Jeder Zuwachs an Wissen belegt die neue Wirklichkeit Jesus

Auch oder auch gerade, weil über einen wundertätigen Wanderprediger in Wirklichkeit nicht zu finden ist, sondern sich zeigt, dass der nicht der Grund des neuen Monotheismus oder auf universale Weise kulturbedeutend gewesen sein kann, wird es höchste Zeit umzuschalten: Das zu suchen, was historische Wirklichkeit und Grund des Kultes war, aus dem die westliche Welt hervorging. 

Alles wachsende Wissen über die alten Kultvorstellungen und das antike Denken und Diskutieren führt zum eindeutigen Beweis: Am Anfang kann kein als mehr oder weniger Gott gesehener Guru gestanden sein. Auch wenn alle Wissenschaftler diesen rebellischen jungen Juden voraussetzen oder mit Schippe und Spaten danach suchen. Jeder neue Fund, jeder Forschungsbeitrag, wie jedes neue Buch über den geistigen kulturellen Kontext der Anfänge und jede Darlegung der hochtheologischen Bedeutungsinhalte einzelner biblischer Aussagen ist ein Beleg: Der, von dem alle Wissenschaft bisher ausgeht, der war nicht. Der Logos/die Vernunft bzw. Logik allen Werdens (das lebendige Wort/Weisheit) war das christologisch-theologische Thema. Denn genau darum ging es in den Texten, wie den kunstvoll-kulturgerechten Darstellungen in den Geschichten und bei den Gründergestalten des neuen monotheistischen Kultes, der dann zum biblischen Kanon, der Kirche und zum Koran führte.

Hier nur einige kleine Beispiele bzw. Randbemerkungen:

 

1. Welt und Umwelt der Bibel

Auch wenn keiner der dort schreibenden Wissenschaftler oder die Herausgeber der Hefte das bisher annehmen kann. Selbst die Publikation des katholischen Bibelwerkes mit Beiträgen über aktuelle archäologische Erkenntnisse liefert alle drei Monate Belege dafür, dass die Wurzeln der christlichen Kultur nicht in einem vergötterten Junghandwerker oder einem fiktiven Konstrukt, sondern in Vernunft zu begründen sind.

150 Jahre Biblische Archäologie 1/2015

Bereits auf den ersten Seiten des Themenheftes über die Geschichte bzw. den Wandel in der biblischen Archäologie wird deutlich: Der Wandel in der Leseweise der Bibel, der sich bisher meist auf die Gestalten des Alten Testamentes oder auch die Geschichten bezog (längst als theologische Konstrukte in volksbekannter, mythischer Sprache, statt banalhistorische Berichte gesehen), der muss auch für den Grund des christlichen Kultes gelten. Dies wird beispielsweise selbst bei alten kunstvollen Kultbilder deutlich, an deren Stelle dann nach und nach die christlichen Bilder für einen Grund traten, der erst seit der Reformation einheitlich Jesus genannt wird. Wie er dann im Kurz-schluss leider immer mehr zu einem charismatischen jungen Mann verkürzt wurde.

Auch wenn bis Konstantin antike Könige als mehr oder weniger göttlich galten, auch mehr oder weniger kreative/schöpferische irdische Vertreter waren. In keinem antiken Kunstwerke ging es den damaligen Denkern um zufällige rebellische junge Männer als mehr oder weniger Gott. Auch wenn Pharaonen und dann Könige und Kaiser die irdisch-menschlichen Repräsentanten einer kreativen Macht, in diesem Sinne auch der Sonne waren, so als Göttersöhne oder gottgleich galten. In den altorientalischen, wie den Kultbildern der Römerzeit wurde auf kulturelle Weise eine kosmisch Kreativität verehrt. Und die wurde dann immer einheitlicher in Logik/Vernunft erklärt,. Eine Vernunft die auch der dafür messianisch verehrte, in ersten Evangelien verherrlichte Augustus in menschlicher Gesellschaft umzusetzen hatte. Die Gottesgleichheit galt der Funktion als Sachwalter einer kosmischen Kreativität. Die Kaiser hatten für das Wohl und die Zukunft der menschlichen Gesellschaft zu sorgen. Was sich beispielsweise mit Nero als so nicht machbar erwies. Es ging um die Verwirklichung des Logos/einer kreativen Vernunft, die immer mehr die Kultrolle der menschlichen Herrscher einnahm, in heutiger Kultsprache nicht mehr in Formelbezeichnungen beschrieben wird oder als Zeus-Pantokrator (wie noch in den anfänglichen Evangelien), sondern jetzt Jesus heißt.

Auch eine Gottheit, die zu beweisen wäre, es gegen alles Wissen zu glauben gilt und die heute von den atheistischen Zynikern dann als Spagettimonster verunglimpft oder an der aufgrund von Krankheiten gezweifelt wird, ist bei den Alten kaum zu finden. Die Götter standen für ein anfänglich noch mythisch verstandenes kreatives Geschehen, dienten der Aufgabe/Rolle, die kreativ-himmlische Ordnung bzw. Natur in menschlicher Kultur umzusetzen. Zu beweisende Gottesbegriffe und -bilder wurden bekanntlich auch von den Propheten verworfen. Weder für einen Kaiser, noch ein kreative Wesenheit verkörperndes Götterbild oder den philosophisch als Vater/Ursprung allen Seins gesehenen Zeus bzw. Jupiter war in heutigem Sinne zu glauben, hätte es eines Gottesbeweises bedurft. Die vorchristlichen Kultbilder galten einer in Kosmos und Kultur wirksamen kreativen Kraft, die sich seit dem Wandel vom Mythos zum Logos in Vernunft(handlung: hebr. Wort oder jüdische Weisheit) offenbarte und wahrscheinlich daher Luther, Melanchthon & Co. als Josua, lat.Jesus galt.

https://www.youtube.com/watch?v=j0OwxrphWe8&feature=player_embedded#t=28

Video über die Gottheit aus der Blüte   

"Die Gottheit, die aus einer Blüte wächst" ,

so auf Seite 2 ein Bericht der Uni Münster über eine Stele, durch deren Fund auch antike Glaubensvorstellungen freigelegt würden. Zu sehen ist eine Figur, die aus einer Blüte herauswächst. Eine Vegetations- oder Fruchtbarbarkeitsgottheit, die von Horn und Baum flankiert war, wird hinter der auf dem Kultplatz von Doliche an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien ausgegrabenen Steinfigur vermutet. Dies gäbe Einblicke in die Glaubensvorstellungen der Römer und das Weiterleben altorientalischer Traditionen. Man vermutet ein frühes Heiligtum, das bereits aus der Eisenzeit stammt und in römischen Zeiten weitergebaut wurde. Die Fundamente des darüber freigelegten Haupttempels verweisen auf die Römerzeit. Hier wurde Jupiter Dolichenus verehrt, der im 2. Jh. nC zu einer der beliebtesten Gottheiten zählte. Später  wurde sie von Mönchen als Kloster Mar Solomon weitergebaut und die bärtige Vegetations-Stele der Eisenzeit als Stützmauer verwendet.

Allein das Wissen, dass keine Kultur so einfach plötzlich vom Himmel gefallen ist oder durch einen Heilsprediger geheimnisvoll ins Leben gerufen wurde, sollte zu denken geben. Wenn heute ganz selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass sich neue Kulturen auf den Fundamenten der Vorgängerkulte auf evolutionäre Weise entwickelten, dann fällt allein deswegen die Hypothese vom offenbarenden Zimmermann flach. Wer nicht mehr glaubt, dass Mutter Geiß ihre sieben Jungen aus dem Bauch eines Wolfes befreite, der muss sich auch von den Märchen befreien, dass ein als göttliche gesehener junger Mann auf geheimnisvolle Weise einen neuen Monotheismus bewirkte, wie er in Propheten- bzw. Exilszeit aus den alten Hochkulturen erwachsen war. Natürlich braucht es Menschen, die die Kulturen auf kreative Weise weiterbewegen. Die Weltbilder und auch die entsprechende Kulttexte, die dabei die alten Volksmythen aufgriffen, sind nicht einfach vom Himmel gefallen. Die Moses-Texte, wie die Geschichten der Evangelien wurden durch Menschen verfasst, die sich was dabei dachten. Die auf kreative Weise die Mythen ihrer Zeit aufgriffen und kulturell weiterbauten. Doch diese  Propheten oder Weisheitslehrer waren nie selbst der Grund des Kultkonzeptes.

Denn für was steht beispielsweise die Säule aus der Eisenzeit? Von Anfang an und noch weniger in der Zeit, als Jupiter bzw. Zeus an der Spitze des Götterpantheons (im Kult-Bild Vater aller Götter) für einen philosophischen Monotheismus standen, ging es um göttliche Männer oder galten die Bilder selbst als Gott im heutigen Sinne. Hinter der Steinfigur hat selbst in der Eisenzeit mit Sicherheit auch keiner eine göttliche Gestalt vermutet, die die gesamte Welt hervorgebracht hat, für die man Gottesbeweise gebraucht hätte. Alte Kultbilder und Götterbegriffe standen für die reale Kreativität in Kosmos und Kultur, waren wie vermutet Symbole für kosmische Vegetation und Fruchtbarkeit, auch davon ausgehende menschliche Weisheit. 

Und so wenig, wie die Gesamtheit der Schöpfung nach Glaubensvorstellung der Orientalen und Römer in der Steinfigur oder in einem jungen Mann begründet war, kann dies genau in dieser Zeit in einem jungen Wunderheiler, Wanderkyniker... geschehen sein. Oder durch diesen die Welt auf universale Weise als neue Schöpfung, damit Vergebung der Sünde und was sonst noch gesagt ist, verstanden worden sein.  

Nebenbei: Passend zur "Gottheit, die aus der Blüte wächst".

Auch der kleine Garten, in dem in noch herrlicher Ruhe, vor dem Aufgang der Sommer-Sonne diese Zeile geschrieben wurden, ist ein Kultplatz für die bereits in der Eisenzeit im Kultbild verehrte Kreativität. Ein Ruheplatz für die Seele, dem mehr meine Frau mit Begeisterung, ich meist genötigter Maßen, "Opfer" bringen. Das saftige Grün, die zugewachsenen Bäume, die "herr"lichen Blüten und nach neuem Leben wuchernden Pflanzen, wie der viele, auch am Haus rankende wilde Wein, der bis aufs Dach kletternde Hopfen oder der inzwischen ausufernde Bambus, all das ist Garten-Kult: Begeisterung aus und für eine Kreativität, ohne die der menschliche Geist nicht wäre. So wie das Gottesbild der Eisenzeit aus der Blüte wuchs, ist auch der menschlich-kreativ gestalte Garten aus Begeisterung für die ganz natürliche Kreativität des Gesamten entstanden und liefert dafür neue Begeisterung. Oder anders: Ohne die in aller Natur, wie Kultur zu beobachtende Kreativität zu bedenken, sich dafür zu begeistern, sind die Gottesbegriff und Geschichte nur Götzenbilder. So bricht die Kirche und ihre Lehre zusammen. Sie ist dann nur noch den Hunger nach Tradition und Herzerwärmung stillender religiöser Bla, Bla für buchstäblichen Aber-glaube. Aber allein der Gartenkult wird kaum reichen. Ohne sich in aufgeklärter Weise im gemeinsamen Kult auf die Wurzeln unserer Kultur berufen zu können, verharrt die Gesellschaft in sinnloser Kurzsicht, Konsum- und Kapitalegoismus, entsteht keine zukunftsgestaltende gemeinsame kreative Vernunft. 

 Zu allem Übel wird es dann noch als "Kreationismus" bezeichnet, wenn die mich monatlich mit Informationen versorgenden Traditionsgläubigen, die auch die Geschichten des Alten Testamentes buchstäblich verstehen wollen, an einem durch Begriffe/Gottesbilder vorgesetzten Designer festhalten. So das natürliche evolutionäre Werdens, den christlichen Logos verneinen. Sich inzwischen dann gar auf einen jungen Mann mit Namen Jesus als Gott beziehen, den als Grund nehmen, die natürliche Logik zu verneinen.  

"Zerbrechliches Jesusbild"

ist der Beitrag auf Seite 3 überschrieben. Ein Beitrag über einen bartlosen Jesus auf einer frühchristlichen Glasschale könnte eines der ältesten christlichen Kunstwerke sein. Nach Ansicht des Ausgrabungsleiters datiert es sie auf das 4. Jh. Wenn er richtig liegt, dann wäre dies eine der ältesten Christusdarstellungen überhaupt. Neben "Christus" stehen Petrus und Paulus. Jesus wird bis ins 6. Jahrhundert bartlos dargestellt, erst danach hätte sich der Bart als Teil der Christusikone manifestiert.

Es bleibt festzuhalten:

-Am Anfang gab es keine Darstellungen eines jungen Heilspredigers mit Namen Jesus, weder ohne, noch mit dem dann gewachsenen Bart. Allein das Wissen um das Fehlen von frühen Jesusbildern müsste doch zu denken geben, zeigt, dass es den Verfassern nicht die Erlebnisse eines verherrlichten jungen Juden geht, wie er heute als historisch gilt, gar wissenschaftlich untersucht wird.

(Wobei hier sicher noch mehr das gesamte Wissen über die anfänglichen Abbildungen des christlichen Glaubensgrundes zu Rate zu ziehen ist, als nur die Notiz zum zerbrechlichen Jesusbild. Doch so wenig, wie um einen Fisch oder ein Lamm und was sonst noch zu sehen ist bzw. beschrieben wird, ging es dann um einen jungen Zimmermann. Auch ein Pantokrator war weder ein junger Mann, noch wurde ein solcher als gesamtschöpferischer Grund gesehen.) 

-Was wir sehen sind Kultbilder (ähnlich wie auch beim Jupiter von Doliche), Ikonen einer kreativen (nun in Vernunft erklärten) Realität und keine verherrlichten jungen Männer oder Könige.

-So wie Jupiter inzwischen für einen im natürlichen Werden philosophisch begründeten Monotheismus stand, wäre es Schwachsinn, dieser Zeit einen neuen Monotheismus aufgrund eines jungen Zimmermannes unterstellen zu wollen. Wer dann die griechischen Götter im Kult ablöste, das war die Vernunft, nach der alles Werden, wie die alten Kultfiguren erklärt wurden. Und die trotzdem eine kultgerechte, menschliche Ausdrucksweise benötigte, nur so wirksam/Wirlichkeit war..

-Allein die Bezeichnung frühes "Jesusbild" ist daher völlig Irreführen, weil sie der anfänglichen Zeit einen jungen Mann unterstellt, gleichwohl es um den Christus bzw. die nun in Vernunft erklärte Kreativität des logischen Werdens in kultgemäßer Ausdrucksweise ging. Auch wenn die entsprechen der alten Götter Kult-Gestalt und durch die Reformation zurecht den Namen Jesus bekam.

-Wenn dem christlichen Bild dann ein Bart gewachsen ist, dann lässt zeigt auch das, dass hier kein Guru abgebildet wurde. Vielmehr erscheint es in kultureller Entwicklung logisch, dass mit Verdrängung bzw. der Übernahme der Funktion der griechisch-römischen Götter deren Philosophenbart zum Teil der Christusikone wurde. Mit einem jungen Mann, der sich nicht rasierte oder dem später erst ein Bart angemalt wurde, hat der Grund des neumonotheistischen Kultes/jüdischen Bundes auf jeden Fall nichts zu tun.

Bewegliches Mythenbild des Soldatengottes Jupiter Dolichenus aus dem 3. Jahrhundert, wie er auch in der antiken Stadt Doliche verehrt wurde. Dort, wo man als Vorgängerkult die "Gottheit aus der Blüte" freigelegte(Bild des Kunsthistorischen Museums Wien)

Ein Glück, dass im Neuen Testament nicht von Jupiter, sondern seit Luther von Jesus gesprochen wird, die Götterbegriffe im Kanon weitgehend getilgt wurden. Die darin ausgebildeten Neutestamentler würden es sonst als Wissenschaft bezeichnen, nach dem Umfeld eins auf dem Stier tanzenden Königs zu forschen und ihm nur verschiedene besonders unglaubwürdige Mythengeschichten oder das Freihändige Stehen auf dem Stier abstreiten wollen. Und die Phantasten, die Jesus ein in Frankreich aufgewachsenes Kind mit Maria Magdalena unterstellen, würden aufgrund seiner Liebschaft mit Leda, die sich Jupiter als Schwan näherte, Spekulationen anstellen. Die Dogmatiker würden verlangen, man müsse glauben, wie es geschrieben steht, den bärtigen König als Gott sehen, wie ihn  Klaus Berger "postmodern" gegen alle verflachende Kritik bewahren will. Doch so wenig, wie es im griechisch-römischen Kult und den Mythen um junge Männer und Frauen ging, kann diese buchstäbliche Banalität dem Folgekult und seinen Kultlesetexten unterstellt werden.

Auch die bekannten Mythengeschichten um Geburt, Kindheit, die Machtkämpfe und Liebschaften oder wundersamen Taten von Jupiter sind keine Unterhaltungsmärchen, sondern sollten etwas kulturgeschichtliches sagen, das Zusammenwirken der Mächte und Menschen sowie ihrer Eigenschaften veranschaulichen. Seit Homer, der bereits in den Göttern Verkörperungen eines Vernunftgeschehens sah, so auf noch mythische Weise erste Ordnung in den menschlichen Kosmos brachte, stehen sie für kreative Wesenheiten in Natur wie Kultur. Die alten Kultgeschichten, auch die der Juden bzw. des Alten Testamentes, wurden bereits in der Antike auf allegorische Weise gelesen. Sie geben so Aufschluss über das Denken der Kultur. Doch weder sind sie banalhistorische Berichte, noch taugen sie als Grundlage für Aussagen über das richtige Tun in der Gegenwart. So wenig, wie die katholischen Kultlesetexte heute noch eine Rechtsgrundlage sein oder als Tatsachenberichte hinsichtlich junger Männer erforscht werden können.

Keine der aus den Mythen und Kultbilder bekannten antiken Götter galt einem menschlichen Wesen. Dieser Zeit daher unterstellen zu wollen, ein wundertätiger Wanderprediger wäre als eine Art Gott gesehen oder beschrieben worden bzw. was die universal Schöpfung neu vermittelnde Bedeutung Christi ausmacht und dann an die Stelle der Mythengötter trat, das geht einfach nicht mehr.

Selbst die Römer haben nicht den aufgrund seiner Friedensmission als messianisch gesehenen und gefeierten Augustus in göttlicher Pose auf einen Stier gestellt. Die Bilder galten letztlich einer kreativen Kraft, die dann nicht mehr im Mythos, sondern im Logos erklärt wurde. Was heute empirische Wissenschaft ist. Eine Glaubenskritik, die nur die Bilder abklappert und verunklimpft ist ebenso ein Götzenopfer, wie der Kirchenkult, der sich nur auf biblische Bilder bezieht oder eine Wissenschaft, die nur einen jungen Mann untersucht. Ob Jupiter, Mithras (der mit Christus um die Vorherrschaft im heutigen Europa kämpfende Soldatengott der Römerzeit) oder ihre Vorgänger wie Isiris und der Baalskult, der er in Frühzeit in Doliche freigelegt wurde. Es ging anfänglich weder um einen menschlichen König, noch einen mehr oder weniger göttlichen jungen Mann. Der Christuskult ist weder reine Naturvergötterung, noch nur ein neuer Name für alte Götter oder griechische Vernunftphilosophie. Wer aber in dieser Zeit entstandenen Christentum einen wundertätigen Charismatiker unterstellt, der betreibt Wissensverweigerung. Der hätte nicht graben und forschen brauchen.

Jupiter, der in Nachfolge einer aus der Blüte erwachsenen Gottheit zur sog. Zeit Jesus  nicht nur in Doliche im römischen Kult an der Spitze stand, ist weitgehend gleichzusetzen mit dem griechischen Zeus, verkörperte die schöpferische Macht des Himmels bzw. des Gesamten, damit den Väter aller Götter. Bereits Homer hatte die Götter seiner Mythen als Bilder der gesamten Kreativität beschrieben. Er hat dann deren verschiedene Wesenheiten Gesichter gegeben und sie in den Mythengeschichten in einem kreativen Ordnungssystem in Beziehung gesetzt.

Doch die Mythen sind eine Kultsprache, die sich dann in kultureller Kreativität auch in den Kultlesetexten des Kanon fortsetzte. Keiner hat hinter den Liebschaften des antiken Jupiter eine junge Frau aus Fleisch und Blut vermutet, wie sie heute Neutestamentlern bei den biblischen Gestalten gilt. Dann auf abenteuerliche Weise Jesus und seiner Maria Magdalena ein nach Frankreich verbrachtes Kind unterstellt wird. 

Es ist sicher interessant, aber würde hier zu weit führen, den Jupiterkult weiter zu untersuchen. Doch allein wenn unter Wiki zu lesen ist, dass auch die Kelten in Obergermanien den Kult des Jupiter neben ihrem eigenen Gottesbegriff für eine himmlisch-schöpferische Macht pflegten, dann verweist dies darauf: Es ging in den Kultfiguren um eine in aller dann in Natur/Logik erklärte kreative Macht/Machart und nicht um junge Männer. Noch lange bevor eine vom griechischen Denken ins Leben gerufene universale Erklärung des logischen Werdens war, wie sie heute in den Schulen der gesamten Welt (außer bei amerikanischen Kreationisten) vermittelt wird, begeisterte man sich in den weitgehend austauschbaren bzw. identischen Kultfiguren für die Kreativität des Ganzen. Der gemeinsame Kult macht die antike Kultur aus, ermöglichte das kreative Wachsen und gesellschaftliche Miteinander der Menschen verschiedener Kulturen. Auch wenn eine Vielzahl von Götterbildern waren, so galt der heute als heidnisch bezeichnete Kult, wie er nach dem Kulturwandel zum Logos neuer Begrifflichkeit suchte, vom heutigen Afrika, Asien bis weit in den Westen. 

Der Mythos galt in Vernunft weiter

"In der stoizistischen Deutung des Mythos verlieren Jupiter und Zeus ihre seit dem homerischen Zeus fortgeschriebenen individuellen Züge, woraus sich eine physikalisch-allegorische Deutung entwickelt, die oberflächlich gesehen, wieder an den homerischen Zeus anschließt." ist bei Wiki unter Jupiter beschrieben.

Die kleine Notiz verweist auf das, was wir auch aus Kenntnis der philosophischen Zeit wissen. Auch wenn am Anfang unserer Wissenschaft das Werden der Welt bereits in eine heute völlig selbstverständlichen Logik/Vernunft erklärt wurde, so galten die Mythen und ihre Götter im Volkskult weiter, wurden auf allegorische Weise verstanden.

Doch dieser Zeit zu unterstellen, dass man dann die bereits im Logos erklärten Götter gegen einen jüdischen Guru getauscht hätte, das ist einfach absurd. Und auch die Hypothese heutiger Hochschullehre, dass man einen wundertätigen Wanderprediger oder ein fiktives Glaubens-Wesen jahrhundertelang als Logos diskutiert hätte, ist mit Blick auf das Wissen über diese Zeit einfach unhaltbar.

Weder ein charismatischer junger Mann und seine missionierenden Jünger, noch ein Wendepharisäer, der nach einer Art Halluzination die sonderbare Sekte nicht weiter verfolgte, sondern die Welt rund um das Mittelmeer zum Glauben an den göttlichen Guru oder ein selbst entworfenes Wesen überredet hätte, ist in Realgeschichte nicht zu machen.

Dass sich ein neues monotheistisches Paradigma anfänglich konkurrierenden, teilweise ins Absurde abschweifenden antiken Erkenntnislehren (Gnosis) ergab, hier auch die Paulustexte herkamen, ist inzwischen nicht nur geschichtlich nachweisbar. Wie die nun auf Vernunft gründenden griechisch-jüdischen Erkenntnis- oder Erneuerungsbewegungen die Grundlage für einen neuen monotheistischen Kult legten, ergibt sich auch aus der Logik kultureller Entwicklung.

Und wenn im gesamten Volk noch lange nicht die Vernunft galt, ein Gesellschaft begründender Kult auch nach heutiger Evolutionslehrer phantasievolle Kultbilder benötigt, die auf kreative Weise an bekannte Gesichter, Gestalten anknüpft, ist es Logik (liegt auf der Hand Jesus), wie die bekannten Bilder Voraussetzung für die Vernunftwirklichkeit waren.

So wird auch klar:

-Mit der nun logischen Erklärung des Werdens (auch wenn die noch nicht im heutigen Sinne einheitlich war, universal galt) wurden im antiken Denken auch die Götter in Vernunft erklärt.

-Nicht nur die Kreativität, für die vormals im Volksmythos die Götterbild/-begriff standen wurden nun in Vernunft erklärt.

-Auch der Kult entwickelte sich weiter, wurde selbst zunehmend in kultureller Kreativität/Vernunft erklärt, die an alte Vorstellungen anknüpfte.

Dem für Wind und Wetter stehenden Himmelsgott Jupiter wurden Blitz und Donner nicht aus der Hand genommen, als die Gewitter zwar noch in elektromagnetischen Entladungen, jedoch in Logik erklärt wurden. Wenn in der Kultsprache weiter vom himmlischen Handeln des Himmelsgottes gesprochen wurde, dann war der Bildung des Volkes (wir haben es nach heutigem Wissen mit einer antiken Hochzivilisation zu tun, der Bildung heilig war) klar, wie hier der Logos gehandelt hat.

 Wie kann man bei all diesem Wissen, auch über kulturelle Entwicklungen, die heutigen Hypothesen über die Entstehung des Folgekultes aus der Sekte eines jungen Guru oder seiner Vergötterer weiter aufrechterhalten wollen?

Zu unterstellen, dass da ein wundertätiger Zimmermann war, der dann durch den Verfolger seiner Sekte zu dem erklärt wurde, was bereits in Logik/Vernunft allen Werdens (incl. kultureller Sprache alter Mythen) erklärt war, dazu müsste man die antike Welt bis hinter Homer zurückdrehen. Und mit der gerade von Glaubensgegnern als bildungshungrigen Hochzivilisation dargelegten Spätantike, in der die Kirche aus vielfältigen Bewegungen dann entstand, der Logos in seinem Wesen auf Konzilen heiß diskutiert wurde, weil er die Götter auch im Kult ablösen musste, ist der junge Mann gleich gar nicht zu machen. 

Wenn Prof. Engelbert Winter im Vortrag (im Netz zu finden) seinen Studenten in Münster erläutert, hellenistische Könige  hätten die Kulturen von Ost und West auf den Spuren von Alexander oder Dareios II (Beginn des Monotheismus, Exilszeit) zu vereinen gesucht. Dann wurde dieser Weg im Christenkult nicht durch einen als universalen Gott gesehenen oder ausgegebenen Wunderheiler weitergegangen. In jedem Satz des Vortrages, in jeder theologischen Ausdeutung der Mythenbilder wird deutlich, dass kein Wanderkyniker als Gott oder ein fiktives Glaubenskonstrukt als Offenbarung einer umfassenden lebendigen Schöpfung gesehen wurden und an Stelle der Götter getreten sein können.

Die Zeiten des Umbruches, einer kultischen Neuorientierung in Bezug auf altorientalische Gottheiten hätten, wie der Wissenschaftler schreibt, durch eine stärkere Heilsorientierung verschieden alte Kulte neue "Blüte" getragen, wovon auch Jupiter Dolchenus ein Zeugnis wäre. Doch was nützt alles Wissen, was sollen alle Vorlesungen, wenn dann weiter die christliche Blüte nicht dort erklärt wird, wo nicht nur das Bild der Vegetationsgottheit aus Eisenzeit oder der spätere Monotheismus des Alten Testamentes begründet wird, sondern in einem jungen Mann oder Glaubensmythos?

Auch wenn das nur ein ganz zufälliges kleines Beispiel war, das hier nur unzureichend weitergedacht, im weiteren Wissen um den kulturellen Kontext. ausgewertet werden konnte. Bereits die von den Wissenschaftlern der Uni Münster freigelegten und im Netz als Video zu findenden Bilder, die die Gottheit zeigen, die aus der Blüte erwuchs, machen anschaulich, um was es anfänglich ging. Doch wenn all dieses Wissen neue Blüte bringen, die Kulturen versöhnen und zu Vernunft führen soll, dann geht das nicht in weiterer babylonischer Sprachverwirrung. Wo dann die eingefleischten Bilder und Buchstaben verhindern, dass die in Logik/Vernunft erklärte Kreativität in Kosmos und Kultur (heute z.B. Ökologie bezeichnet) als der in Jesus  fleisch- bzw. über Kirche und Kanon Geschichte gewordenen Grund des christlichen Kultes zu verstehen ist. 

Der "Besuch bei Assurnasirpal"

auf Seite 4 setzt die Beweisführung mit Blick auf die Vorgeschichte des Christentum fort. In einer kleinen Notiz wird der beeindruckende Film von drei Minuten erwähnt, den das Metropoliten Museum of Art in New York erstellte: Man streift dabei durch eine Rekonstruktion des neuassyrischen Nordwest-Palastes von Nimrud, sieht die geflügelten "Genien" (Geflügelte Wächterfiguren, die auf mythische Weise das verkörperten, was einfach genial wäre. Was dem kurzsichtigen Genius entgegengesetzt wurde), die heute im Pergamonmuseum Berlin zu bestaunen sind. Es wird auf die militärischen Erfolge des Assyrischen Königs verwiesen, der auch Verwaltungsreformen durchführte oder Deportationen und vor dessen Macht der Prophet Jesaja gewarnt hätte.

Ja, in den Alten Hochkulturen Mesopotamiens ist der Monotheismus entstanden, wie ihn die Propheten der Exilszeit vertreten. Wie die Entstehung des Monotheismus nicht mehr aus heimlichen Eingebungen an hebräische Hirten in grauen Vorzeiten, sondern als Denkprozess im Weiterdenken von kulturellen, wissenschaftlichen Vorgaben zu sehen ist, kann hier nur erwähnt werden, wird unter Zarathustra erklärt. Eine von der hebräischen Prophetie weiterentwickelte Philosophie, die von einem kreativen Geist des Ganzen ausging. Und dass der christliche Kult sich nicht nur auf die Propheten beruft, sondern deren Glaubensvorstellung jetzt lebendig werden lässt, muss hier sicher nicht argumentiert werden, das ist  letztlich Stoff der gesamten neutestamentlichen Lehre. 

Die Zeit, in der die Entstehung des Alten Testamentes bzw. des hebräischen Monotheismus in nächtlichen Eingebungen eines Hirtenvolkes, in einzelnen Menschen mit Namen Abraham und Moses oder Großkönigen wie David und Salomo erklärt wurden, ist vorbei. Heute ist klar, wie dieser bildlose Kult in den antiken Hochkulturen gewachsen und in der sog. Exilszeit (nur wenige Jahrhunderte vor Jesus) durch Propheten vertreten wurde.  Kulttexte und kultgerechte Gründerfiguren können nicht weiter den Blick verbauen, dass die anfangs noch mythisch gesehene Kreativität des Ganzen, wie sie bei ägyptischer oder persischer Theologie galt (nicht nur bei Echnaton und Zarathustra), zu einem neuen bidlosen Kult führte, der auf ein schöpferisches Wort (hebr. Vernunfthandlung) führte.

Und so wenig, wie auch das Tao oder auf sonstige kosmischen Vorgaben und Weisheiten gründende östlichen Religionen (die ohne einen personifizierten Gott auskommen), in den Eingebungen an einzelne Männer begründet werden kann, zeigt sich. Auch das Christentum und der Islam sind nach der Zeitenwende aus dem Judentum, damit einem auf die Kreativität des Ganzen ohne Gottesbild und göttliche König gründenden Kult erwachsen. Auch wenn davon die Dokumentarfilme noch handeln und damit auch die angeblich wissenschaftlichen Kommentare der Theologen nur zur Volksverdummung führen. Mit Märchen und Männern wie einem jungen Zimmermann aus Nazareth mit Namen Jesus oder einem Kaufmann mit Namen Mohammed ist nichts mehr zu machen.

Wer daher das gesamte Wissen um die alten Hochkulturen und ihren Kult ebenso freilegt, wie die Entstehung des prophetischen Monotheismus in sog. Exilszeit und weiter einen mehr oder weniger göttlichen Junghandwerker an den Anfang stellen will, bei dem hat der kreative Genius der geflügelten Wächterfiguren nicht gewirkt. Der hätte sich das Graben und den Film sparen können und braucht sich auch nicht über die Zerstörung der alten Kulturgüter durch IS zu beklagen.

Wo dann auf der gleichen Seite die Taufstelle Jesus am Jordan dargestellt wird, wie wenn ein Wüstenprediger Namens Johannes seinen Verwanden mit Vorname Jesus dort als Gottessohn ausgegeben hätte, dann ist das gegen alles selbst freigelegte Wissen.

Selbst "Hadrians treue Soldaten"

bzw. die auf Seite 5 beim Ausmeißeln zu sehende Inschrift zu Ehren Kaiser Hadrians: "Für den Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus, Sohn des göttlichen Traianus Parthicus. Enkel des göttlichen (Kaisers) Nerva, Hoher Priester, versehen zur tribunischen Macht.." aus dem Jahr 130 nC., die in Jerusalem gefunden wurde, müsste neu denken lassen. Man braucht nur die Persönlichkeit allein dieses Kaisers im Netz nachzulesen, auch seiner Vorgänger wie Trajan sowie die gesamten kulturellen Auseinandersetzungen, Probleme, die Stellung und Aufgabe in der römisch-kaiserlichen Entwicklung. Allein auch die Diskussion über die Verfolgung von Logos-Anhängern bzw. Christen, die sich dem weiteren Götteropfer verweigerten und damit den Staatskult bzw. dessen Wohl gefährdeten. Dann sieht man wie absurd es ist, dieser Zeit das unterstellen zu wollen, was heutige Hypothese ist.

Selbst die Inschrift auf dem Stein, den man als Jerusalemer Triumphbogen vermutet, lässt deutlich werden, wie der Kaiser als Repräsentant einer schöpferischen/kreativen Macht galt, die von den römischen Kaisern mehr oder wie sich zeigte auch weniger gut umgesetzt wurde. Eine menschlich-monarchischen Macht, die sie zwar akzeptierten, der sich aber weder die gesetzestreu-monotheistischen Juden Jerusalems, noch die auf den lebendigen Logos setzenden Christen als göttliche Autorität unterwerfen wollten. Doch wer all dieses Wissen freilegt, auch weiß, wie die Augustusse aufgrund ihrer Verdienste um Vernunft und Friede, messianisch verehrt wurden, ohne selbst die von ihnen repräsentierte Allmacht zu sein oder Vernunft/Natur-Logik umsetzen zu können und wie die christlichen Evangelium den römischen Kaiserevangelien nachgestellt wurden. Wie kann der weiter annehmen, es wäre dort um einen in Jerusalem wegen Volksverhetzung hingerichteten Heilsprediger gegangen, der nach seinem Tod als Gott galt? 

150 Jahre Biblische Archäologie

so ist das Titelthema überschrieben. Bei dem Prof. Dr. Dr. Dr. Dieter Vieweger bis Seite 12 deutlich macht, wie bisher gesucht wurde, warum die buchstäblich verstanden Bilder bei der Suche im Sand in die Irre führten, nichts finden ließen.

Was jedoch nebenbei nicht nur auf das Suchen mit Schaufel und Hacke zutrifft. Ob die historisch-kritisch Forschung nur noch einen völlig unbedeutenden jungen Rebellen hinterlässt und jeden Satz des Neuen Testamentes nur in noch älterer Glaubensliteratur nachlesen oder die Dogmatiker an der beschriebenen Hoheit eines Heilsprediger festhalten, was so zum Glaubensmythos wird. Es ist der buchstäbliche Kurz-schluss, der den Ton angibt und keine Erhellung bringen kann. Selbst wenn unzählige Wissenschaftler in den verschiedenen Organisationen ihr Wissen, wie das so beschriebene natürliche Werden nicht als schöpferische Gabe betrachten, sondern in ihren unzähligen Werken verzweifelt nach einem vor-gesetzen, biblisch beschrieben Gott fragen, ihn egal wie beweisen oder atheistische Zweifel ausräumen wollen. Was ja allgemein heute als "Glaube" gilt. Selbst wenn bei theologischen Meisterkursen nur nach die evolutionären Funktion eines fiktiv vorgesetzten Aufpassers für das menschlichen Verhaltens in der Gesellschaft hinterfragt wird. Auch wenn Werke über Theodizee geschrieben werden, der Vater aufgrund der Krankheit seines Kindes fragt, wo der beschriebene Gott bleibt oder die Kreationisten der Buchstaben wegen das ganz natürlich-evolutionäre Werden, wie die neuen Archäologischen Funde der Bibelforscher auf den Kopf stellen wollen. Buchstaben töten auch, wenn sich die Kulturen gegenseitige auf ihre Bücher berufen und bekämpfen.

Bei der erst zwei Menschenleben alten Suche nach der Welt, in der die Bibel entstand, werden Kultlesetexte, die wie die alten Mythen bereits in der Antike allegorisch gelesen wurden, meist wie banale Tatsachenbericht betrachtet. Und so wird dann nach der "biblischen" Wahrheit geforscht. Selbst heute suchen noch Wissenschaftler, die keinen Gedanken daran mehr verschwenden würden, die Sintflut als Überschwemmung nachzuweisen, bei der die Arten paarweise gerettet wurden, auf buchstäbliche Weise nach den biblischen Gestalten und Geschichten. Eher wird dann beim Exodus die Flucht einiger Arbeiter aus Ägypten angenommen oder ein Dorfhäuptling Namens David ohne Reich und Tempel, als auf allegorische Weise die Entstehung des Monotheismus und die Befreiung aus Ägypten oder die jüdische Weisheit in lyrischer Weise zu lesen. Doch nicht nur die Tatsache, dass sich die Gestalten und Geschichten in dieser Form nicht finden lassen, ist ein Lohn der wissenschaftlichen Arbeit. Auch was sonst an Kulturgütern ausgegraben wird, auf das geistige Umfeld verweist, bringt weiter. Es belegt, warum in bisherig-buchstäblicher Weise kaum wirklich was zu finden ist bzw. was Thema der damaligen Kulturellen Auseinandersetzungen in antiker Aufklärung war.

Im Bericht wird deutlich, wie seit den Ägypten-Feldzügen Napoleons 1798 die Christenforscher loszogen, um durch das Graben im Sand die Wahrheit der Bibel auf buchstäbliche Weise zu beweisen. So wollte man die Welt vor Unglaube bewahren. Und wenn heute selbst ein ehemaliges Aufklärungsorgan wie der Spiegel beim Fund eines Holzstückes auf dem Berg Ararat in Bezug auch die Arche titelt "Hat die Bibel doch Recht", dann ist es den Forschern nicht zu verdenken, dass sie biblisch-buchstäblich weitersuchen, statt archäo-logisch. Gleichwohl ihre Arbeit erfolgreich ist,. Denn bei der Forschung nach biblischer Wahrheit werden unendliche Schätze über das Denken in antiken Hochkulturen, in Ägypten, Persien und dem gesamten Orient freigelegt, die die heutigen Glaubensvorstellungen unhaltbar machen. Und damit werden die Archäologen ihrer Aufgabe, die möglicherweise bereits in der Arche beschrieben ist, gerecht. Sie betreiben so eine Altertumskunde, die auf den Logos, die anfängliche Lehre verweist, die Arche, auch das Urprinzip allen Werdens.

Natürlich hat man schon viel gefunden, von dem man dachte, dass es die buchstäbliche Wahrheit der Bibel und wie man glaubte den "Glaube" bestätigt. Warum soll man auch rund um Jerusalem keine Steine finden, die man dann mit viel Phantasie als Belege für das biblische Geschehen, die Geburt, Taufe oder Kreuzigung werten kann. Oder als Stein der Schleuder von Jesus Ur...opa betrachtet. Ob es ein Staatsgebilde Israel vor dem 2. Weltkrieg gab, braucht bei der Buchstabenlese nicht weiter zu interessieren. Alles auf kreative Weise gegebene Wissen wird durch die Buchstaben und danach eingefleischten Bilder verdrängt.

Doch auch wenn nach wie vor nach den Tempeln von David und Salomo gesucht wird oder Schwemmungen in Ur als Bestätigung für die biblisch berichtete Sintflut gesehen werden. In Wissenschaftlern, wie dem Direktor des Deutschen Evangelischen Institutes für Altertums des Heiligen Landes, Vieweger, der im Themenheft der kath. bibelwerkes  Kollegen zitiert, die die "Todesanzeige der Biblischen Archäologie" verfassten, bahnt sich eine Wende an. Über alle Effekthascherei, die gar das Familiengrab des neutestamentlichen Mannes freilegt, den es nie gab, die Arche Noah oder den 10 Steintafeln beweisen will, ist nicht nur Prof. Viewegen hinaus. Auch wenn noch vielfältig auch im aktuellen Heft Praktiziert. Diese Art der buchstäblichen Beweisführung gehjört selbst beim kath. Bibelwerk dem Gestern an. Hier ist nicht Raum, um nachzuweisen, dass kein Großkönig mit Namen David am Anfang stand, kein Auszug aus Ägypten war. Und welche Bedeutung die Weisheit für das Verständnis (die Hörer des Wortes, Israel bzw. das heilige Land) hatte oder wie der biblische Monotheismus im Weiterdenken Zarathustras oder Ägyptischer Theologie in Befreiung aus dem Menschen-Götterkult dieser Hochkulturen ergab, ist an anderer Stelle beschrieben.

Beispiele für interessengeleitete Erkenntnis, wie biblische Erzählungen fälschlicherweise durch Ausgrabungsergebnisse bestätigt werden sollen, gar in der Weltpresse diskutiert werden, folgen in weiteren Beiträgen. Doch auch wenn sich die Wahrheit des Glaubens so nicht bestätigen lässt. Die Hochkulturen, die auf archäologische Weise freigelegt werden, die zeigen immer mehr, dass die Anfänge - und damit auch die christlichen - in neuer Weise zu bedenken sind.

Vorurteile: Böse Nachbarn?

so beschreibt die wissenschaftliche Assistentin von Vieweger, Katja Sonnecken, das biblische Bild der Philister und Samaritaner im Folgebeitrag. Doch bereits wenn sie sich auf Jesus Sirach, damit jüdische Weisheitsliteratur bezieht, sollte klar sein, dass es auch hier um theologische Aussagen über ein benachbartes falsches Verständnis geht. Hier keine Nachbarvölker eine Israelvolkes als böse verurteilt werden.

Ja, es geht die "Anderen"  (Andersdenkende), die den vorgesetzten Gottesbildern opfern (heute gar ihre wissenschaftliche Erkenntnis) und die so dem Verständnis bzw. Hören/Israel im Wege stehen. Doch so wenig es blutige Kindermorde und Raubzüge eines durch Trompetenstöße die Mauern von Jericho zum Einsturz gebrachten Josua gab, so wenig sind wahrscheinlich die Philister nur ein Volksstamm, der überrannt wurde, weil man für das Königtum Israel Land für Futter bzw. Lebensraum wollte.

Auch wenn die Assistentin den Weg weitergeht, den Ihr Chef im Beitrag vorher verworfen hat, so legt sie möglicherweise frei, was Thema der Samaritaner war, die dann als "Wächter der Tradition" und Götzendiener nachgewiesen werden. Als was sich die noch lebenden Samaritaner in der Nähe an den Hängen des Garizim selbst bezeichnen würden. Wenn die Propheten des Exils bzw. bei der Entstehung des biblischen Wortverstand-Monotheismus den "Wächtern der Tradition" anboten beim Bau des neuen Tempels mitzuhelfen, dann muss es weder um Steinarbeiten gegangen sein, noch um die leiblichen Vorjahren der heutigen Samaritaner.