Das neue Testament, Beleg der Vernunft:

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Die Kritik, dass die biblischen Erzählungen frei erfundene Märchen, beispielsweise der von Pontius Pilatus freigelassene Barrabas (Sohn des Vater), ebenso wie der Gekreuzigte, reine Mythenfiguren seien, greift zu kurz. Auch wenn die biblischen Geschichten nur im Alten Testament oder bei den griechischen Göttersagen nachgelesen werden, bleibt das eine verküzende Form von Schriftgelehrtheit. Eine rein biblische, meist gar buchstäbliche Betrachtung, die dann im Kurz-schluss alles verneint, zum Mythos oder gar Betrug macht.

Das Neue Testament, vielmehr das Christentum und seine bis zur Reformation unbedeutende und nicht als Geschichtsbericht geltende Kultliteratur, basieren nicht auf alten Mythen, die sich in blinder Überredung ausbreiteten. Der nun auch für Griechen geltende neue bildlose Kult vom kreativen großen Ganzen gründete auf den Logos: Die Vernunftlehre antiker Aufklärung. Diese erklärte alles Werden nicht mehr im Mythos, sondern in einer Sinn machenden Vernunft (für Juden Wort). Sie leitete daraus auch ab, was für das menschliche Verhalten geboten war und begründete diesen Kult nun in Vernunft: "christlich". Dabei kann kein Heilsprediger in den Himmel gehoben oder gar als Logos gesehen worden sein. Vielmehr wurde im Aufgreifen alter Kulttexte/-bilder die Heilswirkung antiker Aufklärung bebildert, wo die Vernunft nun auch im Kult galt. Es ist bekannt, dass es aus dem Neuplatonismus kommende Anhänger der Vernunftlehre (Logos) waren, die als sog. Väter der Kirche aus einer Vielzahl von Kulttexten verschiedene für die Kultlese auswählten. Allein das müsste genügen, um die Hypothese vom herrlichen Heilsprediger "auf"zugeben.

Richtig ist sicher, dass es den Verfassern der Evangelien, die den Logos/das ewige Wort als erlösenden einen Sohn zeichneten, nicht um die Hinrichtung eines Heilspredigers und dessen egal wie geartete Auferstehung ging. Das Wesen, von dem in den neutestamentlichen Texten in alten Geschichten erzählt, das von griechischer Vernunftlehre/Philosophie auch Zeus-Pantokrator genannt wurde und das auf den Grund allen Seins der Väter verwies (teilweise auch dessen Rolle einnahm), war auf jeden Fall kein Wanderprediger. Was bis zur Reformation ausschließlich mit Nomina-Sakra umschrieben und mit Josua gleichgesetzt wurde, das kann nach allem was wir wissen, kein wegen Volksverhetzung hingerichteter junger Guru mit Namen Jesus oder ein Glaubensmythos gewesen sein. 

Immer deutlicher zeigt sich, wie es auch in den biblischen und noch mehr den außerbiblischen christlichen Texten um die Vernunftlehre antiker Aufklärung (Logos) ging. Die unter dem Aberglaube traditioneller römischer und jüdischer Vorstellungen litt. Die als jüdische Weisheitslehre von einer zum Selbstzweck verkommenen Gesetzlichkeit und taubem Tempelkult sowie Ritusversessenheit befreite. Und die (nicht nur in der Bergpredigt) jetzt sagte, was im schöpferischen Sinne geboten war. Weswegen sich dann als Christen bezeichnete römisch-griechische Denker weigerten, weiter den Göttersöhnen zu opfern, das war die Vernunftlehre antiker Aufklärung. Die brachte ein neues Verständnis von Schöpfung und sollte ins gelobte Land (Leben in Vernunft und kulturellem Friede) führen. Was daher im aufgeklärten Sinne, wozu auch das allegorische Verständnis des Alten gehörte, als Josua verstanden wurde, so später lat. Jesus hieß. 

Der nachweisliche Grund der kirchlichen Lehre war die nicht von Menschen gezeugte, "Logos" genannt Vernunftlehre antiker Aufklärung. Die  den bildlosen Monotheismus und seine Verhaltenslehren auf neue, nun universale Beine stellte. Und die nach kirchlicher Sicht den unsagbaren Grund des kreativen Ganzen der Propheten nicht ersetzte, sondern ihn offenbarte/in Vernunft erklärte. Was in kirchlicher Lehre als der eine Sohn galt.

Der aufgeklärte Verstand (Auferstehung) des Alten lässt sich auch heute nicht verhindern. Wo im Neuen Testament seit der Reformation einheitlich Jesus steht und sich Moslems auf Mohammed berufen, ging es um die messianische Hoffnung auf eine Frieden und Gerechtigkeit erzeugende Vernunft. Die die traditionelle Gesetzlichkeit/Gottesbilder vertrieb, die zum Aber-glaube verkommen waren. Eine Vernunftlehre, die heute als ganzheitlich-ökologische Lebensweise gilt oder auf Weltkonferenzen gepredigt wird. Was das Neue Testament bebildert und in seinen Bedeutungsaussagen beschreibt, ist die kulturgerechter Ausdrucksweise und Rolle (Person) kreativer Weisheit/Vernunft. Ohne deren kulturgerechtes aufgeklärtes Verständnis (Auferstehung) die heutige Forderungen nach Vernunft und Friede jedoch vergebliche Predigten bleiben.

Eine ganz „gewaltige“ theologische Wende.

Eine Theologie, der das Wissen gegeben ist und die sich trotzdem der Aufklärung verweigert, nur einen Guru gelten lässt, trägt nicht nur die eigentliche Verantwortung für die mörderische Gewalt im Namen gestriger Glaubensvorstellungen. Der Kampf zwischen Wissen und Gauben, der auch dem aktuellen Kampf der Kulturen zugrunde liegt und die notwendige Aufklärung (auch im Nahen Osten) verhindert, ist in einer neuzeitlichen babylonischen Gefangenschaft begründet. Wo dann Gründergestalten wie Gottesbilder gehandelt und Traditionslehren bzw. Glaubensbücher als die eigentliche geistige Grundlage gelten und gegeneinander gestellt oder machtpolitisch manipuliert werden. Dies verhindert, dass aufgeklärte Menschen im natürlichen Lebensfluss des zusammenhängenden natürlich beschriebenen Ganzen auf mündige Weise eine ihren „Gründergestalten“ entsprechende kulturelle Bestimmung (ewiges Wort) verstehen. Sich dafür begeistern und so auf kreative Weise Zukunft gestalten, statt diese zerstören. Wenn wir unseren Kindern im kannibalistischen Konsum die Zukunft fressen, statt in kreativer Bestimmung zu gestaltet. Dann geht auch das auf das Konto unterlassener theologischer Hilfeleistung. Denn  unsere Verant-wort-ung  geht nicht von "nackter" Vernunft  aus.  Über unser Verhalten im Alltag entscheidet unser Verständnis der Welt, das durch die kulturellen Wurzeln, den dahinter stehenden Kult(ur)- bzw. Weltbildern bestimmt wird. Und daher ist auch das Verständnis der biblischen Texte sowie der dort bebilderten und bisher maßgebenden Gründergestalten ganz entscheidend für unsere Zukunft.

1.  Buchstäbliche Vorstellungen der Gründergestalten und Gottesbilder sind Babylon

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Weit mehr als in der modernen Lehre wird in den alten Bildern, aber auch bei einer unvoreingenommenen Auswertung der Kultlesetexte klar: Kein junger Mann, sondern die vom kreativen großen Ganzen ausgehende Vernunftlehre antiker Aufklärung war das christliche und biblisch bebilderte Wesen.

Das neue Testament und insbesondere die synoptischen Evangelien werden - zumindest in der Person Jesus - auf eine buchstäbliche Weise gelesen, die dem heute gegebenen Wissen nicht gerecht wird. Die theologische Lehre ist sich daher einig, dass der Jesus der Bibel ein historischer junger Mann, wahrscheinlich ein Wanderkyniker war. Wenn der dann entsprechend der biblischen Aussagen wie ein schöpferisches Wesen, als heilsbringender "Christus" gepredigt wird, dann kommt hinten nur heiße Luft raus. Die moderne Lehre geht auch selbst längst nicht mehr davon aus, dass die biblischen Bedeutungsaussagen echt erfüllt wurden. Wie soll auch ein junger Mann das lebendige Wort, die schöpferische Weisheit, der wahre Tempel, eine neue Begründung des nun universalen prophetischen Monotheismus und seiner Verhaltenslehren gewesen sein? Mit Überlegungen, die auf die bisherige Begründung des Monotheismus im natürlichen Weltganzen oder auf die Philosophie Zarathustra abzielen, braucht man der modernen Forschung nicht zu kommen. Da entgegen aller biblischen Aussagen nur ein gutherziger junger Mann angenommen wird, der auf mythische Weise zum Heilsbringer hochstilisiert wurde, brauchen alle von kreativer Realität ausgegangen Vorgängerkulturen nicht zu interessieren.

Doch einer Zeit, die in der Vernunftlehre des antiken Monismus den bildlosen Monotheismus der Propheten auf philosophisch-wissenschaftliche Weise begründete und dabei auch in der griechischen Übersetzung des Alten Testamentes vom Zeus-Pantokrator sprach, die Vergötterung eines Heilspredigers zu unterstellen, das ist himmelsschreiend hirnrissig. Und wie wenn nicht bekannt wäre, dass ursprünglich der "Zeus-Pantokrator" das christliche Wesen in den Evangelien oder der Briefliteratur war, wird blindwütig ein Wanderguru mit Namen Jesus unterstellt. Egal ob Zeus-Pantokrator für den unsagbaren Grund aller Kreativität der Väter bzw. Vater der in Vernunft erklärten Götter stand. Oder beim Zeus-Pantokrator wie bei Matthäus, dem Korintherbrief und in Johannestexten vom Sohne gesprochen wurde, der den Vater nur bezeugte. Ein junger Mann war mit absoluter Sicherheit nicht das theologische Thema der vom Zeus-Pantokrator sprechenden Texten. Auch nicht das der späteren Übersetzungen in Latein, die sich nicht weiter der griechischen Begriffe bediente.  

Was dann bis zur Reformation in christologischen Formeln und Hoheitsbezeichnungen umschrieben war, kann kein junger Jude gewesen sein. Der wird oft gar der frühen, vom Logos ausgehenden und handelnden Christologie-Diskussion unterstellt. Wie wenn Jahrhunderte lang auf philosophische Weise gestritten worden wäre, ob ein Wanderprediger Gott selbst war bzw. die Rolle des unsagbaren schöpferischen Grund einnahm oder nur den prophetischen Monotheismus in neuer Weise universal offenbarte/erklärte. Völliger Quatsch, dass deswegen Kriege geführt wurden, man sich jahrhundertlang gegenseitig der Häresie beschuldigte. Ebenso unhistorisch, dass neuplatonische Denker, die hochphilosophisch über das Wesen der Vernunft diskutierten, gleichzeitig Texte über einen herrlichen Kyniker als Kanon zusammengestellt haben sollen.

Man muss sich nur mal die wilden vielfältigen Anfänge des neu-jüdischen, nun universal begründeten bzw. christlichen Kultes betrachten und die hinter der Christologie-Debatte stehenden neuplatonischen Denker nur halbwegs ernst nehmen. An keinem Ort der damaligen Welt kann es dabei um den Wanderkyniker gegangen sein, der als historisch unterstellt wird. Nicht eine der unzähligen Bewegungen, Denkweisen und Diskussionen über den Logos, aus denen auch der Kanon hervorging, lässt den zu. Doch dass es den Kirchenvätern, die den biblischen Kanon zusammenstellten, um den Logos ging, ist anerkannt. Wie kann man dann dem von diesen herausgegebenen Kult-Text einen jungen Mann Namens Jesus unterstellen wollen, von dem anfänglich auch dem Namen nach noch nichts zu lesen war?

Wobei die Logos genannte Vernunftlehre dann nicht nur in der anfänglichen Kirche, beispielsweise bei der Übersetzung der griechischen Texte in Latein durch Hieronymus, sondern selbst bei den zum Islam gewordenen Christen als verjüngter Josua, lat. Jesus gesehen und so genannt wurde. Erst durch die Übersetzungen der Reformationszeit wurden der für die Vernunftlehre des antiken Monotheismus stehende Zeus-Pantokrator oder die Nomina Sakra einheitlich volkssprachlich mit Jesus übersetzt. Phillip Melanchthon hat sich dabei auf jüdische Weisheitslehren bezogen. Selbst wenn man alles Wissen um die philosophischen Anfänge beiseite schiebt und entsprechend heutiger Heiße-Luft-Predigt auch der anfänglichen Kirche nur die Herrlichkeit eines kynischen Heilspredigers unterstellen will. Mit dem Denken, das in der Christologie-Diskussion zum Islam wurde, ist das unmöglich zu machen.

Wo der universalisierte und erneuerte Basis-Monotheismus und die davon ausgehenden Verhaltensweisheit dann in Mohammed zur Sprache gebracht wurde. Und wo man dabei an Zarathustra anknüpfte. Da wurde kein junger Mann Namens Jesus zu Mohammed "umgemünzt", wie das die Islamforscher nachweisen. Und heute wird ja auch ja auch bestätigt, dass es im Koran, wo der Jesusname steht, um den Logos ging. Selbst wenn nicht nur der anfänglichen Islam, sondern auch der kirchliche Kultlesetext von Anfang an vom neuen Josua gesprochen hätte. Dann wäre es nicht um einen jungen Guru gegangen, wie er heute als historisch gilt. Der junge Heilsprediger Namens Jesus, wie er im Kurz-schluss von Halbaufklärung in den Kult-Text hineingelesen wird, ist ein unhistorisches Hirngespinst. Vielmehr müsste einer unvoreingenommenen biblischen Betrachtung klar sein: In alten Kultbildern wurde eine historisch nachvollziehbare und echt heilsame Kulturwende beschreiben, die in der Vernunftlehre antiker Aufklärung den verjüngten Josua sah.

Der sich letztlich erst in Neuzeit zu einem bedeutungslosen Guru verkürzte christliche Glaubensgrund hat sich als das biblische Wesen jedoch im Kopf unserer Kultur festgefressen. Er ist zum Gegenstand des Glaubens, wie aller Hochschullehre und Forschung geworden. Selbst die heutigen Glaubensgegner, denen die Vernunftlehre heilig ist, haben ihn nicht nur lieb gewonnen. Sie begründen nicht zuletzt in einem wundersamen junge Mann, dem alles angedichtet wurde, ihr atheistisches Weltbild. Jeder Zweifel an einem verherrlichten jungen Mann wird daher meist als falsch und völlig unhistorisch abgelehnt. Selbst wo man Jesus Christus nicht nur in seiner hoheitlichen Bedeutung, sondern als historisches Wesen abstreitet, kommt nur ein fiktiver Mythos heraus. Oder es wird der Kirche ein Konstrukt zur Selbstherrlichkeit unterstellt.

Mit einem Glaubens- bzw. Kult-Text in der Hand, der nach eigener Lehre keinen historischen Bericht im heutigen Sinne geben wollte und wo man in jeder theologischen Arbeit ein hoheitlich-schöpferisches Wesen beschreibt, wird ein junger Heilsprediger als einzige historische Hypothese behauptet. Wer daran zweifelt, dass es in der Bibel um einen jungen Guru ging, würde sich nicht an die historischen Realitäten halten. Himmel hilf! Denn wo die historische Realität der Kulttexte so auf den Kopf gestellt wird, da darf sich niemand beklagen. Weder dass der historische Grund christlicher Kultur nur noch lächerlich ist. Noch dass sich Moslems auf die dann für politische Manipulation freigegebenen Worte eines Propheten berufen, der zu Mord an Ungläubigen auffordern würde. Und wenn auch der Islam als Buch- bzw. Gesetzesreligion funktioniert, sich nur auf gestrige Lehren bezieht. Dann ist auch das mit auf dem Mist christlicher Theologie gewachsen. Und genau dieser Mist (der bei der Heilsprediger-Hypothese hinten als Notdürftigkeit herauskommt) ist daher auch der eigentliche Grund der nicht nur im Nahen Osten missbrauchten mittelalterlichen Glaubensvorstellungen, des mörderischen Krieges und der massenhaften Landflucht.

Die christliche Theologie ist kein Allheilmittel für die Welt. Doch die Gewalt im Namen gestriger Glaubensvorstellungen, nach denen selbst radikale Hindus in Indien Millionen Andersgläubige aus dem Land vertreiben wollen, ruft nach einer Kulturaufklärung. Und die muss von der Theologie des Westens ausgehen, die derzeit nur einen unhistorischen Guru als eine Art Gottesbild vor sich her trägt. In dem sich dann logischerweise auch keine theologische Wende, keine Neubegründung des bildlosen Monotheismus bzw. eine antiker Aufklärung gerechte Kulturbestimmung bedenken lässt. Doch da man so unter Religion kaum mehr als fromme Reden versteht, wundert es nicht, wenn man nicht zuständig für die Probleme der Welt, sondern nur gutgemeinte Predigten hält.

 Gott sei Dank“ ist das Wissen gegeben, dass es in Kanon, wie Koran nicht um heiße religiöse Luft, sondern den Logos, die Vernunftlehre antiker Aufklärung ging: Eine kreative Realität nach ganz natürlichen Gesetzen, die den antiken Denkern als universales, ewiges Wort galt und heute gegenwärtig ist. Auf die sich Benedikt XVI. (sonst Anwalt kreativer Vernunft) berief, als er vor dem Bundestag das Recht nicht in der Bibel oder den Worten eines Wanderpredigers, sondern in ökologischer Vernunft zu bedenken gab. Eine gegenwärtige Vernunft, auf die sich auch Franziskus bezieht, wenn unter dem Beifall der Welt oder der Enzyklika eine ganzheitliche ökologische Lebensweise, Vernunft in Kultur als Voraussetzung für die Zukunft fordert.

Doch überkommene Historienvorstellungen und menschliche Gottesbilder verhindern, dass wir die gegenwärtige Vernunft mit dem in Kanon wie Koran in Gründergestalten vermittelten Wort zusammen denken können. So bleiben wir in babylonischer Gefangenschaft. Weinend am Fluss sitzen jedoch nicht nur die Theologen. Diese reden in ihren Sonntagspredigten vom lebendigen Wort und beziehen sich dabei nur auf die Buchstaben der Bibel. Selbst die Johannestexte, die eindeutig den schöpfungswirksamen Logos (die anfänglich auch als Grund allen seins selbst gesehene Vernunftlehre antiker Aufklärung) als das beschriebene Wesen vorstellen, werden entweder als späte Gnosis bei der historischen Frage aussortiert. Oder es wird gegen die Aussage der Verfasser doch ein herrlicher Heilsprediger angenommen, der - wie auch immer -die Logos genannt Vernunftlehre verkörpert haben soll. Und bei Paulus wird eh davon ausgegangen, dass hier nichts zum historischen Jesus gesagt wird.

Damit  sind die gegen besseres Wissen weiter buchstäblich gelesenen synoptischen Texte letztlich der einzige Beleg für einen völlig bedeutungslos gewordenen Wanderprediger. Nur nach dem wird dann geforscht. Ein junger Guru, der angeblich hochgejubelt wurde, den Alten dann gar als lebendiges Wort/Logos galt. Auch junge Theologen, die aufgeschlossen für Neues die Ergebnisse der historischen Forschung berücksichtigen, sind in der Hypothese vom jungen Heilsprediger Jesus gefangen. Der wäre historisch erwiesen, wird allein aufgrund der buchstäblichen Leseweise der synoptischen Kultlese-Texte und der dann davon ausgehenden Schriftlehre gedacht. Denn in dieser Hypothese wurde nicht nur ausgebildet. Davon gehen die Lebenswerke und Glaubensvorstellungen der Lehrer und auch alle weiteren Betrachtungen aus.

Dabei kommt der junge Jude mit Namen Jesus auch in keinem der sog. außerbiblischen Zeugnisse vor. Selbst Kritiker des Christentums, wie Tacitus, die ausschließlich vom „Christus“ sprechen, als die dem Reformjudentum zur sog. Zeit Jesus die Vernunft galt, werden sonderbarerweise als historischen Beleg für einen wegen häretischer Anmaßung hingerichteten jungen Angeber gewertet. (Bereits unter „Kritiker anfänglicher Christen“ wird nachgewiesen, dass die Vernunft, die in ihrer Kultpersönlichkeit dann Götter ablehnte, der Grund der Christenverfolgung und römischen Kritik war.) Wenn daher ein trotz aller antiker Vernunftlehre am Götterkult festhaltender Römer wie Tacitus die Kult-Person des unter Pontius Pilatus hingerichteten „Christus“ verwarf, dann muss das keine von der Kritik unterstellte spätere Einschiebung gewesen sein. Der Römer kritisierte die Kultperson eines gekreuzigten Christus. Doch um einen hingerichteten jungen Mann ist es ihm dabei mit Sicherheit nicht gegangen. Das wäre so lächerliche, dass er es nicht mal in den Mund genommen hätte. Und noch lächerlicher ist es, den römischen „Christuskritiker“ als historischen Beleg für einen hingerichteten Heilsprediger werten zu wollen. Tacitus hat allenfalls die die Göttersöhne als den einen Sohn ablösende Kultgestalt lächerlich gemacht, weil für ihn weiter die traditionellen Kultbilder  galten. 

Aber vor der Darstellung des Logos (der Vernunftlehre) als Sohn haben bereits die zum Islam gewordenen Christen gewarnt. Denn nach ihrer Sichtweise ist der als Christus gesehene Logos nicht am Kreuz gestorben. Die Christen der Kirche hätten das verwechselt, würden das nur so sehen, schreibt der Koran. Denn die Vernunftlehre (Logos), die, diesen Denkern als Christus galt, die kann man nicht so einfach töten. (Wieso gerade die Islamforschung deutlich macht, dass es auch beim Sohn der Maria nicht um einen jungen Mann ging, den seine Mutter Jesus rief und der dann zu Mohammed wurde, wird unter "Enst. des Islam" ausführlich erläutert. Dort wird u.a. deutlich gemacht, warum der den Christen ohne Kreuz (Islam) geltende neue Basis-Monotheismus Zarathustras oder die vielfältigen auf prophetische Weise verkündeten Verhaltensweisheiten sich nicht mit einem umgemünzten Wanderkyniker machen lassen. Wie vielmehr all dies auf die antike Vernunftlehre verweisen. Und auch warum der Logos als neuer Josua im Koran eine bedeutender Stellung hat, sogar mehr genannt wird, als Mohammed, wird so klar.)

2.  Juden hätten nie einen jungen Mann verherrlicht

Und den jungen Mann sollen die verherrlicht haben, die in ihrer Reform wahre Juden sein wollten. Oder die sich als Griechen aufgrund der Vernunftlehre des antiken Monismus zu einem nun universalen bildfreien Monotheismus bekannten. Völlig absurd! Höchst unhistorisch! Nichts ist absurder, als dass wahre Juden oder gebildete, theologisch argumentierende Griechen, die als Christen galten, weil sie den menschlichen Gottesbildern nicht weiter opfern wollten,  einen jungen Mann vergöttert oder gar zu Gott gemacht hätten.

Doch dieser Absurdität derzeitige Hypothese werden alle bebilderten Bedeutungsaussagen der Bibel geopfert. So muss man selbst den Text verwerfen, aus dem man den Heilsprediger herleitet. Da war dann angeblich kein neuer Bund, keine Neubegründung des alten Monotheismus und davon ausgehende menschlicher Bestimmung  und Verhaltenslehre, wie sie in der Kult-Person des Aberglaube vertreibenden Josua, lat. Jesus zur Welt gebracht wurde. Die kreative=schöpferischer Realität, die den Alten als Wort galt und als Inhalt der biblischen Bedeutungsaussagen in jeder neuen exegetischen Arbeit nachgewiesen wird, kann bei der Heilsprediger-Hypothese nicht vorkommen. Aber dass das wirklich alles kann nur heiße religiöse Luft war, die einem jungen Mann eingeblasen wurde, kann bei Licht betrachtet auch nicht gewesen sein. Dies ist den anfänglichen Denkern und auch den Verfassern der Kultlese-Texte unmöglich weiter zu unterstellen. Es bleibt nur die eine Lösung: Es ging um die Logos genannte Vernunftlehre in kulturgerechter Rolle/Ausdrucksweise: Person.

Ohne wirklich historischen Nachweis wird jedoch heute jede Überlegung zum Logos bzw. der antiken Vernunftlehre und ihrer kultgerechten Persönlichkeit als unhistorisch abgetan. Ein heutiger Pfarrer, der dann den Schwachsinn vom einem in geschichtlicher Wirklichkeit unbedeutenden Heilsprediger verbreitet, daher selbst jede Neubegründung des Monotheismus beim jungen Mann in den Mülleimer werfen muss, der sollte am Monatsende das Geld wieder an den Staat zurücküberweisen. Denn mit diesem Aber-glaube stellt er nicht nur die Anfänge auf den Kopf. Er macht sich schuldig für alle schlimmen Folgen, die unterbleibende Aufklärung auch im Nahen Osten wie den blutigen Kampf der Kulturen. Und weder hat das was mit einer historischen Betrachtung oder wissenschaftlicher Auswertung theologischer Wurzeln zu tun, noch bringt das was für ein kreatives Miteinander mündiger Menschen.

Doch in Wirklichkeit verweisen alle Texte des Neuen Testamentes, auch die synoptischen Evangelien und insbesondere der Kanon in seiner Gesamtheit oder seine Entstehung eindeutig darauf: Es ist nicht um einen hellenisierten, hochgestapelten oder doch herrlichen Heilsprediger und nicht um ein Hirngespinst gegangen. Vielmehr zeigt sich auch in den synoptischen Kultlesetexten die antike Hoffnung auf die Vernunftlehre (Logos) als den neuen Bund des anfänglichen Monotheismus: Moses. Und dann den jenseits der Gottesbilder des Aberglaubens ins gelobte Land führenden Josua. Neben der Realgeschichte belegen so auch die biblischen Texte die Vernunftlehre. Die statt taub gewordene, erstarrter Gesetzlichkeit, ausgedienter Götter oder allein abstrakten philosophischen Lehren Vernunft und Friede in Kultur bringen sollte.

Der biblische Wundertäter erweist sich dabei als die nicht menschlich gezeugte Vernunft antiker Aufklärung, in der jetzt alle schöpferische Wirklichkeit und Verhaltensweisheit kulturgerecht begründet war. Und die so von Blindheit befreite, Fortschritt brachte. Was vormals auf Grund von griechischen Göttermythen oder nur für Juden geltender Gesetzlichkeit galt, wurde auf neue, nun universale Beine gestellt: echte Auferstehung.

3. Die Vernunftlehre wurde im Kanon zum neuen Josua

Heute ist klar, wie der Kanon entstand. Wie der allein vom Logos ausgehende, das Alte Testament aufgrund dieser Vernunftlehre ablehnende und doch als frühchristlich geltende Marionionismus daher einen ersten Kanon herausgab. Wobei neben Evangelien insbesondere Paulustexte, die nach heutigem Wissen in verschiedenen antiken Vernunftlehren (z.B. Valtentin) für die Kult-Lese mit aufgenommen wurden. Neuplatonische Vordenkern (Väter der Kirche), die in ihrer Lehre eindeutig vom Logos ausgingen und im Kult bisher das Alte Testament benutzten, haben dann dem das Alte Testament aufgrund der Vernunftlehre (Logos) ausgrenzenden Kanon des Mariconismus ein eigenes Neues Testament für die Kult-lese entgegengestellt. Worin der Bezug zum Alten Testament erhalten blieb.

Auch wie die Evangelien in ihrer geschichtlichen Ausgestaltung im Rahmen antiker Vernunftlehre als Gegenstücke zur frohen Botschaft auf den römischen Augustus entstanden, gehört zum Lehrstoff. Ebenso wie nach heutiger Quellentheorie am Anfang Logien, damit Weisheitstexte standen und zu einer Geschichte ausformuliert wurden. Die durch die auf jüdische Weisheit zurückgreifende Reformation nicht mehr von Nomina-Sakra, sondern von Josua, lat. Jesus schreibt. Dass es dabei nicht um die Mitschnitte eines anmaßenden Wanderkynikers mit Namen Jesus ging,  sondern die in antiker Aufklärung den Kynikern, wie der Stoa oder dem Reformjudentum Alexandriens geltende Weisheit in Geschichten ausformuliert wurde, liegt auf der Hand.

Wir zählen heute eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Texten, auch Evangelien, die in ganz unterschiedlichen Zeiten und Welten entstanden sind, zur frühchristlichen Literatur. Selbst Klaus Berger nimmt Texte mit in sein Neues Testament auf, die nie und nimmer von einem jungen Mann handeln, der ihm leider immer noch als einzig historisch gilt.

Aus dieser Fülle, in Form und Inhalt ganz verschieden erzählender Kulttexte (die allesamt keine historische Beschreibung im banalen Sinne sein sollten) haben vom Logos ausgehenden Kirchenväter einige wenige für die Kultlese ausgewählt. Und auch dabei haben sie keine Einheit von einem jungen Heilsprediger herstellen wollen, sondern waren auf die verschiedenen Richtungen bedacht. So beweist auch das Wissen um die Entstehung des Neuen Testamentes eindeutig darauf: Es ist nicht um den heute als historisch geltenden Heilsprediger mit Namen Jesus gegangen. Dem Text liegt eine Vernunftlehre zugrunde, die man heute in einem säkularen Syrien als Voraussetzung für den Frieden erhofft. Die damals aber auch bei den sog. Philosophischen Lehren von der Kreativität des Ganzen, nicht von Götterbilder oder traditionellen Lehren ausging. 

Auch die Auswahl wurde daher sichtbarer Weise nicht von der Annahme einer geschichtlichen Wahrheit im heutigen Sinne bestimmt. Daher wurde bisher bei aller Argumentation zur Vernunft-Wahrheit des historischen christlichen Wesens von der Deutung und Auslegung einzelner biblischer Texte abgesehen. Kulttexte wollen keine banale historische Berichte sein. Das ist heute selbst denen klar, die weiter reden, wie wenn es um die Erlebnisse eines jungen Guru gegangen wäre und in der Predigt dabei von einem jungen Gott schwärmen. Doch selbst bei diesen Kulttexten, die heute hochtheologisch gedeutet werden (was allein schon ein Grund wären, den Guru auf den Müll der Geschichte zu werfen) lässt sich in den Aussagen ganz konkret erkennen: Die antiken Verfasser sprechen von der Heilswirkung bzw. Bedeutung der Vernunftlehre und greifen dazu die altbekannten Bilder, Mythen, Geschichten oder Gestalten auf.

Doch weder die Texte des Alten Testamentes, noch des Neuen Testamentes, wollen geschichtliche Berichte von den Erlebnissen einzelner Männer sein. Auch wenn von „Glaubenszeugnissen“ gesprochen wird, dann wäre es daher in Bezug auf unsere Kultur falsch, Kulttexte lesen zu wollen, wie wenn man an das Geschehen im Sinne heutiger historischer Geschichtsschreibung „glauben“ müsse. Die Hinrichtung und wundersame Wiedererweckung eines wundertätigen Wanderpredigers gegen alles Wissen als gesetzt „glauben“ zu wollen, wiederspricht geradezu den Wurzeln unseres monotheistischen und insbesondere christlichen Kultes. Denn die als lebendiges Wort, damit Josua, lat. Jesus gesehene Vernunft, war an die Stelle der zum tauben Selbstzweck gewordenen jüdischen Gesetzlichkeit und der Traditionsgötter getreten. Gerade Christentum oder Islam sind in ihrem monotheistischen „Grunde“ keine Buchreligionen.

Der Monotheismus wird in seinen Anfängen längst nicht mehr im „Glauben“ an die Volksbefreiung und Wüstenwunder eines Mannes mit Namen Moses begründet. In Geschichtsrealität wird die Entstehung des prophetischen Monotheismus im persischen Exil betrachtet. Wo die vom kreativen Ganzen/Weltgeist ausgehende Philosophie Zarathustra als Lehre vom "gut Denken, gut Reden, gut Handeln" galt. In diesem Sinn muss die Vernunftlehre antiker Aufklärung, die im Neue Testament zur Sprache gebracht wurde, als eine weitere Sprosse der Leiter gesehen werden. Dessen Bedeutung ja gerade darin liegt, dass der den Vätern geltende unsagbaren Grund allen Seins, damit die menschliche Bestimmung gebende Verhaltenslehren antiker Aufklärung, als neuer Josua, lat. Jesus gesehen wurde. Nicht alte zu „glaubende“ überlieferte Märchen bzw. jüdischer Gesetzlichkeit  oder Göttermythen galten weiter. Was lebendig, gegenwärtig war, das war eindeutig die Vernunftlehre antiker Aufklärung.

Die alttestamentlichen Kulttexte sagen nichts über die historische Entstehung des Monotheismus. Und ebenso weniger wollen die neutestamentlichen Kultlesetexte historische Berichte im buchstäblichen Sinne sein. Die dann zu allem Übel auch noch „blind“ gegen alle Vernunft als historisch zu glauben wären. So wenig die biblisch beschriebene wundersame Teilung des Meeres etwas Historisches über den anfänglichen Monotheismus sagen will, sollte es im Neuen Testament um einen jungen Wanderkyniker gehen, der sich auf schamanische Weise als Heilspraktiker betätigte. Und der dann als „herrlicher“ Grund neuen prophetischen Monotheismus (Moses) gesehen oder Geister vertreibender Josua gesehen wurde. Da war kein junger charismatischer Mann, dem die Wunder aufgrund heilender Götter aus Gründen der Vergötterung (somit Vergeisterung) angedichtet worden wären. Auch die Götter, die in der kirchlichen Vernuft-/Logoslehre durch den einen Sohn abgelöst wurden, waren keine jungen Männer, sondern galten als Verkörperungen des kreativen Geschehens in Kosmos und Kultur. Und genau das, ebenso wie der Kult und die alten Kultbilder, wurde im allegorischen Verständnis des Reformjudentums, wie bereits von den Vorsokratikern in Vernunft erklärt. Zum Teufel mit dem jungen Mann, der heute als historischer Grund des biblischen Geschehens und neuen Kultgrundes hingestellt wird.

Wenn heute über die Entstehung des Monotheismus nachgedacht wird, dann gilt die Amarna-Zeit. Es ist bekannt, wie die universale Sonnenordnung als Verweis auf EINEN schöpferischen Grund bereits für den Vater von Amenophis IV. (Echnaton galt) galt, sich so ein erster monotheistischer Kult in Geschichte entwickelte. Und wie bereits dort bisherige Gottesbilder ausgemeißelt wurden. Auch beispielsweise die natur- und himmelsbeobachtenden Hebräer, die diese Schöpfung als Schrift (Wort) verfassten, werden bedacht. Ebenso wie die im Exil geltende Philosophie Zarathustras, aus der der prophetische Monotheismus erwuchs. All das ist wissenschaftlich längst erkannt. Doch von all dem ist auch in alttestamentlichen Kultlese- Texten und Geschichten in dieser Form nichts zu lesen. Ohne dass diese falsch oder Fälschung wären. Doch so wenig wie die alten Erzählungen, sollten die neuen Kultlesetexte eine banal-historische Beschreibung sein. Wenn aber jungen Theologen, die aufgrund ihrer Ausbildung genau wissen, dass in der Kult-Persönlichkeit Jesus die Tradition der Propheten auf neue, universal geltende Beine gestellt wurde, menschlichen Gottesbildern alias Jesus nachjagen. Dabei eine Neubegründung des Monotheismus aufgrund eines angeblichen jungen Mannes nicht akzeptieren können. Dann stellen sie die historische Wirklichkeit und das Christentum auf den Kopf.

Vielmehr ist heute klar, weshalb und wie man alte Erzählungen für Kultlesetexte aufgriff. Warum damit in einer Art Rückprojektion die volksförmige Kult-Geschichte erneuert wurde. Auch die Gründergestalten werden in dieser Weise als in Kultur notwendige Mittler gedeutet. Von einem Mann Namens Abraham als Erfinder des anfänglichen Monotheismus wird heute nicht mehr ausgegangen. So wenig, wie den prophetischen Exils-Monotheismus in der wundersamen  Wüstenwanderung eines vielschreibenden Mannes mit Namen Moses oder einem mörderischen Josua begründen zu wollen. Die Geschichten von Kultlesetexten wollen keine Geschichtsdarstellungen im herkömmlichen Stile sein. Wie heute leider immer noch das Neue Testament oft gilt. Auch wenn dort letztlich meist nur noch der inzwischen nicht mehr herrliche Heilspredigers und dessen qualvoller Tod hergeleitet wird. Alles weitere, was die biblisch beschriebene hoheitliche Gestalt in ihrer Bedeutung ausmacht, ist längst "abgeschrieben". Es  hat kaum einen Buchwert mehr,  ist nur noch ein Erinnerungsposten.

Inzwischen wird jede Geschichte, jeder Satz des Neuen Testamentes in anderen, alttestamentlichen Texten oder griechischer Literatur begründet. Aber das allegorische Verständnis, mit dem bei der Entstehung des Neuen Testamentes das Alte gelesen wurde, findet nicht statt. Da weiter ein junger Mann und seine Erlebnisse für historisch gehalten wird, bleibt nur die völlige Verkürzung. Eine Prozess, vor dem bereits die radikalkritischen Theologen, die den jungen Mann in Frage stellten, warnten.

Nach wie vor gilt nur ein junger Mann. Wie sollten daher Glaubenskritiker, die auf die Heilsbedeutung aufgeklärter Vernunft hofft, auf die Idee kommen, nach dieser Vernunft als Wesen des sog. Jesus zu fragen?  Nachdem sich die Geschichten und Gestalten als im banalen Sinne ungeschichtlich erweisen, will die Glaubenskritik alles als Fälschung sehen.

Auch die kirchliche Wissenschaft, die sich weit davon entfernt hat, in alten Männern mit Namen Abraham, David oder Moses den Geister vertreibenden Monotheismus der Amarna- oder Exils-Zeit zu begründen, hält krampfhaft an einem jungen Mann mit Namen Jesus fest. Auch wenn durch das Beharren auf einen jungen Mann der christliche Glaube längst keinen Grund mehr hat. Und er ja auch mit dem antiken Monotheismus nicht zu tun haben kann. Wer den jungen Mann Namens Jesus in Frage stellt, würde dem christlichen Glauben den Grund nehmen.

Dabei ist Jesus in seiner biblischen Bedeutung längst als erweitertes Sinnbild für Kulturgestalten wie Moses oder Josua nachgewiesen wird. Auch da ging es um Mittlergestalten, die in ihrer Kultpersönlichkeit eine kreative Wirkung hatten. Die auch ohne dass bei Moses ein volksbefreiender Vielschreiber und bei Josua ein mörderischer Eroberer angenommen wird, keine doketistische Scheinwesen waren.

Bildergebnis für paulus Die Rekonstruktion eines antiken Zeltmachers, der die Sekte eines Guru verfolgte und der dann als Schnellsegler Juden und Griechen rund um das Mittelmeer zum Glaube an dessen Gottheit überredet hätte, ist Wissensverweigerung. Der theologischen Briefliteratur im Namen eines neuen monotheistischen Paradigmas "Paulus" lag die Vernunftlehre antiker Aufklärung zugrunde, die die Funktion eines neuen Josua, damit des historischen Jesus hatte.

Selbst der einsame derzeitige deutsche Radikalkritiker Hermann Detering, der nachweist, dass kein junger Mann mit Namen Jesus war, darüber im ZDF mit den dies ohne echte Begründung ablehnenden theologischen Autoritäten wie Annette März diskutiert, schreibt vom „Gefälschten Paulus“. Er bezeichnet in seinem Buch, in dem er beschreibt, wie aus einem in Vernunft-Erkenntnis (beispielsweise Valentin) entstandenen neuen monotheistischen Paradigma die Paulustexte entstanden, Paulus als "Fälschung". Selbst er erweckt damit den Eindruck, dass es bei Jesus um einen jungen Mann und bei Paulus um eine dessen Sekte verfolgenden Wendepharisäer gehen müsse. Wo wie bei Detering, zwar vom Logos ausgegangen wird, jedoch die Vernunftlehre antiker Aufklärung, die zu einem echt neuen monotheistischen Paradigma (Paulus) führte, kein Thema ist, bleibt nur der "Gefälschte". Und so wird auch Jesus nur verneint, statt den neuen Josua nachzuweisen.

Nicht allein, weil wir wissen, wie sich die Paulusliteratur in den christologischen Vernunftlehren antiker Aufklärung entwickelte, kann Paulus nicht weiter als ein einzelner Wendepharisäer gesehen werden. Wenn es im Neuen Testament nicht um einen jungen Mann mit Namen Jesus und seine Sekte ging, kann auch Paulus kein Sektenverfolger gewesen sein, der aufgrund einer Halluzination oder himmlischen Eingebung seinen Namen wechselte. Und auch die Entstehung der vielfältigen christlichen Bewegungen macht klar, dass es bei Paulus nicht um einen im buchstäblichen Sinne zu verstehende Wendepharisäer ging, der sich als schnellreisender Überredungskünstler betätigte.

Die im Namen "Paulus" verfassten Texte, wie auch die Apostelgeschichte, beschreiben kulturgerecht eine „Person“ (Kultpersönlichkeit/Rolle/Aufgabe), die einen neuen, nun für Juden, wie Griechen geltenden prophetisch-bildlosen Monotheismus verkörpert. Ein sich jüdisch-nationaler Gesetzlichkeit, wie griechischer Mythen-Götterbilder aufgrund des nun in Vernunft erklärten (offenbaren) kreativen großen Ganzen verweigerte. Der sich in vielfältigen Bewegungen rund um das Mittelmeer ausbreitete.

Hinter Paulus steht ein von der Vernunftlehre antiker Aufklärung (Logos als Christus) ausgehendes echt neues Paradigma, das eine ganz „gewaltige“ Wende im Pharisäertum bewirkte. Um einen Sektenverfolger, der rund um das Mittelmeer die Menschen (gottesbildlose Juden und philosophisch gebildet Griechen) zum Glauben an einen jungen Mann als neuen monotheistischen Gott überredet, damit nach einer Halluzination ein christliches Hirngespinst in die Welt gesetzt hätte, ist es bei Paulus auf keinen Fall gegangen. Was ja allein schon das heutige Wissen über die Vielzahl wilder, sich bitter bekämpfender ganz unterschiedlicher anfängliche Bewegungen allein in Nordafrika belegt.

Auch die Aussagen über die Bedeutung der als Christus gesehenen Vernunft und daraus kommender Verhaltenslehren, die über die Traditionsgesetzlichkeit hinausgingen, beispielsweise die Gleichheit von Juden und Griechen, Sklaven und Herrn, Männern und Frauen, die nach Gal. 3,28 in Christus eins seinen, waren nicht die persönlichen Ansichten eines Wendepharisäers. Das waren keine warmen Wort, wie wie sie heute gepredigt bzw. nachgeplappert werden. Die Gleichheit aller menschlichen Wesen war in der auch philosophisch geltenden Vernunftlehre der Zeit begründet, die auf monistische Weise alles auf einen einzigen kreativen Grund zurückführte. So wurde eine Gesellschaft gesehen, bei der in "Christus" (der messianisch gesehenen Vernunft) alle gleich waren. Was dann in vernünftiger Weise auch in den Lebenslehren einfloss. Die damit jedoch nun keine starre Glaubens-Gesetzlichkeit mehr waren. Wer sich daher auf die Aktualität der neutestamentlichen Botschaft bezieht, der kann sich im Sinne "Paulus" nicht auf alte Texte beziehen. Der muss in einer Vernunft begründen, wie sie sich heute aus dem kreativen Ganzen ergibt, aber ohne ein aufgeklärtes Verständnis des Alten (Auferstehung) leider vergeblich gepredigt wird.

Wer aber denkt, deswegen alle bisherige Betrachtung biblischer Texte als falsch betrachten zu müssen, sieht zu kurz. Kulttexte haben in ihrer Zeit eine Aufgabe zu erfüllen. Wenn man im Mittelalter an Geister glaubte, die Vernunft nicht mehr galt, noch weniger der Monotheismus und seine Verhaltensmaxime in gegenwärtiger Vernunft erklärt werden konnten, war die Gesetzlichkeit, das "solus scriptum" der einzige Weg. Und wenn so der Glaube an einen jungen Gott mit Namen Jesus, ähnlich wie die Genesis in sieben Tagen, bis zur Aufklärung getragen hat, dann war das gut so: Tauglich würden die Evolutionswissenschaftler sagen. Doch nachdem genau diese naturwissenschaftliche Aufklärung einen kulturellen Bruch herbeiführte, ist die in heute gegebenem Wissen gegebene kulturelle Aufklärung mehr als not-wenig. Allein einen postmodernen Gottessohn herbeibeschwören zu wollen, wie dies z.B. Klaus Berger von seinen dem Kurz-schluss eines lebenslustigen Guru erlegenen Kollegen in „Bibelfälscher“ verlangt, führt nicht weiter.

4. Neue Kultlesetexte/Geschichten wurden gebraucht: Entstehung des Kanon in Vernunft

Die biblischen Texte wollten keine historische Berichte vom göttlichen Guru als neuen Glaubensgrund sein. Das wird allein deutlich, wenn man sich bewusst macht, dass anfänglich noch alttestamentliche Texte im Kult gelesen wurden. Denn heute wird davon ausgegangen, dass am Anfang des christlichen Kultes, noch die altbekannten, längst allerdings allegorisch verstandenen jüdische Mythen-Texte gelesen wurden. Auch bei Denkern, die aus dem griechisch-römischen Götterkult kamen, sich dann im Sinne des neuen (in Vernunft begründeten) Monotheismus zum jüdischen Kult bekannten, wurden scheinbar in den ersten Jahrhunderten die in Alexandrien in Griechisch übersetzten alten jüdischen Kulttexte gelesen.

Von einer buchstäblichen Gültigkeit dieser alttestamentlichen Kultmythen, wie sie heute erst wieder in Frage gestellt wird, kann weder bei griechischen, noch jüdischen Denkern der damaligen Zeit ausgegangen werden. Wer im Brockhaus unter Allegorie nachblättert, wird auf Philo von Alexandrien verwiesen. Und von diesem Reformjudentum ist bekannt, wie die Vernunftlehre der Bildung (Logos) den theologischen Ton angab. Noch nach dem 2. Weltkrieg gingen die Übersetzer von Philo bei dem, was sich aufgrund archäologischer Erkenntnisse als Fakt erweist, davon aus, dass er es nicht so genau wusste oder Fehlinformationen aufgesessen sei. Wo noch heute selbsternannte Aufklärungsorgane wie der Spiegel Titeln "Hat die Bibel doch Recht", weil ein Stück Holz gefunden wurde, das angeblich auf die Arche verweist, dann ist man vom bildhaften Verständnis des hellenistischen Judentum antiker Bildung weit entfernt. Wenn der Sage nach 70 (Septuaginta) jüdisch-griechischen Weisheitslehrer dieser Zeit die hebräischen Texte ins Griechisch übersetzten, dann ging es diesen Hellenisten mit Sicherheit nicht um historische Texte, wie noch bis heute gelesen und dann als Fälschung abgetan werden.

Auch ohne dass möglicherweise bewusst war, wie der prophetische Monotheismus im persischen Exil bzw. im Weiterdenken Zarathustras oder ägyptischer Theologie und hebräischer Schöpfungsvorstellungen entstand, wurde Moses mit Sicherheit nicht im wörtlichen Sinne verstanden. Allein das Wissen um das in Philo zum Ausdruck kommende Reformjudentum der Bildung Alexandriens, das in antiker Vernunftlehre (Logos) den Christus sah und für die bildhafte Auslegung steht, schließt dies aus. Die alten Königreiche Ägyptens oder Syriens, von deren Hochkultur erst heute ausgegrabene monumentale Bauwerke zeugen und gleichzeitig ein globaler kultureller Austausch ungeahnten Ausmaßes freigelegt wird, waren den hellenistischen Reformjuden sich so nicht bekannt. Doch wenn sich die Weisheit der Bildung Alexandriens auf jüdische Wurzeln bezog, dann ging mit Sicherheit keiner davon aus, dass ein Mann mit Namen Moses Tontafeln mit 10 Geboten vom Berg schleppte. Und wer die jüdische Weisheit für wahrhaft  königlich hielt, die Alttestamentlichen Texte allegorisch las, der brauchte auch nicht in Jerusalem nach dem Stein der Schleuder Davids oder vergeblich nach dessen Tempel zu suchen. Um dann trotz archäologischer Fehlanzeige darin nach heutigem Strickmuster den Stammbaum eines Heilspredigers mit Namen Jesus als wahren König der Juden begründen zu wollen.

Die alttestamentlichen Kulttexte, die von den 70 ins Griechisch übersetzt wurden, wurden so wenig als Geschichtswerke im heutigen Sinne gesehen, wie dies die Christustexte sein sollten. Doch dass bei den griechisch-römischen Monotheisten, die sich für den bildlosen jüdischen Kult begeisterten, mehr aus der Göttertradition in die neuen Kulttexte einfloss, liegt auch das auf der Hand. Dies entsprach kreativer Vernunft und Logik in Kultur.  In Zeiten des kulturellen Umbruches bzw. eines Neubeginnes entstand eine wahre Explosion an neuen Kulttexten. Texte, die die Geschichte des christlichen Wesens auf ganz unterschiedliche Weise beschreiben. Die teilweise mit dem kindlichen Bild eines jungen Guru in keiner Weise zusammenzubringen sind. (Was es allein schon notwendig machen müsste, die Wanderkyniker-Hypothese zu kippen.) Von der Fülle neuer Kulttexte, deren Aussagen über das christliche Wesen unmöglich mit einem jungen Aussteiger zusammenzubringen sind, ist möglicherweise erst ein Bruchteil ausgegraben. Doch keines der von einem Wesen der neuen Zeit berichtenden Apogryphen (nicht in den Kanon aufgenommene, heute jedoch als urchristlich geltendeTexte), handelt von der Geschichten eines jüdischen Guru, wie man ihn heute für historisch hält.

Und auch was aufgrund der Heilsprediger-Hypothese oft als "Gnosis" aussortiert wird, erweist sich nicht nur als Urchristlich. Es waren Erkenntnislehren, wie sie die auch der Kirche zugrunde lagen. Auch wenn sich kirchliche mit anderen Erkenntnislehren auseinandersetzte, man dualistische, weltverneinende, vergeisterte oder das Alte Testament ablehnende Formen verwarf. Ein junger Jude kann keiner der anfänglichen Denkweisen unterstellt werden. Und da bekanntlich auch alle Väter der Kirche von der Vernunftlehre (Logos) ausgingen, darauf ihre christliche Theologie gründeten, ist es mehr als Geisterhaft, dem Anfang einen egal wie gestrickten Guru unterstellen zu wollen.

       5. Marcion wie seine Gegner gingen vom Logos aus

Wer war dieser Mann, den die Kirchenväter mit unaussprechlichem Hass verfolgten?  Den Irenäus "Sprachrohr des Teufels" nennt, Tertullian als das neue Testament zernagende Ratte beschimpt oder Cyrill von Jerusalem als "Mund der Gottlosigkeit". Der aber gleichzeitig heute auch als der eigentliche Urchrist gilt, der mit einer Art Lukas- und 10 Paulustexten das Urevangelium herausgegeben hätte, von dem dann erst die bekannten Evangelien ausgingen. Und ging es überhaupt um einen einzelnen Mann, wie er als Reeder und Kaufmann beschrieben wird? Oder  verbirgt sich auch dahinter eine nicht an einer einzelnen Person festzumachende "urchristliche" Lehre, die sich insbesondere in ihrer Ablehnung des Alten Testamentes bzw. alter Gottesvorstellung von der späteren Kirche unterscheidet. All das ist nur schwer zu sagen. Denn alles, was wir von Marcion bzw. vom Marcionismus wissen, verdanken wir denen, die diese Denkweise als Häresie verdammten und polemisierten. Egal wo und wie seine Lebensgeschichte beschrieben wird, ist sicher Vorsicht angebracht. Und ähnlich es auch mit den Aussagen über den Marcionismus, dessen angebliche asketische weltverachtenden Lehren von zwei verschiedenen, dualistischen Gottheiten. Was beispielsweise in den Aussagen der Gegner als antimaterielle Weltverneinung galt, war ähnlich auch in den philosophischen Lehren, wie der Stoa zu finden. Die menschlichen Gier und Triebhaftigkeit der Weltvernunft (Logos) unterzuordnen, den kurzsichtigen Materialismus nicht zum Dogma zu machen, ist eine durchaus moderne Denkweise.

Fest steht, dass sich das auf philosophische Vernunft-Erkenntnis gründende Urchristentum, das sich nach Ansicht seiner Kritiker über den ganzen Weltkreis ausgebreitet hatte, vom alten Gottesbegriff und damit auch den alten Kultlesetexten abgrenzte und daher einen ersten Kanon herausgab. Daher auch einen ersten Kultext schuf, der in seiner Art dem Alten Testament entsprach, sich einer volksverständlichen Darstellung und bekannten Geschichten bediente.

Doch all das, was wir heute an Wissen über diese urchristlichen Denkweise und seine kirchlichen Gegner haben, müsste genügen, um die Hypothese vom rebellischen  mit Namen Jesus auf den Müll zu werfen. Denn nicht nur Marcion bzw. die damit beschriebene Theologie/Ur-Christologie war eine philosophische Erkenntnislehre (Gnosis), die wie bekannt, vom Logos (Vernunftlehre antiker Aufklärung) ausging. Auch all seinen Gegenspielern, die ihn verdammten und in ihrer Erkenntnis (Gnosis) das Alte Testament der Juden nicht aufgeben wollten, wie Justin oder alle aufgeführten Kirchenväter, galt anerkanntermaßen der Logos als das christliche Wesen.

Wer die Polemik der Kirchenväter hinter sich lässt und im Logos (der Vernunftlehre) den einzigen wahren Verweis auf den unbekannten Grund des Weltganzen sieht, der kann Marcion verstehen. Bei dem, was heute alles im Namen eines vorgesetztes Gottesbildes an Unsinn verkündet und gelehrt wird, könnte man wieder zum Marcionisten werden, der mit dem alten Gottesbegriff nichts am Hut haben wollte. Wo an kath. Hochschulen in theologischen Meisterkursen ein mittelalterliches Gottesbild als Aufpasser (damit gar als Evolutionsvorteil) diskutiert wird, das mit dem unsagbaren Grund allen Seins so wenig zu tun hat, wie ein dann von Atheisten zurecht vorgeführtes Spagettimonster, müsste man Marcion da nicht wiedererwecken? Und wo der Kultlesetext nicht allegorisch, sondern auf wörtliche Weise gelten soll und deren Gesetzlichkeit längst zum Selbstzweck geworden ist, der die Vernunft auf den Kopf stellt, da wundert es nicht, wenn ein vom Logos (Vernunft) ausgehendes Denken, von der überkommenen Gesetzeslehre nichts wissen wollte.

Doch auch die ebenso vom Logos ausgehende Lehre, die zur Kirche wurde, den Bezug zum bildlosen, prophetischen Judentum erkannte und die daher das Alte Testament ablehnenden Christen als Häretiker sah, hat ihre Berechtigung. Wie man aber dann bei diesen Christen von Jesus sprechen kann, damit einer den Bezug zum Alten Testament ablehnenden Christo-Logos-Lehre einen Josua, lat. Jesus unterschieben will, ist völlig schleierhaft. 

Die sich durch Konstantin bekämpfte urchristliche philosophische Erkenntnislehre, die auf den Logos (Vernunft antiker Aufklärung) gründete, hat sich sicherlich nicht durch Reiseüberredung in der damaligen Welt ausgebreitet. Es war die Erkenntnis des vernünftigen Werdens im Weltgeschehen, die zu Gemeindebildungen führte, die sich nur auf den Geber der Liebe, den Vater der Vernunft, statt den Gott des alten Gesetzes beriefen.

Was aber hatte all dies mit einem Wanderguru zu tun, wie er heute als historisch gilt?

 

Wie absurd die Unterstellung vom wunderheilenden Wandkyniker ist, wird allein an einer reformistischen frühchristlichen Schule wie dem Marcionismus deutlich. Diese Erkenntnisbewegung wurde wegen ihrer Ablehnung des alten Testamentes von der Kirche als Erzhäresie gesehen. Die Paulus- und der Lukastexte, die diese bisher als frühe Gnosis aussortierte und als doketistisch eingestuften Erkenntnislehre für die Kult-Lese auswählte, weil sie nicht weiter das Alte Testament lesen wollte, hatten mit Sicherheit nichts mit einem jungen Guru zu tun, wie er an Weihnachten bei Lukas gelesen wird. Doch genau hier begann das Neue Testament in seiner schriftlichen Form. Denn wahrscheinlich wurde dann auch von den das Alte Testament weiterführenden Lehren, die dann zur Kirche wurden, dem Kanon Marcions ein eigener entgegengesetzt. Wie man dann aus dem später mit "Lukas" bezeichneten Text, den bereits der auf die Vernunftlehre antiker Aufklärung (Logos) setzende Marcionismus aufnahm,  einen jungen Wanderkyniker herleiten will, ist mehr als schleierhaft. 

Wie absurd ist daher die Unterstellung, dem von philosophischer Erkenntnis (Gnosis) ausgehenden Marcionismus wäre es beim christlichen Wesen um einen jungen Mann und bei Paulus um den durch Halluzination gewendeten Verfolger dessen Sekte gegangen?Wenn heute das Neue Testament und der unter Marcion erstmals zur Kult-Lese herausgegebenen Kanon als Realgeschichte von einem Schnellseglers gelesen wird, blendet man den Marcionismus aus. So schwer es heute auch fällt, Klarheit über die Konkurrenz der Kirche zu gewinnen, was sie kirchlichen Lehre unterscheidet. Man kann über diese frühchristliche Theologie, der Welthass unterstellt wird, die den Gott des Alten Testamentes von dem des Neuen Testamentes unterscheidet und die nach Ansicht mancher Forscher auch im Koran vertreten ist, streiten. Doch ein Wendepharisäer, der die Menschen antiker Aufklärung (eines inzwischen in Vernunft begründeten Monotheismus) rund um das Mittelmeer zum Glauben an einen göttlichen jungen Mann als nun auch für Griechen geltenden Grund des neuen Monotheismus überredet hätte, ist mit dem Marcionismus mit 100%iger Sicherheit nicht zu machen.

Auch wenn sich die heute gezeichnete Person eines Reeders oder Kaufmanns mit Namen Marcion als Erfindung erweisen sollte, warum hier von Marcionismus gesprochen wird. Das aus philosophischer Erkenntnis entstandene erste Christentum, das von kirchlicher Seite später als "Ratte" bezeichnet wird, hat es gegeben. Auch die Differenzen bei den theologischen Ansichten des alten Kultes und der Betrachtung des christlichen Wesen, die über die sog. Konzil oder Krieg der Kaiserzeit bis zur Abspaltung des Islam führen, sind Realgeschichte. Und wenn der Professor für biblische Theologie Matthias Klingenhardt sich eingehend damit auseinandersetzt und den im Marcionismus verwendeten oder entstandenen Lukastext als das Urevangelium nachweist, das eine Q entbehrlich macht, dann mag er damit nicht falsch liegen. Falsch ist nur, dann bei dieser ersten "Geschichtsdarstellung" des christlichen Wesens, aus der nach dem Bibelwissenschaftler alle weiteren Geschichten abgeleitet wurden, von einem jungen Mann mit Namen Jesus auszugehen. Nicht allein, weil damals der Name des neuen Josua noch in keiner Weise vorkam. Vielmehr weil es auch im Inhalt der Evangelien-Geschichte der urchristlichen Erkenntnislehre nicht um einen religionsrebellischen und wundertätigen Wanderkyniker mit Namen Jesus gegangen sein kann. 

Der heute angenommene junge Mann mit Namen Jesus kommt am Anfang nicht vor. Er lässt sich weder mit dem Urchristentum machen. Noch kommt er im Urevangelium oder dem ersten christlichen Kanon vor. Auch wenn viele der Differenzen zwischen der späteren Kirche und den urchristlichen Erkenntnislehren auf das Konto des zu einer Art Kyniker verkürzten Kirchengrundes gehen. Weil blindwütig auch den Vätern der Kirche, von denen man weiß, dass der Logos (die Vernunftlehre antiker Aufklärung) ihr theologisches-christologisches Wesen war, ein junger Mann mit Namen Jesus untergejubelt wird. Allein die mit dem Marcionismus verbundenen unterschiedlichen theologischen Ansichten über den Grund des Alten und Neuen Testamentes, lassen sich in einem wegen Häresie hingerichteten charismatischen Rebellen nicht erklären. Und was die Person des christlichen Wesens betrifft, da sind Urchristentum, Urevangelien und Urkanon eindeutige Belege der Vernunftlehre antiker Aufklärung. Auch wenn man Marcion neuerdings vom Gnosis-Vorwurf befreit. Damit nicht weiter eine vergeisterte Geheimlehre unterstellt, die mit dem christlichen Glaubensgrund angeblich nichts zu tun hätte. Der junge Mann, der aus genau diesen Evangelien abgeleitet wird, ist einem Erkenntnislehre, der vom Logos nach antikem Vernunftbegriff ausgeht, unmöglich zu unterstellen. Wie man beim Marcionismus von Doketismus sprechen kann, der dem christlichen Wesen nur einen Scheinleib zugesteht, und dann aus den wahrscheinlich erst daraus entstanden Evangelien die Geschichte eines jungen Guru herleiten will, ist mit Wahnsinn nicht mehr zu beschreiben.

Wobei sicher auch die schwarz-weiß Malerei, hier Gnosis oder Doketismus, da Kirche und ein junger Jude, irreführend ist. Dass unterschiedliche Ansichten über das christliche Wesen waren, wissen wir. Das hat sich über Jahrhunderte hingezogen und ist selbst im Koran nachzulesen. Wenn der beim Isis nur vom "Sohn der Maria" spricht, dessen Tod den Vertretern der Kirche nur so erschienen (ein Schein) gewesen wäre oder das Wort (die Vernunftlehre, als die der Isis im Koran bekanntlich galt) prophetisch zum Ausdruck gebracht wird, dann zeigen sich auch dort unterschiedliche Sichtweisen. Richtig ist sicher, dass die Christen des Westens im Gegensatz zum späteren Islam auf einen Sohn setzten, der für sie kein doketistisches Scheinwesen war, sondern schöpferische Funktion in Kultur hatte.

Ebenso wenig, wie die das Alte Testament oder die vom Markionismus verwendeten Texte, sollten die weiteren Kulttexte der vom Logos (Vernunftlehre) ausgehenden Kirchenväter, eine Geschichtsbeschreibung im banalen Sinne sein. Wenn  sie aus einer Unmenge, teils absonderlich klingender Kulttexte für die volksförmige Kult-Lese in der Kirche Texte aufgegriffen, dann lässt sich die Auswahl verstehen. Es entsprach einer Kreativität in Kultur, dass die altbekannten Geschichten aufgegriffen wurden. Nicht nur um die Bedeutung der Vernunftlehre begreiflich zu machen und auf kultureller Wurzel weiterzuwachsen. Es erscheint logisch, die alten Hoffnungen in der Vernunftlehre antiker Aufklärung als als erfüllt gesehen wurden. Und dazu gehörte auch die messianische Hoffnung auf den neuen Moses und damit den die Geister des Aberglaubens vertreibenden Josua, lat. Jesus.

Längst wird beispielsweise auch gelehrt, wie Weisheits-Logien zur Evangelien-Geschichte wurden. Oder warum eigene Evangelien dem messianischen Kaiserevangelium entgegengestellt werden mussten. Auch dass vier volksverständliche Evangelien-Texte verschiedener (himmels) Richtungen für den Kanon ausgewählt wurden, entsprach kultureller Logik. Doch dass man die ausgewählten ausgewählten Evangelien für geschichtlicher hielt, als ein aus Weisheitslogien bestehendes Evangelium (z.B. Thomas) ist ebenso unlogisch, wie dass das christliche Wesen ein Wanderkyniker war.

Wer nicht nur die Göttermythen und ihre Kult-Persönlichkeiten abschaltete, sondern jetzt auch die alttestamentlichen Geschichten mit einem neutestamentlichen Kanon ersetzte, musste auf klare Geschichten und Mittlergestalten setzen. War es die Weisheit der Kirchenväter, die sich dann gegen eine Evangelienharmonie durchsetzen und statt dessen auf vier ganz verschiedene Evangelien setzen? Wolle man so vor dem bewahren, was heute gängige Lehre wurde? Wo der Logos zum bedeutungslosen lächerlichen Aussteiger verkommen ist!

6. Heutige Exegese geht nicht von Geschichte aus

Die Arbeit, die die historische Kritik in den letzten Jahrhunderten leistete, liegt hinter uns. Auf die Kritik, die nachweist, was alles historisch nicht sein konnte oder was aus dem Alten Testament und von griechischen Sagen stammt, wird hier nicht weiter eingegangen. Denn das alles wird hier nicht nur vorausgesetzt, sondern begründet. Sicher sind die Bücher der Kritiker aufschlussreif. Nicht weil sie deutlich machen, was alles unhistorisch ist. Vielmehr weil auch sie auf das damalige Denken und Diskutieren, so auf die Vernunftlehre (Logos) als Thema des Neuen Testamentes verweisen.

Außer, dass dann im halbaufgeklärten Kurz-schluss ein rebellischer Wanderkyniker hergeleitet wird, der nach seiner Hinrichtung verherrlichter wurde, nimmt ja auch die heutige Exegese kaum eine der biblischen Aussagen mehr historisch ernst. Schon in jeder Konkordanz wird meist auf alttestamentliche Stellen verwiesen. Es braucht nicht den aus dem Lehrdienst entfernten Kritiker Gerd Lüdemann, der jede Stelle des Neuen Testamentes als unhistorisch, abgeschrieben nachweist. Das hat die heutige Exegese längst selbst erledigt. Und wo im Alten Testament oder jüdischen Vorstellungen nichts zu finden ist, werden längst die griechische Mythologie und  ihre Göttergestalten als Lieferanten herangezogen. Nicht nur um die Wunder Jesus in dieser Weise zu begründen. So werden die Verhaltensforderungen Jesus teilweise in der Stoa nachgelesen. Und für jungfräuliche Geburt, Tod und Auferstehung, ebenso wie die Himmelfahrt, müssen neben alttestamentlichen Geschichten erst Recht die Göttermythen herhalten. Wo ein Wanderguru gilt, kann nicht die ganz „gewaltige“ geschichtliche Heilswirkung bedacht werden, die eindeutig von Vernunft und ihrer Kult-Persönlichkeiten ausging.

Die Vernunft, die von einem unvoreingenommen, von natürlicher Schöpfung ausgehenden Geist gezeugt war, wurde von der Traditionslehre abgelehnt, musste leiden und war doch heilsbringend. Doch wo die Vernunft kein Thema ist, da kann das Neue Testament keinen historischen Bestand haben, wird als heiße Luft bzw. reine Rhetorik zur Verherrlichung eines jungen Juden gelesen. Wieso die altbekannten Texte aufgegriffen wurden, weil man das dort Beklagte und Erhoffte in Vernunft als erfüllt sah, es damit um eine geschichtliche Realität geht, kann so kein Thema sein. Und so darf sich auch niemand wundern, wenn bei der heutigen in Kultur begründeten mörderischen Auseinandersetzung derzeit kein christlicher Denker auf die Idee kommen kann, dass die Lösung in einem neuen theologischen Denken liegen könnte. Sondern in jeder Diskussion einzig auf Politik und Kampf gesetzt wird, der zu neuen Kriegen führt.

6.       Die Diskussion der Zeit verweist auf die Vernunft:

Berger und Benedikt XVI. als Beispiele

Dass es bei den neutestamentlichen Geschichten, wie auch der Gestalt Jesus nicht um das geht, was derzeit als historisch gilt, zeigt sich auch in der heutigen Diskussion. Neben den unzähligen wissenschaftlichen Beipflichtern, die bestätigten, dass Benedikt XVI. bereits im 1. Jesusbuch dessen biblischer Bedeutung in hervorragender Weise gerecht geworden wäre, gab es auch gleich Kritik. Die historisch-kritische Forschung meldete sich dann auch bei jedem weiteren Jesusbuch zu Wort. Prof. Ratzinger würde nur an den biblischen Jesus halten bzw. ein hoheitliches Wesen, war vielfach zu lesen. Vereinzelt auch der Vorwurf, dass er so nur die Vernunft beschrieben hätte, als deren Vertreter er gilt.

Eigentlich ist damit alles gesagt. Das im halbaufgeklärten Kurzschluss zu einem charismatischen Kyniker verkürzte Wesen, wie es die Kritiker aus dem päpstlichen Bibelbuch herauskitzeln wollten, kommt in der Bibel nicht vor. Woher die historischen Kritiker aber dann den inzwischen einfachen jungen Juden hernehmen nehmen wollen, dessen Verherrlichung durch seine Anhänger an den Hochschulen sozio-psychologisch untersucht wird und wovon alle weitere theologische Wissenschaft heute ausgeht, hat keiner gesagt. Und das wurde auch leider nicht gefragt. Und noch weniger wurde Benedikt XVI. gefragt, warum er dann einen jungen Wanderprediger weiter für historisch hält und damit seine Bedeutungsaussagen lächerlich, den christlichen Glauben bedeutungslos macht. Kaum besser und daher lehrreich ist die Diskussion, bei der Klaus Berger, der in Heidelberg Neutestamentler ausbildete, die heutigen, das hoheitliche Wesen total verkürzenden historisch-kritischen Neutestamentler in seinem Buch als „Bibelfälscher“ bezeichnet. Selbstverständlich geht es in der Bibel um ein hoheitliches Wesen. Das ist auch den historisch-kritischen Wissenschaftlern bewusst. Warum die aber dann weiter nur, wie bei Berger gelernt, einen wunderwirkenden Wanderguru zum Gegenstand ihrer Forschung machen wollen, der weder in der Geschichte, noch den biblischen Geschichten vorkommt, das bleibt ein Rätsel. Und mit dem postmodernen Christus-Gottesmythos, den Berger gegen die historische Kritik dann bewahren will, damit macht er nicht nur den christlichen Glauben zu einer lächerlichen Banalität. Damit stellt er auch das, was sich historisch hinter dem Mythos vom jungen Mann bzw. dem Wandel vom Mythos zum Logos als Grund monotheistischen Kultes und seiner Verhaltenslehren verbirgt, geradezu auf den Kopf. Wo nicht mehr Mythen, Götterbilder und Gesetzlichkeit galt, sondern der verjüngte Josua, da wurde in Vernunft das ewige Wort verstanden. Es gibt daher nichts „unchristlicheres“, wie das Rad wieder vor Christus zurückdrehen, daraus jetzt wieder einen menschlichen Gottesmythos machen zu wollen.

Schade, dass Klaus Berger auf die vielen ernstgemeinten Briefe (www.theologie-der-vernunft.de) mit der Bitte, auf wissenschaftliche Weise die Vernunft allen Werdens als Wesen des christlichen Glaubens bedenken zu lassen, nur kurz geantwortet hat: „Insistieren Sie nicht auf den Logos, sondern lesen sie mehr in der Bibel.“ Doch genau das wurde jetzt getan. Und festgestellt, genau dort geht es unmöglich um einen jungen Heilsprediger, sondern ein hoheitliches Wesen: das lebendige Wort bzw. die Vernunft allen kreativen Werdens. Wenn Berger die gemeinsam mit seiner Frau gemachte Übersetzung des Neuen Testamentes ohne Scheubrille liest, dann wird das noch klarer. Denn dort hat er viele bisher als apokryph geltenden Texte aufgenommen. Und die machen noch weit mehr als die nicht nur durch zahlreiche Übersetzungen und Eindeutschungen auf einen jungen Guru gepolten und seit Kindheit so gelesenen synoptischen Evangelien deutlich: In allen urchristlichen Kulttexten muss es um den Logos gegangen sein. Das schöpferische Wesen, wie es Berger bewahren will, weil das die Verfasser der Kultlesetexte vor Augen hatten, das ist mit einem jungen Heilsprediger, den er aufgrund seines bisherigen Glaubens und seiner Lebenslehre, -werke bewahren will, nicht mehr zu machen. All das, was in den Kultgeschichten beschrieben wird, verweist auf die Vernunft, von der die geschichtliche Wirkung ausging. Es war die Vernunft, in der jetzt die schöpferische Wirklichkeit universal gültig gegenwärtig war – und heute ist.

Auch Benedikt XVI.,den ich bereits vor seinem ersten Deutschlandbesuch erstmals bat, den Anstoß zu geben, das Wesen hinter dem Schleiertuch vom Auferstandenen in Monopello, wegen dessen Besuch ihm damals von der FAZ Rückfall in den Mythenglaube vorwarf, als Vernunft zu bedenken, kann nicht über seinen Schatten springen. Doch wenn er vor dem Bundestag die normgebende Grundlage des Rechtes in Bezug auf die jüdische Weisheit, wie die Stoa in natürlicher Welterklärung bzw. Ökologie zu bedenken gibt. Dann kann er beim „Solus Christus“in seiner biblischen Lese die Welt nicht im Glauben an einen jungen Mann lassen wollen. Man kann nicht einerseits das Recht christlich in schöpferischer Realität begründen. Und dann von einem jungen Rebellen als dem auch normgebenden Christus reden. Er kann sich nicht als Platonist bezeichnen lassen, der als Bibelkenner weiß, wie das Wesen des christlichen Glaubens der Logos im Weiterdenken griechischer Philosophie war, damit eines mit Verstand einsehbaren Wesens. Und dann weiter einen wunderwirkenden jungen Mann als Wesen des Neuen Testamentes hinstellen. Somit dem getreu heutiger Hypothese im Oster-Spiegel (damit an alle Welt) schreibenden Martin Schulz „Als Jesus noch kein Guru war“ den päpstlichen Beleg für einen jungen Mann lieferte. Der folgerichtig nicht mehr gewesen sein kann, als ein durch die Levante ziehender lebenslustiger junger Mann mit zufälligem Namen Jesus. Der später zum Guru, dann gar als Sohn in Manier alter Mythengötter vergottet worden sei. Wo man nur nach den Buchstaben der Bibel fragt, nicht nach dem Grund eines neuen Monotheismus oder der biblischen Bedeutungsaussagen, wie die im Spiegel den Beitrag bestätigende Neutestamentler, kann man mit einem jungen Kyniker alles machen. Nur nicht das, was realgeschichtlich war, aber auch in den bedeutungsaussagen der Kultlesetexte beschrieben wurde.

7.„Halbgott in Weiß – Asklepios und das Christentum“

so das Seminar des Heinrich Pesch Hauses. Eine der inzwischen  Professorin davon schwärmt, wie ein Pharisäer, der die Gottheit eines jungen Mannes sah oder wenn sonst wissenschaftlich ein Wanderguru vorausgesetzt ist, es wird kaum besser. Was dann hinten herauskommt, ist neben theologischen Notdürftigkeiten nur Heiße Luft um angeblich den eigenen Heilsprediger in den Himmel zu heben.  Wunder verweisen auf die geschichtliche Heilswirkung der Vernunftwenigen Veranstaltungen, wo auch in der kath. Erwachsenenbildung nicht nur auf rein ethische Weise beurteilt oder spirituell nach der Wahrheit gefragt und Wellnisreligiösität das Wort überlassen wird.Wo das Wesen der Bibel und auch des christlichen Glaubens zur Debatte stand. Und dabei geht Prof. Bernd Kollmann getreu heutiger Hypothese von einem dann wahrscheinlich doch nicht wunderwirkenden Wanderguru aus. Der Theologe hat sich eingehend mit der griechischen Mythologie auseinander gesetzt. Und von einem religionsrebellischen Charismatiker ausgehend, muss er folgerichtig zu dem Schluss kommen: Die Heilswunder, die einen Großteil der synoptischen Evangelien ausmachen, sind aus der griechischen Mythologie übernommen. Sie wären Asklepios & Co. nachgestellt, um damit die Bedeutung Jesus zum Ausdruck zu bringen. Was dann den Leser seines Buches zum Kurz-Schluss führen muss, da wäre einem jungen Mann nur was aufgebunden worden, nur heiße Luft gewesen. Doch egal wie die Seminare aussehen, auch wenn eine Pauls persönlich völlig ergebene

Doch alles, was sich in den wundersamen Handlungen und Heilswundern Jesus im Neuen Testament ausdrückt, verweist eindeutig darauf: Es ging den Verfassern der Kultlesetexte nicht um einen jüdischen Heilspraktiker, der mit hellenistischen Mythen nur etwas hochgestabelt wurde. Der Vernunft wurden diese Heilswunder auch nicht einfach angeheftet. Die von Schöpfung ausgehende und diese in Kultur umsetzende Vernunft hat in geschichtlicher Realität genau das bewirkt, was so wunderbar bebildert ist.

Allein sich die Bedeutung von biblischen „Wundern“ in unvoreingenommen aufgeklärter Weise vor die offenen Augen zu führen, müsste wahre Wunder bewirken. Wunder würden in der Bibel auf die schöpferische Wirklichkeit (Wirklichkeit Gottes) verweisen. Danke!Denn wie sonst wurde die schöpferische Wirklichkeit in antiker Aufklärung bedacht, als in dem, was als Vernunft/Logos galt?

Gibt es angesichts der Betrachtung einer schöpferischen Wirklichkeit im Weltganzen, wie sie am Anfang des Monotheismus nicht nur bei Zarathustra galt und zur Zeitenwende neu bedacht wurde, etwas Widersinnigeres, als zu denken, einem jungen Juden wären Heilswunder der Mythengötter angedichtet worden. Wie sollte in der Auferweckung eines jungen Mädchens, die damals nachweislich in Vernunft erklärte schöpferische Wirklichkeit offenbar werden? Bei dem, was nach dem Wandel vom Mythos zum Logos als schöpferische Wirklichkeit den neuen Monotheismus begründete, wären zauberhaft-dämonische Naturbrechungen das genaue Gegenteil gewesen. Und wenn der Theologe in seinem Buch aus dem Mund des biblischen Jesus nimmt, wie sich dieser von Geistern, Zauber und dämonischer Heilung unterschieden habe. Dann verweist auch hier wieder die Bibel auf die Vernunft, in der jetzt die schöpferische Wirklichkeit erklärt wurde: So in Geschichtsrealität Heilung, Überwindung von Abfall, neues Sehen, Hören war, das Alte auf neue Beine gestellt wurde, Auferstehung war. Was sich ganz „gewaltig“ von dem unterscheidet, wie man es jetzt allerdings wieder einem jungen Mann unterschieben will und damit Christus auf den Kopf stellt.

Wer weiß, dass weder Apollo, noch sein Sohn Asklepios als antike Ärzte galten, sondern Kultmythen der mündlichen Überlieferung gestriger schöpferischer Wirklichkeit waren, für den müsste es sich allein schon deshalb verbieten, die Heilsmythen als einem jungen Mann angedichtet beurteilen zu wollen. So wenig, wie einer der damaligen Denker und Verfasser der neuen (nun von Vernunft als neuer Josua „Jesus“ ausgehenden) Kulttexte in den mythischen Gestalten irgendwelche Männer sah, kann es nun um einen Guru gegangen sein. Doch genau der wird einzig vorausgesetzt und dann dessen Verherrlichung als Heiland hinterfragt.

Wo bekannt ist, wie die mythischen Götter längst im Logos der Zeit, ihre Wirklichkeit in Vernunft erklärt wurde, wird es da nicht höchste Zeit, die Wirklichkeit der biblischen Wunder in Vernunft zu erklären, die damals echt nicht nur die Dämonen austrieb, von Blindheit befreite…, sondern insbesondere auch neue Normen schaffte. Nicht nur wegen „Ich aber sage Euch“.

8.       Die Wirklichkeit von Kanon und Koran in Vernunft beweisen

„Auge um Auge, Zahn um Zahn“, nach diesem, dem Alten Testament unterstellen Grundsatz zur Aufrechterhaltung der Ordnung wird derzeit nicht nur von den Israelis, sondern dem gesamten Westen weiter versucht einen noch weit mörderischeren mittelalterlichen „Gottesstaat“ mit Waffen zu bekämpfen. Christen und Moslems bemühen sich dann Tag für Tag in zu beteuern, dass Jesus und Mohammed das Gegenteil von Krieg gepredigt hätten. Und schon allein hier wird deutlich, dass kein junger Mann, sonder die in der Antike lebendige Vernunft diesen „ganz gewaltigen“ geistigen Wandel bewirkte.

Wo jedoch nur junge – im Westen nun nicht mehr göttliche gesehene junge Männer als Sprecher gelten. Da führt das nicht nur zur Manipulation des Koran, der dessen Bedeutung in Berufung auf einen Gewalt fordernden, mörderischen Mohammed auf den Kopf gestellt wird. Und im Westen sind die biblischen Bedeutungsinhalte so weit abgeschrieben, dass schon gar keiner auf die Idee kommt, hier etwas für den Weltfriede herleiten zu wollen. Weil der Glaube meist als Ursache für den Kampf gesehen wird, hoffen viele den Kult ganz tilgen zu können. Was aber nicht nur Blick auf den Islam eine Illusion ist. Die Frage nach Aufklärung über die gemeinsamen Wurzeln und ein aufgeklärtes gemeinsames Verständnis, kommt bei den Intellektuellen in keiner Fernsehdiskussion vor. Allein mit Waffen und Politik soll ein Kampf überwunden werden, der rein kulturell begründet wird. Noch weniger kann sich jemand vorstellen, dass eine aufgeklärte Betrachtung der Bibel auch die Schüler des zweiten aus dem Urchristentum hervorgegangenen Buches auf intellektuell redliche Weise dazu zwingen müsste, in der heutiger Vernunft, die auch auf Friedenkonferenzen gefordert wird, das in der Kultpersönlichkeit Mohammed verkündete Wort zu verstehen.

Niemand sollte sich wundern, wenn der Westen einzig über politische Lösungen nachdenkt, nur in Krieg und Bekämpfung, neuer Vernichtung, die nur neuen Hass hervorruft, die Lösung der aktuellen Probleme sieht. Die durch militante, in mittelalterlichen Lehren verhafteten Moslems hervorgerufen werden, die sich mörderisch gegen säkularen Materialismus des Westens wenden. Sich dabei auf die Worte eines Mannes mit Namen Mohammed berufen, was selbst die theologischen Denker des Westens dann nur belächeln, statt ihr verwendet weiterzudenken.

Denn schon der allgemein angenommen Wandel zur „goldenen Regel“ (was du nicht willst, dass man dir tu, das füge auch keinem anderen zu) oder dem „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und der Forderung nach Friede in Vernunft, wie sie viele Moslems auch von Mohammed sagen, lässt sich nicht in jungen Männer begründen.

Es waren philosophische Überlegungen in Vernunft, die zur den neuen Lebensregeln führten, die wir auch in der Stoa lesen. Wenn philosophische Denker und Kaiser, wie Marc Aurel, nach ihren täglichen Kriegskämpfen von der Donau bis nach Afrika auf solche neue Lebensprinzipien (Logos) hofften, dann waren das nicht die Meinungen oder die heimlichen Eingebungen einiger frommer Männer. Solange man sich aber nur auf diese beruft, wundert es nicht, wenn die Welt auf alte kriegerische Weise weitermacht.

Mehr als beim Jesus der Kanon wird bei diesem im Koran Mohammed genannten „christlichen“ Wesen deutlich: Hinter allem neuen Denken, hinter allen Aussagen standen keine junge Männer, denen alte Märchen oder Morallehren aufgebunden wurden, sondern die Vernunftlehre der Zeit.

Gerade in Mohammed wurde nicht nur der prophetische, auch in persischer Philosophie (Zarathustra) bedachte Monotheismus in neuer Weise begründet. Und das war so wenig mit einem jungen Mann zu machen, wie die ganzen Lebensprinzipien, die ethischen Normen nur dessen nächtliche Eingebungen waren. Die Autorität der in aller Natur (Schöpfung) und ihrer Umsetzung in menschlicher Kultur begründeten Aussagen war nachweislich die Vernunft der Zeit. Es ging weder im Koran, noch dem Kanon um die Meinung von willkürlichen Männern, denen alte Märchen oder Morallehren zur Aufwärmung aufgebunden oder in den Mund gelegt wurden.

9.       Den Stein ins Rollen bringen

Der Koran gehört nicht zum Kanon. Doch wenn heute klar ist, wie der Islam aus dem Christentum erwuchs, dann sagt auch er etwas über das christliche Wesen. Nicht allein nach kritischer Forschung über die Wurzel des Islam, Auswertung von Schriften und Funden oder dem numismatischem Nachweis, wie Christus zu Mohammed „umgemünzt“ wurde, liegt offen: Es war ein gemeinsamer geistiger Grund, der kein Hirngespinst war. Und der nicht einfach als Gott oder eine sonst vorgesetzte Glaubens-Vorstellung betrachtet werden kann. Eine von natürlicher Kreativität/Schöpfung ausgehende Vernunfterlehre/-bestimmung wurde das verstanden, was den Juden als ewiges Wort galt. Sie war das gemeinsame Wesen, das auf kulturgerechte Weise im Göttersöhne gewohnten Westen als Gottessohn und in Afrika als Prophet zur Welt gebracht wurde. Und nicht allein der in Mohammed neu begründete, auch von der persischen Philosophie ( Zarathustra) ausgehende prophetische Monotheismus, noch mehr die vielen im Koran aufgelisteten Verhaltensprinzipien verweisen auf den Logos. Der bekanntlich auch allen Denkern galt, die den Kanon herausgaben. Am gemeinsamen Anfang waren Männer und Frauen, die sich ganz „gewaltig“ gegen überkommene Glaubensvorstellungen stellten, den Götterkult ebenso ablehnten, wie sich allein auf die Gesetzlichkeit der Juden zu berufen. Die nicht mordeten, sondern für die Vernunft ihr Leben ließen und daher als Märtyrer in die Geschichte einginge. (Das alles wird unter „Enstehung des Islam“ bedacht.)

Die Theologie ist gefragt, einen kleinen Stein ins Rollen zu bringen, der großes bewirkt. Der den ewigen Kampf der Kulturen und auch den aktuellen mörderischen assymmetrischen Krieg beenden könnte. Wie ihn westliche Intellektuelle, die wie selbstverständlich Glaube vom Grund her für Gewalt verantwortlich machen, in Sonntagszeitungen gar in die David begründen wollen. Der bereits wie heute IS mit der Steinschleuder gegen den Riesen gekämpfthätte und daher Vorbild heutiger Kämpfer wäre.

Der kulturelle Kampf, wie er bei den christologischen Kriegen und Kreuzzügen begann, sich nach naturwissenschaftlicher Aufklärung über den Streit zwischen Glaube und Wissen fortsetze und heute mörderisches Leid und massenhafte Landflucht verursacht, kann nur in kultureller, theologischer Aufklärung, einem „Vernunft-Friede“ beendet werden. Auch wenn die Abwehr, wie auch bei David wahrhaft „Riesig“ ist. Der Stein, der damals von königlicher jüdischer Weisheit (David) ausging, liegt bereit. Dazu sind Theologen ausgebildet, ist ihnen das Wissen gegeben.

Nur sie können nachweisen, wie in Kanon und Koran eine kreativen Wirklichkeit und Bestimmung (ein ewiges Wort) in kulturgerechten Gestalten zur Welt gebracht wurde, das heute auf Weltkonferenzen gefordert wird und auch im Alltag gegenwärtig ist.

Ob sich mündige Christen und Moslems einst in Bezug auf ihre jeweiligen Gründergestalten an die kreative, zukunftsgerechte Vernunft der Gesamtheit halten, die auf Friedens- oder Klimakonferenzen gefordert wird oder sich die Kulturen gegenseitig bekämpfen, hängt nicht an politischen Entscheidungen. Auch wer sich nicht wissenschaftlich mit den Wurzeln des Glaubens beschäftigen will, weil er lieber alles Glaubt oder dies für gefahrvollen Nonsens hält und die Gewalt verantwortlich, kann nichts beitragen. Doch die, die Kanon und Koran kennen, sich kritisch gegenüber eingefleischten Vor-urteilen und konstruktiv damit auseinandersetzen, können zum kulturellen Fortschritt beitragen. Den Weg dorthin ebenen, was die Verfasser von Kanon als „gelobtes Land“ durch Vernunft erhofften. Eine Vernunft, die möglicherweise im Islam erstmals als Josua bezeichnet wurde, lat. Jesus.