strömungen, die nicht nur literarisch im Christentum aufgingen, wie Sie ihren Studenten bei heutiger Heilsprediger-Hypothese erklären müssen. Da haben Sie mehr als deutlich gemacht, wie die Heilsprediger-Hypothese geschichtlich unhaltbar ist, auch die Geschichten auf den Kopf stellt. Aber gleichzeitig ist deutlich geworden, was „Christus“ ausmacht und wie Sie es bei der Kurzschluss-Hypothese versäumen, das prophetische Heil „Jesus“ in zeitgemäßer Weise weiterzuführen: die in Naturwissen, Ökologie, wie kultureller Evolution begründete Lehre, Weisheit, am besten im ungenannten, namenlosen, aber nicht menschlich bestimmbaren Sinn in intrinsischen Motivation (statt gesetzlicher Last) kulturbestimmend zu machen.

Über die vielfältigen philosophischen Strömungen, die weit über Stoa und Kynismus hinausgingen, muss ich nichts schreiben. Und wie die erwähnte, logischerweise fiktive Areopagrede gerade deswegen allein schon ein Beleg für die Unhaltbarkeit heutiger Hypothese ist. Weil dort von einem gewandelten, sich jetzt in philosophisch bedachter Weisheit als Christus begründenden Pharisäer nicht die Philosophie angegriffen, sondern der fremde, in antiker Öko-Logik begründete Sinn, damit Gott der Philosophen als der menschlich unbestimmbare JHWH Moses vorgestellt, den unsinnigen menschlichen Gottheiten gegenüber gestellt wurde. Das habe ich im Schreiben an Professor Peter Busch mit Blick auf die Apostelgeschichte deutlich gemacht.

9.    Ökologische Lehre wurde im Heil Jesus als Christus Lebensbestimmung

Doch wer die Philosophie des Mittelplatonismus, bei dem die naturbegründete Ethik im Mittelpunkt stand, als Religion vorstellte, die sich in populärem Stil auch an das Volk auf der Straße richtete. Und die den Sinn der Natur, des in Vernunft zusammenhängenden Weltganzen, wie damit auch des menschlichen Seins auf universale Weise definierte und im Namen Zeus im Volk verehrte. Der hat damit nicht nur die wesentlichen Grundlagen und Aufgabe auch des Christentums beschrieben. Die heute mehr als modern wäre. Die im Zeitalter des die Natur beherrschenden Anthropozän, der nicht im schöpferischen Sinn herrscht, sondern nicht nur in Sachen Klima die Welt aus dem Gleichgewicht bringt, Zukunft zerstört, mehr denn je gebraucht wird.

Der hat aber auch deutlich gemacht, warum völlig unmöglich ein in Halluzinationen seiner Anhänger zum Christus, Gottessohn, Wort… wider Willen gewordener Handwerksbursche die Stelle von Zeus und seiner Söhne eingenommen haben kann, gar als Natur-/Vernunftlehre (Logos) galt und diskutiert wurde, sondern die Geschichte umgekehrt logisch war: Die philosophisch in allem natürlichen Geschehen erkannte Sinnhaftigkeit/Vernunft, die bei Juden nicht die höchste Wesentlichkeit selbst war, sondern auf das verwies, was den Moses-Philosophen als JHWH Grund des Gesetzes war. Was in Gestalt eines wanderkynischen Pantokrators ähnlich Zeus im Volk in einem Kaiserevangelium vermittelt werden musste.

Wer pantheistische oder panentheistische Philosophie, wie dann auch von eine transzendente, über aller Natur stehende Wesentlichkeit ausgehende Moses-Religion gleichermaßen als Sinndeutung der Welt, wie glücklichen menschlichen Lebens beschreibt. Wie kann der weiter davon ausgehen, dass das christliche Wesen nur ein Guru gewesen sei und dann seinen Studenten vermitteln müssen, dass nur philosophisches Gedankengut der Zeit in die christliche Lehre eingeflossen sei? Womit die Stoa nur abgeschrieben worden wäre, um den guten Jungen mit Heiligenschein in den Himmel von Bildungsbürgern zu heben. Wie das bei heutiger Hypothese bei allen urchristlichen Lehren erklärt wird, denen die Philosophie nicht weiter abgesprochen werden kann.

10. Der Mehrwert von Philosophie im Sinn Moses gegenüber Mythen

In dem Sie aber deutlich machten, wie die Mysterienreligionen, denen die Philosophen noch lange anhingen, keine übergeordnete Sinndeutung, damit Lebensbestimmung geben und vermitteln konnten, sondern hier reiner Kult war. Da haben Sie deutlich gemacht, welchen heilsamen Mehrwert das nun weltgültige Juden-Christentum in der Zeit brachte. Und so wäre es ihre Chance den Studenten zu vermitteln, warum ihre spätere theologische Tätigkeit nicht darin besteht, hinter naturwissenschaftlicher Aufklärung zurückgebliebenen Traditionalisten einen religiösen Halt zu geben, Moral zu predigen und Familienfeiern auszuschmücken oder Trost zu spenden, sondern die philosophisch nur gepredigte ökologische Weisheit in intrinsischer Motivation zur Lebensbestimmung zu machen.

Denn auch wenn die in verschiedenen Konzepten ein naturgerechtes Leben anstrebenden Philosophierichtungen nicht einfach antike grüne, ökologische Parteien waren, sondern dahinter Religion im Namen Zeus stand. Mit den Mysterienreligionen, ob Mithraskult oder Serapis (in dem bereits neben Zeus und seinen Söhnen selbst die ägyptischen Gottheiten aufgegangen waren) den Sinn allen Seins, zumindest die Weltvernunft verkörperten, war die gepredigte Ethik nicht zu einer Lebensbestimmung zu machen. Erst in dem die bisher nur Beschnittenen geltenden Bestimmung weltgültig wurde, anfänglich in Philosophievereinen (christlichen Gemeinden) zu einem Leben in schöpferischer Verantwortung und Gemeinsinn führte, dann zum neuen einheitlichen Volkskult wurde, war das Heil „Jesus“ lebendig.

Was macht es aber für einen Sinn, den Studenten zu vermitteln, wie die Philosophie viel mehr mit dem Judentum zu tun hatte, als Mysterienreligionen. Ihnen die Dreiteilung der Philosophie beizubringen. Wie neben der Logik und Sprachphilosophie, der Physik als in natürlicher Schöpfung begründete  Theologie dann in Folge davon in den kaiserzeitlicher Philosophiereligion die in Natur begründete Ethik im Mittelpunkt stand. Weil die metaphysische klassische Philosophie-Theologie im Mittelplatonismus nicht als Selbstzweck gesehen wurde. Wie die philosophische Erkenntnis eines Sinnes als höchste Wesentlichkeit nun als Einsicht in die richtige Lebensführung für ein schöpfungsgerechtes, damit wahrhaft vernünftiges Verhalten, jenseits menschlicher Affekte, Gier und Kurzsicht galt. Was auch auf das hellenistische Judentum eingewirkt habe, wie Sie es in Philo bereits darstellten.

Wie können Sie dann ihre Studenten im Glauben lassen, da sei gleichzeitig nur ein galiläischer Guru gewesen, der von seinen Groupies als Gott oder dessen Gesicht ausgegeben wurde? Und dessen Lehren als die richtige Lebensführung gesehen und aus apologetischen Gründen mit philosophischem Gedankengut angereichert, dann egal aus welchen Gründen als Christus gesehen oder so verkauft wurde.

11. Aufgeklärte Theologie ist mehr als gefragt

Doch Ihre Studenten müssen nicht das Studium abbrechen, aus der Kirche austreten und das Lager zu einer vernünftigen Sinn- und Lebensbegründung wechseln, wie sie ein aufgeklärter Mensch vertritt. Denn mit jedem Satz Ihrer Vorlesung wird klar, dass es am Anfang der Christenheit nicht um die warmen Worte eines arbeits- und ehescheuen Landstreichers ging, der als jüdischer Kyniker große theologische Töne spuckte und dem später philosophisches Gedankengut in den Mund gelegt wurde. Um antike Bildungsbürger zum Glauben an dessen Gottheit zu überreden oder ihn apologetisch als neuen Weltbestimmung erscheinen zu lassen.

Auch in der Vorlesung von Herrn Cürsgen wurde deutlich, wie sich die antiken Theologen gegen überkommende, menschliche Vorstellungen wandten, weil sie wussten, wie selbstbewusste-, damit selbstverantwortliche, vernunftbegabte Wesen auf Religion angewiesen sind. Für sie war Religion kein Relikt alter Tage oder privates Vergnügen, sondern Voraussetzung für die menschliche Kultur. Sie haben Reformen betrieben, über neue Kulturmodelle nachgedacht, weil ihnen klar war, wie ein Staatswesen nur in einem gemeinsamen Kult zu machen war. Wie die kurzsichtige, gierige Vernunft unter die Herrschaft einer in Natur, Schöpfung begründeten Vernunft zu stellen sei. Was sich heute mehr denn je als notwendig zeigt.

Wie der ausführlich vorgestellte Zeus-Hymnus eines noch im Streit mit dem heliozentrischen Weltbild stehenden Stoikers den diktäischen Homer-Mythos längst hinter sich hat, ist klar geworden. Wie er zwar ähnlich wie Christen von Gott, kulturgerecht von Zeus wie von einer menschlichen Person spricht. Aber Sie wissen, wie hier ein Stoiker im noch geozentrischen Weltmodell den Sinn seines Seins in Zeus dort beschreibt, wo wir heute die Welt in Evolutionslehre und als Ökologie nur etwas besser beschreiben, die universalen Prinzipien nun empirisch als kreativ-sinnvoll begründen. Womit sein Lobgedicht keine Sonntagspredigt war, bei der von einem jungen Guru und dessen Wundertaten ausgehend über die Allmacht Gottes, wie eines heute wissenschaftlich abgeschriebenen aber zu glaubenden Designers oder Aufpassers im Himmel gesprochen wurde. Das alles haben Sie selbst deutlich gemacht. Wo im philosophischen Zeus-Hymnus bereits vor dem bis heute nur ausgebauten heliozentrischen Weltverständnis schon klar wird, wie die verschiedenen Gottheiten in Aufklärung auf universale Weise in gleicher Gültigkeit im vernünftig zusammenhängenden kreativen Ganzen begründet waren. Wo in philosophischer Theologie dann auch der Grund des Moses-Gesetzes im Sinn als Wesen allen „Seienden“ gesehen, damit die philosophische Einheit von Griechen und Juden, die Kulturkonzepte, wie Vorstellungen der Zeiten versöhnt wurden. Da war das Heil im jüdischen Sinn, der historische Jesus lebendig. Da ist die philosophische in antiker Ökologie begründete Weisheit, die heute ohne  tiefgreifende gemeinsame Bestimmung vergeblich gepredigt wird, zum Christus, wahren König, Gesalbten und damit zur inneren Motivation der Menschen als Weltbürger geworden.

Wenn auch bei Juden, wie dann im Neuen Testament nicht die metaphysische Theologie, sondern die schöpfungsgerechte Lebensführung im Vordergrund stand, ist das mit Blick auf die kaiserzeitliche Philosophie verständlich. Doch die Vielzahl allein der stoischen Denker aufzuführen, die dann nicht einfach eine neue naturwissenschaftliche, damit unvoreingenommen allein in schöpferischer Wirklichkeit „jungfräuliche“ Ethik, Weisheit begründeten. Die gleichzeitig auch die Aufgabe des Kultes, der Verehrung der allein im schöpferischen Sinn begründeten Vernunft/Weisheit bedachten, wie er heute mehr als notwendig wäre. Weil sonst ähnlich wie in Davos die Stimme nicht allein amerikanischer Vernunft nationaler Wesentlichkeiten oder der persönlichen Gier nach kapitalistischer Konsumherrlichkeit als angeblichem Wirtschaften (Haushalten im Weltganzen) folgt. Die daher auch über Konzepte nachdachten, wie die philosophisch in Natur begründete Weisheit, statt fehlgeleitete Vernunft zur lebensbestimmenden Herrlichkeit werden kann. Um damit ein wahrhaft glückseliges, naturgerechtes Leben zu führen. Das frei sein sollte von inneren Erregungen, Gier, Kurzsicht, sondern allein dem noch als Zeus bezeichneten schöpferischen Sinn entsprechen musste. Wie Sie dann aber weiter ihre Studenten im Glauben lassen, das alles durchdringenden schöpferisch sinnvolle Gesetz des kreativen Ganzen, aller Natur, wie es heute für das gesamte Universum gilt, bei allen wissenschaftlichen Forschungen, Modellen vorausgesetzt wird, in Ökologie als maßgebend für menschliches Leben erkannt wird, wäre einem Guru nur aufgebunden worden. Um ihn als Gott oder auf eine höchste Wesentlichkeit im Sinn von Zeus, wie JHWH verweisende Vernunft-/Sinnlehre (Logos) auszugeben. Das ist mir völlig unverständlich.

12. Aus ökologischer Weisheit innere Bestimmung, Motivation machen

Richtig ist sicher, dass es in antiker Philosophie nicht um grüne Parolen, rein ökologische Einsichten und Predigten ging, sondern die Lehren der Stoiker oder Kyniker im höheren Sinn begründet waren. Der als im austauschbaren Namen Zeus, Jupiter… schon universal als einzig verstanden, dann aufgeklärt im Sinn Moses gesehen wurde. Und wie ebenso das philosophisch panentheistische Modell mit der Verehrung des Weltprinzips selbst im Namen Zeus und damit im weiterhin den Philosophen geltenden Mysterienkult bekanntlich nicht die Lebensbestimmung brachte, wie das bisher exklusiv nur Beschnittenen geltende Kulturmodell Moses. Das in der Natur eine höhere Stimme, das kreative Werden, sinnvoll zusammenhängende Weltgeschehen als für das menschliche Leben maßgebende schöpferische Wort einer transzendenten Wesentlichkeit über aller Natur verstand.

Es erübrigt sich Ihre weiteren Ausführungen über Epikur, die Kyniker, Stoiker oder den Zeus-Hymnus, damit ein philosophisch-theologisches Denken über neue Kulturkonzepte mit philosophischer, damit universaler Begründung nach austauschbaren Namen, Gestalten aufzugreifen. Die darauf abzielten, die menschlichen Gefühle, Kurzsicht, Gier, Affekte als triebhafte Übersteigerung der wahren, in natürlicher Schöpfung begründeten Vernunft/Weisheit zu unterstellen. Wie hier selbst psychologisch bedacht wurde, wie die Lust als menschliche Triebfeder, damit auch Begierde, Furcht und Trauer nicht zu überlisten oder zu unterdrücken, sondern an schöpferischer Herrlichkeit/Sinnhaftigkeit auszurichten ist. Wie das dann im aufgeklärt verstandenen jüdischen Konzept einer höchsten Wesentlichkeit im Sinn Zeus, wie JHWH geschah. Weil hier, wie angeblich Philo in einer Josefsgeschichte bereits den römischen Senatoren für eine Demokratie der Vernunft vorstellte, die öko-logische Weisheit, Weltvernunft, -Verbundenheit im Sinn Moses nicht nur im Kopf, sondern im Herzen der Menschen die wahre Herrlichkeit war.

Auch wenn die philosophischen Denker bei der Verweigerung von Trauer übertrieben, weltverneinende, dualistische Konzepte nicht die Lösung waren und so (nicht im Sinne eines Handwerksburschen) auch noch lange in der frühen Kirche über den wahren Weg gestritten wurde, sich dann das weltbejahende jüdische Modell durchsetze. Die in natürlicher Schöpfung begründete Weisheit ist heute mehr denn je zum wahren König, auf aufgeklärt mündige Weise zur Lebensbestimmung zu machen. Letztlich ist es dabei heute weitgehend egal, ob der Sinn in der Natur selbst oder ein über allem Sein stehender Sinn, gemeinsamer Urgrund gesehen und verehrt wird. Wichtig erscheint, dass dies mit den alten Wesentlichkeiten auf einen Nenner gebracht wird. Nur so kann die inzwischen auch in päpstlicher Enzyklika tonangebende, wie von protestantischer Pfarrer statt nach der Bibel gepredigte natürliche Weisheit im Sinne der alten Herrlichkeiten, egal in welchem Namen zur intrinsischen Motivation von damit Weltbürgern werden. Was Aufgabe aufgeklärter Theologie wäre.

Es gibt keine Zweifel mehr: Das christliche Wesen war kein noch so schlauer Wanderprediger, Weisheitslehrer, sondern was die Stoiker als Zeus verehrten, dann im Sinn Moses gesehen wurde, so auf seine transzendenten Sinn verwies. Dazu müssen nicht die vielen Bibelstellen aufgelistet werden, die Christus als kosmisch-schöpferische Größe, als gleiche Grundlage wie die der Philosophen vorstellen oder die urchristlichen Zeitzeugen, allesamt Hellenisten, Mittel- wie Neuplatoniker. Das ergibt sich allein aus der heute bekannten kulturgeschichtlichen Entwicklung, wie dem Umfeld des Neuen Testamentes.

Und so steht auch außer Zweifel, dass das, was wir heute als Ökologie bezeichnen, in Evolution erklären, der Grund des christlichen Glaubens und seiner Verhaltenslehre, wie das einzige Gesicht, die Offenbarung dessen war und ist, was als menschlich unbestimmbarer, ungenannter Grund und Sinn aller kausalen kreativen Gesetzmäßigkeit offensichtlich ist. Denn es war und ist es egal, ob sich die Sonne um die Erde dreht oder selbst diese heute als ein winziger Teil eines kaum fassbaren Universums erkannt ist, das in einem Urknall oder in schwarzen Löchern seien Ursprung hat. Was den Stoikern, wie den Juden, mehr noch hellenistischen Juden, dann Christen die in egal welchen Namen zu feiernde wesentliche Größe war, ist nicht wissenschaftlich Tod, sondern höchst lebendig, wird naturwissenschaftlich nur besser beschrieben.

Wo damit die philosophisch in Natur begründete Weisheit, die von aufgeklärten Juden längst gegen die überlieferten Nationalgesetze eingetauscht war, nun als wahre Tora und Tempel galt. Da wurde zu Recht von der Weisheit als Christus, wie von Jesus, damit als einem Heil im Sinn Moses gesprochen.

Das von Ihnen in aufgeklärter Weise weitergeführt werden kann. Womit die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen wäre, damit in Ökologie begründete Weisheit nicht allein im Namen Jesus Christus in intrinsischer Motivation zur Lebensbestimmung mündiger Weltbürger werden kann.

Mit Gruß aus der frei und so auch quer denkenden Pfalz, Hochachtung vor Ihrem großen Wissen und Ihrer noch weit größeren Aufgabe.

Gerhard Mentzel