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Der absolute Beweis: Wo Jesus steht, ging es anfänglich um die produktive/kreative Vernunft antiker Aufklärung,

heute Ökologie, Evolution

Auch wenn es aufgrund unserer Prägung durch wörtlich verstandene biblische Bilder, wie der davon ausgehende Hypothese heutiger Hochschullehre vom jungen Heilsprediger (dem derzeit einzig hinterfragten historischen Wesen) unglaublich klingt. Selbst der Kirchgeschichtskenner Benedikt XVI. gilt als Anwalt "schöpferischer Vernunft", die er als mit Verstand einsehbares "Wesen des christlichen Glaubens" im Weiterdenken griechischer Philosophie bezeichnet. Eine kreative Vernunft, die er bei seiner Rechtsrede vor dem Bundestag in Berufung auf Stoa wie jüdische Weisheit in Ökologie/Natur zu bedenken gab. Franziskus reist durch die Welt und fordert unter deren großem Beifall eine ganzheitliche Ökologie, weltethische Lebens- und Wirtschaftsweise als Voraussetzung für unsere gemeinsame Zukunft. Damit genau das, was "der Denker auf dem Papststuhl" als Wesen des christlichen Glaubens bezeichnete. Was übrigens die wissenschaftliche Welt auch als den "Jesus" seiner Bücher bestätigte. Doch die Berufung auf, wie der Ruf nach Vernunft ist vergebens, solange die Kirche sich und die Welt - letztlich  gegen heute gegebenes besseres Wissen - im Glauben lässt, der als Jesus geschichtliche und biblische Grund christlicher Kultur wäre eine Art Wanderkyniker gewesen, der dogmatisch als schöpferische Vernunft zu gelten habe. Daher:

Was als Jesus Geschichte machte, wird hier nicht nur in aufgeklärter Weise als kreative Vernunft (antik: Logos) nachgewiesen, wie sie heute wissenschaftlich beschrieben ist und dann als vernünftige, z.B. ökologische, nachhaltige, ganzheitliche Lebensweise gilt.

Gleichzeitig wird deutlich gemacht, warum ohne die bekannte Gestalt mit menschlichem Gesicht die Geschichte der westlichen Welt nicht gewesen wäre. Und warum Kulturwesen auf das aufgeklärte Verständnis ihrer kulturellen Vor-bilder (Auferstehung) und einen zeitgemäßen gemeinsamen Kult angewiesen sind. Um gemeinsame Vernunft zu leben, statt in egoistischer Gier sowie Kurzsicht Zukunft zu vernichten und sich im Kampf der Kulturen weiter blutig zu bekämpfen oder durch Flucht Entvölkerungen zu erzeugen.

Gleichwohl den Kirchengeschichtskennern klar ist, dass es im christlichen Glauben um ein schöpferisches Wesen ging, wird gegen alles Wissen weiter an einem wundertätigen Wanderprediger festgehalten. Denn auf dieses allein durch die Evangelien (wahrscheinlich erst in zeitgemäß eingedeutschter Form von der Reformation) gelieferte volksförmige Bild der Neuzeit, gründen die Lebenswerke ihrer Lehrer und eigenen Werke. Doch all das, was Benedikt XVI., Klaus Berger oder alle das schöpferische Wesen vertretende Wissenschaftler und Glaubenslehrer zurecht als Bedeutungsinhalte lehren, lässt sich in aufgeklärter Weise mit dem jungen Mann nicht mehr machen. Während heute jedoch selbst die kritische Jesusforschung wie Gerd Lüdemann, die jeden Satz der Evangelien in vormaliger Literatur begründet, aus genau diesen Texten einen seiner hoheitlich-märchenhaften Gestalt nun beraubten jungen Mann ableitet und zum Maß macht, wird hier nachgewiesen: Der war nicht das Thema der Evangelien und noch weit weniger der weiteren Texte und der gesamten Christologie oder anfänglichen Lehre. Auch wenn der junge Rebell  mit einheitlichem Namen Josua, lat. Jesus erst ein Werk der Reformation gewesen ist, vormals die Vernunft als Christus oder Pantokrator galt und vieles was bisher als geschichtlich untersucht wurde, erst in mittelalterlichen Mönchsstuben entstand. Der Grund des christlichen Kultes war schöpfersicher, wie menschlicher Art: Die sinngebende und die antiken Verhaltens- bzw. Weisheitslehren bestimmende kreative Logik/Vernunft, die wir heute auf wissenschaftliche Weise wieder in Händen halten, in menschlicher, kulturgerechter Ausdrucksweise, lat. Jesus. 

Bildergebnis für nachhaltigkeit 

Hier geht es um das Gegenteil üblicher Glaubensvorstellungen. Es wird nicht nicht aufgrund traditioneller Vorgaben oder gar persönlicher Vorstellungen etwas behauptet und soll geglaubt werden. Hier wird aufgrund logischer Schlüsse um heutiges Wissen der absolute Nachweis erbracht: Bei dem, was in westlicher Welt als Jesus "Geschichte machte", kann es nicht um einen mehr oder inzwischen weniger göttlichen Guru oder ein fiktives Glaubenskonstrukt gegangen sein. Aufgrund des heutigen Wissensstandes wird belegt, wie der für das antike Denken maßgebende Logos/Vernunft, wie sie heute wissenschaftlich gelehrt und sichtbar wird, erst in kulturgerechter Ausdrucksweise (im Westen im Rahmen des christlichen Kultes) zur Weltgeschichte wurde. Dabei geht es nicht um eine abenteuerliche Spekulation aufgrund von einzelnen Entdeckungen. Auch wenn fast alle ausgewerteten Arbeiten die heute gängige Hypothese eines Heilspredigers mit Namen Jesus voraussetzen. Es ist die Vielzahl von Schlüssen aufgrund des gesamten dort geschilderten heutigen Wissens um die Anfänge des Monotheismus, das antike Denken in einer nun von Vernunft ausgehenden Kultur-/Zeitenwende, wie auch die Auswertung der Erkenntnisse der kritischen Forschung oder der exegetischen Arbeit rund um das Neue Testament. Die dann in Betrachtung einer ganz natürlichen evolutionären Kulturentwicklung (ohne märchenhafte Wundergeschichten) zu einem völlig neuen Schluss über den Anfang bzw. die ursprünglichen Glaubensgrundlagen führen.

Die heutige Wissenschaft ist aufgrund ihrer Lebens- und Glaubenslehre an einen Wanderprediger gebunden. Denn davon gehen alle derzeitige Forschungsvorhaben, wie alle Glaubensvorstellungen aus. Wer sein gesamtes Lebenswerk auf die Hypothese eines Heilspredigers gründete, darin seine Studenten unterrichtete oder in Palästina nach den Spuren eines Heilspredigers gegraben hat, der kann so wenig zur Vernunft wechseln, wie die Glaubenslehre, die die Vernunft/Logik bisher meist verteufelte. In diesem Sinne kann - auch wenn das hier oft so klingen mag, der heutigen Lehre kein Vorwurf gemacht werden. Vielmehr ist sich der Verfasser in der Gnade später Geburt, frei von traditionellen Lehr- oder Glaubensvorstellungen, ohne sein Lebenswerkswerk auf einen jungen Juden gebaut zu haben, seiner Verantwortung für ein aufgeklärtes Verständnis bewusst. Wo deutlich gemacht wird, wie die heutige Wissenschaft aufgrund ihrer bisherigen Lehre im Bild eines wundertätigen Wanderpredigers gefangen ist, da macht es wenig Sinn, ihr Vorwürfe zu machen, einen geistigen Wandel zu verlangen. Vielmehr ist es die Aufgabe des freien Denkens, in Auswertung des heutigen Wissens um die geschichtlichen Hintergründe, die theologischen Bedingungen und die Bedeutung der biblischen Bilder, Denkanstößt zu geben, die ein aufgeklärtes Verständnis ermöglichen oder gar erzwingen. 

Die gesamte theologische Wissenschaft klammert auch die wurzel- d.h. radikalkritischen Denker weitgehend aus. Gleichwohl diese ernsthaft nach Wahrheit suchendenden, meist evangelischen Theologen bereits beim Aufkommen der Frage nach dem historischen Jesus vom Vernunftbegriff antiker Lehre ausgingen und vor einer Verflachung des christlichen Glaubens durch die dann von David Straus praktizierte Entkleidung eines Heilspredigers warnten. Nur dieser Weg wurde in allen weiteren Gabelungen der Jesusforschung verfolgt. Auch wenn dann, wie bei Bultmann, der Wanderprediger keine theologische Rolle mehr spielte. So wird heute selbst dort, wo man neben der hoheitlichen Funktion auch die Existenz Jesus völlig in Frage stellt, ein junger Jude vorausgesetzt und nach seinem Umfeld gefragt. Abenteuerliche Hypothesen, warum man in ihn die Hoffnung setzte oder ihn für einen Halbgott hielt, die im geistesgeschichtlichen Kontext völlig unhaltbar sind, werden aus den Fingern gesaugt und als neues Paradigma "third quest" der Jesusforschung ausgegeben. Doch während heute immer nur nach eine Art Wanderprediger/-Philosophen... gefragt wird, die heutige Forschung dann von Parusieverzögerungen spricht, immer noch aufs "Christkind" wartet (gar den Christusbegriff zurücknehmen will, weil angeblich nichts Neues war) wird hier deutlich gemacht: Der Logos, die kreative Vernunft, wie sie heute in wissenschaftlichen Begriffen weltweit gilt (außer den Buchstaben-Kreationisten), war der in ihrer  kulturgerechten Ausdrucksweise der Wirk-liche Christus. Denn erst im aufgeklärten Neuverständnis des Alten (Auferstehung) war die geschichtlich belegte kulturelle Wende, die Abkehr von tauber jüdischer Traditions-Gesetzlichkeit, wie griechischer Mythen sowie Götterbilder und damit eine natürliche Kulturentwicklung, die zur erneuten Aufklärung führte. 

Auch wo man heute noch das hoheitlich-schöpferische Wesen hochhält, nur vom Gottessohn oder vom Auferstandenen spricht, wird ein wundertätiger Heilsprediger angenommen. Gleichwohl längst klar ist, dass nicht nur die anfänglichen Denker vom Logos ausgingen, sondern gerade auch die Kultlesetexte des Kanon keine banale Story von einem jungen Mann, sondern ein schöpferisches Wesen beschreiben (das erst seit der Reformation eindeutig mit dem Rufnamen Josua, lat. Jesus bezeichnet wird), wird hier ein historischer junger Mann hergeleitet. Auch wenn immer deutlicher wird, wie auch die Vorgängergestalten, von Abraham, Elia, Jona, Moses bis zu Josua (lat. Jesus) nicht einfach alte Männer waren, denen wundersame Geschichten angedichtet wurden, sondern die kulturgerechte menschliche Ausdrucksweise in der Entwicklung notwendig war, wird weiter ein junger Mann an den Anfang gestellt. Dieses buchstäbliche Verständnis der synoptischen Evangelien hält heute den gesamten wissenschaftlichen Geist gefangen. Dabei wäre längst deutlich zu machen, warum der Logos/die Vernunft genau die Gestalt brauchte, um Weltgeschichte zu machen. Warum damit auch die menschliche Ausdrucksweise eine kreative Person (Rolle/Aufgabe) und kein doketistisches Scheinwesen war.

Denn der als Jesus Geschichte gewordene Grund des christlichen Kultes, wo selbst bei anfänglichen Bewegungen und Diskussionen von "Jesus" gesprochen wird, gleichwohl es dort mit absoluter Sicherheit um ein schöpferisches Wesen ging, vom Logos gesprochen wurde, wird daher hier nicht verleugnet. Er wird in seinen Bedeutungsinhalten bzw. geschichtlichen Wirkungsweise belegt, logisch (auch in seiner kulturellen Funktion/kreativen Gestalt) begründet.

Gleichwohl hier ausschließlich der Stand heute gegebenen vielfältigen Wissens Gegenstand ist, wird nicht der Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit erhoben. Hierzu ist beispielsweise noch mehr als es  bisher möglich war, die gesamte zugrunde liegende Literatur aufzulisten und so auf wissenschaftlich-systematischere Weise der absolute Nachweis zu erbringen.

Der Verfasser (Gerhard Mentzel) will als theologischer Laie, der seit Jahrzehnten völlig frei von Lehrhypothesen die Frage nach dem ursprünglichen Grund des christlichen Kultes erforscht und hierzu den gesamten derzeitigen deutschsprachigen Wissensstand durchforstet hat, auch unvoreingenommen nach der der historischen Wahrheit fragenden Denkern Anstoß geben. Ihm ist klar, dass er mit der Behauptung, dass kein junger Jude mit Namen Jesus war, völlig quer zu allen derzeitigen theologisch-wissenschaftlichen Hypothesen liegt, die fast alle einen inzwischen völlig entblätterten Heilsprediger voraussetzen. Doch der kann nachweislich so wenig wie ein Hirngespinst des Glaubens der anfängliche Grund des christlichen Kultes gewesen sein.

Während die Kritik bisher nur die Hoheitlichkeit Jesus abstreitet oder aber das historische Wesen völlig in Zweifel zieht, wird hier gefragt, was der hoheitlich-historische Grund war. Und warum der in evolutionärer Kulturentwicklung als Jesus "Geschichte" machen musste: So das bewirkte, was nicht nur biblisch bebildert ist, sondern sich auch in Geschichtsrealität nachlesen lässt. Und daraus ergibt sich dann auch die Heilswirkung, die von einem aufgeklärten Verständnis der anfänglichen Glaubensgrundlage und somit einem völlig neuen christlichen Welt- und Selbstverständnis ausgehen wird.

Von der Kritik zum historischen Grund

 -Außerbiblische Zeugnisse Jesus

Der Kritik ist zuzustimmen. Es gibt in Wirklichkeit keine außerbiblischen Zeugnisse über einen Heilsprediger mit Namen Jesus. Wo derzeit von außerbiblischen Zeugnissen gesprochen wird, handelt es sich meist um spätere Einschübe oder wird beispielsweise von einem Christus gesprochen. Doch die vielfältige Kritik an außerbiblischen Zeugnissen Jesus wird hier nicht neu aufaddiert, sondern weitergedacht. Statt nur zu verneinen, die außerbiblischen Zeugnisse in Zweifel zu ziehen, wird hier nach der Vernunft gefragt, die der gesamten Zeit und auch den als außerbiblischen Zeugnissen für einen jungen Juden unhaltbaren Belegen zugrunde liegt.

Hier werden vielfältige außerbiblischen Zeugnisse über das vorgelegt, was der historische Grund war: Die kulturgerechte Gestalt/Ausdrucksweise der Vernunft, die den Mythos nach und nach ablöste, allen philosophischen Wissenschaften und Lehren der verschiedenen Schulen zugrunde lag, Grund der Erneuerung des hebräischen Monotheismus war damit genau das bewirkte, was bebildert ist.  

Und genau diese Vernunft ist selbst in den bisher als außerbiblischen Zeugen Jesus geltenden Texten zu begründen. Wer beispielsweise Josephus beleuchtet, der als jüdischer Apologetik nach Erneuerung seines Kultes im römischen Kaisertum und der dort damals geltenden Vernunftlehren suchte, gar in der jüdischen Geschichte (die kein Historienbericht ist)  die Vernunft des jüdischen Glaubens nachweisen will, dem wird klar. Beim "Christus" kann es um keinen göttlichen Guru gegangen sein. Vielmehr war die Vernunft in kulturgerechter Gestalt das theologische Thema.

-Evangelien

Auch wenn die kindliche Annahme, dass hier die Markus, Matthäus oder Lukas genannten Anhänger ihre Erlebnisse mit einem jungen Guru verfassten, wird dieser heute genau aufgrund dieser Texte vorausgesetzt. Hier wird jedoch weder die historische, noch hoheitliche Aussage abgestritten, sondern an vielen Beispielen deutlich gemacht, wie die von Blindheit und Taubheit befreiende, sich mit der Tradition auseinandersetzende Vernunft war von Geburt bis Auferstehung das biblische Thema. 

Hier wird keine Exegese einzelner Texte betriebe, wie z.B. unter "lectio brevior". Doch so wie in den Kommentaren zu dieser theologischen Exegese von Prof. Gerd Häfner zu lesen ist, verweist (auch wenn sich der Wissenschaftler weigert, darüber zu reden, weil das gegen seine gesamte Lebenslehre sprechen würde)  jede Textstelle des Neuen Testamentes nicht auf einen jungen Guru als Gott.  Je mehr man sich die Bedeutungsinhalte vergegenwärtigt und den Bezug zu vormaligen (meist alttestamentlichen) Vorstellungen herstellt, desto mehr wird deutlich, dass die kreative Vernunft in kulturgerechter Gestalt (entsprechend kultureller Vorgaben) das theologische Thema der in den Kanon aufgenommenen Kultlesetexte war.

Allein der heutige Stand der Wissenschaft macht es unmöglich, den Kulttexten einer Kirche, die den Logos zum Thema hatte, einen Wanderprediger mit Namen Jesus (wie ihn erst die Reformation der Neuzeit für vormalige Hoheitsbezeichnungen und Formeln einführte) unterstellen zu wollen. Auch alles Wissen über die Entstehung des Kanon verweist auf die kreative Vernunft, die in ihrer literarischen Verschriftung nicht nur als schöpferisches Wort (Vernunfthandlung) galt, sondern dies historisch war.

Nicht allein die Johannestexte, bei denen das ganz deutlich im Prolog gesagt wird, handeln von der Vernunft, wie sie damals Thema der Zeit war. Auch die synoptischen Evangelien, die heute als gleichgeschichtlich wie Johannes gelten, sind unmöglich die Beschreibung eines für göttlich gehaltenen Wandergurus mit Namen Jesus durch Theologen der Zeit. Hier wird deutlich gemacht, wie die Vernunft jetzt statt Mythen und taub gewordener jüdischer Tradition/Gesetzlichkeit den neuen Monotheismus begründete, die Göttermythen ablöste. Wie daher auch mehr war, als nur philosophische Rede. Wie vielmehr die in Vernunft erklärte Weltrealität als schöpferische Rede nach alttestamentlichem Verständnis verstanden und in altbekannter Weise literarisch zum Ausdruck gebracht wurde.

-Paulus

Auch hier greift die Kritik zu kurz, wenn sie aufgrund historischer Unvereinbarkeit nur eine vom geschichtlichen Jesus unabhängige religiöse Rede oder nach der Herkunft der Texte aus frühchristlicher Gnosis "Der gefälschten Paulus" (radikalkritik.de Hermann Detering)  nachweisen will, dass die Texte nicht von Paulus stammen.

Dass die Paulustexte mit dem jungen Mann, den man für historisch hält, nichts am Hut haben, hat die heutige Theologie in vielfacher Weise beschrieben. Doch währen sie weithin einen Sektenverfolger lehrt, der durch eine Art Halluzination einen Geisteswandelt mit vergeblicher Hoffnung hatte, wird hier nachgewiesen, wie im geschichtlichen Jesus genau die beschriebene Heilwirkung war. Und währen die Kritik dann (ähnlich wie bei Jesus) auch noch einem einzelnen Wendepharisäer/Zeltmacher bzw. Mann mit Namen Paulus die Briefe aus der Hand nimmt, wird hier deutlich gemacht: Die theologischen Texte sind wirklich von "Paulus". Sie handeln nicht nur vom historischen Wesen des christlichen Glaubens und dessen Heilswirkung. Ihre sicherlich verschiedenen Verfasser gehen von einem Geisteswandel, einem neuen monotheistisches Paradigma aus. Was gerade die Herkunft aus einer von Vernunft getragenen Erkenntnislehre (z.B. Marcion, der als erster eine Sammlung von Paulustexten nutzte) mehr als deutlich macht.

Klar ist heute auch und wird hier vertieft, warum die gesamte außerkanonische Literatur, die Apokryphen oder die heute ebenso als urchristlich geltenden, anfänglich jedoch abgelehnten Erkenntnislehren (Gnosis), ebenso wenige wie die gesamte Christologie und Lehren der frühen Apologeten und Kirchenväter in ihrer Diskussion mit kosmosfrommen, vernunftbegeistern spätantiken Kaisern keinen Heilsprediger zum Thema hatten, ist eigentlich klar.

Wo also kommt der heute für historisch gehaltene Heilsprediger mit Namen Jesus vor?

Warum der an den Hochschulen gelehrte und in seiner Verherrlichung/Herrlichkeit (je nach religiösem Standpunkt) hinterfragte Heilsprediger ein Hirngespinst von Halbaufklärung ist, wäre jedoch zu wenig. In allen Kapiteln wird aus unterschiedlicher Perspektive belegt, warum die Vernunft nicht nur das theologische Thema war, sondern im Kulturwandel ihre kulturgerechte Ausdrucksweise eine historische Heilswirkung hervorbrachte, ohne die die Aufklärung der westlichen Welt und damit das hier verlange Neuverständnis nicht wäre.

1. Ostern: Offenbarung

Bereits hier werden viele Beispiele und Belege gebracht, die nach logischer Auswertung heutigen Wissens zwingen, Ostern bzw. die Auferstehung als christliche Offenbarung (=klar machen, offen legen, begründen) des christlichen Wesens auf völlig neue Weise zu sehen. (Auch theologisch gebildete Atheisten, die nicht nur in ihrer Glaubens- und Kirchen, sondern auch in ihrer historischen Kritik weit über das Übliche hinausgehen und doch aufgrund ihrer Einstellung bzw. Sichtweise der heutigen Glaubensvorstellungen von einer Vernunftbegründung nichts wissen wollen, liefern genau dafür Beweise.)

2. Vor-wort Benedikt XVI.

Nicht nur Benedikt, der sich auf die schöpferische Vernunft als mit Verstand einsehbares Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken antiker Philosophie beruft und diese vor dem Bundestag in Bezug auf Stoa, jüdische Weisheit in heutiger Welterklärung zu bedenken gab, auch seine Kritiker werden als Vor-wort-geber aufgegriffen.

Denn auch wenn sich die Kritiker seiner Jesusbücher, ähnlich wie der ehemalige Papst noch an einem Heilsprediger festhalten. Die Kritiker des Kirchenoberhauptes bestätigten in ihren Vorwürfen, Benedikt XVI. hätte sich in seinen Büchern nur an den biblischen Jesus gehalten, dass es den Verfassern der neutestamentlichen Texte um das von Prof. Ratzinger beschriebene hoheitliche Wesen, damit jedoch nicht um einen herrdie auch heute definierte schöpferische Vernunft ging.

Und genau die ist nun auch die Grundlage der Enzyklika, in der der sein Nachfolger im Amt die Weltprobleme zur Sprache bringt. Das derzeitige Oberhaupt der kath. Kirche, das sich getreu bisheriger Hypothese an biblische Lehre, die Worte eines göttlichen Wanderpredigers halten müsste, hat so die "christliche" Geschäftsgrundlage gewechselt und auch damit ein Vor-wort geliefert.

Die Humanisten oder die naturalistische Wissenschaft ermöglichen dabei das, was Benedikt XVI. behauptet: Durch die ökologische und evolutionswissenschaftlichen Erkenntnisse wird die die kreative, gemeinsame Vernunft, ebenso wie die Notwendigkeit ihrer kulturellen Ausdrucksweise "mit Verstand einsehbar".

3. Jesus auf Achse

Das Wissen um die weltweite Kulturwende, den Wandel vom Mythos zum Logos bzw. die auf Vernunft gründende antike Hochkultur macht mehr als deutlich, wie sich unsere Vorstellungen über die Anfänge einer Re-vision unterziehen müssen.

Die aus einem buchstäblichen Verständnis der Evangelien abgeleitete Hypothese vom Heilsprediger Jesus wird nicht nur deswegen als unhaltbar nachgewiesen, weil es am Anfang nachweislich um den Logos bzw. die Logik ging, nach der nun das Werden, wie der menschliche Kult ergründet wurde. Auch die Tatsache, dass es vor Luther, Melanchthon, Erasmus & Co. keinen Jesus gab, dieser Name für den als Christus bezeichneten Logos bzw. in hoheitlichen Begriffen und Formeln umschriebenen christlichen Glaubensgrund erst in Neuzeit eingeführt wurde, wirft die heutige Hochschul-Hypothese über den Haufen.

4.  Zarathustra spricht

Alles, was heute über die Entstehung und Entwicklung des Monotheismus bekannt ist (der von Anfang an nur in ganzheitlicher Naturbetrachtung, auch wenn noch mythisch erklärt) gründet, macht mehr als nur die Re-vision des als Jesus bekannten christlichen Glaubensgrundes möglich. Zarathustra, den heute religionsfeindliche Verfasser als Vorbild für ein Verhalten in Vernunft darstellen, wird als das zur Sprache gebracht, was dann bei den Propheten des Exils (am Anfang des biblischen Monotheismus) als Wort den theologischen Ton angab. Was im Neuen Testament (nun in Vernunft erklärt) statt gestrige Gottesbildern als Jesus gilt.

5. Seneca

Hier belegt ein antiker Weisheitslehrer, der (ähnlich wie das gesamte damalige Denken) die Natur/Vernunft vergeblich mit Nero & Co. verwirklichen wollte, beispielhaft, warum die Hypothese vom Heilsprediger, der verherrlicht bzw. hellenisiert und zum Grund der neuen Lehren bzw. des Kultes wurde, völlig unhaltbar geworden ist. Wie vielmehr die Zeit der Götter und der sie repräsentierenden Gottkaiser abgelaufen war, aber die Vernunft nur in einer den alten Vor-bilder entsprechenden Gestalt zur Welt zu bringen war.

6. Konstantin

Bei einer nüchternen Auswertung des heutigen Wissens über die Spätantike, aus der Kirche, Kanon oder Koran hervorgingen, kann nicht mehr der geringste Zweifel bestehen,  dass die Vernunft das anfängliche theologische Thema war.

Egal wie man Konstantin sieht, ob als machthungrigen Tyrannen, Taktiker mit Globalisierungsplänen oder großartigen Theologen, der nach Einheit für einen neuen Kult suchte. Oder der gar mit seiner Alleinherrschaft den von ihm vertretenen Sol (neuplatonisch definierten) Monotheismus nachstellen wollte. Alles was wir über ihn und seine Zeit wissen, jede Zeile der heutigen Werke ist ein Beleg dafür, dass es in der philosophisch geführten jahrhundertelangen Kulturdiskussion um das Wesen des Logos/der Natur und ihrem Verhältnis zu den alten Glaubensvorstellungen unmöglich um einen jungen Juden ging, der als herrlich gesehen wurde. Doch dies ist nicht nur der absolute Beweis, dass die christliche Kirche (ebenso auch der sich auf den Koran berufende Islam) der Kult kreativer Vernunft (und keines Heilspredigers oder frommen Hirngespinstes) ist. Vielmehr wird hier deutlich, warum Kulturbedeutende Bilder unverzichtbar sind. Warum der Logos zum Kult werden und für die Weisheit eine Kirche gebaut werden musste. Und warum auch heute die Vernunft, die alle zeitkritischen Geister predigen, nur im aufgeklärten Kult zu verwirklichen ist.

7. Julian

Mehr noch als die christlich geltenden Kaiser macht der, der am Schluss seines Lebens den Logoskult wieder verlassen und zu den traditionellen, staatstragenden Göttern zurückkehren wollte deutlich: Kein junger Mann, sondern die Vernunft die auch im Neuplatonismus galt war das, wofür Kirche und Kanon gebaut wurden.

8. Kritik anfänglicher Christen

Die Verfolgung und Kritik an den Römern und Griechen, die nicht weiter den Göttern opfern wollten, weil sie sich nun dem jüdisch-bildlosen Monotheismus zuwandten, zeigt macht mehr als klar, dass kein junger Mann, sondern die Vernunft als nun universal geltendes Wort der Juden der Grund christlicher Mission war.

9. Apologetik - Auferstehung

Auch die kirchlichen Apologeten, christliche Weisheitslehrer, wie philosophisch-theologische Denker, die beispielsweise in "Auferstehungsschriften" über den Neuverstand des Alten im Rahmen antiker Aufklärung nachdachten, sind absolute Zeugen für die Vernunft als anfängliches Wesen.

10. Reform-Projekt Aufklärung

Hier sind neben der Geschichte der Jesusforschung eine Vielzahl der Argumente aufgeführt, die inzwischen unter "Vor-wort" sowie von Zarathustra, Seneca oder Konstantin weitgehend vertieft werden.

11. Morgenröte

'Das Wissen um Götter wie Dionysos, der sich noch gegen die Vernunft wehrte und sie dann nach dem Wandel vom Mythos zum Logos doch verkörperte, wird hier als Zeuge aufgerufen: Dafür, dass auch heute die Zeit für einen Neuverstand des Alten gekommen, der Aufgang der Sonne der sichtbarste Ausdruck kreativer Vernunft ist, die in Kulturgestalt Geschichte machte und wissenschaftlich beschrieben ist.

Auch wenn man über die einzelnen Beurteilungen und Konsequenzen für unsere Kultur streiten kann, im Grunde ist jeder Beitrag ein Beweis, dass es am Anfang nicht um einen jungen Juden gegangen sein kann, der als Gott galt. Doch in ihrer Gesamtheit ist es absolut, dass es dort, wo heute Jesus steht und man über einen Wanderprediger streitet, in Wirklichkeit um die heute wissenschaftlich definierte Vernunft/Weisheit als ewiges Wort ging. 

Die Literaturangabe steht noch aus. Doch all das, worauf Bezug genommen wird, ist einzig der allgemein gültige Stand heutigen Wissens. Denn jedes Werk, jede wissenschaftlichen Arbeit der Theologen, ihrer Kritiker und insbesondere der Historiker liefert den Beleg, dass es am Anfang um die Vernunft, den Logos (die Vernunftlehre) ging. Die ein Gesicht brauchte, dies Vernunft in menschlicher Kultur war.